SIX FOOT SIX – The Six Foot Six Project

Band: Six Foot Six
Album: The Six Foot Six Project
Spielzeit: 42:33 min
Stilrichtung: Melodic Metal
Plattenfirma: Pride & Joy Music
Veröffentlichung: 16.11.2018
Homepage: www.facebook.com/TheSixFootSixProject

Die Melodic Metalband SIX FOOT SIX sind das Baby von Kristoffer Göbel der schon bei FALCONER, DESTINY und ALDARIA aktiv war.
Mit seiner Vorstellung von modernen Melodic Metal gründete er die Band und bringt nun mit Mithilfe von befreundeten Musikern und einigen Gästen das Debütalbum „The Six Foot Six Project“ in die Läden.
Als Gastsänger sind hier unter anderem Niklas Stalvind (WOLF), Magnus Winterwild (AXENSTAR) und David Akesson (QUANTICE) zu hören.
Mit dem schon vorab im Internet zu bestaunenden „Virus Inside“ wird das Debüt eröffnet. Titeltypisch gibt es erstmal eine kleine apokalyptische Einleitung bevor die melodiösen und erdigen Riffs das Zepter übernehmen! Ein kleiner Metalstampfer erwartet uns hier der direkt ins Ohr geht und Titeltrack würdig auf unsere Hitliste wandert.
Ach ja Mastermind Kristoffer greift hier ja nicht zur zur Gitarre sondern übernimmt auch den Liedgesang was er auch absolut überzeugend und im angenehmen Bereich hinbekommt!
Das anschließende „Bleed for Mankind“ ist dann eine Spur knackiger und schneller gehalten, kann aber bei der Eingängigkeit nicht mit dem Opener und Vorgänger mithalten.
Ganz anders ergeht es uns dann mit den folgenden Tracks „Falling Sparrow“, „Frozen in Time“, hier wird ganz ordentlich in den Kitsch/Poptopf gegriffen, und „Pride and Glory“, hier regiert wieder absolut die Metalkeule, die alle direkt zünden und größtenteils alle auf unsere Hitliste wandern! Ein ganz starker Abschnitt der Debütscheibe!
Episch und gefühlvoll wird dann mit „Anomia“ die zweite Hälfte der Scheibe eröffnet und auch diese Nummer weiß direkt zu überzeugen und zu gefallen.
Danach bleibt das Qulitätsniveau recht hoch. Zwar sind nicht alle Tracks so eingängig wie seine Vorgänger, aber richtig schlechte Songs haben wir hier nicht vor den Lauschlappen.
Glanzpunkte im weiteren Verlauf sind mit Sicherheit „From the Ground“ und das abschließende gefühlvolle „Ephemeral“.

Anspieltipps:

Definitiv „Virus Inside“, „Falling Sparrow“, „Pride and Glory“, „From the Ground sowie „Ephemeral“.

Fazit :

Melodic Metal mit einem Touch Modern präsentiert uns Kristoffer hier mit seiner Band SIX FOOT SIX auf dem Debütalbum. Und dieser Mix ist größtenteils auch sehr ordentlich gelungen und gerade im ersten Teil haben sich einige Hits versteckt!
Fans seiner bisherigen Arbeiten und Anhänger der genannten Genre und Bands sollten hier auf jeden Fall mal reinhochen, es könnte sich lohnen!

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Virus Inside
02. Bleed for Mankind
03. Falling Sparrow
04. Frozen in Time
05. Pride and Glory
06. Anomina
07. Test of Time
08. In Defiance
09. From the Ground
10. Ephemeral

Julian

DYNAZTY – Firesign

Band: Dynazty
Album: Firesign
Spielzeit: 49:36 min.
Stilrichtung: Modern Melodic Metal
Plattenfirma: AFM Records
Veröffentlichung: 28.09.2018
Homepage: www.dynazty.com

Die Schweden von DYNAZTY sind wieder da. Im Gepäck: ihr sechstes Werk “Firesign”, Nachfolger des 2016er Releases “Titanic Mass” und das Album, das zwangsläufig erscheinen muss, wenn vorher bei Ikea alle Synthesizer 40% reduziert waren. Innerhalb von elf Jahren Bandgeschichte haben sich die fünf Stockholmer bereits einen respektablen Namen und die damit einhergehende Fangemeinde erspielt und somit die Gelegenheit gehabt, ihren Sound von Größen wie Jonas Kjellgren (Ex-Gitarrist von SCAR SYMMETRY, Mastering bei AMORPHIS, IMMORTAL und anderen) und Peter Tägtgren (kennt man) polieren zu lassen. Das Ergebnis ist erwartungsgemäß einwandfrei produziert – einwandfrei produzierter moderner Melodic Metal, sehr melodieorientiert, oft cheesy und angereichert mit zahlreichen Synth-Spielereien. An der Bandleistung gibt es ebenfalls nichts zu meckern. Die Instrumente sitzen, Sänger Nils Molin überzeugt mit einer klaren Power-Metal-kompatiblen Stimme, die den elf Tracks auf „Firesign“ dienlich ist, auch in hohen Sphären funktioniert und durchaus Charakter hat.
Mit den Songs ist das hingegen so eine Sache. Der typische DYNAZTY-Song funktioniert folgendermaßen: Auf ein Synth-Arpeggio-Intro folgt der fett klingende Einstieg der Band, ab dem feststeht, dass die Synthesizer aus dem Songintro nun das komplette Lied unterlegen werden. Plus ein paar mehr Synthesizer. Anschließend die erste Strophe, die bis zum Anfang ihrer zweiten Hälfte im tyischen STRATOVARIUS-Klischeestyle gitarrenfrei gehalten ist. Im anschließenden Prechorus werden dann die Melodien etwas aufgefröhlicht, bevor ein dicker Refrain mit großer Melodie, die sich manchmal ins Ohr zu graben vermag, aufgefahren wird. Dann wieder Strophe, Prechorus, Chorus, ein semispektakulärer Mittelteil und zu guter Letzt noch zwei- oder dreimal der Chorus, das letzte Mal in einer anderen Tonlage.
Bei einigen Songs ist der Discofaktor etwas höher („My Darkest Hour“ oder „Let Me Dream Forever“), bei einigen wird’s etwas böser („Starfall“) oder dramatisch-melancholischer („Closing Doors“) und ab und an bringt man kleine neoklassisch („The Grey“) oder folkig-piratig anmutende („Ascension“) Motive mit ins Spiel. Ach ja, oder man zieht sich die Keyboards von RAMMSTEIN, wie im Falle von „Firesign“ (original: „Du hast“) geschehen. Das Ganze wirkt oft doch sehr poppig, einigermaßen glattgelutscht und ist vergleichbar mit DRAGONFORCE, wenn man ihnen THC ins Speed mischen würde.
Versteht das nicht falsch: „Firesign“ wird jedem Freund von modernem Melodic Metal mit einer guten Portion delikat gewählter Synthesizer Spaß machen, jedenfalls die einzelnen Lieder für sich. Über die Dauer eines kompletten Albums stellen sich bei DYNAZTYs Konzept jedoch gewisse Ermüdungserscheinungen ein, denn bei derart ähnlichen Songstrukturen kommt schon beim fünfen Track das Gefühl auf, man habe ihn auf „Firesign“ schon einmal gehört. Und so fett die Melodien auch sein mögen, die die Jungs gerade in ihren Refrains auffahren: Die ganz großen Knaller, die sich über Stunden ins Hirn zu brennen vermögen, sind nicht dabei. Die Scheibe ist letztendlich doch eher ein spaßig-poppiges Partymetalalbum ohne viel Tiefgang.

Anspieltipps:
„My Darkest Hour“, „The Light Inside The Tunnel“, „Let Me Dream Forever“ und „The Grey“

Fazit:
„Firesign“ ist ein wenig das Guinness unter den Power-Metal-Alben; schön dick und mild, aber nichts, womit man ein herbes Pils auf Dauer ersetzen könnte. Ist aber nicht schlimm, denn als fett produziertes melodisches Metalalbum wird es vielen von Euch doch ein paar schöne Stunden bescheren können. Hört mal rein!

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Breathe With Me
02. The Grey
03. In The Arms Of A Devil
04. My Darkest Hour
05. Ascension
06. Firesign
07. Closing Doors
08. Follow Me
09. Let Me Dream Forever
10. Starfall
11. The Light Inside The Tunnel

Jannis