PHARAOH – The Powers that Be

Band: Pharaoh
Album: The Powers that Be
Spielzeit: 44:33 min
Stilrichtung: Power Metal
Plattenfirma: Cruz Del Sur Music
Veröffentlichung: 18.06.2021
Homepage: www.facebook.com/PharaohOfficial

9 Jahre ist eine lange Zeit zwischen zwei Alben! Die amerikanischen Power Metaller von PHARAOH, die nun auch schon ihr 25 jähriges Bestehen feiern, kehren dieser Tage, nach 9 Jahren Pause wieder zurück mit ihrem neuen Album „The Powers that Be“. Das letzte Album „Bury the Light“ erschien 2012 auch bei Cruz Del Sur Music.
Nach wie vor ist das Aushängeschild der Band der charismatische Fronter Tim Aymar.
So, ich denke viel mehr gibt es über DIE amerikanische Power Metalband auch gar nicht zu sagen, lauschen wir daher mal direkt dem neuen Opener und Titelsong „The Powers that Be“. Mit knackigen Riffs beginnt die Nummer und schon nach kurzer Zeit ertönt das charismatische Organ von Fronter Tim.
Sehr interessant aufgebaut ist die Nummer, welches den Zugang erstmal etwas erschwert.
Der Chorus ist ebenfalls ganz ordentlich, trägt aber auch nicht unbedingt zur absoluten Eingängigkeit bei.
Aber gerade das ist irgendwie recht typisch für die Jungs, man zockt einfach das worauf man Lust hat und schert sich nicht um Eingängigkeit und Co.
Die Eingängigkeit, die zuvor gefehlt hat, ist aber nun beim folgenden „Will we Rise“ umso mehr vorhanden, diese Nummer landet dann auch direkt auf unserer Hitliste!
Das anschließende „Waiting to Drown“ kann dann durch seine Emotionalität voll punkten. Eine ruhige und intensive Nummer die ich so von den Jungs definitiv nicht erwartet hätte.
Im Mittelteil haben wir dann eine gute Mischung aus US Power Metal und etwas Epic Metal wo ganz klar „Lost in Waves“ und „When the World was Mine“ als Gewinner durch die Zielgerade gehen.
Wer jetzt denkt, okay die Jungs haben bestimmt ihr Pulver schon verschossen, der irrt! Im letzten Drittel fährt man nochmal richtig auf und hat eigentlich nur Hits im Gepäck!
Egal ob es das eingängige „Freedom“, das epische „Dying Sun“ oder das abschließende, eher Classic Metal angehauchte „I Can Hear Them“ ist. Alles wirkt hier wie aus einem Guss und ist ein gefundenes Fressen für die Genre und Bandfans!

Anspieltipps:

„Will We Rise“, “When the World was Mine”, “Freedom”, “Dying Sun” und “I Can Hear Them”

Fazit :

PHARAOH bleiben PHARAOH und das ist auch gut so! 9 Jahre haben sich die Jungs Zeit gelassen, aber das Warten hat sich definitiv gelohnt.
Wie schon geschrieben bekommen Band und Genrefans hier eigentlich genau das was sie sich wünschen!
Ein astreines Comeback, was eine absolute Kaufempfehlung für die Zielgruppe darstellt und uneingeschränkt zu empfehlen ist!

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. That Powers That Be
02. Will We Rise
03. Waiting to Drown
04. Lost in the Waves
05. Ride Us to Hell
06. When the World was Mine
07. Freedom
08. Dying Sun
09. I can Hear Them

Video zu “I can Hear Them”:

Julian

SILVER TALON – Decadence And Decay

Band: Silver Talon
Album: Decadence And Decay
Spielzeit: 46:44 min.
Stilrichtung: US Dark Power Metal
Plattenfirma: M-Theory Audio
Veröffentlichung: 28.05.2021
Homepage: www.silver-talon.com

Da hört man äußerst gerne quasi jede Spielrichtung von Power Metal, will die wirklich guten Sachen natürlich auch anderen Metallern in seinem Freundeskreis zeigen, aber ein Teil dieses Kreises verhält sich bei Power Metal so, als würde ihm bei jedem Dur-Part oder einem cheesigeren Synthesizer möglicherweise das Gemächt abfallen, und ist demnach selten empfänglich. Nun, mit SILVER TALONs “Decadence And Decay” kommt hier nun endlich mal wieder ein (im weitesten Sinne Power)-Metal-Album, das man auch diesem Teil des Freundeskreises guten Gewissens zumuten kann. Als “US Dark Power Metal” bezeichnet sich die Truppe, was sich so unterschreiben lässt, denn mit gute-Laune-Eagles-and-Glory-Metal hat dieses Debutalbum rein gar nichts am Hut. Stattdessen erweist sich “Decadence And Decay” als ziemlich düsteres, technisches, hammerhart produziertes und intoniertes erstes (und mit Sicherheit nicht letztes) Lebenszeichen, mit dezentem Orchestereinsatz der dunklen Sorte, hall-lastigen Vocals, deftigem Geballer und Dur-Wendungen, die sich an einer Hand abzählen lassen.
Zum Thema Technik und Intonation: Sowohl Gesang als auch Instrumentalfraktion agieren auf einem spektakulären Level, mit unterschiedlichen Gesangsstilen (inklusive durchdringend-hartem Falsett), Hintergrundvocals, die teils fließend in Sounddesign-Elemente übergehen, Doublebass-Gewittern, fixem Gefrickel – und all das in durchaus komplexen Songstrukturen mit kleinen Prog-Anleihen und durchweg eine sehr düster-okkulte Stimmung zeichnend.
Atempausen gibt es über die Dreiviertelstunde Spieldauer kaum. Jaah, die Intros von “Next To The Sun”, “What Will Be” und “Touch The Void” fallen ruhiger aus, machen jedoch bald deutlich wo (und wie erbarmungslos mächtig) der Hase läuft. Melodien werden dabei nicht vernachlässigt, sind jedoch selten Ohrwurmmaterial, was der Platte jedoch gut tut. Bei einer Achterbahnfahrt will man sich schließlich auch nicht nachher an jeden Streckenabschnitt einzeln erinnern, man will einfach durch eine klug konstruierte Streckenführung mit saftig Adrenalin und hoher Geschwindigkeit durch ein schönes Setting eskaliert werden.
Und das macht das erste Album von SILVER TALON astrein. Die musikalischen Schauwerte sind enorm, ein Gastpart von Andy LaRocque verstärkt das KING-DIAMOND/MERCYFUL-FATE-Feeling zusätzlich zu den teils hohen Vocals und dem teils ähnlichen (aber modernisierten) Grundstil und bei seiner oft hohen Geschwindigkeit und Härte bleibt das Album fast immer nachvollziehbar und irgendwie trotz allem Power Metal.

Fazit:
“Decadence And Decay” schickt die “Power Metal ist lappige Kitschmusik und kein Metal”-Fraktion mit brennenden Fackeln und Mistgabeln zurück in ihr undergroundiges Homerecording-Kinderzimmer – wenn sie das freundliche vorangehende Angebot nicht annimmt, sich 45 Minuten in feinster Qualität hinsichtlich der Umsetzung, des Songwritings und der Produktion melodisch-hart die Boxen entstauben zu lassen. Klare Reinhörempfehlung!

Anspieltipps:
“Deceiver, I Am”, “Next To The Sun” und “Resistance 2029”

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Deceiver, I Am
02. Resistance 2029
03. As The World Burns
04. Next To The Sun
05. Divine Fury
06. Kill All Kings
07. What Will Be
08. Touch The Void

Jannis

 

NIVIANE – The Ruthless Divine

Band: Niviane
Album: The Ruthless Divine
Spielzeit: 62:12 min
Stilrichtung: US Metal
Plattenfirma: Pure Steel Records
Veröffentlichung: 30.10.2020
Homepage: www.niviane.com

Eine DER Überraschungen aus dem Jahre 2017 sind zurück! Die Amis von NIVIANE haben nach ihrem Debütalbum „The Druid King“ nun mit „The Ruthless Divine“ ihr nächstes Album am Start.
Mittlerweile hat man bei Pure Steel Records einen Vertrag unterschrieben, was nicht die schlechteste Entscheidung gewesen sein wird, ist das Label doch für seine hervorragende Promo Arbeit bekannt!
Mit Norman Skinner hat man einen mehr als fähigen Fronter im Gepäck der den Songs die in der Schnittmenge zwischen US und Power Metal pendeln den notwendigen Touch verleiht.
Viel mehr gibt es nicht vorab zu berichten, werfen wir uns daher direkt mal in den Albumopener „League of Shadows“. Dieser ist ein episch angehauchter Midtempotrack der seine Stärken definitiv in seiner Melodic und dem tollen Chorus hat.
Und apropos Stärken, die sind auch relativ schnell bei den folgenden Songs „Crown of Thorns“, „Dreams Crash Down“, dem Titeltrack „The Ruhtless Divine“ oder der Vorabsingle „Fires in the Sky“ auszumachen.
Schön abwechslungsreich geht es hier mal mehr mal weniger episch zur Sache, kraftvoll und richtig knallen tun sie aber alle!
Besonders Fronter Norman ist hier besonders hervorzuheben, der Gute keift, singt und growlt sich hier durch die Songs das es eine wahre Freude ist ihm zuzuhören. Sehr variabel der Gute.
Im Mittelteil der 11 Tracks umfassenden Platte kann auf jeden Fall noch das epische „Forgotten Centurion“ und der Bandtrack „Niviane“ direkt überzeugen.
Danach kommt dann leider mit „Psychonmanteum“ ein Track der sich nicht so recht entscheidet was er denn sein will! Thrash, Power oder Epic Metal. Hier fehlt finde ich etwas die Linie.
Viel bessern klingen dann wieder die beiden letzten Nummern „Sinking Ships“ und das knackige „Like Lions“. Aufgrund seiner Epic und der Abwechslung gewinnt der erstgenannte Track hier aber ganz klar.

Anspieltipps:

„League of Shadows“, „Dream Crash Down”, “The Ruthless Divine”, “Fires in the Sky” und “Sinking Ships”

Fazit :

Das zweite Album der Jungs von NIVIANE ist eine runde und kompakte Scheibe geworden die jedem Genre und Bandfan definitiv zu sagen sollte!
Insgesamt fehlen irgendwie so ein bisschen DIE absoluten Überflieger was das Debütalbum so besonders gemacht hat.
Starke und empfehlenswerter Tracks sind hier natürlich trotzdem an Bord, von daher Daumen hoch für die Amerikaner und ihr zweites Werk!

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. League of Shadows
02. Crown of Thorns
03. Dreams Crash Down
04. The Ruthless Divine
05. Fires in the Sky
06. Fallen from Elysium
07. Forgotten Centurion
08. Niviane
09. Psychomanteum
10. Sinking Ships
11. Like Lions

Video zu “Fires in the Sky”:

Julian

BYFIST – In the End

Band: Byfist
Album: In the End
Spielzeit: 46:05 min
Stilrichtung: US Metal
Plattenfirma: Pure Steel Records
Veröffentlichung: 25.09.2020
Homepage: www.byfist.com

BYFIST aus San Antonio, Texas sind bereits seit Mitte der 80er aktiv. Sie haben eine Single, einige EP’s und ein Compilation Album veröffentlicht. Nun haben sie ihr erstes vollwertiges Album „In the End“ am Start und dieses wird von den Genrespezialisten von Pure Steel veröffentlicht. „In The End“ bietet klassischen US Metal mit kreischend hohem Gesang, der auch gerne mal melodisch sein darf.
Somit dürfte die Zielgruppe klar abgesteckt sein und wir starten daher direkt mit dem Openertrack „Universal Metal“. Und was haben wir hier direkt für ein melodisches Brett zu verkraften! Schön Oldschool produziert dringt der Song aus den Boxen und der Refrain ist schnell im Hirn festgesetzt. Ein Einstand nach Maß würde ich sagen.
Der Titeltrack „In the End“ nimmt dann den Ball spielerisch auf und man legt hier nochmal eine richtige Schippe drauf. Vor allem Sänger Raul Garcia zeigt hier sehr eindrucksvoll, dass er sowohl die sehr hohen als auch die tiefen Töne beherrscht. Der Junge hat echt eine Range das ist unfassbar geil!
Der Song an sich ist vielleicht etwas epischer als der Opener gehalten und landet definitiv ebenfalls auf unserer Hitliste.
Die Riffs die uns beim anschließenden „Unconscious Suicide“ entgegen tönen sind dermaßen US Metal das es für die Anhänger dieses Genre eine wahre Freude sein wird ihnen zu lauschen. Auch ansonsten ist der Song ebenfalls weit entfernt von einem Ausfall, von daher gehen auch hier erneut alle Daumen nach oben.
Im Mittelteil dominieren ganz klar die beiden epischen und überlangen Songs „With this Needle I Thee Wed“ und „Ship of Illusion“. Wobei letzterer hier ganz klar als Sieger hervorgeht.
Erneut muss ich hier Fronter Raul hervorheben, wunderbar ausdrucksstark gesungen das Ganze, genial!
Und da auch die beiden letzten Songs „Epitaph“ und „Scattered Wits“ weit ab von Ausfällen sind, kann man festhalten das das Debütalbum der Jungs absolut gelungen ist.

Anspieltipps:

„Universal Metal“, „In the End“, „Unconscious Suicide“, „Ship of Illusion“ und „Scatterd Wits

Fazit :

Richtig geiler Oldschool US Metal mit all seinen Facetten. Das ist das was den geneigten Hörer auf dem Debütalbum der Jungs von BYFIST erwartet.
Eigentlich ist das Ganze eine Blaupause dafür wie das Genre anno 2020 klingen sollte, ohne seine Wurzeln zu verleugnen!
Fans sollten sich die Scheibe auf jeden Fall auf ihren Einkaufszettel schreiben!

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Universal Metal
02. In the End
03. Unconscious Suicide
04. Guaranteed Death
05. With this Needle I Thee Wed
06. Ship of Illusion
07. Epitaph
08. Scattered Wits

Video zu “In the End”:

Julian

NINTH CIRCLE – Echo Black

Band: Ninth Circle
Album: Echo Black
Spielzeit: 57:20 min
Stilrichtung: US – Metal
Plattenfirma: Pure Steel Records
Veröffentlichung: 26.06.2020
Homepage: www.ninthcircle.us

US-Metal Fans aufgehorcht: NINTH CIRCLE aus Los Angeles haben ihr neues Album am Start. „Echo Black“ ist die nun vierte Veröffentlichung der Amerikaner. Das Line-Up bestehend aus Dennis Brown (v.g.), Frank Forray (b.) und Richie Brooks (d.) bietet eine Mischung aus US-, Euro-Metal und NWoBHM. Ob das auch gut zusammenpasst, wird sich gleich herausstellen. Handwerklich sollte da nichts schiefgehen, da die Truppe bereits in verschiedenen Konstellationen seit 1987 existiert. Live war das Trio unter anderem mit Lynch Mob, Love&Hate und F&M unterwegs. Für das Cover Artwork konnte man Dusan Markovic (Mystic Prophecy) gewinnen, der eine gewisse Endzeitstimmung auf die Hülle zaubert. Dann „tanzen“ wir mal mit „Dance Of Swords“ los. Sirenengeheul zu Beginn, dann setzt die Gitarre ein und es gibt klassischen Heavy Metal zu hören. Die Produktion klingt sauber, der Gesang ist gut und auch das Solo überzeugt. Der zweite Track „The Angel’s Share“ kommt im Midtempo daher, sehr eingängig und melodiös. Leichter Judas Priest Einschlag.

Die Titelnummer „Echo Black“ startet mit einem kurzen Intro bevor der sehr eingängige Song mit Iron Maiden Gitarrenläufen Fahrt aufnimmt. Die Stimme ist top, habe dafür auch keinen Vergleich. „Forever More“ hat eine dunkle Stimmung in sich, an einigen Passagen sogar drückend, aber klasse gemacht. Das ändert sich mit „Tokyo Nights“ sofort. 80er AOR Feeling macht sich breit und lädt zum Feiern ein. Gefühlvolles Gitarrensolo am Anfang von „Prelude To Glory“, dann wird Heavy Metal in seiner klassischen Form geboten. „Shadow Of Giants“ entpuppt sich als geiler US Rock Song, der intelligent und sehr einfühlsam gespielt wird. Fäuste in die Luft für „Return Of The King“, wieder klassischer Heavy Metal im Midtempobereich, läuft richtig gut rein. „Riding The Storm“ ist ein bisschen vorhersehbar und nicht ganz so spannend. „Then & There“ führt einen dann wieder zurück in die 80er. Toller Refrain, alles sehr eingängig, macht gute Laune. „Natural High“ ist ein 1 ½ Minuten langes Instrumental, dass das eigentliche Ende der Scheibe einläutet. Ich habe hier aber noch den Bonustrack „When The Sun Goes Down“ anzubieten. Melodiös, eingängig und mit schönem Solo ausgestattet. Bei der letzten Nummer „Warrior“ handelt es sich um ein Cover der Band Riot. Hierbei werden NINTH CIRCLE von Todd Michael Hall (v.) und Mike Flyntz (g.) unterstützt, die beide bei Riot-V aktiv sind.

Anspieltipps: „Echo Black“, „Tokyo Nights“, „Shadow Of Giants“ und „Then & There“

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Dance Of Swords
02. The Angel’s Share
03. Echo Black
04. Forever More
05. Tokyo Nights
06. Prelude To Glory
07. Shadow Of Giants
08. Return Of The King
09. Riding The Storm
10. Then & There
11. Natural High
12. When The Sun Goes Down (Bonustrack)
13. Warrior (Riot Cover)

Sturmi

KILL RITUAL – The Opaque and the Divine

Band: Kill Ritual
Album: The Opaque And The Divine
Spielzeit: 47:01 min
Stilrichtung: US Metal
Plattenfirma: Headless Corpse
Veröffentlichung: 27.03.2020
Homepage: www.facebook.com/killritual

Ich muss gestehen, dass ich von KILL RITUAL bis dato noch überhaupt nichts gehört habe. Die Geschichte beginnt im Jahr 2010, als ehemalige Mitglieder von Imagika und Eldritch zusammenkamen und KILL RITUAL gründeten. Die Band war eine, die ihre traditionellen Heavy Metal Einflüsse aufnahm, sie dann mischte und zu einer kraftvollen und modernisierten Version formte. Die Musik ist zudem sehr gitarrenorientiert, was natürlich auch an Gründer Steven D. Rice liegt, der von Anfang an bis jetzt dabei ist. „The Opaque And The Divine“ ist bereits das fünfte Album der Jungs aus der Bay Area. Aufgenommen und gemischt wurde die Platte mit Hilfe von Legende Andy La Roque (King Diamond), der gleich noch ein Solo auf „King Of Fools“ beisteuert. Der neue Sänger Brian Betterton (Dirt) bringt eine riesige Vocal Range mit, die von Classic Rock bis hin zur Metalstimme mit „höllischen“ Schreien reicht. Auch live war die Combo nicht untätig und hat sich schon die Bühne mit Acts wie Raven, Iced Earth und Sanctuary geteilt. Acht neue Songs gibt es nun von Steven D. Rice (g.keys.), Seamus Gleason (d.), David Alusik (b.) und Brian „Charlice“ Betterton (v.) zu hören.
Und wir starten mit dem Opener „Rest In Pain“. Dieser gibt gleich die Richtung des Albums vor: eine Mischung aus US Metal, Power Metal und NWOBHM. Der Sänger legt sich ins Zeug und zeigt hier mit seinem aggressiven Gesang, was er so drauf hat. „Dead God“ geht nach ruhigem Anfang in einen rohen und harten NWOBHM Sound über. Iron Maiden meets Metal Church. „King Of Fools“ ist eher ein Hard Rock lästiger Song. Sehr abwechslungsreich, im Midtempo gehalten und tolle Riffs, was will man mehr? Auf „World Gone Mad“ merkt man schnell, dass es sich um einen Ohrwurm handelt. Tolle Nummer die überwiegend reinhaut und hinten raus richtig Arsch tritt. Auf „Praise The Dead“ wird eine Halbballade geboten, die in den ruhigen Teilen eine epische Atmosphäre erzeugt und in den Härteren voll zu überzeugen weiß. „Veil Of The Betrayer“ darf man ein Highlight nennen. Zu Beginn wird geschreddert was geht, dann knallt das Stück richtig rein bevor man im Mittelpart kurz vom Gas geht und gefühlvoller wird. Hochmelodisch wird es auf „Touch The Dark“. US Metal mit eingängigem Refrain und stampfende Gitarre ist hier angesagt. Zum Schluss des Albums wird es nochmal sanfter. „A Child To Die For Again“ will aber nicht so recht zünden, hätte es nicht gebraucht die Nummer.

Anspieltipps: „Rest In Pain“, „King Of Fools“, „World Gone Mad“ und „Veil Of The Betrayer“.

Fazit: Das Album macht Spaß beim Anhören. Saubere Produktion, eine Band die ihr Handwerk beherrscht und ein Sänger der wirklich singen kann. US Metal Maniacs sollten das Werk unbedingt mal abchecken.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Rest In Pain
02. Dead God
03. King of Fools
04. World Gone Mad
05. Praise The Dead
06. Veil Of The Betrayer
07. Touch Of The Dark
08. A Child To Die For Again

Sturmi

LOST LEGACY – In the Name of Freedom

Band: Lost Legacy
Album: In the Name of Freedom
Spielzeit: 45:51 min
Stilrichtung: US Metal
Plattenfirma: Pure Steel Records
Veröffentlichung: 20.03.2020
Homepage: www.lostlegacyny.com

Der Bronx, New York, entstammen LOST LEGACY und sind seit über zwei Dekaden aktiv. Nach der Eigenproduktion „The Aftermath“ dürfen sie mit ihrem zweiten Werk „In The Name Of Freedom“ beim deutschen Label Pure Steel begrüßt werden.
LOST LEGACY spielen klassischen Power Metal amerikanischer Prägung, ähnlich wie METAL CHURCH und VICIOUS RUMORS. Mit erstgenannter Legende spielte die Band sogar bereits erfolgreich eine US Tournee. Freunde von US Metal sollten nun also man genauer hinhören ob die Jungs was für einen sind.
Mit dem tollen instrumentalen Intro „Rise to Glory“ beginnt die Scheibe, bevor es dann zum ersten richtigen Track „My Faith“ geht. Hier wird flotter US Metal gelebt und in dem überlangen Track sehr ordentlich präsentiert. Leider fehlt so ein wenig DIE absolute Hookline oder der Refrain an die man sich danach noch erinnert. So verklingt das gute Stück etwas unbeeindruckt.
Ganz anders ergeht es der ersten Singleauskopplung „Front Line“. Hier ist man etwas kompakter und auch melodischer unterwegs, was das Ganze absolut eingängig macht. Toller Track!
Der überlange Titeltrack „In the Name of Freedom“ im Anschluss ist dann auch wesentlich eingängiger als der Opener geraten und kann somit auch ohne Probleme überzeugen.
Danach gibt es mit „Take me away“ und „Enough is Enough“ zwei Tracks mit normaler Länge, wobei letzterer hier ganz klar als Sieger hervorgeht. Hier stimmt einfach die Mischung aus komplexeren Songwriting und Eingängigkeit wieder.
Richtige Hits sind dann wieder die beiden letzten Tracks „Will you remember“ und „Rules of Engagement“ geworden. Hier sollte wieder jeder US Metal Fan bester Laune sein!

Anspieltipps:

„Front Line“, „In the Name of Freedom“, „Will you remember“ und „Rules of Engagement“

Fazit :

Der ganz große Wurf ist das zweite Album der Jungs von LOST LEGACY noch nicht geworden! Hierfür gibt es zwei große Kritikpunkte.
1. die Songs kommen zu wenig auf den Punkt und rauschen teilweise recht unbeeindruckt an einen vorbei
2. Der Gesang wird absolut nicht jedermanns Sache sein und polarisieren
Insgesamt bleiben aber solide 6 Punkte, US Metal Fans sollten auf jeden Fall trotzdem mal ein Ohr riskieren!

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Rise to Glory
02. My Faith
03. Front Line
04. In the Name of Freedom
05. Take me away
06. Enough is Enough
07. Will you remember
08. Rules of Engagement

Video zu „Front Line“:

Julian

POWER THEORY – Force of Will

Band: Power Theory
Album: Force of Will
Spielzeit: 56:51 min
Stilrichtung: US Power Metal
Plattenfirma: Pure Steel Records
Veröffentlichung: 06.12.2019
Homepage: www.powertheory.net

Die US Metaller von POWER THEORY blicken auf eine ordentliche Karriere zurück. Veröffentlichte man in den letzten 8 Jahren doch 3 komplette Alben und 2 EP´s die alle samt sehr ordentlich waren und vor allem das letzte Album „Driven by Fear“ 2015 räumte überall, auch bei uns, höchste Bewertungen ab!
Nun kehrt man mit dem neuen Album „Force of Will“ wieder zurück auf die Bildfläche und hat mit Gitarrist Carlos Alvarez, Sänger Jim Rutherford und Schlagzeuger Johnny Sasso drei neue Musiker im Gepäck die wohl auch für die Soundänderung verantwortlich ist, ist man doch aktuell in der Schnittmenge zwischen dem bisherigen US Metal wie auch europäische Power Metal unterwegs.
Da trifft es sich gut das man mit Piet Sielck (IRON SAVIOR) einen Kenner dieses Genres für einen Gastauftritt gewinnen konnte!
Viele Infos, wenden wir uns jetzt aber mal dem wichtigsten zu, der Mucke. Mit „Morior Invictus“ wird das Album eröffnet. Dieser Track ist aber nur das obligatorisch Intro, weswegen wir schnell zum anschließenden Titeltrack „Force of Will“ weitergehen.
Der neue Sänger Jim Rutherford klingt mal sehr nach Power Metal und ist somit vermutlich genau die richtige Ergänzung zum neuen Bandsound! Aber auch ansonsten kann der Titeltrack direkt auf Anhieb überzeugen und begeistern.
Danach gibt es dann erstmal Songs die zwar alle nicht schlecht sind, aber DER richtige Übersong und Anspieltipp ist hier irgendwie nicht dabei.
Der nächste Song der direkt überzeugen kann ist das melodische „Mountain of Death“, wo man endlich wieder etwas mehr vom bisherigen Standardmetal abweicht!
Tja und danach verließen sie ihn schon wieder…man fällt zurück in den Standardmetal ohne großartig zu glänzen.
Alles nicht schlecht gemacht, aber wenig hervorstechend. Das ist echt sehr schade muss ich sagen…hatte mir da mehr versprochen!
Etwas besser wird es dann zum Glück im letzten Drittel beginnend ab „Bringer of Rain“. Hier ist man wesentlich besser und songdienlicher unterwegs und somit sind dann auch die folgenden Songs „Path of Glory“, „Shadow Man“ und das abschließende „The Hill I die on“ absolut empfehlenswert.

Anspieltipps:

„Force of Will“, „Mountain of Death”, “Bringer of Rain”, “Path of Glory” und “The Hill I die on”.

Fazit :

Puh im Vergleich zum letzten Album „Driven by Fear“ sackt man in der Benotung doch ganz schön ab! Man sollte aber nicht alles „nur“ an der Benotung festmachen, denn so schlecht ist das neue Album auch wieder nicht!
Musikalisch kann man hier wenig zum meckern finden, einzig die Songqualität bzw. das Glänzen und hervorstechen kommt hier definitiv zu kurz! Es fehlt einfach an den absoluten Überhits was das Ganze schön eingängig macht. Das letzte Drittel reißt es zwar etwas raus, aber insgesamt kommen wir hier leider nicht über eine solide Bewertung hinaus, sorry.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Morior Invictus
02. Force of Will
03. Draugr
04. If forever ends today
05. Mountain of Death
06. Albion
07. The 13teen
08. Spitting Fire
09. Bringer of Rain
10. Path of Glory
11. Shadow of Man
12. The Hill I die on

Julian

HELLSCREAM – Hate Machine

Band: Hellscream
Album: Hate Machine
Spielzeit: 48:48 min
Stilrichtung: US Metal
Plattenfirma: Pure Steel Records
Veröffentlichung: 26.072019
Homepage: www.facebook.com/hellscream666

HELLSCREAM die US Metaller rund um NIVRIVANE Sänger Norman Skinner und CAGE Gitarrist Dave Garcia bringen dieser Tage ihr zweites Album „Hate Machine“ über Pure Steel Records raus!
Mit dem Debütalbum „Made Immortal“ aus dem Jahre 2013 wurde die musikalische Marschrichtung mit dem klassischen 90iger Jahre US Metal vorgegeben und wir können davon ausgehen, dass dies auch auf dem neuen Werk so sein wird.
Freunde von CAGE und ICED EARTH sollten nun also genau lesen, wenn wir uns dem Opener „There will be Blood“ widmen. Hier bekommt man direkt eine Vorstellung wie Old School auf der einen Seite aber auch wie modern die Jungs ihren US Metal zelebrieren!
Wir haben hohe Töne mit Gitarrenshredattacken und dem melodischen Chorus und dann wieder Growls und Screams die eher zu moderneren Klängen passen. Insgesamt eine tolle Mischung die einen den Einstieg auf jeden Fall versüßt und einfach macht.
Danach gibt es aber erstmal leider etwas Standardmetalkost zu verkraften, die Songs sind zwar gut aber wollen nicht wirklich zünden oder Begeisterungsstürme entfachen!
Gleiches kann man leider auch im weiteren Verlauf über die Produktion sagen die irgendwie insgesamt etwas überproduziert wirkt und zu verwaschen oder mit zu wenig Bums daherkommt, sorry Jungs!
„Weight of the World“, “Zero Recall” und “Another Angel Down” sind hier mit Sicherheit die zwingendsten Songs im weiteren Verlauf bis zum Ende.
Der Titeltrack „Hate Machine“ fehlt hier leider auch in der Aufzählung denn auch er flutscht irgendwie an einen vorbei ohne großartig aufzufallen geschweige denn zu zünden!
12 Songs haben wir insgesamt aber selten hatte ich ein Album welches so schwer war durchzuhören, denn das Songwriting ist nicht wirklich fesselnd und die Produktion fällt dann noch zusätzlich negativ auf.

Anspieltipps:

„There will be blood“, „Weight of the World” und “Another Angel Down”

Fazit :

HELLSCREAM können mich auf ihrem neuen Album nicht überzeugen! Kritikpunkte habe ich denke ich im Laufe meiner Rezension zu genüge genannt. Mir tut das vor allem für Fronter Norman Skinner leid der mit seiner anderen Band NIRVIANE vor einiger Zeit ein unglaublich gutes Album rausgehauen hat!
Hier bewegen wir uns insgesamt eher durchschnittlichen Bereich wo vermutlich nur CAGE und alte ICED EARTH Fans richtig Gefallen dran finden werden!

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. There Will be Blood
02. Firestarter
03. Weight of the World
04. Oubiliette
05. Zero Recall
06. Slaves of the Sand
07. Hate Machine
08. Another Angel Down
09. Payback!
10. Blood Rite
11. Wake the Demon
12. Generation Kill

Julian

RUTHLESS – Evil Within

Band: Ruthless
Album: Evil Within
Spielzeit: 42:10 min
Stilrichtung: US Metal
Plattenfirma: Pure Steel Records
Veröffentlichung: 03.05.2019
Homepage: www.ruthlessmetal.com

Nachdem es beim letzten Album „The Rise“ aus dem Jahre 2015 schlappe 25 Jahre gedauert hat mit einer neuen Scheibe, sind die Jungs von RUTHLESS nun schneller wieder am Start und knapp vier Jahre später kehrt man mit „Evil Within“ wieder zurück um wieder neue und alte Fans mit dem Mix aus US und Power Metal zu erfreuen!
Personell hat sich nichts im Vergleich zum letzten Album getan und so konnte man sich voll und ganz dem Songwriting verschreiben bei dem neun neue Songs heraus gekommen sind die wir uns nun mal etwas näher zu Gemüte führen.
Als Opener dient dieses Mal „Storm of Souls“ der erstmal recht ruhig aus den Boxen tönt bevor das Ganze dann doch zu einem typischen US Metal Banger wird der mit einem ordentlichen Chorus gut unterhalten kann.
Mit „Atrocities“ und „In Blood“ im Anschluss gibt man dann auch dem geneigten US Metal Fan was er sich wünscht, knochentrockenen US Metal der mal mehr mal weniger ins Ohr geht.
Der erste richtige Glanzpunkt folgt dann, fast schon logischerweise, mit dem Titeltrack „Evil Within“. Hier greifen die Jungs mal ins ganz obere Qualitätsregal was ein wahre Wohltat ist nach dem etwas schleppenden Beginn!
Und nun scheint man im Mittelteil der Scheibe richtig in Schwung zu kommen, denn auch das schleppende „Fear Never Sleeps“ als auch das schnelle „Skulls“ können restlos überzeugen und finden sich daher direkt auf unserer Hitliste wieder.
Im letzten Drittel der Scheibe kann man dann das Niveau des Mittelteils nicht ganz halten, mit „The Brotherhood“ hat man aber nochmal einen ganz ordentlichen US Metal Banger am Start bevor der neue Diskus dann mit dem abschließenden „Cryptic Ruins“ ein etwas verfrühtes Ende findet.

Anspieltipps:

„!n Blood“, „Evil Within“, „Fear Never Sleeps“ und „Skulls“

Fazit :

RUTHLESS bleiben ihrer Linie auch auf ihrem neuen Album auf jeden Fall absolut treu! Die Fans erwartet ein Oldschool US Metal Album mit einer dementsprechenden, manchmal etwas verwaschenen Produktion. Ein paar Hits sind hier an Bord die das Album insgesamt auf eine starke Leistung hieven.
Mehr ist es dann aber leider erneut nicht geworden, US Metal Fans alter Schule sollten hier aber auf jeden Fall mehr als ein Ohr riskieren!

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Storm of Souls
02. Atrocities
03. In Blood
04. Evil Within
05. Fear Never Sleeps
06. Skulls
07. Death March
08. The Brotherhood
09. Cryptic Ruins

Julian