RAUHBEIN – Rebellen & Helden

Trackliste:

01. Rausch
02. Meine Bar
03. Mein Kaff
04. C’est la vie
05. Pack schlägt sich
06. Rebellen und Helden
07. Alle
08. Gevatter Tod
09. Tanzt
10. Vagabund
11. Wie Wir
12. Morgen Früh

Spielzeit: 32:10 min – Genre: Folk Rock – Label: Persception Music – VÖ: 03.07.2026 – Page: www.facebook.com/people/Henry-M-Rauhbein/

 

Nachdem Henry das RAUHBEIN Ende 2024 mit dem Album „Adrenalin“ voll abgeräumt hat war es fast schon klar das ich die Rezi zu „Rebellen & Helden“ verfassen werde. Henry haut das nächste heiße Eisen raus, die Texte bewegen sich zwischen persönlicher Geschichten und gesellschaftlichem Blick. Dabei schafft es Henry das sich jeder irgendwie in den Texten wiederfindet oder damit identifizieren kann.

Wer momentan zu Besetzung von RAUHBEIN gehört ist weder im Promotext noch im Internet mit Gewissheit zu finden. Auf dem Album „Adrenalin“ gehörten neben Henry Rauhbein, Godi an Gitarre, Oli an Bass, Justin an Geige, Louis am Schlagzeug. Henry besitzt eine Stimme die nicht nur tief ist, sondern auch rau und dreckig klingt, mit so einer Stimme kann man nur Deutsch Rock oder wie eben RAUHBEIN Folk Rock mit deutschen Texten vertonen. Henry passt einfach wie das Auge auf die Faust, oder der Deckel auf den Arsch. Die Gitarren sorgen für eine angenehme Härte ohne es dabei zu übertreiben, der Bass macht das für was er gebaut wurde und die Drums treiben alles bis zum Exzess an. Die Geige wirkt als alles andere nur nicht deplatziert, sondern fügt sich harmonisch in das Gesamtbild ein.

RAUHBEIN macht eine Art von Folk Rock die sofort in den Synapsen zündet und sich von dort lange nicht verdrängen lässt. Mit viel Melodie und den Texten macht Henry einfach nur alles richtig, seine Stimme übt natürlich auch ein sehr hohes Maß an Faszination aus. Aber bei RAUHBEIN passt einfach alles zusammen was zusammenpassen soll. Man könnte sogar davon ausgehen das es sich um Deutsch Rock handelt der mit Folk Einflüssen aufgepeppt – oder anders rum – wurde und somit die Genregrenzen auf gekonnte Weise verschiebt. Mit viel Charme und auch Augenzwinkern wurde ein Album eingetütet das es verdient hat gehört zu werden. Am besten passt ein Vergleich aus einer Mixtur aus FIDDLERS GREEN und härteren D’ARTAGNAN mit sehr melodischen Songs.

Leider gibt es einen Kritikpunkt der sich negativ auf die Bewertung auswirkt, nach gerade mal 32 Minuten ist die Party vorbei.

„Rausch“ ein cooler Rocker zum Einstieg, „Meine Bar“ ein Song der jede Party in noch mehr Schwung versetzt. „Mein Kaff“ wow fast schon Comedy in rauhbeinsche Leichtigkeit verpackt, „C’est la vie“ gibt eine sehr gute Figur ab. „Pack schlägt sich“ Folk Rock trifft auf Speed Punk das richtige zum Pogen, „Rebellen und Helden“ einen dicken Melodic Happen hat Henry da am Haken. „Alle“ flott marschiert das Dingens nach vorne, „Gevatter Tod“ warum muss ich hier an die EAV aus Austria denken. „Tanzt“ passt nicht nur vom Text auf die Tanzfläche, „Vagabund“ ein Symbiont aus Folk und Shanty Rock. „Wie Wir“ der Titel um die Gläser in gemütlicher Runde zu erheben, „Morgen Früh“ bei der ruhigen Nummer muss ich an CITY denken.

Balle

J.B.O. – Haus Of The Rising Fun

Trackliste:

01. Ma Ma Ma Metal
02. Haus Of The Rising Fun
03. Vito, wir machen Krach
04. I Kissed A Girl
05. Stinkefinger
06. Ka-Fump
07. Power sucht Wolf
08. Nur für euch
09. Weißt schon, was ich meine
10. Bussi
11. Ein sehr gutes Lied
12. Woke On The Smater
13. Mein Arsch

Spielzeit: 44:01 min – Genre: Fun Metal – Label: Perception Music – VÖ: 09.01.2026 – Page: www.facebook.com/kickersofass

 

Frei nach Ilja Richter in seiner damaligen Musiksendung „disco“: „Licht an, Spot aus“ … nein, nein, heute muss das heißen: „Licht aus, pinken Plüsch-Chaos-Spot an“! Hilfe die vier fränkischen Gaudi Barden sind wieder unterwegs. Mir ist die Band J.B.O. schon seit einer Ewigkeit ein Begriff, allerdings habe ich mich bis jetzt nie an einen Song rangetraut, warum kann ich nicht sagen. Jetzt als Schreiberling nach über 30 Jahren im fortgeschrittenen Alter habe ich mich endlich mal an ein Album getraut und lass mich entweder Negativ oder Positiv überraschen.

Zur Pink Chaos Truppe gehören Hannes Holzmann an Mikrofon und Gitarre, Vito C. an Gitarre, Ralph Bach an Bass und Wolfram Kellner an den Drums. Die Stimme von Hannes hat was, besitzt Dreck und passt einfach nahezu perfekt zum Sound von J.B.O.. Besser hätte man es mit der Stimme nicht treffen können. Die Gitarren hauen mit einer wahren Freude die Riffs raus und machen dabei keine Gefangenen. Nie zu hart, sondern genau wie es der Song gerade benötigt gehen die 6-saitigen an den Start. Der Bass verschafft sich genügend Raum um neben den Gittis glänzen zu können. Der Stick-Schwinger macht das was er soll, er lässt die Sticks fliegen wie Sau. Die Produktion hat Dampf und sorgt für ein wohliges Gefühl beim Hören. Über Sinn oder Unsinn der Texte lässt sich streiten.

Man muss der Welt für alles Danken, selbst für vier Chaoten Franken! Im Falle von J.B.O. trifft das so ziemlich den Nagel auf den Kopf. Es kommen geile Coverversionen, Metal-Hymnen oder Heavy Rockkracher zum Einsatz. Die Songs werden mit viel fränkischem Charme und chaotischen Texten vorgetragen die beim Hören kein Auge vor lauter lachen trocken lassen. Aber sind wir mal ehrlich, so richtiger Blödel-Metal ist doch auch mal was anderes und zur Abwechslung genau richtig. Die Texte tragen ihren Teil zum Erfolg von J.B.O. bei, genau wie die Songs die Mal frech geklaut oder angelehnt sind und im Heavy Stil aus den Boxen kommen. So schaffen es die Franken selbst mit dem größten Blödsinn überzeugend rüberzukommen. Sicher erfinden J.B.O. weder den Metal neu noch sind die Texte ernst, aber es knallt, bumst und kracht im Karton. Außerdem muss man gewaltige Klöten im Sack haben sich an den Songs zu versuchen ohne dabei als Loser dazu stehen – dies gelingt J.B.O. ja schon seit über 30 Jahren. Metal goes Frankonia! Schluss, Aus, habe fertig. Prost Buam aof de naxt’n dreis’g Joar!

„Ma Ma Ma Metal“ Metal in Reinkultur mit mehr als nur zwei Augenzwinkerern, „Haus Of The Rising Fun“ eine geile heavy Version des 60er Jahre THE ANIMALS Songs. „Vito, wir machen Krach“ eine Hymne für die Tanzflächen der Rockdiscos, „I Kissed A Girl“ Hey Buam, hat’s ez net scho z’oid um a Girl ob zum bussln? Nee im Ernst der Song kommt mit Riffsalven sehr gut rüber. „Stinkefinger“ der Song zum Pogen und Leute durch die Discos zu pfeffern, „Ka-Fump“ vier kleine Franken im Wald auf der Suche nach der Feierabend-Hopfenbrause mit Schaumkrone. „Power sucht Wolf“ auf diese Idee muss man erst mal kommen, „Nur für euch“ ze’fix das Ding rockt wie Sau. „Weißt schon, was ich meine“ nach Genuss des Songs weiß jeder was gemeint ist – kommt mit göttlicher Melodie und chaotischem Intermezzo, „Bussi“ oas, zwoa g’suffa, hier wird alles durch den Kakao gezogen was die Gang hergibt. „Ein sehr gutes Lied“ ein kurzes Intro mit einem gut gemeinten Hinweis, „Woke On The Smater“ ich hätte es Wissen müssen, dass hier DEEP PURPLE auf die Schippe genommen werden, „Mein Arsch“ hier VERARSCHEN die Vier „Voyage, Voyage“ mit ihrem ureigenem Charme im Hard N Heavy Style, die erste Version des Songs die ich mir komplett anhören kann.

Balle