01. Beating In My Chest
02. Living Out Of Line
03. All Hail Hypocrisy
04. Triple Threat
05. Wasteland
06. When Eden Burns
07. Pseudo Genius
08. Bad Addiction
09. Porridge Head
10. Whatcha Gonna Do
11. Cashed Out
Spielzeit: 33:21 min. – Genre: Hardrock, Sleaze Metal – Label: Indie Recordings – VÖ: 29.05.2026 – Page: www.facebook.com/thecruelintentions
Dieser Mai ist schon ein verrückter Monat. Zumindest für alle Freunde und Fans des Sleaze Metal – und somit auch für mich. Denn binnen drei Wochen bringen gleich drei meiner vier skandinavischen Favouriten mit dem Anfangsbuchstaben „C“ ein neues Album raus. Den Anfang machten CRASHDIET am 08.05., nur eine Woche später ihre Kollegen von CONFESS und zu guter Letzt jetzt auch noch THE CRUEL INTENTIONS. Wow! Da bleibt nicht viel Zeit zum Verschnaufen und die Kreditkarte glüht. Die Erwartungshaltung in allen drei Fällen war hoch, Rezis zu den ersten beiden findet Ihr natürlich auch hier bei uns.
2015 von Lizzy DeVine nach dem Aus seiner Band VAINS OF JENNA ins Leben gerufen, bläst das norwegisch/schwedische Quartett mit „All Hail Hypocrisy“ ein drittes Mal zum Frontalangriff. In den ersten Jahren konnten die Jungs mit einigen Singles erste Duftmarken setzen von denen einige auf dem ersten Album „No Sign Of Relief“ (2018) Verwendung fanden. Vier Jahre später erschien mit „Venomous Anonymous“ der Nachfolger mit gänzlich neuem Material und weitere vier Jahre weiter folgt nun „All Hail Hypocrisy“. Trotz der viel besagten Einfachheit ihrer Musik wachsen die Werke im Laufe der Zeit noch weiter. So war es vor vier Jahren und so ist auch im aktuellen Fall. Anfangs natürlich angetan, entwickelten sich die elf neuen Stücke dennoch bei jedem neuen Durchlauf immer weiter in den Gehörgängen.
THE CRUEL INTENTIONS haben es geschafft, ihre Songs abwechslungsreicher und raffinierter zu gestalten ohne zu vergessen wo sie herkommen. Das ist nun mal der Punk Rock und der dreckige, schnoddrige Rock´n Roll von frühen GUNS´N ROSES zum Beispiel. Das alles formen sie zu einer modernen Form des Sleaze Metal ohne Plattitüden und ganz ohne Patos. Dabei nimmt das räudige Organ von Frontmann und Gitarrist Lizzy DeVine eine Schlüsselrolle ein. Aber das extravagante Gitarrenspiel von Kristian Solhaug würde man bei einer gewöhnlichen Sleaze-Kapelle nicht unbedingt erwarten. Drummer Robin Nilsson bearbeitet seine Felle mit einer Wucht, die er scheinbar mühelos aus seinem Körper zaubert und Bassist Mats Wernerson ist für die Erdung des Bandsounds zuständig. Vor allem Live können die Jungs die komplette Energie aus ihren Songs ziehen. Immer wieder aufs Neue ein Erlebnis.
Aber auch die Studioumsetzung gelingt der Band zunehmend authentisch. Und so atmen neue Songs wie der Brecher „Beating In My Chest“, „Triple Threat“ oder der nicht weniger grandiose Titeltrack nahezu die gleiche Luft wie es bei den Livedarbietungen in naher Zukunft der Fall sein dürfte. Aber damit nicht genug: mit „Wasteland“ hat der Vierer einen Acoustic-Song aufgenommen den viele wohl nicht so erwartet hatten und der im Gedächtnis bleibt. Überhaupt wird das Prädikat „Album“ hier groß geschrieben. Jeder Song hat hier seine Berechtigung, es gibt keine Füller, der Sound ist toll – wo soll da noch eine Steigerung kommen?
Es war zu erwarten: „All Hail Hypocrisy“ wird ein Fest! Das Album ist voll auf die Zwölf, dreckig, aggressiv und doch melodiös, hat jede Menge Attitüde und den unverwechselbaren Sound der CRUEL INTENTIONS. Da ist die Höchstnote (fast) gerechtfertigt – man weiß ja nie was noch kommt.
Stefan





