ROXTON – My Name Is Rock

Trackliste:

01. All In Vain
02. My Name Is Rock
03. Bottom Up
04. Heavy
05. Sooner Or Later
06. 21st Century Radio
07. Moments
08. Get It Up
09. Crisis Or Game
10. Crazy Life
11. The Groove – The Sound
12. Revival

Spielzeit: 42:11 min – Genre: Modern Hard Rock – Label: Roxton Records – VÖ: 21.11.2025 – Page: www.facebook.com/Roxton

 

Es war mal in den 1990ern ein kleiner Matze mit Namen Maxe, der gerade dem Windelpupansen Alter entfleucht war und sich damals auf MTV nicht satt sehen konnte. Zu dem gesehenen gehörte NIRVANA und Co, die ihn so beeindruckten, dass er schon früh beschlossen hatte Musiker zu werden. Heute im ausgewachsenen und erwachsenen Alter ist vom kleinen Maxe nicht mehr viel übrig, sondern es ist jetzt ein gestandener Max ROXTON der aus seinem Soloding eine Band machte und insgesamt heute das zweite Album an den Start bringt. Ich habe ROXTON bis jetzt dreimal gesehen, zweimal unter Strom und einmal Unplugged, bei allen drei Shows konnte mich die Band überzeugen, und der ehemalige Windelpopans hat sich auf der Bühne zu einer echten Rampensau entwickelt, der sein Ding durchzieht.

Bei den meisten Songs hat Max neben dem Gesang die Instrumente selbst eingespielt, ausgeholfen haben mal Gonzo Urgel am Bass und Jo Apfel an den Gitarren, an den Backing Vocals ist Lizzy Schmittlein zu hören. Hier schicke ein kurzes vielen Dank an Lizzy für die Promos die mir im Wave Format vorliegen, will heißen die Dateien sind nicht Verlust behaftet und genau so wie sie sich auf meiner Festplatte befinden auch auf CD. Max besitzt eine äußerst attraktive Stimme die weder nervt noch überzogen klingt, einfach in der richtigen Tonlage um sich im Bandsound pudelwohl zu fühlen. Ein wenig dreckiger Rauch und Rauheit befinden sich auch in seinem Organ, die den Songs verdammt gutstehen. An der Gitarre ist Max auch ein Mann der es versteht die 6-Saitige richtige in Schwingungen zu versetzen damit was Gutes bei raus kommt. Der Bass kann sich gut durchsetzen, wenn sich die Gitarren zurückhalten, wenn die allerdings voll auf Angriff gehen muss man ein wenig besser hinhören um den Tieftöner zu orten. Jetzt kommt der einzige Kritikpunkt den ich gefunden habe, die Drums wirken wie aus dem PC, ob jetzt ein echtes Drumset oder der PC verwendet wurde kann ich nicht mit Bestimmtheit aussagen, es wirkt gefühlt ein wenig künstlich. Vielleicht kann mich Max da bitte aufklären ob es sich um ein echtes Drumset handelt oder aus der Kiste stammt. Die Backing Vocals und Chöre sind sehr gut vorhanden, aber nicht zu viel, dass die alles bügeln würden, die Dosis macht es und die haben ROXTON genau getroffen. Die Produktion drückt mächtig an der Gehörfront und bietet in allen Frequenzen genug Saft für jeden Geschmack.

Der Stil lässt sich schlecht in Schubladen stecken, da muss man bei ROXTON mit allem rechnen, es streuen sich viele Einflüsse in den Sound. Zu den Einflüssen gehören guter klassischer Hard Rock der Helden ab Mitte der 1980er Jahre, FOO FIGHTERS, ein klein wenig NIRVANA, aber auch mal eine klitzekleine Prise CLAWFINGER, H-BLOCKX und Co. Vom Feeling her würde ich sogar ein wenig 3 DOORS DOWN und LINKIN PARK ohne Rap Einlagen hinzunehmen. Aber auch mal der Stil von DEEP BLUE SOMETHING und den KAISER CHIEFS ist auszumachen. Und fertig ist der ROXTON Sound der alle konventionellen Grenzen verschiebt und sprengt, bei all der Moderne trotzdem tief in den 80ern verwurzelt ist.

Und nein ich schreibe jetzt nicht: „Wenn sie nicht ….“, denn es ist eine deutliche Steigerung zum Debütalbum auszumachen, wenn ROXTON so weiter machen könnte unter Umständen mehr als ein Achtungserfolg rausspringen. So macht modern angehauchter Hard Rock Spaß ohne auch nur einen Anflug des Zweifels aufkeimen zu lassen.

„My Name Is Rock“ ist mehr als nur ein Album, es ist ein Statement wie man Klassik und Moderne attraktiv vereinen kann ohne dabei abzulosen und auch für anständig gemachte Rock Mucke.

„All In Vain“ ein kräftiger Einstieg ins Album mit anleihen an CLAWFINGER, „My Name Is Rock“ ein eingängiger Stampfer der den Dampf aus der Windel bläst. „Bottom Up“ kommt mit schrägem Blues Unterton, macht sich sehr gut als Kontrast, „Heavy“ der Titel ist Programm, es geht voll nach vorne und erinnert mich an einen in die Moderne katapultierten Klassiker aus den 80ern. „Sooner Or Later“ ein cooler gute Laune Rocker geht in Richtung End 80er meets Britpop, „21st Century Radio“ hier geht es um den kleinen Windelpupser Maxe wie er zum ausgewachsenen Max mutierte, und das mit einem fantastischen Rocker. „Moments“ überzeugt als Halbballade mit viel Gefühl, „Get It Up“ ein Highlight und bestes Tanzflächenfutter. „Crisis Or Game“ legt mit markerschütternden Schreien und CLAWFINGER klängen auf klassischem Riffing los und geht so weiter, „Crazy Life“ die Gitti kommt hier geil im cleanen Bereich rüber, ansonsten ein mehr als anständiger Song. „The Groove – The Sound“ kommt wieder mit schrägem Riffing um die Ecke, die aber alles andere als deplatziert wirken, „Revival“ eine Hymne vor dem Herrn.

Balle