DE LA CRUZ – De La Cruz

Band: De La Cruz
Album: De La Cruz
Plattenfirma: Eigenvertrieb
Veröffentlichung: 03.10.2011
Homepage: www.facebook.com/DeLaCruzAustralia

Immer wieder kriechen sie aus ihren Löchern, jene Bands, die fest verwurzelt sind in den 80ger Jahren und einfach nicht anders können. Neben den Veteranen, die uns mit mehr oder minder wichtigen Re-Unions beglücken, gibt es aber eine mittlerweile große Anzahl an jungen Combos, die nicht nur so aussehen, als hätten wir gerade 1987 und Everything´s Big And Colourful. Nein, auch ihre Musik kommt daher wie bei ihren Vorbildern. Mit solch einem Fünfer haben wir es heute zu tun. DE LA CRUZ aus der Nähe von Brisbane/Australien haben sich 80ger Arena-Rock auf die Fahnen geschrieben. Die 6-Track EP der Australier gibt es als Gratisdownload auf der Facebook Seite (den Link findet Ihr oben).

„Good As It Gets“ nennt sich der este Song, und ich muss dem Titel recht geben. Eine coole Nummer im Fahrwasser der alten Recken dröhnt aus den Boxen. Ich möchte kein Namedropping machen, denn die meisten Vergleiche hinken von vorneherein, aber als Einflüsse nennen die Jungs selbst MÖTLEY CRÜE, WINGER, DOKKEN, RATT, STEEL PANTHER, VAN HALEN und DEF LEPPARD. Schmeisst man all diese Größen in einen Topf, kommt unten DE LA CRUZ raus. Nun, ganz so einfach ist es dann doch wieder nicht. Aber „Good As It Gets“ macht Spaß und die Band hat mit Roxxi Catalano den richtigen Sänger in ihren Reihen, der schon mal an RATT´s Stephen Pearcy erinnert. „Lust Fame Money“ ist etwas abgeklärter und wühlt nicht mehr so im Dreck wie der Opener. Aber der Song hat Klasse und zeigt eine erwachsenere Seite an den Aussie-Rockern. Bei „Runaway“ gehen die Jungs wieder etwas flotter zu Werke und „Back To The 80´s“ bräuchte eigentlich keinen Kommentar. Der Songtitel ist zwar alles andere als innovwativ, immerhin gab es ihn schon gefühlte zig mal aber der Song ist wirklich gelungen und erinnert an die glorreichen Zeiten von DEF LEPPARD oder auch an die neue Scheibe von GRAND DESIGN. „Fire Inside“ ist ein klassischer Hardrock Song und betont, dass die Jungs nicht nur Gas geben können sondern auch im Melodic Rock zu Hause sind. Das ändert sich aber schon beim letzten Titel der EP ganz schnell, denn der Bandsong „De La Cruz“ knüpft wieder an den Eröffnungstrack an und beschließt diesen Tonträger adäquat.

„We Got Rock, We Got Roll“ – DE LA CRUZ machen auf ihrer Debüt-EP vieles richtig, auch wenn es sicherlich noch ein wenig Luft nach oben gibt. Erstens beweist die Band, dass sie abwechslungreiche Songs schreiben kann und somit alles andere als langweilig klingt. Zweitens haben die Jungs Spaß an der Musik, und das hört man. Auch der Sound kann sich für eine Eigenproduktion sehen lassen. Es gibt also keinen Grund, dieses Geschenk der Australier nicht anzunehmen und sich die EP herunterzuladen und sie damit ein bisschen bekannter zu machen. Sie haben es verdient.

WERTUNG:

Trackliste:

1.Good As It Gets
2.Lust Fame Money
3.Runaway
4.Back To The 80´s
5.Fire Inside
6.De La Cruz

Stefan

WILD ROSE – Half Past Midnight

Band: Wild Rose
Album: Half Past Midnight
Spielzeit: 47:44 min
Plattenfirma: Retrospect Records
Veröffentlichung: 21.10.2011
Homepage: www.myspace.com/wildroseaorevo

Jetzt schlägt´s aber zwölf – genauer gesagt: halb eins, denn das Longplay-Debüt der Griechen WILD ROSE hört auf den Titel „Half Past Midnight“. Nach einem Demo 2007 und vielen Besetzungswechseln gibt es jetzt den ersten Longplayer mit 10 Songs plus Intro zu hören, der für Fans von STRANGEWAYS, FM bis hin zu DANGER DANGER oder BON JOVI relevant sein sollte. Und die Jungs haben seit ihrem Demo vor 4 Jahren einen enormen Sprung gemacht. Dort hat man noch recht bieder rumgewerkelt und obwohl die 3 Songs von damals auch auf dem neuen Rundling sind, hat man diese jetzt richtig gut in Szene gesetzt. Es lag also offensichtlich nicht an den Stücken.

Nach einem Intro gibt es mit „That Girl“ gleich den ersten AOR-Hammer um die Ohren: klassische Keyboards, ein Sänger wie aus dem Bilderbuch und fette Riffs, wow! Mit „Want You Back“ (saugeil), „Too Late“ und „Goodbye“ stehen – wie schon erwähnt – 3 ältere Stücke auf dem Debüt, die aber kräftig umgearbeitet wurden und vor allem mit einem amtlichen Sound sauber daher kommen. Weitere Songs, die ich gerne herausheben möchte, sind das tolle „Hold Me“, das rockige „Comeback“ oder etwas ruhigere „Fire In The Night“. Es gibt aber absolut keinen Ausfall auf „Half Past Midnight“.

George „Captain“ Bitzios´ prägnante Stimme ist wie geschaffen für den Sound von WILD ROSE, die Produktion ist sauber, klar und druckvoll und die übrigen Herren Musiker liefern allesamt eine fehlerfreie Darbietung ab. So muss AOR bzw. melodischer Hardrock klingen.

Hoffen wir, dass es in Griechenland keine Musiksteuer (auf gute Mucke) geben wird, denn dann dürften der Fünfer einiges berappen, denn auch wenn sie sich keinen Innovationspreis verdient haben, macht „Half Past Midnight“ viel Spaß und bringt die seligen 80ger zurück in den heimischen Player. Schade, dass WILD ROSE nicht bei Firmen wie AOR Heaven, Avenue Of Allies oder Frontiers Records gelandet sind, denn speziell letzere hätten anstatt des x-ten Projektes mal wieder frisches Blut in Form einer richtigen, jungen und hungrigen Band nötig. Und dort hätte „Half Past Midnight“ bestimmt noch mehr Promotion erhalten. So bleibt mir nur, uneingeschränkt grünes Licht zu geben, um Euch diese AOR Perle auf dem Einkaufszettel zu notieren!

WERTUNG:

Trackliste:

1.00:30 (Half Past Midnight)
2.That Girl
3.Hold Me
4.Too Late
5.Goodbye
6.Come Back
7.Fire In The Night
8.Want You Back
9.Another Shot
10.It´s All About Love
11.Edge Of Your Dreams

Stefan

LOS BASTARDOS FINLANDESES – Saved By Rock´n Roll

Band: Los Bastardos Finlandeses
Album: Saved By Rock´n Roll
Spielzeit: 39:20 min
Plattenfirma: 100% Records
Veröffentlichung: 09.12.2011
Homepage: www.losbastardos.fi

Nein, alltäglich ist das Umfeld der finnischen (ihr lest richtig) Rocker von LOS BASTARDOS FINLANDESES (LBF) nicht, denn auf der einen Seite wäre da der ungewöhnliche Bandnamen, auf der anderen eine Geschichte von unfassbarem Glück: Gitarrist und Bandleader Don Osmo brach sich 2010 bei einem schweren Verkehrsunfall das Genick. Aber er hat wie durch ein Wunder überlebt und steht heute wieder auf der Bühne. So ganz nebenbei haben die Jungs mit „Saved By Rock´n Roll“ ihr mittlerweile viertes Album eingetütet. Ja, ihr lest wieder richtig…die Band veröffentilcht bereits seit 2007 Platten – bisher habe ich absolut nichts von den BASTARDOS gehört. Ihr auch nicht? Höchste Zeit, das zu ändern. 

Der Titeltrack steht gleich am Anfang der Platte und lässt einen gleich mitwippen, denn die Mischung aus KISS und ZZ-TOP kommt sehr gefällig aus den Boxen. Der Song hat einen richtig geilen Refrain, die Stimme von El Taff ist perfekt für den rauhen Blues´n Roll. Sie liegt irgendwo zwischen Paul Stanley und Billy Gibbons, also genau auf der gleichen Linie wie die Musik des Vierers. Das flotte „Heartbreaker“ erinnert dazu noch ein bisschen an MOTÖRHEAD (hier ist El Taff´s Organ noch etwas räudiger) und spätestens bei „Anna-Liisa“ wird dem Hörer klar, dass es sich bei „Saved By Rock´n Roll“ um eine kurzweilige Angelegenheit handeln wird. Dem aber nicht genug, denn schon im Anschluß feuern die Finnen mit „S.O.B.“ und „Acapulco“ (DEM Highlight des Rundlings) gleich noch 2 Hochkaräter ab. Das lässige „Crazy“ lässt die Coolness der Finnen richtig raus bevor sie mit „My Baby´s Yours To Ride“ wieder etwas Gas geben. Bei „Twin Sister“ schwächelt die Combo das erste Mal etwas, kann aber spätestens bei „Drive-By-Loverboy“ noch einmal die Kurve kratzen.

Eigenständig bzw. neue Wege sucht man bei LBF zwar vergebens – zu nah ist die Band an ihren offensichtlichen Vorbildern – but this shit rocks!!! Dafür gibt es 10x dicke Klöten ähm Punkte und 2 ziehen wir für eventuell felhlende Originalität wieder ab. „Saved By Rock´n Roll“ ist aber eine wunderbare Party-Scheibe, die Ihr unbedingt mal antesten solltet.

WERTUNG:

Trackliste:

1.Saved By Rock´n Roll
2.Heartbreaker
3.Anna-Liisa
4.S.O.B.
5.Acapulco
6.Crazy
7.My Baby´s Yours To Ride
8.Twin Sister
9.Hop On Your Harley
10.Drive-By-Loverboy
11.Skulls And Guitars

Stefan

AGENT X – Rock´n Roll Angels

Band: Agent X
Album: Rock´n Roll Angels
Plattenfirma: Demon Doll Records
Veröffentlichung: 16.12.2011
Homepage: www.demondollrecords.com/agent_x

Der Traum von der großen Karriere auf dem Sunset Strip im Los Angeles der 80ger Jahre: viele haben ihn geträumt, aber nur relativ wenige haben ihn gelebt. Es gab zwar unzählige Bands, die auch trotz eines Plattenvertrages keinen Fuß auf den Boden bekamen, aber es gab auch noch mehr Bands, die nicht mal die Chance bekamen, einen Kontrakt unterschreiben zu können. Um eine solche Band geht es in dieser Besprechung, denn der hier vorliegende 6-Tracker „Rock´n Roll Angels“ hat schon über 24 Jahre auf dem Buckel. Frontmann dieser Combo war Danny Simon, der später mit JAILHOUSE (an der Seite von Amir Derakh, Matt Thor und Dave Alford von ROUGH CUTT) für etwas mehr Aufsehen sorgte. Der große Erfolg blieb aber auch ihnen verwehrt. Erst 2010 kam über das gleiche Label eine neue JAILHOUSE-Scheibe raus. Doch zurück zur Vorgänger-Combo AGENT X.

1987 namen die Jungs Teile dieser EP mit keinem Geringeren als Kim Fowley auf, der schon für KISS oder ALICE COOPER gearbeitet hatte. Allzu groß dürfte das Budget aber nicht gewesen sein, denn beim Sound muss man schon ein paar Abstriche machen, aber das ist ja normal bei solch alten Aufnahmen, die eigentlich nie offiziell veröffentilcht wurden.

„Chasing The Night“ nennt sich das erste Stück, eine mitreißende, hart rockende Nummer, der man anmerkt, dass sie den Spirit der damaligen Zeit atmet. Das Titelstück ist das Highlight, hier bleibt kein Auge trocken und der Hörer bekommt einen Eindruck, was mit der richtigen Schubkraft vielleicht möglich gewesen wäre. „Run If You Can“  ist sehr simpel gestrickt, fast schon zum mitschunkeln, naja. „Out On The Streets“ ist der erste Song, der, wie auch die beiden folgenden, einen schlechteren Sound hat. Hier endet offensichtlich das Engagement des Herrn Fowley. Der Song erinnert an frühe PRETTY BOY FLOYD. Die abschießenden Tracks „Hard Road To Heaven“ und „Falling In Love“ sind im oberen Mittelfeld angesiedelt und runden die Sache ordentlich ab.

„Rock´n Roll Angels“ ist eine schöne Zeitreise in die tiefsten 80ger, wo man mit kurzen Haaren warscheinlich gar nicht auf den Sunset Strip gelassen wurde und auch ohne die passenden Klamotten ging nichts in Kneipen wie dem Whiskey A Go Go oder dem Rainbow. Warum die Plattenfirma allerdings für gerade mal 6 Songs den vollen LP-Preis verlangt, will sich mir nicht erschließen. Für ein paar Dollar weniger wäre der Silberling aber schon eine Anschaffung wert.

WERTUNG: 

Trackliste:

1.Chasing The Night
2.Rock´n Roll Angels
3.Run If You Can
4.Out On The Streets
5.Hard Road To Heaven
6.Falling In Love

Stefan

STEELWING – Zone Of Alienation

Band: Steelwing
Album: Zone Of Alienation
Spielzeit: 40:55 min
Plattenfirma: NoiseArt Records
Veröffentlichung: 06.01.2012
Homepage: www.steelwing.se

2012 geht die Welt unter – soweit zu den Thesen des heuer endenden Maja-Kalenders. Die Schweden STEELWING haben da ihre ganz eigene Vision. Denn in ferner Zukunft ist die Menschheit nach einem religiösen Nuklearkrieg auf der Suche nach neuen Lebensräumen, die sie wie in den alten 80ger Science Fiction Filmen (z.B. „Total Recall“) im Weltall sucht. STEELWING ist also hautnah dran am Zeitgeschehen, denn die Angst vor religiösen Kriegen wird heutzutage immer größer, zudem bringen sie noch ihre ganz eigene Geschichte in dieses Halb-Konzept-Album mit ein.

Nach dem Erfolg ihres Erstlings „Lord Of The Wasteland“ haben sich die Burschen aber nicht auf ihren Lorbeeren ausgeruht sondern haben sich sowohl in der Instrumentalisierung als auch im Songwriting weiter verbessert. Auch Sänger Riley Erickson kann seine Stimme noch variabler einsetzen als noch vor 2 Jahren. Einen Wechsel im Line-Up gibt es ebenfalls zu vermelden, denn im Frühjahr 2011 hat sich Basser Skürk verabschiedet und den Platz freigemacht für Nic Savage. Sonst bleibt alles beim Alten: am Mikro schreit sich – wie schon erwähnt – Riley Erickson die Seele aus dem Leib, für die fetten Gitarrenwände sind Alex Vega und Robby Rockbag zuständig und hinter der Schießbude sitzt Oskar Astedt.

Auch beim aktuellen Rundling liegt die Würze in der Kürze, denn abermals wartet er mit „nur“ 8 Stücken plus Intro auf. Dieses hört auf den Namen „2097 A.D.“ und lässt somit unmissverständlich erahnen, in welcher Epoche „Zone Of Alienation“ unterwegs ist. Der erste Track „Solar Wind Riders“ ist eine Ode an die britischen Rock-Giganten IRON MAIDEN, hier erinnert so ziemlich alles an frühere Dickinson & Co. Trotzdem haben sich STEELWING hier ihr eigenes Denkmal gesetzt. Denn so frisch haben die Eisernen Jungfrauen zuletzt auf „Fear Of The Dark“ geklungen. Das flotte „Full Speed Ahead“ ist sozusagen das Motto der Band aus Nyköping – volle Pulle ohne Rücksicht auf Verluste. Der perfekte Opener für ein Live-Konzert! Das im Midtempo angesiedelte „Breathless“ erinnert von der Gitarrenarbeit her an ACCEPT´s „Princess Of The Dawn“, ist aber viel variabler und melodischer. Das furiose „Tokkotai (Wind Of Fury)“ könnte auch „Walls Of Jericho“ von HELLOWEEN stehen. Eine geniale Uptempo-Nummer mit megaeingängigen Melodien. Der Titeltrack gibt erneut ordentlich Stoff und macht Spaß. „The Running Man“ startet in den ersten Sekunden mit einem Lead, das Rock´n Rolf mit seinen Piraten-Metallern nicht besser hinbekommen hätte. Hier kommt abermals die Vorliebe zu den Science Fiction Klassikern der 80ger Jahre zum Vorschein. Im Instrumental „They Came From The Skies“ ziehen die Schweden alle Register ihres Könnens. Gestalten sich bei vielen Combos solche Unterfangen oft als Füllmaßnahmen, können STEEWING hier wirklich begeistern. Der über 10-minütige Rausschmeißer „Lunacy Rising“ sorgt noch einmal für feuchte Augen aller 80ger Fans. Denn von den Spannungsbögen haben sich die Jungs von den frühen HELLOWEEN abgeschaut, besser hätten die das bis zu den Keeper-Alben auch nicht hinbekommen. Erneut ein Hammersong.

Bleibt mir nur noch zu sagen, dass es auch in Sachen Sound auf „Zone Of Alienation“ nichts auszusetzen gibt, denn Soundmann Rikard Löfgren hat dem Album den passenden Anstrich verpasst. Klassisch und trotzdem mit der nötigen Durchschlagkraft – praktisch perfekt.

Wer weiß, vielleicht haben wir ja wirklich bald Zustände wie einst in den „Mad Max“-Filmen beschrieben. Dann hätten STEELWING die Geschichte vorausgesagt, denn nach der Story ihres Debüts „Lord Of The Wasteland“, die ja dieses Thema aufgegriffen hat, wäre der nächste logische Schritt die „Zone Of Alienation“. STEELWING drücken auch 2012 ordentlich auf die Tube und machen mit ihrem Zweitwerk absolut keine Gefangenen. Diese Platte trifft mitten in die Fresse und sollte für jeden Metalfan, der auf klassischen Sound steht, ein Festschmaus sein.

WERTUNG:

Trackliste:

1.2097 A.D.
2.Solar Wind Riders
3.Full Speed Ahead
4.Breathless
5.Tokkotai (Wind Of Fury)
6.Zone Of Alienation
7.The Running Man
8.They Came From The Skies
9.Lunacy Rising

Stefan

77 – High Decibels

Band: 77
Album: High Decibels
Spielzeit: 51:52 min
Plattenfirma: Listenable Records
Veröffentlichung: 28.10.2011
Homepage: www.myspace.com/seventysevenrocks

So Herrschaften, kommen wir zu einem leidigen Thema. Braucht die Welt einen weiteren AC/DC-Klon? Diese Frage haben sich viele schon x-mal gestellt und hier ist eine weitere Band, die sich diesen Vergleich gefallen lassen muss. Die spanischen Blues-Rocker ´77 stehen mit ihrem Zweitling „High Decibels“ in den Startlöchern und haben sich darauf erneut der Anfangszeit der australischen Rock-Institution AC/DC verschrieben. Eine Zeit also, in der der Blues und der Boogie im Sound der Aussies noch allgegenwärtig war und vor allem, als Bon Scott noch das Mikro schwang. Ich wills kurz machen: wie immer muss jeder für sich entscheiden, ob er solche Combos hören will, aber was gibt es denn generell neues in der Welt der harten Klänge? Egal ob die Sleazer ihre Liebe zu den 80gern in die Neuzeit retten oder der klassische Heavy Metal des gleichen Jahrzehnts eine Renaissance erlebt, neue AOR-Bands aus dem Boden sprießen, die sich ihren Vorbildern hingeben – alles das wird als Verneigung vor dem Original gesehen, viele Fans freuen sich, auch heute noch solche Mucke präsentiert zu bekommen und viele Bands werden abgefeiert. Nur im Falle von AC/DC soll das keiner dürfen??? Siehste 🙂

Nach ihrem Debüt „21st Century Rock“ haben die Jungs aus Barcelona ihren Sound etwas verfeinert und starten mit dem Titelsong lässig in die Platte. Ein Highlight, das das Original nie mehr so hinbringen wird. Armand Valeta´s Organ tönt original wie das des viel zu früh verstorbenen Bon Scott. Auch die Rhythmus Sektion leistet ganze Arbeit und ist sehr nah am Sound von Alben wie „Dirty Deeds Done Dirt Cheap“ oder „High Voltage“. „(Gotta Go) Gotta Hit The Road“ könnte durchaus auf einer dieser Scheiben sein – Klasse. Da erübrigt sich eigentlich die Frage des dritten Songs „Are You Ready To Rock´n Roll“. Ja logisch Jungs! Es gibt praktisch kein Stück, das nicht sofort unter die Haut geht und zum Schluß liefern ´77 mit dem fast 9-minütigen Jam-Monster „Promised Land“ ganz locker ihr Meisterstück ab, das mit einem Gastbeitrag vom BACKYARD BABIES-Klampfer Dregen aufgepeppt wird. Auf der normalen Version ist mit diesem furiosen Song Schluß, nur die Limited Edition enthält noch den Bonus Track „Things You Can´t Talk About“.

Wer also gerne das Frühwerk von AC/DC im Player hat und findet, dass sich Bands wie AIRBOURNE zu ernst nehmen, der wird sich beim lockeren Blues/Boogie-Sound der Spanier äußerst wohl fühlen. Klon Vorwürfe hin oder her: ´77 leben ihre Musik und bringen sie kompetent und lebendig rüber. Coole Scheibe!

WERTUNG:

Trackliste:

1.High Decibels
2.(Gotta Go) Gotta Hit The Road
3.Are You Ready For Rock´n Roll
4.Let´s Beat It Up
5.Backdoor Man
6.Give Me A Dollar
7.This Girl Is On Fire
8.Melting In A Spoon
9.Since You´ve Been Gone
10.Promised Land
11.Thing´s You Can´t Talk About (Bonus Track)

Stefan

SWITCHBLADE SCARLETT – White Line Fever

Band: Switchblade Scarlett
Album: White Line Fever
Plattenfirma: Retrospect Records
Veröffentlichung: 2011
Homepage: www.facebook.com/switchbladescarlett

Unsere Redaktion hat mal wieder etwas im Untergrund gewühlt und ist doch glatt auf eine Party-Rock-Perle gestoßen, die es sich redlich verdient hat, hier vorgestellt zu werden. SWITCHBLADE SCARLETT ist eine Band aus Ohio und hat mit ihrem Dreher „White Line Fever“ ein Dutzend Songs eingehämmert, die jeder Rock-Party gut zu Gesicht stehen. Ihr Sänger Shawn Perry klingt wie eine messerscharfe Kreuzung aus Tom Keifer und Dean Davidson. Der Sound der Band könnte als Mischung aus BAD CITY (70er Einschlag und unbändige Power) und diversen 80ger Arena-Rockern durchgehen.

Die Scheibe beginnt mit „Big Apple Baby“ ziemlich ungestüm – ein Opener, der alles niederwalzt und die Melodien noch etwas im Hintergrund behält. Das ändert sich aber schlagartig mit dem Titeltrack, eine geile Nummer, die alles hat, was sich der geneigte Fan wünscht. Nahtlos geht es mit dem tollen „Say Anything“ weiter, bevor bei „Heart Breakers“ wieder etwas härtere Töne angeschlagen werden. Die Ballade „Little Hearts“ beweist aber, dass SWITCHBLADE SCARLETT auch anders können. Eine Powerballade, die alle typischen Elemente vereint: viel Gefühl gepaart mit jeder Menge Bums. Darauf folgt mit „Red Clay“ ein weiterer Song im selben Fahrwasser. Bei vielen Bands würden 2 ähnlich gestrickte Stücke in Folge vielleicht langweilig wirken. Die Amis wissen das aber zu ihrem Vorteil umzumünzen, denn beide Songs sind so stark, dass sie sich in keinem Bereich etwas nehmen. Zu „Party Girls (Can I Be Your Man)“ brauche ich eigentlich nicht viel sagen: der Titel erklärt alles. Das Honky Tonk Piano bei „Gone“ setzt weitere Akzente und „Dirty Girl“ ist einer der melodischsten aber auch gleichzeitig dreckigsten Songs des Albums – kein Wunder bei dem  Titel. „Lucielle“ und „Saigon Lullaby“ können sich leider nicht mehr vom Rest des Materials abheben und wiederholen in etwas schwächerer Manier das bisher dargebotene. Aber mit der coolen Abschlußnummer „…At Least The Rolling Stones Still Make Me Smile“ können die US-Boys doch noch einen schönen, akustischen Schlußstrich ziehen.

Natürlich ist alles in allem noch etwas Luft nach oben, aber Hammernummern wie „White Line Fever“, „Say Anything“ oder „Red Clay“ haben so viel Potential, dass auch große Plattenfirmen eigentlich die Ohren offen halten sollten. Ach halt: die haben ja eher die nächste 08/15 Casting-Kacke im Sinn – egal, solange es Firmen wie Retrospect gibt, die nicht nur die 80ger Re-Release-Fahne hochhalten, sondern auch hie und da mit einem neuen Act glänzen können, ist doch die Welt der Rock´n Roll Fans in Ordnung, oder? Auf jeden Fall reinhören!

WERTUNG:

Trackliste:

1.Big Apple Baby
2.White . Line . Fever
3.Say Anything
4.Heart Breakers
5.Little Hearts
6.Red Clay
7.Party Girls (Can I Be Your Man)
8.Gone
9.Dirty Girl
10.Lucielle
11.Saigon Lullaby
12….At Least The Rolling Stones Still Make Me Smile

Stefan

BULLET – Highway Pirates

Band: Bullet
Album: Highway Pirates
Spielzeit: 39:26 min.
Plattenfirma/Vertrieb: Black Lodge Records
Veröffentlichung: 04.02.2011
Homepage: www.bullet.nu

Hell Hofer and his gang are back 4 attack! Das signalisiert schon das Monster-Cover der neuen Scheibe “Highway Pirates”. Eine Mischung aus MAD MAX und DIE KLASSE VON 1984, yes! Dass aber nicht nur die Verpackung arschgeil ist sondern auch der Inhalt, daran lässt schon der an den Anfang gestellte Titeltrack nicht zweifeln. IRON MAIDEN meets ACCEPT, genial. “Back On The Road” könnte auch “Dirty Deeds Done Dirt Cheap” von AC/DC entstammen und spätestens bei “Stay Wild” sind die Schweden wieder beim Erfolgsrezept ihres Vorgängers “Bite The Bullet” von 2008 angekommen. Härter als AC/DC, melodiöser als ACCEPT, eigentlich zu gut, um als bloße Kopie durchzugehen. Weitere Gassenhauer sind “Down And Out”, “Citylights” und “Fire And Dynamite”. Gemischt wurde “Highway Pirates” von Tobias Lindell (HARDCORE SUPERSTAR, EUROPE u.v.a.), der der Scheibe einen Mördersound verpasst hat. Oh mein Gott, 2011 startet genauso wie letztes Jahr mit einem Highlight nach dem anderen, BULLET gehören mit ihrer dritten Platte definitiv dazu! Damit müsste doch auch der deutsche Markt zu knacken sein…und Ladies: wenn Ihr ein tolles Geschenk für Euren liebsten braucht, checkt mal die ultracoolen BULLET-Clogs in der Merchandising-Abteilung ab. Damit seid Ihr definitiv vorne dabei. Und hier noch ein Tipp an die Autofahrerfraktion: sollte Euch die rote Karre, die auf dem Cover prangt, entgegenkommen, macht Platz, denn BULLET machen keine Gefangenen. „Highway Pirates“ ist das bis dato beste Werk der Schweden: ausgereift, abwechslungsreich und gnadenlos heavy!

WERTUNG:

Trackliste:

01. Highway Pirates
02. Back On The Road
03. Stay Wild
04. Blood Run Hot
05. Fire & Dynamite
06. Down And Out
07. Knuckleduster
08. Heavy Metal Dynamite
09. Citylights
10. Into The Light

Stefan

STARGAZERY – Eye On The Sky

Band: Stargazery
Album: Eye on the Sky
Spielzeit: 43:52 min
Plattenfirma/Vertrieb: Pure Legend Records/Twillight
Veröffentlichung: 25.03.2011
Homepage: www.stargazery.com

Der finnische Gitarrist Pete Ahonen scheint ein sehr umtriebiger Geselle zu sein. Nach seiner Hauptband BURNING POINT die schon ein paar Alben veröffentlicht hat, seiner Zweitband GHOST MACHINERY die es auch schon auf zwei Veröffentlichungen gebracht hat, kommt er nun mit seiner dritten Band STARGAZERY um die Ecke. Diese wurde im Jahre 2006 ins Leben gerufen und soll wohl ein wenig melodischer als seine anderen Bands sein und eher die epische Seite bedienen. Qualität sind wir ja von dem guten Pete seit eh und je gewohnt, von daher können wir davon ausgehen das auch seine neue Truppe STARGAZERY ordentlich rockt. Mit „Eye on the Sky“ kommt nun das Debüt der Band auf den Markt. Erscheinen wird es im neuen Sublabel von Pure Steel Records, Pure Legend Records. Vom Stil her wird uns hier laut Promoinfo melodischer, traditioneller und zudem deftig Keyboard-geschwängerter Heavy Metal mit teilweise hardrockiger Ausrichtung geboten. BLACK SABATH und RAINBOW Einflüsse sind wohl auch zu hören. Na das klingt ja schon mal ganz ordentlich. Die Bandbesetzung liest sich wie folgt, Pete Ahonen (Gitarre, BURNING POINT, GHOST MACHINERY), Jari Tiura (Gesang, Ex MSG, SNAKEGOD), Jukka Jokikokko (Bass, BURNING POINT), Marco Sneck (Keyboard, POISON BLACK, KALMAH) und Jussi Ontero (Schlagzeug, BURNING POINT, GHOST MACHINERY). Jede Menge alter Weggefährten von Pete also. Dann wollen wir mal gucken ob STARGAZERY so gut sind wie es die Vorankündigungen und die ersten Eindrücke erwarten lassen.
Mit dem, schon auf der 2007 veröffentlichten EP vorhandenen, Song „Dying“ wird die Scheibe gekonnt eröffnet. Melodische Gitarrenriffs gepaart mit ein paar hinterlegten Keyboardklängen eröffnen den Song. Der Gesang von Jari setzt ein und schon fühlt sich jeder Melodic Metal Anhänger sau wohl. Bald kommt man dann auch zum einprägsamen Chorus was das Ganze dann perfekt abrundet. Ein Auftakt nach Maß!
Das Titelstück „Eye on the Sky“ erwartet uns an dritter Stelle des Albums. Schnelle und langsame Gitarrenriffs mit Keyboardklängen unterlegt bestimmen den Song. Fronter Jari weiß auch hier seine Stimme gekonnt und songdienlich einzusetzen. Der Chorus ist hier ebenfalls wieder richtig schmissig, Melodic Metal Herz was willst du mehr, ein würdiges Titelstück und beide Daumen gehen steil nach oben.
Ein kleines Meisterwerk liefern die Jungs aber mit dem folgenden „How many Miles“ ab. Hier haben wir es mit einer Melodic Metal Hymne zu tun, die alles bereit hält was der Fan so liebt. Melodisches Gitarrenspiel, dezente Keyboarduntermalung, geniale Choren und ein Schuss Abwechslung. Hier passt einfach alles! Genial, grandios!
„Jester of Kings“ und „Judah (The Lion)“ entpuppen sich als sehr epische Songs die im gediegenen Tempobereich agieren und ihre Stärken ganz klar in der Atmosphäre und im absolut erstklassigen Gesang von Jari besitzen. Die eingängigen Chöre sitzen perfekt und die Melodien lassen einen schon nach kurzer Zeit nicht mehr los. Zwei absolute Volltreffer haben die Jungs von STARGAZERY hier gelandet!
Es folgt der nächste Doppelpack mit dem melodischen „Puppet on a string“ und „S.O.S“ haben wir es wieder mit absoluten Hochkarätern zu tun. Eingängig, kraftvoll und melodisch. Was will man mehr? Ein absoluter Ohrenschmaus! Die Melodic Metal Anhänger unter uns dürften hier im Dreieck springen, so viel ist sicher.
Abgeschlossen wird die Platte mit einer Coverversion von BLACK SABBATH’s „Headless Cross“ die von den Jungs gut umgesetzt wird. Ich hätte mir zwar noch einen eigenen Song gewünscht, aber trotzdem ist es ein schöner runder Abschluss eines absolut gelungenen Debüts der Jungs von STARGAZERY!

Anspieltipps:

Sorry Leute, da kann ich euch echt keine nennen. Das ganze Album ist auf einen absoluten Topnivau. Komplett anhören und genießen!

Fazit :

Nur durch Zufall bin ich auf STARGAZERY und deren Debüt „Eye on the Sky“ gestoßen. Nachdem wir das Label Pure Steel Records in unseren Besprechungskatalog mit aufgenommen haben, hörte ich mich durch die anstehenden VÖ’s und als melodischer Anhänger viel mein Blick sofort auf diese geniale Scheibe. Die Namen der Beteiligten, allen voran natürlich Pete Ahonen und Jari Tiura ließen aufhorchen und das stimmungsvolle Cover tat dabei sein übriges. Hier gibt es wirklich nicht viel zu meckern, die Songs sind alle auf einem sehr hohen Level, es gibt kaum einen Ausfall zu beklagen und die musikalische und gesangliche Leistung ist absolut Top! Freunde des melodischen Metal’s kommen hier voll auf ihre Kosten und Fans von Pete’s bisherigen Bands BURNING POINT und GHOST MACHINERY (mit Abstrichen) müssen, auch wenn es hier manchmal etwas gemäßigter zugeht, die Scheibe eh habe.
Sehr gespannt bin ich darauf was uns die Jungs von STARGAZERY in den nächsten Jahren noch zu bieten haben und ob Pete Ahonen genug Zeit für die Band haben wird. Ich leg mich auf jeden Fall fest, hier haben wir es mit einem der Melodic Metal Highlights des Jahres zu tun!
Für so eine Topleistung zücke ich mit Vergnügen 9 Punkte. Ein bisschen Luft nach oben muss ja noch sein : – ).

WERTUNG:

Trackliste:

01. Dying
02. Everytime I dream of you
03. Eye on the Sky
04. How many Miles
05. I am the Night
06. Jester of Kings
07. Judah (The Lion)
08. Puppet on a string
09. S.O.S
10. Headless Cross

Julian

ENBOUND – And She Says Gold

Band: Enbound
Album: And she says Gold
Spielzeit: ?? min
Plattenfirma: Inner Wound Recordings
Veröffentlichung: 29.04.2011
Homepage: www.enbound.com oder www.myspace.com/enboundband

Jetzt wird es golden kann ich euch sagen. Mit ENBOUND betritt mal wieder eine neue Melodic Power Metal Kombo aus dem schönen Schweden die schwermetallische Bühne. Mit ihrem einfallsreich betitelten Debütalbum „And she says Gold“ macht man sich auf die Welt von den neuen schwedischen Power Melodic Metal Weg zu überzeugen. Die Band wurde im Jahre 2006 durch den Schlagzeuger  Mike Cameron Force gegründet. Dieser hatte bereits Erfahrung mit so Bands wie ZONATA und POEM gesammelt und saß auch schon für AXENSTAR auf dem Produzentenstuhl. Die nächsten Jahre verbrachte er damit am Material zu arbeiten und geeignete Bandmitglieder zu finden. Man fand für die Bass Parts den experimentellen Swede und für den Posten des Gitarristen den extrem talentierten 20 jährigen  Marvin Flowberg. Das letzte Puzzlestück fand man dann 2009 mit dem Sänger Lee Hunter, der mit der Band WORK OF ART oder als Musicaldarsteller in Jesus Christ Superstar Erfolge feiern konnte. Nun hatte man alle Komponenten zusammen um das Debütalbum “And she says Gold” einzuspielen. Das schwedische Label Inner Wound Recordings nahm die Band unter Vertrag und bewieß dadurch mal wieder ihr gutes Näschen für Newcomer Bands. Mit Björn Engelmann (Rammstein, Primal Fear, Sonata Arctica) konnte man den passende Mann für den Produzentenstuhl ergattern und auch eine Gastsängerin konnte man, mit der Eurovision Song Contest Teilnehmerin, LaGaylia Frazier, finden.
Hört sich nach einem sehr interessanten Package an. Schauen wir uns das doch jetzt mal genauer an.
Mit dem Opener “Combined the Souls” hat man schon mal ein kleines melodisches Meisterwerk an den Anfang gepackt. Treibende Drums, krachende Riffs und ein überragend singender Lee Hunter, dies sind die Stärken der Nummer. Dazu kommt noch der klasse Chorus der dem geneigten Fan bald in Fleisch und Blut übergehen sollte. Ein bärenstarker Auftakt!
Hochkarätig geht es mit dem folgenden “Descending” weiter. Man bewegt sich hier zwar ein wenig langsamer als zuvor, aber die Power und diese Eingängigkeit ist sofort wieder da. Man merkt das das Material genug Zeit hatte um zu reifen. Lee Hunter liefert hier auch wieder einen starken Job ab. Mit welcher Leichtigkeit der gute Mann anscheinend durch die Höhen und Tiefen singt, ist sehr bemerkenswert.
Auch das folgende “Noiseless Bullett” weiß absolut zu überzeugen. Grandiose Melodiebögen paaren sich mit starke Hooklines und treibende Schlagzeugrythmen. Was soll ich groß schreiben? Jeder Power Melodic Metal Anhänger dürfte hier seine wahre Freude haben. Lehnt euch zurück und genießt einfach.
Beim Track “Frozen to be” haben wir dann das angesprochene Duett von Lee Hunter mit der Sängerin  LaGaylia Frazier. Eine wunderschöne Ballade, die vollkommen von dem absolut erstklassigen Gesang der beiden getragen wird. Es wird eine Stimmung und Atmosphäre erzeugt die einfach nur zum träumen und entspannen einlädt. Sehr schön anzuhören und absolut überzeugend was uns hier geboten wird!
Bei “Untiteld X” kann Lee Hunter wieder alleine überzeugen und hier wird mal wieder klar wie wichtig ein ausdrucksstarker Sänger für eine Nummer ist. Er schafft es alleine das Ganze so stark zu vertonen das man aus dem staunen nicht mehr rauskommt. Die Instrumentalisierung im Mittelteil ist ebenfalls sehr gelungen und ich ertappe mich immer wieder dabei, dass ich mir die Stelle nochmal anhöre. Eine abwechslungsreiche Nummer die mich echt gepackt hat!
Richtig stark ist auch der sehr atmosphärische Rocker “Running Free”. Der Song fesselt einen total und lässt einen so schnell auch nicht wieder los!
Als Abschluss haben die Jungs von ENBOUND etwas ganz feines auf Lager. Mit dem MICHAEL JACKSON Cover “Beat it” wagt man sich in ganz anderes Terrain vor, meistert diesen Sprung wie ich finde aber sehr gut. Es dürfte zwar nicht jedermans Geschmack sein, aber mir gefällt die Nummer richtig gut!

Anspieltipps:

Puh das ist dieses Mal echt schwierig, es finden sich eine Menge starker Tracks auf dem Album. Ich geb euch mal den Opener “Combined the Souls”, das Duett “Frozen to be”, das experimentelle “Untitled X” und das atmosphärische “Running Free”.

Fazit :

So langsam entwickelt sich das Label Inner Wound Recordings zu einem echten Geheimtip. Mit ENBOUND hat man ein richtig heißes Eisen im Feuer. Wenn die Scheibe jetzt noch gut promotet wird, dürfte den Jungs eine wirklich goldene (wie passend) Zukunft bevorstehen. Die notwendigen Vorraussetzungen haben sie auf jeden Fall. Die Songs sind alle sehr stark und mit dem Gesangswunder Lee Hunter hat man den richtigen Sänger gefunden, der die Songs klasse vertont. Auch sonst kann ich hier nicht so viel bemängeln. Klar die ein oder andere etwas schwächere Nummer findet man auch hier, aber hey es ist das Debütalbum und dafür haben die Jungs einen sehr starken Job abgeliefert!
Fette 9 Punkte gibt es von mir auf Anhieb und ich empfehlen jeden Power Melodic Anhänger das Debütalbum “And she says Gold” der neuen schwedischen Metal Hoffnung ENBOUND!

WERTUNG:

Trackliste:

01. Combined the Souls
02. Descending
03. Noiseless Bullet
04. Squeals of War
05. Frozen to be feat Lagaylia Frazier
06. Under a Spell
07. Untitled X
08. I am lost to you
09. Shifting Gears
10. Love has come
11. The broken Heart
12. Running Free
13. Me and Desire
14. Beat it (European CD bonus track)

Julian