AMON RA – In the Company of the Gods


Band: Amon Ra
Album: In The Company Of The Gods
Spielzeit: 54 min  
Plattenfirma: Pure Steel Records / Pure Underground Records
Veröffentlichung: 08. Februar 2013
AMON RA? Da war doch was? Früher? Lange her? Klar, die Band leuchtete in den Neunzigern kurz auf – ganze zwei Jahre, um genau zu sein. Das vorliegende Album – notabene wieder in Vinyl – erschien 1992 und war das Einzige der US-Metaller.
AMON RA waren die Band um Frontmann Byron Nemeth, der vorher mit SACRED HEART unterwegs war. Nach dem Ende von AMON RA startete Nemeth eine Solokarriere, studierte Jazz und klassische Musik an seiner Heim-Uni in Cleveland.
Seit Ende der Neunziger spielte er mit Band wie DREAM THEATER, YES und BLACK LABEL SOCIETY.
„In The Company Of The Gods“ wirkte allerdings weite über 1992 hinaus, insbesondere auch die Ballade „Forever“ mauserte sich zu einem Ohrwurm, der auch heute noch gerne gespielt wird.
Welche Art von Musik habe ich aber jetzt auf meiner Harddisk – Vinyl gab’s leider vom Label nicht…
AMON RA spielen klassischen US Metal mit einem gehörigen Touch Achtzigerjahre – das Keyboard könnte zu jeder beliebigen Ami-Band gehören, die Gitarren sind nur wenig verzerrt, dafür klagend und heulend – viel Blues quasi.
Die Aufnahmequalität ist – gelinde gesagt – matschig. Test auf meinen Kopfhörer mit Flat-Equalizer-Einstellung nicht bestanden. Meine Platten aus dieser Zeit klingen deutlich besser. Vielleicht tut das die Platte ja auch und die vorliegende Digitale ist nur ein Abklatsch. Das zu beurteilen überlasse ich dem Fan, der sich eine der 333 limitierten und handnummerierten Gate-Folds zulegt. Feedbacks willkommen!
Der Sound entspricht vielem, was damals über den Teich kam. Technisch gut – besonders die Strings von Nemeth – musikalisch unspektakulär. Das Ganze klingt ein wenig wie EUROPE, MONTROSE oder VAN HALEN in ihren sanfteren Ausprägungen. Warum man das US – Metal nennt, bleibt mir schleierhaft. Das ist eher so Hard Rock mit Kuscheleffekt.
Die Band hat mich damals schon nicht vom Sockel gerissen – und wie sollte sie das heute? Das Material ist dasselbe. Daran ändern auch die Bonustracks nichts, die 1993 eingespielt wurden. „Garden Of Eden“ kommt zwar fetzig daher, hat etwas mehr Drive und zeigt die klare, gute Stimme von Dan Mattingly. „She’s My Lady“ ist eine Ballade, wie sie ins Repertoire einer Rockband gehört und „Long Overdue“ ist eine überkomponierte, überladene Nummer, die ein Stück weit aufzeigt, warum der Band keine Zukunft beschieden war.
Was bleibt ist ein genialer Byron Nemeth, welcher mit seinen Soloprojekten und der Mitarbeit bei vielen namhaften Bands weit mehr für die Musikwelt getan hat.
Die vorliegende Platte wird den Fan von damals aber erfreuen, und wenn es nur die limitierte Edition und die Bonustracks sind.
WERTUNG:
Tracklist:
Side A
1. Intro Into Infinity
2. Graveyard of the
Dragon
3. Forever
4. Middleground
5. Seasons of May
6. When the Glitter fades
away
7. As the Mirror cracks
Side B
1. Cloak & Dagger
2. Garden of Eden
3. On the Shore
4. She’s my Lady
5. Long Overdue
Line Up:
Ken Dugan – Bass
Kris Dugan – Drums
Byron Nemeth – Guitar
Jimm Motyka – Keyboards
Dan Mattingly – Vocals
Danny

YUVIGI – From First Person Point of View


Band: YUVIGI
Album: From First Person Point of View
Spielzeit: 55:56 min.
Plattenfirma: Eigenvertrieb
Veröffentlichung: 14.11.2012
Homepage: www.yuvigi.org
 
Junge, Junge. Selten ist mir ein Review so schwer gefallen wie das zur neuen Scheibe der Bulgaren YUVIGI, und das liegt nicht einmal an der musikalischen Qualität des Outputs.
Bulgarien ist im Bereich der härteren Musik hierzulande sicherlich als Exotenland zu bezeichnen, die Rockszene im Land soll allgemein allerdings, nach Aussage eines bulgarischen Kollegens, sehr ausgeprägt sein.
Der Name YUVIGI steht für „Der große Khan“.
Gegründet wurde die Band 2002. Anfangs bestanden die Live-Sets in erster Linie aus Coversongs von u.a. DREAM THEATER, METALLICA, QUEENSRYCHE, MARILLION, etc. ehe man mit und mit eigene Songs ins Programm nahm.
Nach diversen, teils drastischen, Lineup-Änderungen kredenzen uns YUIVIGI jetzt Ihr zweites Album „Ot pyrvo lice“
 
Gespielt wird eine gediegene Mischung aus Progressive Rock und Metal, welche nicht selten im Einflussbereich von Bands wie DREAM THEATER oder SPOCK’S BEARD steht. Musikalisch ist alles im grünen Bereich. Vertrackte Rhythmen treffen auf straighte, rockige  Parts auf technisch hohem Niveau.
 
In der Progrock- Szene scheinen YUVIGI zudem keine allzu unbekannten zu sein, kann man doch für den Song „681“ auf namhafte Unterstützung eines gewissen Ryo Okumoto, seines Zeichens Keyboarder der Neo-Prog-Götter SPOCK’S BEARD zurückgreifen. Eine Referenz die sicherlich nicht zu verachten ist.
 
Die Krux an der ganzen Kiste ist folgende. Ich hab so ein bisschen den Eindruck, dass YUVIGI bewusst versuchen ein wenig zu blenden. Während Album- und Songtitel suggerieren, es handele sich um ein englischsprachiges Werk, wird man beim ersten Hören dann sehr überrascht sein, dass sämtliche Texte in der Landessprache, sprich in bulgarisch verfasst und präsentiert werden. Grundsätzlich ist das, subjektiv betrachtet, natürlich nicht so dramatisch. Leider, auch das ist rein subjektiv, passt die Klangfarbe der bulgarischen Sprache allerdings überhaupt nicht zur dargebotenen Musik. Diesen Eindruck bestätigt mir sogar mein bulgarischer Kollege.
Ich möchte diesen Umstand nicht als despektierlich verstanden wissen, jeder darf und soll in seiner Muttersprache singen. Es ist lediglich so, dass es im Falle YUVIGI einfach nicht zusammen passt.
Wie gesagt, das ist alles subjektiv. Dem ein oder anderen wird es sicherlich gefallen!!
 
Die Produktion ist ok. Im Bereich der tiefen Frequenzen klingt mir die ganze Chose etwas zu dünn. Speziell der Bassgitarre  fehlt es am nötigen Kick, da sie doch relativ flach klingt.
 
Fazit: Schwer, schwer, schwer… Während die Band durch Songs und Fähigkeiten  durchaus die Qualität hat, auch überregionale Bekanntheit zu erlangen, ist die Produktion international noch nicht konkurrenzfähig. Der Knackpunkt ist die Präsentation der Texte in Landessprache, hier sollten YUVIGI unbedingt auf Englisch umschwenken, zumal es Album- und Songtitel „vortäuschen“. Eine Bewertung ist deshalb auch nicht so einfach. Ich sags mal so. Acht Punkte für die Musik, minus 2 Punkte für die durchschnittliche Produktion, plus einen Punkt Exotenbonus. Die Texte  lass ich außer Konkurrenz stehen, da ich sie erstens  nicht verstehe und sie, meiner Meinung nach, vom Klang der Sprache nicht zum Rest passen. Ich denke 7 Punkte sind fürs erste fair.
 
 
WERTUNG:
 
 
 
 
 
 
 
Trackliste:
 
01.  Power
02.  By the Fire
03.  The Wicked Tongues
04.  681
05.  A Moment Forgotten
06.  Fire Cold
07.  Through my Eyes
08.  The Last Window
09.  Dreams
 
Frank

KINGCROW – In Crescendo

Band: Kingcrow
Album: In Crescendo
Spielzeit: 54:08 min
Plattenfirma: Sensory Records
Veröffentlichung: 13.02.2013
Homepage: www.kingcrow.it
Die italienischen Progger KINGCROW legen mit Ihrem neuesten Werk „In Crescendo“ bereits Full-Length Album No. 5 vor und haben sich mit den vorangegangenen Werken ein recht gutes Standing in der Szene erarbeitet. So war die Band z.B. im Line-up des letztjährigen ProgPower Festivals in den USA und Europa (neben Bands wie Primordial, Redemption und Epica) vertreten und konnte für das Album „Phlegethon“ aus dem Jahr 2010 viele gute Kritiken sammeln.
Mit dem Opener „Right Before„ gelingt KINGCROW auch gleich ein Einstand nach Maß – ein überzeugender Song mit gutem Spannungsbogen, Power und einer packenden Melodie. Leider verflacht das Energielevel in den nachfolgenden Songs, welche grösstenteils deutlich softer daherkommen, etwas. Hier und da werden zwar härtere Töne angeschlagen, die immer gleichen, mit Akustik-Gitarren verfeinerten Songstrukturen, verwässern die Songs aber leider allzu oft. Die im Promotext angekündigte Verwandtschaft zu Bands wie Porcupine Tree oder Opeth kann ich daher auch nur bedingt nachvollziehen. Die Musik von den, im Vergleich zu den genannten Bands doch eindeutig mainstreamiger angelegten, Italienern bedient sich zwar nur recht selten zu offensichtlich bei der Konkurrenz. Wenn aber zitiert wird, dann so richtig: „The Hatch“ klingt wie eine Aneinanderreihung von unzähligen Opeth-Zitaten (ohne aber auch nur ansatzweise deren Klasse zu erreichen), und KINGCROW’s „Silent Lucidity“ heißt hier „Morning Rain”. Die restlichen 6 Songs haben glücklicherwise genug Eigenständigkeit um die Platte nicht völlig zum Plagiat verkommen zu lassen. Der stärkste Track auf dem Album ist das mit einer gelungenen Hookline versehene „The Drowning Line“ und auch der Long- und Titeltrack „In Crescendo“ hat einige wirklich gute Passagen zu bieten.
Das hört sich eigentlich auch alles ganz gefällig und nett an, das Problem mit der Scheibe ist aber, dass es selbst nach dem x-ten Durchlauf so gut wie kein Track geschafft hat einen wirklich bleibenden Eindruck zu hinterlassen. Es bleibt einfach nichts hängen, Begeisterung stellt sich nicht ein. Und das ist, erschwerter Zugang bei Prog hin oder her, zu wenig um eine absolute Kaufempfehlung aussprechen zu können. Fans, die mit den bisherigen Veröffentlichungen glücklich waren, können hier wohl wieder bedenkenlos zugreifen. Alle anderen hören besser erst mal in „Right Before„ und „The Drowning Line“ rein.
WERTUNG:
01. Right Before
02. This Ain’t Another Love Song
03. The Hatch
04. Morning Rain
05. The Drowning Line
06. The Glass Fortress
07. Summer ‘97
08. In Crescendo
Mario

CIRCLE II CIRLCE – Seasons will fall


Band: Circle II Circle
Album: Seasons will fall
Spielzeit: ?? min
Plattenfirma: earMUSIC/Edel
Veröffentlichung: 25.01.2013
Sänger Zak Stevens ist Millionen Fans bekannt als Sänger der Kultband SAVATAGE. Bis ins Jahr 2001 wirkte er dort hinterm Mikro mit, bevor er sich entschloss seine eigene Band CIRCLE II CIRCLE zu gründen.
Die Band veröffentlichte bis dato fünf Alben und konnte sich von Album zu Album stetig weiterentwickeln. Im Sommer 2012 performten CIRCLE II CIRCLE unter tosendem Jubel das komplette SAVATAGE Album “The Wake of Magellan” beim Wacken Festival und spielten im Anschluss europaweit ausverkaufte Clubshows.
Danach stand den Jungs von CIRCLE II CIRCLE aber mal wieder der Sinn nach einem neuen Album, seit dem 2011er Werk „Consequence of Power“, und so verschanzte man sich im Studio und spielte das mir nun vorliegende sechste Album „Seasons will fall“ ein. Zwischendurch wechselte man noch das Label und ging von AFM Records zu earMusic/Edel.
Das neue Album soll laut Promoinfo das bisher stärkste Album der Band sein und alle Eigenschaften des guten alten SAVATAGE Sounds beinhalten, gewürzt mit dem neuen kraftvollen Sound von CIRCLE II CIRCLE, sowie dem unwiderstehlichem Gesang von Zak.
Markige Worte, ob das nun auch alles den Tatsachen entspricht werden wir jetzt  zusammen heraus finden, indem wir uns dem ersten Track „Diamond Blade“ widmen. Diese Nummer dürfte vielen schon aus dem Internet bekannt sein. Ein typischer CIRCLE II CIRCLE Song, der von seinem getragen Rhythmus und dem starken Gesang von Sänger Zak lebt. Hier fühlt man sich als Fan auf jeden Fall gleich zu Hause!
Das folgende „Without a Sound“ hält sich auch nicht lange mit viel Vorgeplänkel auf, sondern man steigt direkt kraftvoll in die Nummer ein. Das Ganze erinnert schon entfernt an die seeligen SAVATAGE Tage und auch hier kann man somit auf voller Linie überzeugen. Der Chorus sitzt perfekt und ordentlich Druck hat das Ganze auch noch.
Weiter geht es mit „Killing Death“ was zwar ganz ok ist, aber nicht wirklich mit den Vorgängersongs mithalten kann. Stangenware kann man dazu wohl sagen. Nichts weltbewegendes also, so springen wir schnell weiter zu den nächsten Nummern „Epiphany“, „End of Emotion“ und „Dreams that never die“. Alles recht ordentliche Songs wobei „Epiphany“ und „Dreams that never die“ hier ein bisschen hervorstechen. Ein schöner Mittelteil also, der den Hörer gut bei Laune hält.
Als Nächstes folgt der Titeltrack „Season will fall“. Wieder so eine typische CIRCLE II CIRCLE Nummer, die zwar sehr langsam, aber umso epischer und eingängiger daher kommt. Schöne Nummer!
Schon sind wir bei den letzten vier Songs angelangt und auch hier bleibt das Gesamtlevel hoch, hervorstechen tun hier ganz klar das melodische „Never gonna stop“ und die schöne Abschlussballade „Only Yesterday, wo Zak nochmal so richtig zeigen kann, welch klasse Stimme er besitzt.
Anspieltipps:
“Diamond Blade”, “Without a Sound”, “Dreams that never die” , “Seasons will fall” und “Never gonna stop“ sind die Tracks die ihr euch nicht entgehen lassen solltet.
Fazit :
Man kann schon fast sagen business as usual bei der neuen Platte von CIRCLE II CIRCLE. Die Jungs ziehen eiskalt ihren Stiefel durch und präsentieren uns ein Werk, welches ein wenig gediegener und nachdenklicher als das letzte Album “Consequence of Power” daher kommt. Man merk hier eindeutig, das man sich an der großen Mutterband SAVATAGE orientiert hat.
Was der Platte aber eindeutig fehlt, damit sie in die richtigen hohen Punkteregionen einsteigen kann, sind die klassischen Ohrwürmer. Damit wir uns hier nicht falsch verstehen, “Seasons will fall” bietet viele schöne Stücke, die man super hören kann, aber die große Masse an Übernummern gibt es hier halt irgendwie nicht.
Das macht das Album zu einem guten Album, aber ein richtiger Überflieger ist es leider nicht geworden…CIRCLE II CIRCLE Fans werden aber definitiv nicht enttäuscht sein!
WERTUNG:
Trackliste:
01. Diamond Blade
02. Without a Sound
03. Killing Death
04. Epiphany
05. End of Emotion
06. Dreams that never die
07. Seasons will Fall
08. Never gonna stop
09. Isolation
10. Sweet Despair
11. Downshot
12. Only Yesterday
Julian

HELL´S ISLAND – Black Painted Circle

Band: Hell’s Island
Album: Black Painted Circle
Spielzeit: 20:00 min.
Plattenfirma: Eigenvertrieb
Veröffentlichung: 18.05.2012
Homepage: www.hellsisland.bandcamp.com

Vorsicht AUDREY HORNE, mit HELL’S ISLAND könnte ernstzunehmende Konkurrenz aus dem Land des Stiefels daherkommen.

HELL’S ISLAND gründeten sich 2002 in Brescia, Italien und verschreiben sich ähnlich wie oben genannte Kollegen grob zugeordnet dem Alternative Metal. Nach 2 selbst produzierten EPs (2005 und 2009) erschien im letzten Jahr die dritte, wiederum selbst produzierte, EP „Black Painted Circle“.

Die vier darauf enthaltenen Songs überzeugen erfreulicherweise auf ganzer Linie. Manchmal ist weniger eben doch mehr. Das Spektrum der gebotenen Stilrichtungen ist vielseitig und erstreckt sich von 70s Rock über dezenten Grunge (SOUNDGARDEN), Modern Rock und Metal. Das ganze ist angenehm homogen, melodisch, melancholisch, teils progressiv, aber immer hoch emotional, wofür sich in erster Linie der sehr gute Gesang verantwortlich zeigt.
Die professionelle, transparente Produktion lässt allen Instrumenten die nötige Luft zum Atmen und kickt ordentlich.

Erwerben kann man den knapp 20-minütigen 4-Tracker für 4€ als digitalen Download in allen möglichen Formaten (mp3, flac etc.) über die Bandhomepage. Dort ist auch die komplette EP als Stream kostenlos hörbar.

Sollte sich eine interessierte Plattenfirma der Band annehmen könnte hier das nächste „Big Thing“ im anrollen sein.

Fazit: Freunde von Bands wie TOOL, AUDREY HORNE, SOUNDGARDEN und Konsorten dürfen hier bedenkenlos zugreifen. Wenn es die Band schafft in Zukunft noch etwas eigenständiger zu agieren, dürfte einer höheren Bewertung nichts im Wege stehen. Als bloße Kopie oben genannter Bands bezeichnet zu werden, wäre jedoch auch nicht der Realität entsprechend und so gibt es gute 7,5 Punkten mit deutlicher Tendenz nach oben und der Hoffnung auf einen Plattenvertrag.

WERTUNG: 

Trackliste:

1. G.O.D. (Guilty of Dying)
2. Black Painted Circle
3. Opaque Solo
4. Down Again

Frank

CHROME MOLLY – Gunpowder Diplomacy

Band: Chrome Molly
Album: Gunpowder Diplomacy
Spielzeit:  45:08 min
Plattenfirma: Edel
Veröffentlichung: 25.01.2013
Homepage: www.chromemolly.com

Eine alte Hardrockkapelle, ansässig in Leiceser, England. 1984 wurde CHROME MOLLY gegründet, einige ihrer neueren Fans konnten damals noch nicht laufen. Interessanterweise löste die Band sich in den 90ern auf, spielten aber weiter stellenweise zusammen als eine Tribute-Band zu Van Halen. 2009 wurde es dann Zeit, wieder als CHROME MOLLY zusammen zu finden. Die Mitglieder sind Steve Hawkins (Gesang), Johnny Antcliffe (Gitarre), Nic Wastell (Bass) und Greg Ellis (Schlagzeug).
   
Das Cover ist so „typisch Hardrock“, dunkler Hintergrund, vorn ein Totenkopf drauf (roboterartig), mit Dynamit, Sprengstoff, Zeitzünder dran.
   
Schön gespielte Gitarre und gute Rhythmussektion bei dem ersten Song sofort, „Corporation Fear“. Klingt auch cool aus. „TV Cops“ startet balladig, macht aber eine 180-Grad-Drehung zum Rocksong. Auch „Stop Love!“ geht nett ab. Schönes Stück, das sich ins Hirn brennt. Eine toller Gitarrenpart, unterstützt von den Rhythmikern. Schlagzeug- und bass-stark ist „Short Sharp Shock“. Hier wippt auch der Fuss. Bamm, bamm, bamm – dann Bass bei „Clean Outta Luck“. Zwischendurch tolle Gitarrenklänge und geiler Backgroundgesang bei „Supercharged“. Klingt mit einem hohen Gitarrenton aus. Auch bei „Complicated“ kann ich die instrumentalen Teile nur hervorheben. Hört sich stark an und der Chorus ist auch eingängig. Deutlich ruhiger geht es bei „All In My Mind“ zu. Rhythmisch, melodisch. Jedes Wort sehr deutlich gesungen. Zum Auswendiglernen fanfreundlich. Auch „Bulletproof“ ist wieder so ein Teilchen, dass man sich sofort merken kann und das einfach stark ist. Verleitet so richtig zum Mitsingen. Interessantes Instrumental-Solo. Die obligatorsiche Ballade ist „The Runner“.

Insgesamt ein interessantes und gutes Album. Schön rockig, nicht zu viele Balladen, unterhaltsam. Schön, dass sich CHROME MOLLY wieder zusammengefunden haben und kreativ sind! Auch stimmlich passt Steve Hawkins mit seinen Musiker-Kollegen gut zusammen. Klingt irgendwie „reif“, die Stimme.

Anspieltipps: „Corporation Fear“, „Supercharged“, „Bulletproof“, „The Runner“

Fazit : Gelungen.

WERTUNG:

Trackliste:

1.Corporation Fear 3:32
2.TV Cops 4:38
3.Stop Love! 4:14
4.Short Sharp Shock 3:42
5.Clean Outta Luck 4:16
6.Supercharged 4:39
7.Complicated 3:36
8.All In My Mind 5:03
9.Billion Dollar Heart Attack 3:43
10.Bulletproof 4:00
11.The Runner 5:45

Sandra

NASTY BULLETZ – Right Time To Rock

Band: Nasty Bulletz
Album: Right Time To Rock
Spielzeit: 46:34 min
Plattenfirma: FASTBALL MUSIC
Veröffentlichung: 08.02.2013
Homepage: www.nastybulletz.de

Und das Lamm schrie HURZ! Beim Blättern durchs bunte CD-Booklet dieser ersten CD der seit 2008 aktiven Pfälzischen Hair-Metal Combo NASTY BULLETZ blieb mir erstmal ungläubig die Spucke weg. Die 5 Musiker sehen auf den Promofotos aus wie Hinz von nebenan und Kunz von gegenüber, die sich gerade für den „miesestes 80er Kostüm“-Wettbewerb in Schale geworfen haben, oder, anders ausgedrückt, wie Steel Panther für Arme. Diese unfassbaren Perücken, Klamotten und Schminkunfälle sind schonmal  ganz schön verdächtig und die reichlich einfallslosen Pseudonyme der Musiker wecken auch nicht gerade Begeisterung (Axl Vanity und Randy Rock, ehrlich?). Mit etwas zwiespältigen Erwartungen also den Silberling in den Player geschoben und nach wenigen Takten waren beide Mundwinkel wieder oben – ganz oben!

Was NASTY BULLETZ hier abliefern braucht sich zu keinem Moment vor der internationalen, etablierten Konkurrenz zu verstecken. Im Gegenteil, die Songs und Performance sind durchgehend top und liegen weit über dem abgestandenen Rotz, den uns einige der alten Hasen in den letzten Jahren zum Kauf angeboten haben. Neu oder originell ist an der Scheibe freilich absolut nichts, wird doch gekonnt das Beste von Bon Jovi, Poison, Ratt und Co. verwurstet (das Cover sagt doch eigentlich schon alles, oder?). 11 straighte Rocknummern mit gelungenen Mitsingrefrains (Anspieltipps: „Deal with the Devil“, „Keep Breaking My Heart“, „Right Between The Eyes“) sowie eine erfreulich unkitschige Ballade („Make Me Stay“) machen das Album zum perfekten Partykracher. Im Gegensatz zu den bereits erwähnten Steel Panther sind die Texte nicht im komödiantischen Bereich angesiedelt, sondern bieten die gewohnte Hair-Metal Thematik. Angesichts des etwas over-the-top Stylings auf den Fotos würde es mich allerdings interessieren ob die Live-Shows der NASTY BULLETZ ähnlich satirische Elemente enthalten, oder aber ob dort die Musik im Fokus steht? Die Unterschiede zu den erfolgreichen Helden vergangener Tage liegen bei den NASTY BULLETZ in den Details: Während die Backings perfekt sitzen und dem Sound den nötigen Stadion-Appeal geben und die Rhythmusfraktion tut was sie soll – nämlich songdienlich grooven, mangelt es Sänger Axl ein klein wenig an Charisma und Unverwechselbarkeit in der Stimme und es fehlt ein filigraner Egomane an der Leadgitarre der den Songs das i-Tüpfelchen verleihen könnte. Aber das ist alls verschmerzbar bei der Güte der Songs.

Den ein oder anderen Track hätte man sich vielleicht sparen können (hinten raus wird’s ein wenig langweilig), aber im Großen und Ganzen kann der Hair-Metal Fan, der sich sehnsüchtig nach den guten alten Zeiten sehnt und sich von den üblichen Verdächtigen ein ums andere Mal im Stich gelassen fühlt, bedenkenlos zugreifen. (Nur an den Outfits arbeiten wir noch ein bisserl, gell Jungs?)

WERTUNG:

Trackliste:

01. Really Gonna Rock
02. Deal With The Devil
03. Tonight Is The Night
04. Keep Breaking My Heart
05. Girl Is Mine
06. Make Me Stay
07. Right Between The Eyes
08. Kissing You Goodbye
09. Got To Do It Tonight
10. Loaded Gun
11. First Strike
12. Rock You

Mario

FUNERAL FOR A FRIEND – Conduit

Band: Funeral For A Friend
Album: Conduit
Spielzeit: 29:14 min
Plattenfirma: Black Mob
Veröffentlichung: 08.02.2013
Homepage: www.funeralforafriend.com

Der personelle Wechsel, den FUNERAL FOR A FRIEND durchgemacht haben, hat sich gelohnt. Laut eigenen Worten war Pat Lundy (Schlagzeug) das bislang fehlende Puzzleteil. „Conduit“ ist ein sehr emotionales Album, das so pur und ehrlich wie möglich sein soll. Matthew Davies-Kreye (Gesang), Kris Coombs-Roberts (Gitarre), Gavin Borrough (Gitarre), Richard Boucher (Bass und Gesang) und Pat Lundy (Schlagzeug) haben auch wieder Tourdaten angesetzt, bei denen die Band live gesehen und gehört werden kann und möchte. FUNERAL FOR A FRIEND legen Wert auf eine Verbindung, die zwischen ihnen und ihrem Publikum entsteht und auf den persönlichen Kontakt mit ihren Fans.

Das Cover wirkt auf mich wie ein buntes heilloses Durcheinander. Erkennbar viele Farben und ein Skelett.

Bereits der erste Song, „Spine“, ist ein rausgerockter Punkrocksong, bei dem sich Davies-Kreye gesanglich zurückhält, obwohl man den Eindruck hat, er würde gern losbrüllen. „Conduit“, der Titelsong, ist im ähnlichen Stil. Das Schlagzeug wird geprügelt, die Zupfinstrumente geschreddert – und hier wird losgebrüllt. Gut zum Ausflippen. Bei „The Distance“ ein schöner Drum-Einstieg. „Best Friends And Hospital Beds” sind immer eine Sache für sich… Trauriges Thema, rockig umgesetzt. Melodisch und doch sehr punkig. Etwas zurückhaltender Gesang wechselt mit Schreien ab. Bei „Nails“ kann man auch mit Fug und Recht sagen: „You nailed it.“ Auch ein Stück, dass abgeht, bei dem Instrumente und Gesang zusammenpassen. „Death Comes To Us All“ ist ein sehr wahrer und reeller Titel. FUNERAL FOR A FRIEND sind keine Feinmotoriker, sondern brüllen und prügeln ein Thema musikalisch durch als gäbe es kein Morgen. Als wenn man seine Ängste wegbrüllt. „Travelled“ ist schon beinahe melodisch dagegen. Auch „Grey“ ist überraschend ruhig und melodisch. Hier sticht der Bass als Untermalung hervor. Zurückhaltender sind „Sun Less“ und „Elements“. Einen Schlag ins Kreuz versetzt einem das letzte Stück des Albums zu Beginn, „High Castles“. Dann wird es etwas melodischer und es erklingen zwischendrin schöne Gitarreneinlagen.

Das ist ein Ausrast- und Mitgröhl-Sound. Recht grobmotorischer, purer Rock n’ Roll.

Anspieltipps: “Spine”, “Best Friends And Hospital Beds”, “Travelled”, “High Castles”

Fazit :  Für die Melodiker unter den Hörern sicher nichts. Aber wer es mag, wenn es so richtig abgeht, ist richtig bedient.

WERTUNG:

Trackliste:

1.Spine 2:22
2.Conduit 2:17
3.The Distance 2:26
4.Best Friends and Hospital Beds 2:45
5.Nails 2:57
6.Death Comes To Us All 3:15
7.Travelled 2:09
8.Grey 2:13
9.Sun Less 2:28
10.Elements 2:45
11.High Castles 3:37

Sandra

21st CENTURY GOLIATH – Radio Destroyer

Band: 21st Century Goliath
Album: Radio Destroyer
Plattenfirma: Eigenvertrieb
Veröffentlichung: .2013
Homepage: www.21cgband.com

„If you don´t like the smell of beer and sweat, stand in the back“ – so das Statement der US-amerikanischen Band 21st CENTURY GOLIATH. Das ist doch mal eine Aussage. Das hört sich nach dreckigem Rock´n Roll an. Und genau das ist das Steckenpferd des Fünfers aus Charlotte in North Carolina. Nicht retro aber doch klassisch, gewürzt mit einer Prise Punkrock legen Tony Leone (vocals), Scott Roby (guitar), Grayson Flippin (guitar), Cameron Ayers (bass) und Adam Ellis (drums) eine ordentliche Sohle auf´s Parkett. Und wenn ich mir die Videos z.B. zu „Life´s A Bitch“ so anschaue, gehen die Jungs auch live ab wie Nachbars Lumpi. Die beiden Gitarristen Scott und Grayson gehören übrigens auch zu den Kletterfreunden, denn sie spielen ihre Soli schon mal gerne auf dem Bühnengerüst eine Etage höher.

„Radio Destroyer“ nennt sich das Debüt und es enthält 9 Songs, von denen der erste auf den Namen „Ballad Of Charlie Guns“ getauft wurde. Eine Ballade klingt definitiv anders, aber da ist wohl auch die lyrische Seite gemeint. Wäre ja auch äußerst unpassend, mit einem Schusesong zu starten 🙂 Apropos, davon gibt es keinen einzigen auf „Radio Destroyer“.

Nach dem guten Opener „Ballad Of Charlie Guns“ packen die Jungs noch eine Schippe Hitfaktor und Gute Laune obendrauf, denn „Life´s A Bitch“ hat alles, was ein Klassiker braucht. OK, da gibt es AC/DC Riffs und Tony´s Stimme erinnert – wie auf dem kompletten Album – oft an James Hetfield, aber der Song ist einfach klasse. Schaut Euch das Video dazu an…

„Love Me Again“ ist eine Mischung aus Punk und Sleazerock mit einem gehörigen Arschtritt. Der Refrain ist so einfach wie genial. Aber damit nicht genug, denn der Titeltrack ist schlicht der Hammer und ich hätte nicht geglaubt, dass hier noch eine Steigerung zu erwarten war. Das bedrohlich langsame „Graveyard Rendezvous“ setzt einen weiteren Akzent. Mit den beiden letzten Nummern „Let´s See“ und speziell „Lipstick“ ziehen die Amis das Tempo noch einmal an und liefern gute Partymucke.

21st CENTURY GOLIATH rocken frisch, unverbraucht und vor allem ohne der Sperre im Kopf, jetzt den Durchbruch schaffen zu müssen. Manche mögen bemängeln, dass es auf dem Album nur 9 Songs gibt, aber lasst Euch gesagt sein, dass praktisch ein Knaller ist. Und diese Jungs sind wieder einmal der Beweis, dass man in den USA auch heute noch gut abrocken kann und es nicht nur üblichen langweiligen Mainstream-Combos wie NICKELBACK und Konsorten gibt. Like!

WERTUNG:

Trackliste:

1.Ballad Of Charlie Guns
2.Life´s A Bitch
3.Love Me Again
4.Hollowpoint
5.Radio Destroyer
6.If You´re Ready
7.Graveyard Rendezvous
8.Let´s See
9.Lipstick

Stefan

HATRIOT – Heroes Of Origin

Band: Hatriot
Album: Heroes Of Origin
Spielzeit: 43:42 min.
Plattenfirma: Massacre Records
Veröffentlichung: 25.01.2013
Homepage: www.hatriotmetal.com

Wie der Vater so der Sohn, Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm oder wenn der Vater mit dem Sohne. Es gibt sicherlich zahlreiche dieser alten Schoten. Während sich der ein oder andere Vater mit zunehmendem Lebensalter der Sprösslinge bestimmt irgendwann fragt, was in der musikalischen Früherziehung alles in die Binsen gegangen sein könnte, dürfte sich ein gewisser Steve Souza darüber nur köstlich amüsieren.

Richtig gelesen…Steve ‚Zetro‘ Souza ist zurück. Der legendäre Ex-Frontmann der Thrash-Ikonen TESTAMENT (bzw. damals noch LEGACY) und EXODUS hat sich eine neu Truppe zusammengeschart, zu der eben auch seine beiden Söhne Cody (Bass) und Nick (Drums) gehören. Im Bereich der musikalischen Früherziehung hat Zetro demnach scheinbar alles richtig gemacht. Komplettiert wird das Lineup durch die beiden Gitarristen Miguel Esparza und Kosta ‚V‘. Letzterer ist zusammen mit Zetro zudem für das komplette Songwriting verantwortlich.

Was den geneigten Hörer auf „Heroes of Origin“ erwartet, dürfte hingegen, aufgrund Zetro’s Vergangenheit, nicht allzu schwer zu erraten sein. Kuschelrock ist es nicht, soviel sei verraten.

„Suicide Run“ macht nach einem kurzen Intro demnach auch gleich deutlich, dass sich HATRIOT hinter keiner der Ex-Bands von Zetro verstecken müssen. Technisch anspruchsvoller Old-School Bay-Area Thrash der natürlich Assoziationen zu TESTAMENT, EXODUS aber auch zu Bands wie FORBIDDEN weckt. Doch die Band auf diese Vergleiche zu reduzieren wäre weder fair noch der Realität entsprechend. Nach meinem  dafürhalten sind die Einflüsse wesentlich weitreichender.

Gerade im Soundbereich schimmern immer wieder mal OVERKILL durch, aber auch klassische Metalcombos wie IRON MAIDEN oder JUDAS PRIEST dürften Ideengeber für die ein oder andere Songpassage gewesen sein.

Die Songs sind einfach geil, gehen in der Regel unmittelbar auf die Zwölf und wurden von Juan Urteaga im Trident Studio (u.a. TESTAMENT, HEATHEN, EXODUS) in ein dermaßen druckvolles Thrash Metal-Brett verwandelt, dass man als halbwegs hartwurstbegeisterter unmöglich an diesem Killer vorbei kommt.

Die Tatsache, dass HATRIOT bereits einige umjubelte Auftritte im Vorprogramm von FORBIDDEN und eben TESTAMENT gespielt hat, sagt alles. Kurz darauf gabs dann nämlich einen Deal beim renommierten deutschen Label Massacre Records.

Anspieltipps: Gibt’s keine. Kompletter Vollkiller.

Fazit: …Bang your Head against the Stage…

WERTUNG:  

 
 

Trackliste:

01. Suicide Run
02. Weapons of Class Destruction
03. Murder American Style
04. Blood Stained Wings
05. The Violent Time Of My Dark Passenger
06. Globicidal
07. And Your Children To Be Damned
08. The Mechanics Of Annihilation
09. Shadows Of The Buried
10. Heroes Of Origin

Frank