MIRRORMAZE – Walkabout

Band: Mirrormaze
Album: Walkabout
Spielzeit: ?? min
Plattenfirma: Bakerteam Records
Veröffentlichung: 28.05.2012
Homepage: www.mirrormaze.eu

Mit dem progressiv Power Metallern MIRRORMAZE erhebt sich eine neue Band um uns ganz im Stile von DREAM THEATER oder FATES WARNING ihr Debütalbum „Walkabout“ um die Ohren zu hauen.
Viel ist über die Jungs aus Italien nicht bekannt. Außer der Bandzusammenstellung bestehend aus Fabio D’Amore (Gesang), Sam Lanfranchini (Keyboard), Fabio Nasuelli (Schlagzeug), Davide Penna (Gitarre) und Juan Manuel Savoini (Bass) kann ich euch nur noch sagen das auf dem Album als Gastmusiker der legendäre FATES WARNING Sänger Ray Alder mitwirkt.
Und das war es leider auch schon, sorry liebes Label aber da wären etwas mehr Infos hilfreich gewesen.
Sei es drum, werfen wir also rasch einen Blick auf den ersten Track „Prisoner“, dieser beginnt eigentlich nicht sehr progressiv, sondern ist eher Power Metal lastig. So ist dann auch die Mischung aus Heavyness und Melodie recht ordentlich und wird mit einem klasse Chorus perfekt abgerundet. Der Opener ist also gleich ein Volltreffer, so kann es weiter gehen.
Das folgende „Earn your Answers“ geht dann schon wesentlich mehr in die Progressive Ecke. Mit allen bekannten Stilelementen wird hier umher geschissen, der Chorus passt zum Genre, mir ist das Ganze aber ein wenig zu durchschnittlich geraten.
„Vicious Circle“ ist zwar auch wieder mehr progressiv gehalten, hier passt aber die Struktur und die Melodien wesentlich besser, so das die Nummer wesentlich stärker als sein Vorgänger ist.
Der Mittelteil ist mit „Lost in a Belief“, „Joke“ und „Deeper Sings“ recht mittelmäßig ausgefallen. So richtig begeistern können mich die Nummern nicht, sind sie doch entweder zu dröge oder bieten zu wenig Struktur und Linie.
Besser macht man es erst wieder mit dem Titeltrack „Walkabout“. Hier passen wieder Melodie und Progressive Stilelemente zusammen und das Hören wird zum Genuss.
Gleiches gilt dann auch für den Abschlusstrack „Broken Soul“. Hier zeigen die Jungs nochmal alles was sie uns vorher schon präsentiert haben in ihrer schönsten Form. Ein guter Track, der ein durchschnittliches Debüt beschließt

Anspieltipps:

Die Tracks “Prisoner”, “Vicious Circle”, “Walkabout” und “Broken Soul” stechen hier am ehesten heraus.

Fazit :

MIRRORMAZE haben auf ihrem Debütalbum das Problem, das sie sich manchmal zu sehr in der Progressivität verlieren und deswegen die starken Melodien vernachlässigen. Es hätten mehr Tracks vom Schlage des Openers “Prisoner” sein müssen, damit das Debütalbum richtig gelungen wäre.
So bleibt ein mittelmäßiges Debüt zurück und die Aufforderung das die Jungs bis zum ihrem zweiten Album sich noch ein gutes Stück steigern müssen. Das Potential dazu ist aber auf jeden Fall vorhanden!

WERTUNG:

 
Trackliste:

01. Prisoner
02. Earn your Answers
03. Vicious Circle
04. Lost in a Belief
05. Joke
06. Deeper Sings
07. Walkabout
08. Missing
09. Broken Soul

Julian

BABY JANE – In The Spotlight

Band: Baby Jane
Album: In The Spotlight
Plattenfirma: Rambo Music
Veröffentlichung: 02.04.2012
Homepage: www.babyjane.se

In Schweden wachsen die Hardrock-Bands auf den Bäumen. So kommt es einem jedenfalls vor, denn alle paar Tage gibt es neue, tolle Platten von unbekannten Sleaze-Kapellen. Heute möchte ich Euch eine Band namens BABY JANE (nicht zu verwechseln mit den Jungs aus Down Under, die unter dem selben Banner segeln) vorstellen, die mit „In The Spotlight“ ihr Debüt eingezimmert haben. Leider ist die Scheibe bis dato nur als Import zu haben, aber das weite Internet dürfte diese Hürde ganz schnell nehmen.

Die Band besteht nun seit 2007 und hat bisher 3 EP´s aufgenommen, höchste Zeit also, um den ersten Longplayer in Angriff zu nehmen. Auf „In The Spotlight“ gibt es knackige Songs ganz im Fahrwasser von CRASHDIET bzw. CRAZY LIXX auf die Lauscher, BABY JANE gehören also ganz klar der New Wave Of Swedish Sleaze an. Leider lassen die 10 Songs fast komplett ihre Eigenständigkeit vermissen, denn BABY JANE kopieren die beiden o.g. Combos ziemlich hochgradig.

Dabei hat schon der Opener „Raise Your Fist“ so richtig viel Dampf und lässt vom ersten Moment die Rübe kreisen. Sänger Freddie hat ein schön raues Organ und die Instrumental-Abteilung lärmt in bester Sleaze-Manier drauf los (und das ist durchaus positiv gemeint). Auch „My Behavior“ oder „Face Against The Wall“ haben eine enorme Power und wissen zu gefallen. „The Secret Lies“ erinnert mich im Refrain dann doch ziemlich an „Saints Of Los Angeles“ von MÖTLEY CRÜE – aber was solls. Bei „Upside Down“ lernen wir dann eine ganz andere Seite der Jungs kennen, denn Shouter Freddie beweist, dass er richtig gut singen kann und die ganze Band beweist den richtigen Weg zwischen Melodie und Gefühl, ohne kitschig zu wirken. Der Titeltrack kickt dann aber wieder richtig ins Gesäß – geil. Gleiches gilt für alle der noch folgenden Stücke, es gibt keinen schlechten Song auf „In The Spotlight“, und das obwohl mit „Next In Line“ und „This Is War“ (die 2009 schon einmal aufgenommen wurden) nur zwei bereits bekannte Nummern Verwendung fanden. Nach dem göttlichen „Adrenaline“ und „Night Explodes“ findet der Rundling sein apruptes Ende, aber ganz ehrlich ist mir ein klassischer 10-Tracker immer lieber, als eine vollgestopfte Plastikscheibe mit Songs, die man dann doch besser weggelassen hätte. So gibt es 10 geile Sleaze-Granaten.

Das einzige, was ich BABY JANE ankreiden muss, ist die felhlende Eigenständigkeit, denn „In The Spotlight“ hat eigentlich alles, was sich der Fan wünscht. Eine fette Produktion (gemixt von Christian Svedin), eingängige Songs mit ordentlich Power und den richtigen Tritt ins Hinterteil. Wer also auf o.g. Kapellen steht, der kann mit BABY JANE absolut nicht falsch machen, und wenn die Jungs live nur halb so kicken wie auf Konserve, dann legen sie jede Bühne in Schutt und Asche.

WERTUNG:

Trackliste:

1.Raise Your Fist
2.My Behavior
3.Face Against The Wall
4.The Secret Lies
5.Upside Down
6.In The Spotlight
7.Next In Line
8.This Is War
9.Adrenaline
10.Night Explodes

Stefan

GREAT WHITE – Elation

Band: Great White
Album: Elation
Spielzeit: 60:41 min
Plattenfirma: Frontier Records
Veröffentlichung: 18.05.2012
Homepage: www.greatwhiterocks.com

Totgesagte leben länger. Und wer sagte GREAT WHITE damals tot? Sie sich selbst. Schuld war ein Brand in einem Rockclub, den die Band aber nicht verschuldet hatte. 2006 starteten sie dann wieder voll durch und nun wird bald ihr 15. Studioalbum veröffentlicht. Von den Gründungsmitgliedern ist nun lediglich noch Mark Kendall (Gitarre) übrig. Um sich herum hat er folgende Musiker versammelt: Terry Ilous (Gesang), Michael Lardie (Gitarre, Keyboard), Sean McNabb (Bass), Audie Desbrow (Schlagzeug). Sie alle sind sehr gute Musiker, die den GREAT WHITE-Sound phantastisch rüberbringen.
Das Cover hat, wie üblich, eine Verbindung zu ihrem Namenspaten, dem Weißen Hai, und es ragt eine dreieckige Rückenflosse im Meer herauf, das durch eine Welle unruhig wirkt. Darüber aber ein schöner kalifornischer Sonnenuntergang. Sehr geschmackvoll und eben „typisch GREAT WHITE“.

Der Sound ist, wie man von GREAT WHITE gewohnt ist. „Schlampiger“ Rock n’ Roll. Stimmlich und musikalisch nicht überraschend. Auch bei Great White weiß der Käufer, was er sich da kauft. Gutes, solides Handwerk, eine sehr gute Stimme. Harmonisch passen Instrumente und Stimme wieder mal gut zusammen.

Einstieg ist „(I’ve Got) Something For You“. Da geben GREAT WHITE ordentlich Gas und stimmen den Hörer auf “Elation” ein. Trotzdem ein melodischer Song, bei dem sowohl Stimme als auch Instrumente gut zur Geltung kommen. Eine kleine Solo-Einlage der Instrumente ist auch enthalten. Ein wirklich guter Rock-Song. „Love Train“ ist ein sehr ruhiger Song, von dem der Anfang etwas mehr erwarten lässt als er stattdessen darstellt. Kein schlechtes Stück, auch einfach typisch für die Südkalifornier. Stimmlich eine sehr gute Leistung, die Gitarren klingen ein kleines bisschen eintönig dabei. „Heart Of A Man“ ist schon wieder ein anderes Kaliber. Hier ist alles enthalten, was sich für ein gutes Rock n’ Roll-Stück gehört: Stimme, gitarrenlastiger, Bass und Drums aufeinander abgestimmt. „Hard To Say Goodbye” ist eine sehr schöne Ballade, die das Herz schwer macht. Gespielt im Akkustik-Stil und mit Herzschmerz gesungen. Ein schönes romantisches Gitarrensolo ist ebenfalls enthalten. „Shotgun Willie’s“ ist wieder schneller, flotter und doch so harmonisch-GREAT WHITE-ig wie man es gewohnt ist. Gitarren, Schlagzeug, Bass stimmen überein. Der Gesang von Terry ist das Tüpfelchen auf dem I. „Promise Land“ ist wieder so ein „Hintergrund-Song“, der sich nicht sehr hervortut, aber „eben GREAT WHITE“. Nett anzuhören und man geht etwas mit, aber er setzt sich vielleicht erst nach dem 5. Mal anhören fest statt direkt beim ersten Mal. Mit „Lowdown“ dasselbe. „Just For Tonight“ ist ein Stück, bei dem man mit dem Auto auf der Landstraße cruisen kann und sich wohl fühlt. Schöne Musik, man taktet ein wenig mit. Passt gut. Zum Abschluss mit „Complicated“ wieder ein echter Rocker, der Lust auf mehr GREAT WHITE macht.

Eine gute Scheibe, die eben keine Riesen-Überraschungen bietet, bei der man aber erfreut und erleichtert feststellt, dass manches immer noch bleibt, wie es ist.

Anspieltipps: : “(I’ve Got) Something For You”, “Heart Of A Man”, “Hard To Say Goodbye”, “Shotgun Willie’s”, “Just For Tonight”, “Complicated”

Fazit :  Hörer, die GREAT WHITE grundsätzlich mögen, werden sicherlich ihre helle Freude an „Elation“ haben. Manch anderem könnte es etwas langweilig sein, aber das ist eben immer die Geschmackssache. Möglicherweise keine Scheibe, die sich in den Charts hervorheben wird, aber für den Insider sind GREAT WHITE eine Größe und werden es sicherlich bleiben, denn bei ihnen kann man durchaus sagen: Bleibt so, wie Ihr seid!

WERTUNG:

Trackliste:

1.    (I’ve Got) Something For Your 4:14
2.    Feelin’ So Much Better 5:16
3.    Love Train 4:57
4.    Heart Of A Man 4:37
5.    Hard To Say Goodbye 5:29
6.    Resolution 5:17
7.    Shotgun Willie’s 5:18
8.    Promise Land 5:58
9.    Lowdown 6:09
10.    Just For Tonight 4:44
11.     Love Is Enough 6:18
12.     Complicated 4:24

Sandra

ANGEL KING – World Of Pain

Band: Angel King
Album: World Of Pain
Plattenfirma: Yesterrock
Veröffentlichung: 18.05..2012
Homepage: www.angelking.se

Sleaze Rock aus Schweden…das ist heute an der Tagesordnung. Skandinavien hat den USA schon lange den Rang als Mekka für Hair Bands abgelaufen. Seit dem Aufstieg eines gewissen Kurt Cobain ist dort nicht mehr viel zu holen und die Szene dümpelt bis auf ein paar Ausnahmen vor sich hin. In Skandinavien hingegen wächst die Anzahl an neuen Sleaze/Glam Bands spätestens seit der Jahrtausendwende stetig. ANGEL KING aus Stockholm sind die neueste Errungenschaft von Meantime Music, dem Sublabel von Yesterrock. Ende 2010 gegründet kommen sie jetzt mit ihrem Debüt „World Of Pain“ um die Ecke. Die Bandmitglieder hören auf solch prägnante Namen wie Jack Vegas (g.), Rock Boston (b.), Snake Denver (d.) oder Lazzy G. (v.). Allerdings hat Jack Vegas ganz ohne seine Mitstreiter angefangen, einige Songs dieses Silberlings zu schreiben, erst nach und nach fand sich die Band zusammen, die in Lazzy G. einen tollen Shouter in ihren Reihen hat. Sowohl der cleane Gesang als auch der Ausflug in kratzige Gefilde steht ihm gut zu Gesicht.

Mit „Dangerous“ beginnt das Album sehr vielversprechend, anfangs hat mich der Song etwas Zeit gekostet, aber nach mehrmaligem Hören kann man seine ganze Kraft und Schönheit erahnen. Der Titeltrack passe mit seinem eher düsteren Anstrich auf den ersten Blick so gar nicht in die Sleaze-Ecke, aber die coole Gitarrenarbeit und der etwas freundlichere Refrain lassen die Regenwolken gleich wieder verschwinden. Das Anfangsriff von „She Wants To Be Loved“ erinnert sehr an die vergangene Nummer und auch insgesamt kann der Song nicht an die ersten beiden heranreichen. „Living In The Wild Life“ steigert sich wieder etwas, bevor es mit „Enemy“ wieder ordentlich geilen Stoff auf die Lauscher gibt. Hier musizieren die Jungs einfach frei von der Leber weg, und diese Spontanität tut gut – ein Highlight. „Fahrenheit 541“ hätte man sich getrost sparen können, aber „Rock And Roll Doctor“ ist eine Gute-Laune-Nummer vom Feinsten und der wohl stärkste Song der Platte. „Get Up“ ist ein erneuter Zuwachs auf der Haben-Seite und mit „Wasteland“ verzetteln sich ANGEL KING dann doch etwas. Das abschließende „Last Generation“ hat noch einmal schön Dreck unter den Fingernägeln und zeigt, was für diese Band spricht. Der Song ist schon fast hymnisch und ist mit Streichern und Chören unterlegt.

ANGEL KING liefern auf ihrem Debüt einige äußerst starke Stücke ab, haben aber auch zwischendurch tiefe Löcher, die es zu überwinden gibt. Der Sound ist ziemlich düster gehalten für eine Sleaze-Combo und kommt leider etwas dünn rüber. Dass der Vierer aus Stockholm aber Spaß an der Sache hat und genügend Potential vorhanden ist, das kann ich nur bezeugen. Guter Einstieg ins Musikbiz – und wenn das Quartett weiter an sich arbeitet, haben wir eine ernstzunehmende Konkurrenz zu den WIG WAM´s, BAI BANG´s oder POODLES´ dieser Welt. „World Of Pain“ lässt schon einmal erahnen, was die Jungs auf dem Kasten haben.

WERTUNG:

Trackliste:

1. Dangerous
2. World Of Pain
3. She Wants To Be Loved
4. Living In The Wild Life
5. Enemy
6. Fahrenheit 541
7. Rock And Roll Doctor
8. Get Up
9. Wasteland
10. Last Generation

Stefan

EUROPE – Bag Of Bones

Band: Europe
Album: Bag Of Bones
Plattenfirma: Ear Music/Edel
Veröffentlichung: 27.04.2012
Homepage: www.europetheband.com

EUROPE sind wohl eines der besten Beispiele, wie sich eine Band nach einer erfolgreichen Karriere in den 80gern noch einmal komplett neu in die Herzen der Fans spielen kann, und das mit einer praktisch völlig anderen musikalischen Ausrichtung. Denn die ersten beiden Alben nach der Re-Union 2004 („Start From The Dark“ und „Secret Society“) waren tolle Werke, die aber die meisten alten Fans aufgrund ihrer modernen Ausrichtung vergrault haben sollten. Nach der Pleite des Labels Santuary Records, bei dem sie unter Vertrag standen, orientierte man sich nicht nur in dieser Richtung neu, denn das 2009er  Opus „Last Look At Eden“ paarte neue und alte EUROPE Trademarks und reichterte den Sound mit Blues bzw. 70ger Einflüssen an. Das bis dato beste Album seit der neuen Zeitrechnung im Hause EUROPE.

Was erwartet uns auf ihrem mittlerweile neunten Studioalbum, das auf den Namen „Bag Of Bones“ getauft wurde? Die Schweden sind noch tiefer in den Blues getaucht und beschwören die Anfänge von WHITESNAKE herauf, klingen aber nach wie vor nach EUROPE. Das könnte man als grobe Umschreibung zusammenfassen. Somit lässt sich feststellen, dass die erste Single-Auskopplung mit dem Titel „Not Supposed To Sing The Blues“ gar nicht so an den Haaren herbei gezogen ist. Aber die 10 Stücke plus Instrumental sind viel mehr. Denn sie präsentieren eine Band, die so viel Spaß an der Musik hat, und es auch zeigt.

Zu Beginn steht „Riches To Rags“ mit seinen schweren Riffs, die schon fast an Stonerbands erinnern. Die schon erwähnte Single „Not Supposed To Sing The Blues“ folgt gleich darauf, eins ist sofort klar: diese Nummer ist ein Hit. Der mitreißende Beat, die unvergleichliche Atmosphäre und ein Refrain zum Niederknien. „Firebox“ entführt den Hörer noch tiefer in die Welt von „Bag Of Bones“, bevor der Titeltrack fast alles Gehörte in den Schatten stellt. Ob das auch ein Verdienst des Gastmusikers JOE BONAMASSA ist, seines Zeichens Blues-Superstar der neuen Generation, kann jeder für sich entscheiden. Fest steht, dass die Schweden bis hierhin alles zu 100% richtig gemacht haben, und auch nach einem wirklich sehr starken Vorgänger wie „Last Look At Eden“ hätte ich eine solche Entwicklung nicht für möglich gehalten. Nach einem kurzen Instrumental („Requiem“) folgt „My Woman My Friend“, ein Stück, das nicht ganz an den bärenstarken Eingangs-Vierer anknüpfen kann. Auch „Demon Head“ kann mich nicht so mitreißen. Das ruhige „Drink And A Smile“ bügelt das aber gleich wieder aus – der Song hat eine ganz besondere Stimmung, einfach toll. Das rockige „Doghouse“ dürfte wieder das richtige Futter für alle Rocker sein und „Mercy You Mercy Me“ fällt leider wieder etwas ab.

Zum eigentlich letzten Stück auf „Bag Of Bones“ gibt es noch eine kleine Geschichte. Denn die Ballade „Bring It All Home“ soll nach dem Willen der Band das absolut letzte Lied sein, das sie jemals spielen werden, wenn die Zeit reif ist, für immer abzutreten. Klingt das nach einem Schlußstrich? Wenn man nach der Musik auf „Bag Of Bones“ geht, absolut nicht, denn EUROPE sind so quietschfidel wie nie und klingen zufrieden mit sich. Und wer immer noch nicht genug hat, der sollte sich die Japan-Version der Platte besorgen, denn der Bonustrack „Beautiful Desaster“ ist ein Gute-Laune-Rocker vom allerfeinsten. Schade, dass er nicht auf der regulären Scheibe gelandet ist, dieser Song hätte die Klasse noch einmal um ein kleines Stück gehoben.

Aber keine Bange, es bleiben noch 9 fette Punkte für dieses von Kevin Shirley (IRON MAIDEN, JOURNEY u.v.m.) perfekt produzierte Werk, das Laune auf die kommende Tour macht, wo mit Sicherheit auch die alten Fans ihre Hits zu Hören bekommen werden. Und bei der Gelegenheit können sie sich gleich von der Klasse von „Bag Of Bones“ überzeugen.

WERTUNG:

Trackliste:

1.Riches To Rags
2.Not Supposed To Sing The Blues
3.Firebox
4.Bag Of Bones
5.Requiem
6.My Woman My Friend
7.Demon Head
8.Drink And A Smile
9.Doghouse
10.Mercy You Mercy Me
11.Bring It All Home 

Stefan

HARDLINE – Danger Zone

Band: Hardline
Album: Danger Zone
Plattenfirma: Frontiers Records
Veröffentlichung: 18.05..2012
Homepage: www.frontiers.it

Manchmal gibt es Unterfangen, die von vorneherein zum Scheitern verurteilt sind. So z.B. der Versuch, an das Debüt der Amis HARDLINE heranzureichen oder es gar zu toppen. Zu gewaltig ist dieses Manifest melodischen Hardrocks von 1992, das die Gioeli-Brüder samt JOURNEY Saitenhexer Neil Schon (auch Ex-BAD ENGLISH), Dean Castronovo (ebenfalls BAD ENGLISH) und Bassist Todd Jensen erschaffen haben. Nicht nur, dass Johnny Gioeli, der seit 1998 regelmäßig sein Organ bei AXEL RUDI PELL zum Einsatz bringt, einer meiner Top 5 Lieblingssänger ist, auch „Double Eclipse“ zählt mindestens zu meinen Alltime Top 5 Alben. Als 2002 die Wiederauferstehung in Form des Albums „II“ zelebriert wurde, konnte nicht nur die bis auf Gioeli ausgewechselte Mannschaft nicht darüber hinwegtäuschen, dass sich die Zeiten einfach geändert hatten. Schlecht war auch dieser Rundling nicht – das gilt auch für das 2009er Werk „Leaving The End Open“ – aber die Genialität des Debüts wird man wohl nicht mehr erreichen.

Eigentlich hatte nicht nur ich gedacht, dass damit das Kaptiel HARDLINE damit ad acta gelegt werden würde, aber Frontiers Präsident Serafino Perugino hat Herrn Gioeli davon überzeugen können, ein weiteres Album unter dem HARDLINE Banner zu veröffentlichen. Wieder einmal sind die übrigen Musiker nur Statisten, außer Keyboarder und Songwriter Alessandro Del Vecchio, der für diese 12 neuen Stücke kompositorische Verantwortung übernimmt. Und das, obwohl mit Thorsten Koehne (g., EDEN´S CURSE), Anna Portalupi (b., MITCH MALLOY) und Francesco Jovino (d., U.D.O.) tolle Musiker am Start sind.

Ich lese mir ja immer zuerst den Promotext durch, um die Zeilen auf mich wirken zu lassen und danach die Musik für sich sprechen zu lassen. Oft steht dort ziemlich viel Müll und mit Superlativen wird bei praktisch keiner Band gegeizt (wenn doch, sind wahrscheinlich nicht mal die Promo-Mitarbeiter von der Qualität der Band überzeugt), aber im diesem Falle kann ich nichts finden, das nicht der Wahrheit entspricht.

Jetzt aber endlich zur Musik auf „Danger Zone“, zuvor aber noch eine kurze Bemerkung über den Sänger dieser Band: hat dieser Mann schon einmal in seinem Leben eine schlechte Leistung gebracht? Hat er schon einmal einen Song nicht zu einem Highlight gemacht? Johnny Gioeli hat eine der eindringlichsten, einzigartigsten und tollsten Rockstimmen auf diesem Planeten, und es gibt wirklich jede Menge gute Vokalisten. Damit dürfte klar sein, wie hoch die Erwartungen an Alessandro Del Vecchio waren, was seine Songs angeht.

Aber schon der Opener „Fever Dreams“ macht unmissverständlich klar, dass es in die absolut richtige Richtung geht. Das ist HARDLINE, wie es jeder Fan der ersten Stunde hören möchte. Das zieht sich praktisch durch die komplette Platte wie ein roter Faden. Songs wie „10000 Reasons“, „Stay“, „What I´d Like“ oder der Titeltrack knüpfen endlich an das Debüt an und lassen HARDLINE noch einmal richtig aufleben. Wenngleich auch der Sound nicht so kraftvoll ausgefallen ist wie auf dem Debüt, was ich etwas schade finde. Das letzte Drittel der Songs kann nicht mehr mit dem typischen HARDLINE-Charme spielen, und man merkt ihnen etwas an, dass es Fremdkompositionen sind, aber wir schreiben nun nicht mehr das Jahr 1992, und aus der Band HARDLINE ist ein Projekt geworden.

Man muss Mr. Del Vecchio echt ein Kompliment machen, denn einige seiner Songs sind wirklich sehr gut geraten und praktisch jede Band würde sich die Finger ablecken, ein paar von diesen Stücken im eigenen Repertoire zu haben. Aber dieser ewige Projekt-Charakter macht tief in meinem Herzen einiges zunichte. „Danger Zone“ ist zumindest in der ersten Hälfte ein tolles Album, aber mit dem 1992er Debüt „Double Eclipse“ kann es sich einmal mehr nicht messen. Trotzdem ist es das vermeintlich beste Werk seit 20 Jahren. Für alle, die das Hammerdebüt geliebt haben, werden „Danger Zone“ mögen (nicht andersherum :-))
Wir haben es hier mit einer Platte zu tun, die einen hin und her schwanken lässt: auf der einen Seite haben wir einige superbe Songs (die nun mal in Auftragsarbeit entstanden sind), auf der anderen Seite sind HARDLINE tot, darüber können auch die teilweise tollen Momente nicht hinwegtäuschen.

WERTUNG: 

Trackliste:

1. Fever Dreams
2. 10000 Reasons
3. Danger Zone
4. What I´d Like
5. Stronger Than Me
6. Never Too Late For Love
7. Stay
8. I Don´t Wanna Break Away
9. Look At You Now
10. Please Have Faith In Me
11. Show Me Your Love
12. The Only One

Stefan

WIG WAM – Wall Street

Band: Wig Wam
Album: Wall Street
Plattenfirma: Frontiers Records
Veröffentlichung: 18.05.2012
Homepage: www.wigwam.no

Die norwegische Glam-Kapelle WIG WAM ist zumindest vom Erscheinungsbild her kein typischer Vertreter ihrer Zunft. Denn die Klamotten und Accessoires schreien eher nach Satire a´la STEEL PANTHER. Trotzdem ist den vier Musikern mit den klingenden Namen GLAM (v.), FLASH (b.), TEENY (g.) und SPORTY (d.) schon drei mal gelungen, tolle Glam/Sleaze Platten zu fabrizieren, die sich heute noch regelmässig in meinem Player drehen. Angefangen mit dem Debüt „667 – Neighbour Of The Beast“ 2004, das 2005 unter dem Titel „It´s Hard To Be A Rock´n Roller“ mit einigen neuen Songs erneut veröffentlicht wurde, über „Wig Wamania“ in 2006 bis hin zu „Non Stop Rock´n Roll“ 2009 hat man sich immer auf höchstem Party-Niveau gehalten. Dass die Songs nichts für Frickel-Freunde oder Hörer anspruchsvoller Musik sind, liegt in der Natur der Sache. Deshalb war die Freude groß, die ersten News über eine neue Scheibe der Glam-Kings aus Norwegen zu lesen.

Die Vorab-Single, die gleichzeitig der Titeltrack ist, verspricht einiges. „Wall Street“ ist ein WIG WAM Song, wie er im Buche steht. Da freut sich der Fan. Auch das folgende „OMG! (I Wish I Had A Gun)“ kann noch teilweise halten, was das Etikett verspricht, allerdings ist der Song schon etwas holpriger. Was sich die Herren aber ab Stück Nummer 3 leisten, kann man auch nach fast 10 Durchläufen nur mit offenem Mund und ohne Kommentar hinnehmen. Obwohl, ein paar Worte muss ich doch darüber verlieren. „Victory Is Sweet“ klingt nach dem x-ten Aufguß der POODLES (die sich ja auf ihrem letzten Output auch nicht mit sonderlich viel Ruhm bekleckert haben), der total langweilig aus den Boxen kriecht. „The Bigger The Better“ ist WIG WAM light ohne Biss – außerdem klingt der Song irgendwie unfertig, schon nach knapp 3 Minuten ist er zu Ende. „Bleeding Daylight“ biedert die Kollegen von H.E.A.T. an, die gerade mit „Address The Nation“ einen Überhammer auf ihr Konto verbuchen konnten und das total langweilige und uninspirierte Ballädchen „Tides Will Turn“ will echt keiner hören. Bei „Wrong Can Feel So Right“ möchte man die Coolness von Bands wie THE QUIREBOYS oder den DIAMOND DOGS interpretieren, was abermals gehörig in die Hosen geht. Weitere Kommentare zu den restlichen Songs erspare ich mir und Euch einfach mal. Einzig das abschließende Instrumental „Things Money Can´t Buy“ ist spielerisch wirklich Klasse und macht auch Spaß.

Fazit: Auf Album Nummer vier verkümmern die norwegischen Glam-Kings zu Statisten, da gibt es weder GLAM, es stellt sich kein FLASH ein, hier möchte man absolut kein TEENY sein und SPORTY ist hier auch nix. Selten war ich so enttäuscht, denn eigentlich waren die bisherigen Alben der Jungs ein Selbstläufer, die man sich blind in den Einkaufswagen legen konnte.

WERTUNG:

Trackliste:

1.Wall Street
2.OMG! (I Wish I Had A Gun)
3.Victory Is Sweet
4.The Bigger The Better
5.Bleeding Daylight
6.Tides Will Turn
7.Wrong Can Feel So Right
8.One Million Enemies
9.Try My Body On
10.Natural High
11.Things Money Can´t Buy

Stefan

NIGHTMARE – The Burden of God

Band: Nightmare
Album: The Burden of God
Spielzeit: ?? min
Plattenfirma: AFM Records
Veröffentlichung: 18.05.2012
So viele gute französische Metalbands in der Weltspitze gibt es leider nicht. NIGHTMARE gehören mittlerweile seit fast 30 Jahren dazu. Die Kombo musiziert also mittlerweile schon seit einiger Zeit zusammen, unterbrochen nur von einer knapp zehnjährigen Pause in den 90igern.
Die Band versteht es seit Anfang an ihren Heavy und Power Metal gekonnt in Szene zu setzen und der Meute zu präsentieren. Für ihr neues Album „The Burden of God“, welches dieser Tage erscheint, konnte man sich die Dienste der französischen Produzentenlegende Patrick Liotard sichern, der auch einige Songideen auf dem Album beigesteuert hat.
Markenzeichen der Band waren schon immer die teilweise recht trashigen Gitarrenriffs und der auffällige Gesang von Fronter Joe Amore. Auch dies wird uns auf dem neuen Album erhalten bleiben.
Einen Wechsel mussten die Jungs nur an der Gitarrenfront vornehmen. Matt Asselberghs bedient die Rythmusgitarre seit Neustem. Ansonsten hat sich nichts geändert, denn das gesamte Lineup liest sich wie folgt, Jo Amore (Gesang)
Franck Milleliri (Gitarre), Matt Asselberghs (Gitarre), Yves Campion (Bass) und
David Amore (Drums).
Mit dem atmosphärischen Intro „Gateways to the Void“ steigen wir in die Scheibe ein. Danach schließt sich direkt der Eröffnungskracher „Sunrise in Hell“ an. Die Riffs sitzen an der richtigen Stelle, Fronter Jo röhrt wie eh und je und der Chorus ist eine absolute Granate. So muss ein Opener klingen!
Der folgende Titeltrack „The Burden of God“, kann zwar nicht ganz so einen geilen Chorus bieten, ist aber musikalisch härter und besticht durch ordentlich Druck. Kommt gegen den überragenden Vorgänger nicht ganz an, gehört aber trotzdem zu den besseren Nummern auf der Platte.
Im Midtempobereich angesiedelt, erfreut uns dann das starke „Crimson Empire“. Hier ist das überragende, einfach das Gesamtkonzept in Form von der Melodie, dem Chorus und einfach den unglaublichen Drive den die Nummer hat. Sehr gut!
Sehr atmosphärisch ist „The Preacher“ in der Mitte der Platte gehalten. Nach und nach entwickelt sich aber in der Folge ein reinrassiger Metal Stampfer der recht ordentlich umgesetzt ist.
Im letzten Teil der Platte ist „The Shattered Hearts“ wieder eine absolut Ohrbombe geworden, bei „Dominion Gate (Part III) können wir ein schönes Power Metal Duett bewundern und das abschließende „Finale Outcome“ ist recht melodisch geraten, beschließt die Platte aber ganz ordentlich. Gegen den bärenstarken ersten Teil, kommen die Songs insgesamt aber nicht mehr heran.
Anspieltipps:
Die absoluten Ohrbomben sind hier auf jeden Fall “Sunrise in Hell”, “The Burden of God”, “Crimson Empire”, “The Shattered Hearts” und “Dominion Gate (Part III).
Fazit :
Hmm die neue Scheibe von NIGHTMARE macht es mir nicht leicht zu einem eindeutigen Urteil zu kommen. Manche Tracks sind richtig geil und brennen sich quasi in die Gehirnwindungen, andere Nummern rauschen ordentlich an einem vorbei. Das NIGHTMARE ordentlich Potential haben, haben sie ja in ihrer Bandkarriere schon das Ein oder Andere Mal bewiesen.
In der Summe gibt es aber mehr starke Tracks, als richtig schwache und ein weiterer großer Pluspunkt ist Fronter Jo, der einfach eine bärenstarke Leistung abliefert.
Also insgesamt eine ordentliche Leistung die man uns hier präsentiert und Power Metal Fans sollten auf jeden Fall gefallen an “The Burden of God” finden.
WERTUNG:
 
Trackliste:
01. Gateways to the Void (Intro)
02. Sunrise in Hell
03. The Burden of God
04. Crimson Empire
05. Children of the Nation
06. The Preacher
07. Shattered Hearts
08. The Doomsday Prediction
09. The Dominion Gate (Part III)
10. Finale Outcome
Julian

MAGISTARIUM – Faith in Salvation

Band: Magistarium
Album: Faith in Salvation
Spielzeit: ?? min
Plattenfirma: Eigenproduktion
Veröffentlichung: bereits veröffentlicht
Absolut begabte Newcomerbands findet man recht selten. Die Power Metaller MAGISTARIUM muss man aber zweifelsohne zu einer der talentiertesten und vielversprechensten Newcomer Metalbands im deutschen Raume zählen.
Gegründet haben sich die Jungs 2005 nachdem die Gründungsmitglieder Oleg und Michael sich im Deutschkurs, die beiden stammen gebürtig aus der Ukraine bzw. Russland, kennen gelernt haben.
Schnell faste man den Plan eine eigene Band mit eigenen Songs auf die Beine zu stellen. Man schreibt also neun Songs, komplettiert die Band durch einen weiteren Gitarristen, Bassisten und einem Schlagzeuger und ist nun, nachdem Sänger Oleg auch die Keyboards übernimmt, ready to rock. Man spielt ein paar Livegigs und im Jahr 2009 beschließt man mit Herman Frank (ACCEPT) als Produzenten das Debütalbum zu produzieren. Zwischendurch heimst Gitarrist Michael mal eben einen dritten Platz beim Marshall Guitar Master Contest ein und Oleg gewinnt einen internationalen Gesangswettbwerb in seinem Heimatland.
Vor Besetzungswechseln ist man leider nicht gefeilt, das aktuelle Lineup liest sich so, Oleg Rudych (Gesang) Michael Pesin (Gitarre), Peter Hartmann (Bass), Volker Brandes (Keyboard) und Sebastian Busch (Schlagzeug).
2012 will man das zweite Album angehen, wir wenden wir uns jetzt aber erstmal dem Debütalbum „Faith in Salvation“ zu. Der gleichnamige Titeltrack erwartet uns direkt als Opener. Ein keyboardlastiger Midtempotrack der durch seine gekonnte Melodieführung und dem Ohrwurmchorus auffällt. Auffällig ist auf jeden Fall auch der Gesangsstil von Fronter Oleg, dieser ist ein wenig nasal und klassisch angehaucht und klingt daher nicht alltäglich. Guter Wiedererkennungswert und eine bärenstarke Performance von Oleg und auch den Rest der Truppe!
Das folgende „Abigor“ beginnt ein wenig ruhiger, bevor auch hier wieder ordentlich die Post abgeht. Pluspunkte der Nummer sind auch wieder der absolut überzeugende Chorus und die schöne Melodieführung. Ein Volltreffer!
Bei „What Eternity holds“ geht es ein bisschen mehr in die Bombastmetalrichtung, „Judegment Day“ geht aber wieder in die Power Metal Richtung. Beide können aber nicht ganz an die saustarken Vorgänger anschließen und gehen daher ein klein wenig unter, gut gemacht sind sie aber beide auf jeden Fall.
„Who are we“ ist ein Metalstampfer wie er im Buche steht, durchdringende Riffs und ein absolut livetauglicher Chorus sind die Eckpunkte der Nummer. Geiler Song!
Bei „The Loss“ holt der gute Oleg mal wieder alles aus sich heraus was er zu bieten kann, eine atmosphärische Nummer die ganz klar von seinem Gesang und der dezenten Umsetzung auffällt. Auch absolut hörenswert.
Der letzte Teil der Scheibe ist angebrochen und hier können „In Spite of Death“ und der Abschlusstrack „Countdown“ richtig einschlagen. Gerade „Countdown“ ist eine Mördergranate geworden. Die Nummer wächst mit jedem Mal mehr und ist für mich zusammen mit dem „Titeltrack“ eine DER Power Metal Nummer des bisherigen Metaljahres!
Anspieltipps:
Die absoluten Mördersongs sind auf jeden Fall “Faith in Salvation”, “Abigor”, “Who are we”, “The Loss” und “Countdown”.
Fazit :
Ich habe es schon ein bisschen vorweg genommen, das selbstproduzierte Debütalbum von MAGISTARIUM hat mich wirklich umgehauen. Die Jungs agieren wie Profis und haben auch mit der Wahl von Herman Frank als Produzenten alles richtig gemacht. Die Platte besticht durch ihre durchweg starken Songs, die Mischung aus Eingängigkeit, Melodie und Heavyness und natürlich durch die wirklich starke Leistung des Gitarros Michael und des Fronters Oleg.
Geile Band, geile Platte, ich bin sehr gespannt auf die nächste Scheibe und den Namen MAGISTARIUM sollte man sich auf jeden Fall merken!
Eine klare Kaufempfehlung meinerseits!
WERTUNG:
Trackliste:
01. Faith in Salvation
02. Abigor
03. What Eternity Holds
04. Judegment Day
05. Who are we
06. The Loss
07. Tyrant
08. In Spite of Death
09. Countdown
Julian

LULLACRY – Where Angels fear

Band: Lullacry
Album: Where Angels fear
Spielzeit: ?? min
Plattenfirma: Scarlet Records
Veröffentlichung: 16.04.2012
Die finnische Gothic Metalband LULLACRY ist wohl sowas wie der Urvater aller finnischen, weiblich gefronteten Gothic Metalbands. Das kann zwar sein, belegen kann ich das aber leider nicht. Habe ich doch von ihnen noch nie etwas gehört.
Naja man muss ja nicht alles kennen.
Das letzte Album „Vol.4“ der Band erschien 2005 und dieser Tage bringt man das neue Langeisen „Where Angels fear“ unters Volk.
Stilistisch haben wir es mit einer Mischung aus Symphonic und Gothic Metal/Rock zu tun. Leider lassen sich keine weitere Information aus dem mir vorliegenden Promosheet herausbekommen.
Tja etwas mager die Infos, aber gut lassen wir anstatt dessen einfach die Musik sprechen.
Mit dem ersten Track „Antidote to you“ legen LULLACRY los. Die Nummer bewegt sich eher im Midtempobereich und fällt mit dem eingängigen Chorus auf jeden Fall direkt ins Auge. Die Strophen der Nummer sind zwar ein wenig einfallslos, trotzdem geht der Opener noch in Ordnung und weckt das Interesse.
Das folgende „Still an Angel“ kommt etwas besser aus den Boxen, überzeugt hier doch nicht nur der Chorus, sondern auch der Rest des Songs. Die Nummer kann auf jeden Fall als Volltreffer verbucht werden.
Als Volltreffer können auch die nächsten beiden Songs „Thousand Suns“ und das Duett „Feel my Revenge“ verbucht werden. Beide stilistisch zwar total unterschiedlich, bieten sie beide doch erstklassige Gothic Metal Bedienung.
Beide Daumen ganz klar nach oben für diesen starken Doppelpack!
Das in der Mitte angesiedelte „All behind“ lässt sich auf jeden Fall auch gut hören und der Mix aus Härte und ruhigen Klängen ist gelungen. Zum Anspieltip reicht es leider nicht ganz, dafür waren die Vorgänger zu stark.
Schon sind wir im letzten Abschnitt der Platte gelandet wo uns das krachende „I’am“ empfängt. Wie zuvor schafft es die Band auch hier nicht ganz an die starken ersten Songs anzuknüpfen, ordentlich umgesetzt ist die Nummer aber auf alle Fälle.
Hmm das letzte bisschen fehlt aktuell ein wenig, mal schauen ob das bald wieder besser wird…
Leider passiert das erst mit dem Titeltrack „Where Angels fear“. Hier haben LULLACRY wieder alle Stärken gesammelt und präsentieren uns ein wunderbar melodisches Stück, welches zu Recht das Titelstück ist.
Der Abschlusstrack „Stay“ ist eine ruhige Nummer geworden, die zum träumen und nachdenken anregt, leider haben wir auch hier wieder nur guten Durchschnitt.
Anspieltipps:
Die überzeugendsten Tracks auf “Where Angels fear” sind “Still an Angel”, “Thousand Suns”, “Feel my Revenge” und “Where Angels fear”.
Fazit :
Das neue Werk von LULLACRY fängt auf jeden Fall richtig stark, leider flacht die Scheibe im Mittelteil ziemlich ab und die Qualität kann nicht ganz gehalten werden.
Man lässt da auf jeden Fall ordentlich Punkte liegen, denn der Anfang ist wie gesagt richtig überzeugend. Gesanglich und instrumental ist alles im grünen Bereich und auch die Produktion kann sich hören lassen.
Freunde von Gothic und Melodic Metal Klängen mit weiblicher Frontfrau sollten hier einfach mal genau hinhören und dann entscheiden ob sie ihre Euros hier investieren wollen.
WERTUNG:
 
Trackliste:
01. Antidote to you
02. Still an Angel
03. Thousand Suns
04. Feel my Revenge
05. Bad Blood
06. All behind
07. Gone are the Days
08. I’am
09. Broken (Into Pieces)
10. Where Angels fear
11. Stay
Julian