STRAY CATS – 40

Band: Stray Cats
Album: 40
Spielzeit: 35:43 min
Genre: Rockabilly
Plattenfirma: Surfdog
Veröffentlichung: 24.05.2019
Homepage: www.straycats.com/home

Als die STRAY CATS vor nunmehr 40 Jahren auf der Bildfläche erschienen und (zuerst in Europa) wie eine Bombe einschlugen, war der Stil, den das verrückte Trio spielte, bereits ein Ding aus einer anderen Zeit. Mit jugendlichem Elan, einer latent punkigen Attitude und hoher spielerischer Fertigkeit huldigten Brian Setzer (Gitarre und Gesang), Lee Rocker (Bass) und Slim Jim Phantom (Drums) ihren Rockabilly Idolen wie Elvis Presley, Gene Vincent oder Bill Haley. Die Musik der STRAY CATS orientierte sich damals recht nahe an den Originalen und an dieser (Erfolgs-)Rezeptur hat sich im Laufe der Jahre nie wirklich etwas geändert. Das mag wohl auch der Grund sein, warum die Jungs in regelmässigen Abständen die gemeinsame Band ruhen liessen und sich anderen Projekten widmeten – man kann das bewährte, recht rigide Genre-Konzept ja schliesslich nicht bis über die Grenzen hinaus überstrapazieren ohne sich der Kritik der ewigen Eigenkopie auszusetzen. Nach sporadischen Live-Auftritten legen die STRAY CATS nun aber pünktlich zum 40 jährigen Bandjubiläum und 25 Jahre (!) nach der letzten Veröffentlichung ein Album mit 12 neuen Tracks vor.

Auf dem passend betitelten „40“ fahren Setzer & Co. alle bewährten Ingredienzen auf, die ein zünftiges Rockabilly Album ausmachen: Elvis Huldigung? Check („That’s messed up“), Geradliniger, dreckiger Rock & Roll? Check („Cat Fight (over a dog like me)“, „Rock it off“), swingender Film Noir Flair? Check („Cry Danger“), Country-schwangere Cowboy Licks? Check („Desperado“). Damals wie heute verleihen Brian Setzer’s Signature Licks den Songs das besondere Extra und sorgen immer wieder für grossartige Aha-Momente. Der Mann hat die alten Meister einfach bis ins kleinste Detail aufgesogen und vermengt das Ganze, unter Zuhilfenahme von jazzigen Linien und einer Starssenköter-Attitüde, auf eine ureigene Art und Weise. Setzer ist ein absolutes Unikat und einer der begnadetsten (und einflussreichsten) Gitarristen der letzten Dekaden. Aber was seine beiden Mitstreiter für den Gesamtsound der STRAY CATS ausmachen sollte ebenfalls nicht unter den Tisch gekehrt werden, denn nur im Trio sind die Jungs unschlagbar. „40“ bietet in etwas über einer halben Stunde Spielzeit alles was das Rockabilly Herz begehrt, ungekünstelt, wie immer aufs Nötigste Reduziert, ohne irgendwelche Sperenzchen, knochentrocken eingefangen und produziert. Ein solch starkes neues Lebenszeichen hätte ich den Jungs eigentlich gar nicht mehr zugetraut und bin daher doppelt überrascht und begeistert.

Nichts Neues bei den STRAY CATS. Und das ist auch verdammt gut so. Ja, das ist alles verdammt vorhersehbar, aber das ist in diesem Genre nicht wirklich etwas Schlechtes. Selbst nach 4 Jahrzehnten klingt die Rockabilly Truppe noch hungrig und verschworen wie am ersten Tag. Fans des Genres und/oder der Band können hier bedenkenlos zugreifen, denn dem bisherigen (überschaubaren) Output der Band steht „40“ in Nichts nach und kann dank der kraftvollen, authetischen Produktion noch zusätzlich punkten.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Cat Fight (over a dog like me)
02. Rock it off
03. I’ve got Love if you want it
04. Cry Danger
05. I attract trouble
06. Three time’s a charm
07. That’s messed up
08. When nothing’s going right
09. Desperado
10. Mean pickin‘ mama
11. I’ll be looking out for you
12. Devil Train

Mario