CANDLEMASS – Nightfall (Klassiker der Woche)

Band: Candlemass
Album: Nightfall
Spielzeit: 46:30 min.
Veröffentlichungsjahr: 1987
Plattenfirma: Axis Records
Stilrichtung: Doom Metal
Homepage: www.candlemass.se

Geschafft! Kurz vor dem Festivalsommer 2002 hatte ich meinen Zivildienst beendet und
mir vom Abschiedsgeld eine Karte für die Hard Union 2002 gekauft, ein Kombi-Ticket
für Bang Your Head, With Full Force und Wacken Open Air. Mir bis dato unbekannte
Bands wurden wie üblich recherchiert und siehe da – eine Band namens CANDLEMASS
spielte auf allen drei Festivals.

Anscheinend war ich auf eine Bildungslücke meinerseits gestoßen – schließlich muss die Band ja eine gewisse Bedeutung haben wenn sie gleich auf allen drei Hochzeiten tanzt.

„Epischer Doom Metal“, „Kult“, „Meilenstein“, „Doomgötter“ – diese Begriffe tauchten auf, egal welche Quelle ich zu CANDLEMASS durchstöberte. So stand ich dann im Plattenladen, fragte nach der Band und bekam deren zweites Werk „Nightfall“ in die Hand gedrückt.

Das Intro „Gothic Stone“ beginnt düster und geheimnisvoll und bildet einen fließenden Übergang zu „The well of souls“ – hypnotische Gitarren und schwere Riffs wälzen sich durch die Gehörgänge, dazu der intensive und opernhafte Gesang von Messiah Marcolin der auf „Nightfall“ seinen Einstand in der Band gibt. Der treibende Rhythmus fesselt von der ersten Sekunde.

Es folgt mit „Codex Gigas“ ein weiteres instrumentales Stück als Überleitung zu „At the Gallows end“ in welchem wir einen Todeskandidaten an seinem letzten Sonnenaufgang begleiten, kurz bevor er am Galgen endet. Die Emotionen die Messiah durch seinen Gesang vermittelt, lassen mich sprachlos zurück – in meinen Augen einer der besten Doom Metal Songs überhaupt.
Die spielerische Leichtigkeit mit der die Band zwischen langsamen und schnelleren Passagen wechselt ist schlicht und ergreifend genial.

Den Einfluss von BLACK SABBATH auf den Sound von CANDLEMASS hört man besonders bei „Samarithan „, einem schleppenden und trotzdem erhabenen Stück, welches sich mit dem biblischen Gleichnis um Nächstenliebe und Mildtätigkeit beschäftigt. Songwriting, Gesang und handwerkliche Umsetzung der Musiker sind auch hier wieder perfekt. Ein Song, der unter die Haut geht.

„Marche Funebre“ von Frédéric Chopin bekommt ein doomiges Gewand und dient erneut als einleitendes Instrumentalstück für „Dark are the veils of death“, eine sehr groovige und flotte  Nummer.

Das melancholische „Mourner’s Lament“, der Groover „Bewitched“ mit seinem legendären „Doomdance“ Video und das abschließende Instrumental „Black Candles“ fügen sich nahtlos in das Gesamtbild der Platte.

Die vier instrumentalen Songs des Albums bilden gekonnt die Bindung zwischen den „echten“ Songs, welche „Nightfall“ zu einem Gesamtkunstwerk abrunden und stellen keine Lückenfüller dar, um die Spielzeit etwas nach oben zu treiben.

Hier passt einfach alles zusammen, Songwriting, Produktion, Lyrics, das geheimnisvolle und düstere Cover von Thomas Cole aus seiner Reihe „The Voyage of Life“ und natürlich die fantastische instrumentale und gesangliche Leistung der Musiker.

Fazit: Ring brother, ring for me! Ich ziehe die Höchstnote.

Lineup:

Messiah Marcolin (Vocals)
Lars „Lasse“ Johansson (Guitars)
Jan Lindh (Drums)
Leif Edling (Bass)
Mats „Mappe“ Björkman (Guitars)

Trackliste:

1. Gothic Stone 00:48 (Instrumental)
2. The Well of Souls 07:27
3. Codex Gigas 02:20 (Instrumental)
4. At the Gallows End 05:48
5. Samarithan 05:31
6. Marche Funebre 02:22 (Instrumental)
7. Dark Are the Veils of Death 07:08
8. Mourners Lament 06:10
9. Bewitched 06:38
10. Black Candles 02:18 (Instrumental)

Chris

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BB STEAL – On The Edge (Klassiker der Woche)

Band: BB Steal
Album: On The Edge
Spielzeit: 47:35 min.
Veröffentlichungsjahr: 1991
Plattenfirma/Vertrieb: Phonogram/Warner
Stilrichtung: Melodic Rock

Die Geschichte der australischen Rockband BB STEAL geht zurück bis an den Anfang der Achtziger Jahre, als ein paar Jungs aus der Nähe von Sydney sich zusammentaten und die Gruppe BOSS gründeten. Ihr Debüt „Step On It“ wurde von RCA veröffentlicht. Aufgrund diverser Querelen wegen des Bandnamens (unter anderem auch mit DEM Boss, BRUCE SPRINGSTEEN) entschieden sich die Jungs, die Combo in BB STEAL umzutaufen, was soviel heißt wie BEG BORROW STEAL.

Ausgerüstet mit neuer Identität wurde sofort wieder gerockt. Die erste Single „I Believe“ hatte leider nur moderaten Erfolg. DEF LEPPARD´s Phil Collen produzierte daraufhin ihre nächste Single „Heartbeat Away“. Ein Song, der neben neun weiteren auch auf dem Debüt „On The Edge“ zu finden war. BB STEAL sind eine Mischung aus BON JOVI und DEF LEPPARD, wobei der Anteil LEPPARD schon ziemlich hoch war (kein Wunder bei dem Co-Produzenten). Auch Sänger Craig Csongrady trägt seinen Teil dazu bei, denn sein Organ ist dem von Joe Elliot in weiten Teilen ziemlich ähnlich. Was aber ganz der Verdienst der Band ist und nicht von außen beeinflusst wurde, sind Knallersongs wie „Big Love“, „Suffer In Silence“ oder „Live It Up“.

Leider klingt der Rundling nicht wie aus einem Guss, was daran liegt, dass fünf der Songs von Rob Jacobs gemischt wurden und die restlichen fünf von Pete Woodroffe. Trotzdem ist „On The Edge“ ein echter Klassiker mit jeder Menge Hits, egal von wem sie gemischt wurden. Diese CD gehört zu 100 Prozent in jedes gute Hardrock-Sortiment. Geiles Teil!

Mit „Resurrection“ ist nach über 20 Jahren wieder ein neues Album am Start, was es damit auf sich hat, werden wir bei Gelegenheit einmal für Euch untersuchen.

Stefan

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PUSH – Shaken, Not Stirred (Klassiker der Woche)

 Band: Push
Album: Shaken, Not Stirred
Spielzeit: 46:04 min.
Veröffentlichungsjahr: 1998
Plattenfirma/Vertrieb: Z Records
Stilrichtung: Hardrock

Heute haben wir schon wieder einen Vertreter der jüngeren Generation in unserer Rubrik „Klassiker der Woche“. Natürlich ist das Ermessenssache, ein Album schon nach 15 Jahren als Klassiker zu bezeichnen aber mit diesem superben Rundling möchten wir einfach mal zeigen, dass in den 90ern nicht alles Mist war, was sich da so auf dem Markt getummelt hat. Klassischer Hardrock bzw. Heavy Metal war ja praktisch tot, aber die ein oder andere Platte gab es doch, die es auch heute noch wert ist, entdeckt zu werden.

PUSH leben in erster Linie von Martie Peters´ charismatischer Stimme, die sich am Besten mit der von Mike Tramp (WHITE LION) vergleichen lässt. Rauchig, melancholisch und trotzdem äußerst kraftvoll, so dass jede Ballade zum Herzzerreißen schön und jeder Rocker absolut kickin rüberkommt.

Die Songs auf „Shaken, Not Stirred“ sind zwar ziemlich einfach gestrickt, aber wen stört das schon auf einer straighten Rock´n Roll-Scheibe? Songs wie „Never Again“, „Ship Comes In“ oder „“Heart Attack“ sind jedenfalls bis heute ein absolutes Highlight und der Grund, warum dieses Album hier seinen Platz findet. Auch die Balladen „Those Were The Days“, „Need You Here“ und „Alone“ sind absolute Spitzenklasse und stehen dem „Weißen Löwen“ in nichts nach.

Leider war das Artwork und die Aufmachung des Booklets sehr lieblos und einfach, aber das ist ja fast schon normal im Hause Z Records. „Shaken, Not Stirred“ war bereits der zweite Release des Vierers, die nach dem Erstling „Maximum Entertainment“ (1996) noch die fast genauso geile Scheibe „On The Run“ (2000) nachgeschoben haben. Danach trennten sich die Wege der Dänen und die vierte CD „4 The Love Of The Game“ (2002) stellte Frontmann Martie Peters dann in Eigenregie in die Regale. Leider waren darauf aber höchstens 3 gute Songs vertreten und somit hat sich die Sache dann in Wohlgefallen aufgelöst. Martie Peters gründete ein paar Jahre später seine MPG (Martie Peters Group) und hat bis dato 2 Alben veröffentlicht, wobei das erste sehr an die glorreichen Zeiten von PUSH erinnert hat.

Stefan

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BRITNY FOX – Boys In Heat (Klassiker der Woche)

Band: Britny Fox
Album: Boys In Heat
Spielzeit: 51:19 min.
Veröffentlichungsjahr: 1989
Plattenfirma/Vertrieb: Columbia/CBS
Stilrichtung: Hardrock/Sleaze

So schwer ist mir die Auswahl eines Albums für diese Rubrik noch nie gefallen. War BLACK´N BLUE schon eine schwere Geburt, schwankte ich bei BRINTY FOX wochenlang zwischen dem Debüt und dem zweiten Album „Boys In Heat“. Nun hat es tatsächlich die 1989 erschienene Langrille „Boys In Heat“ geschafft, nicht zuletzt wegen ihres Überhits „Stevie“ und der Tatsache, dass diese Nummer früher zum Standard unserer Rockdisco gehörte. Aber mal der Reihe nach, denn zuerst wollen wir ein wenig auf die Anfangstage dieser Band aus Philadelphia eingehen.

Im Sommer 1985 fiel der Startschuß für die Jungs, indem Sänger Dean Davidson Mitglieder für eine neue Band sucht und dabei auf die ehemaligen CINDERELLA-Mucker Michael Kelly Smith (g.) und Tony Destra (d.) trifft und zusammen mit Bassist Billy Childs die Runde komplett macht. Nach einem vielversprechenden Demo „In America“ krallt sich CBS Ableger Columbia die Combo und bringt 1988 die selbstbetitelte Premiere auf den Markt. Leider nicht mehr mit Tony Destra an den Drums, denn dieser hatte im Februar 1987 einen tödlichen Autounfall. Für ihn wurde Johnny Dee von WAYSTED verpflichtet.

Nach Heavy Rotation von „Girlschool“ und „Long Way To Love“ auf MTV verkaufte sich die Platte ca. eine Million Mal und war damit auch die kommerziell erfolgreichste von BRITNY FOX. Dass der im Jahr darauf folgende zweite Streich „Boys In Heat“ mit ungefähr der Hälfte verkaufter Einheiten zumindest in der Rubrik Absatzzahlen eine herbe Enttäuschung war, täuscht aber nicht darüber hinweg, dass der Sound der Jungs sichtlich gereifter und ausgefeilter aus den Boxen quoll und in Sachen Qualität durchaus gegen den Erstling anstinken kann. Allen voran natürlich das göttliche „Stevie“, aber auch der flotte Opener „In Motion“, das supermelodiöse „Long Way From Home“, das straighte „Standing In The Shadows“ oder die sehr gelungene NAZARETH Adaption „Hair Of The Dog“ zeichnen das Bild eines aufsteigendes Sterns.

Auch die Produktion von Neil Kernon ist allererste Sahne und up to date. Anschließend geht es mit ALICE COOPER und GREAT WHITE auf große Europatour, aber es kommt, wie es kommen muss. Nach einem Bandmeeting gibt es eine handgreifliche Auseinandersetzung zwischen Shouter Dean Davidson und Gitarrist Michael Kelly Smith, die darin gipfelt, dass Davidson seine 7 Sachen zusammenkramt und die Band verlässt. Neuer Sänger wird Tommy Paris, mit dem noch die echt gute Platte „Bite Down Hard“ eingezimmert wird, aber danach verstreuen sich die Bandmitglieder in sämtliche Winde.

Damit hätte das Kapitel BRITNY FOX auch besser geschlossen werden sollen, denn alles, was danach kam, war nur noch irgendein aufgewärmtes Gebräu, das mit dem Spirit der Zeit zwischen 1987 und 1991 rein gar nichts mehr zu tun hatte. „Boys In Heat“ ist neben dem Debüt eine der geilsten Platten dieser Ära und spricht für eine Band, die alles hatte, um so groß wie MÖTLEY CRÜE oder POISON zu werden.

Stefan

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PINK CREAM 69 – Electrified (Klassiker der Woche)

Band: Pink Cream 69
Album: Electrified
Spielzeit: 54:00 min   
Plattenfirma: High Gain Records
Veröffentlichung: 18.03.1998
Homepage: www.pinkcream69.com

Nachdem sich Ex-Pinkie Sänger Andi Deris 1994 Richtung Helloween verabschiedet hatte, befanden sich PC’69 eine Weile lang im musikalischen Niemandsland ohne so genau zu wissen wohin die Reise eigentlich gehen soll. Schon das letzte, mit Andi Deris eingespielte Album „Games People Play“ war um einiges düsterer und ernster als seine beiden Vorgänger ausgefallen. Ein Zustand der sich 1995 mit dem Album „Change“ (ab sofort mit dem Engländer David Readman am Mic ) sogar nochmal um einiges verstärken sollte.

Vorbei waren die Zeiten als PINK CREAM 69 für sehr eingängigen und melodischen Hardrock standen, auf dieser Scheibe gings sehr alternativ-like und grungig zu. Von Seiten der Fans kam es wie es kommen musste – das Werk floppte bei einem Großteil der Anhängerschaft (und an den Verkaufskassen) monumental. Zu allem Überfluss verlor die Band dann auch noch den Majorvertrag mit Epic/Sony und nicht wenige (mich mit eingeschlossen) gaben auf der Band keinen Pfifferling mehr.

1997 dann die kommerzielle und vor allem künstlerische Wende. Ausgestattet mit einem neuen Plattenvertrag nahmen die Jungs das gute bis sehr gute „Food For Thought“ – Album auf. Genretechnisch war das Material auf der Scheibe immer noch ein wenig in modernere Rockgefilde anzusiedeln, allerdings gab es nun auch wieder verstärkt die zwingenden Melodien und Hooklines die man vor allem auf „Change“ noch so vermisst hatte. Ein Jahr später dann der ganz große Knall in Form von „Electrified“.

Was auf diesen Album gezockt wird, ist kaum zu fassen. Allerbester Heavy Rock, vom Härtegrad her oft an der Grenze zum Metal, ganz große Melodien, arschgeile Soli, göttlicher Gesang von David Readman (Andi Deris? Kennsch net!) und Hits,Hits,Hits! Tut euch einen Gefallen und hört einfach mal rein!

Anspieltipps:
„Shame“, „Break The Silence“, „Burn Your Soul“

Lineup:

David Readman : Vocals
Alfred Koffler : Gitarre
Dennis Ward : Bass
Kosta Zafiriou : Drums

Trackliste:

 1.Shame
 2. Stranger In Time
 3. Break The Silence
 4. Electrified
 5. Over The Fire
 6. Losing My Faith
 7. Higher Kind Of Life
 8. Burn Your Soul
 9. Rocket Ride
 10. Best For You
 11. Gone Again

Marco

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KROKUS – One Vice At A Time (Klassiker der Woche)

Band: Krokus
Album: One Vice At A Time
Spielzeit: 36:36 min.
Veröffentlichungsjahr: 1982
Plattenfirma/Vertrieb: Arista/BMG Ariola
Stilrichtung: Hardrock

Riffbetonter Rock der Marke AC/DC, das ist das Steckenpferd der Schweizer Vorzeigerocker von KROKUS. Viele werden sie als pure Klone hinstellen, aber wer sich ein wenig mit der Musik der „Gewürgten“ beschäftigt, wird auch einige eigene Trademarks herausfinden. Der Bandname entstand zum einen daraus, dass natürlich in den Schweizer Alpen viele dieser Pflanzen blühen, zum anderen besteht der Name aus „Krok“ und „us“, was übersetzt soviel bedeutet wie würgt uns oder gewürgt.

Der Zickzack-Kurs in der Karriere der Eidgenossen ist nicht zuletzt auf die schier unzähligen Besetzungswechsel zurückzuführen. Schon aus aktuellem Anlaß, nämlich ihrem gegenwärtigen Hammeralbum „Dirty Dynamite“ (Rezi HIER) muss jetzt auch ein Feature in unserer Klassiker der Woche-Abteilung her. Zu den Zeiten, als „One Vice At A Time“ erschien, war aber der Stern der Gruppe aus Solothurn bereits hell erleuchtet und hoch oben am Rock´n Roll-Firmament.

Das Line-Up liest sich wie folgt: Marc Storace (v.), Fernando Von Arb (g.), Chris Von Rohr (b.), Freddy Steady (d.) und Mark Kohler (g.). Für die meisten ist das DIE Besetzung schlechthin. 1982 erscheint also eine Platte, die neben „Metal Rendezvous“, „Hardware“ oder „Headhunter“ – dem magischen KROKUS Kleeblatt – ganz oben auf dem KROKUS-Thron steht. Neun Songs haben sich darauf versammelt, und es ist nicht ein Füller dabei. „Long Stick Goes Boom“, „Bad Boys, Rag Dolls“, „American Women“ oder „Save Me“ sind auch heute noch im Live-Programm vertreten, was bei einem derartigen Backkatalog schon automatisch für die Qualität der Songs sprechen dürfte. Zudem war mit „I´m On The Run“ ein geiles Duett mit IRON MAIDEN Shouter Bruce Dickinson am Start. Das GUESS WHO-Cover „American Women“ ist bis heute auf zahlreichen Rock-Compilations zu sehen und zählt zu den bekanntesten Nummern von KROKUS. Übrigens haben die Eidgenossen auch auf „Hoodoo“ versucht, diesen Erfolg zu wiederholen indem sie die STEPPENWOLF-Nummer „Born To Be Wild“ gecovert haben, aber das ging doch etwas in die Hose während der neuerliche Griff in die Mottenkiste mit „Help“ von den BEATLES schon mehr hergegeben hat.

„One Vice At A Time“ zeichnet sich die hohe Hitdichte und die scheinbare Unbekümmertheit von 5 Rockern aus, die auch ein Stück vom Ruhm abhaben wollten. Und eines bin ich mir sicher: wären solch grandiose Stücke wie „Playin The Outlaw“ oder die o.g. unter dem AC/DC-Banner erschienen, würden heute regelmässig 50.000 tosende Fans in ausverkauften Stadien dazu abgehen. Aber KROKUS müssen leider etwas kleinere Brötchen backen, an der Qualität der Songs oder an ihrem musikalischen Können rüttelt dieser Umstand aber nicht. Und nach der Quasi-Reunion zum „Hoodoo“-Album und dem seitdem stetigen Qualitätslevel bin ich auch sehr zuversichtlich, was den nächsten Streich der „Gewürgten“ angeht.

Trackliste:

1.Long Stick Goes Boom
2.Bad Boys, Rag Dolls
3.Playin´The Outlaw
4.To The Top
5.Down The Drain
6.American Woman
7.I´m On The Run
8.Save Me
9.Rock´n Roll

Stefan 

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EUROPE – Out Of This World (Klassiker der Woche)

Band: Europe
Album: Out Of This World
Spielzeit: 48:00 min
Plattenfirma: Epic
Veröffentlichung: 08.08.1988
Homepage: www.europetheband.com

„Out Of This World“ war 1988 bereits das vierte Studioalbum von EUROPE und ist für mich bis heute auch ihr bestes geblieben. Nachdem die Band zwei Jahre zuvor mit „The Final Countdown“ ihren großen internationalen Durchbruch feierte und weltweiten Superstar-Status erreichte, lastete auf dem Nachfolgealbum natürlich ein besonders großer Druck.

So kam es dann auch, wie es kommen musste: das Album konnte zwar nicht mehr an die enormen Verkaufszahlen seines Vorgängers anknüpfen aber war nichtsdestotrotz mit über einer Millionen verkaufter Exemplare alleine in den USA immer noch ein Erfolg.

Und wie ich schon in meinem Anfangssatz angedeutet habe, rein vom musikalischen Standpunkt her ist „Out Of This World“ sowieso eine Klasse für sich. Songs wie „Superstitious“, „Open Your Heart“ oder „More Than Meets The Eye“ sind absolute Melodic Rock Championsleague und gehören in die Sammlung eines jeden Genrefans und mit „Tomorrow“ gibt es am Ende des Albums eine Killerballade die sogar den Oberschlüpferstürmer „Carrie“ vom Vorgängeralbum ganz weit hinter sich lassen kann.

Lineup:

Joey Tempest : Vocals
Kee Marcello : Gitarre
John Leven : Bass
Mic Michaeli : Keyboards
Ian Haugland : Drums

Trackliste:

 1. Superstitious
 2. Let The Good Times Rock
 3. Open Your Heart
 4. More Than Meets The Eye
 5. Coast To Coast
 6. Ready Or Not
 7. Sign Of The Times
 8. Just The Beginning
 9. Never Say Die
 10. Lights And Shadows
 11. Tower’s Callin’
 12. Tomorrow

Marco

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TIGERTAILZ – Bezerk! (Klassiker der Woche)

Band: Tigertailz
Album: Bezerk!
Spielzeit: 42:00 min
Plattenfirma: Music For Nations
Veröffentlichung: 1990
Homepage: www.tigertailz.co.uk

Für mich neben The Sweet die beste Glamband, die das vereinigte Königreich jemals hervorgebracht hat. Stilistisch irgendwo zwischen Poison, Mötley Crüe und Ratt angesiedelt, sorgten die Tigertailz mit ihrem Album „Bezerk!“ in Szenekreisen und in den Charts Anfang der 90iger (3 Singles in den UK -Top 40) für Furore. Der Videoclip zu „Love Bomb Baby“ war ein gerngesehener Gast auf MTV und lief dort mehrmals täglich in der Heavy Rotation. Letztgenannter Song und Gassenhauer wie „Noise Level Critical“, „I Can Fight Dirty Too“ und „Love Overload“ sollten auf keiner ernstzunehmenden Sleaze und Glam Party fehlen.

Die Band nahm nach „Bezerk!“ noch einige Alben auf, trennte sich zwischenzeitlich und hat sich inzwischen sogar wieder re-formiert, aber so gut wie auf diesem Album waren sie meiner Meinung nach nie wieder. Für mich in einer Reihe mit Klassikern wie Poisons‘ „Open Up and Say Ahh“ oder Crües‘ „Dr. Feelgood“ !

Lineup:

Kim Hooker : Vocals
Jay Pepper : Gitarre
Pepsi Tate : Bass
Ace Finchum : Drums

Trackliste:

 1. Six Sex
 2. Love Bomb Baby
 3. Noise Level Critical
 4. I Can Fight Dirty Too
 5. Heaven
 6. Love Overload
 7. Action City
 8. Twist And Shake
 9. Squeeze It Dry
 10. Call Of The Wild

Marco

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AUTOGRAPH – That´s The Stuff (Klassiker der Woche)

Band: Autograph
Album: That´s The Stuff
Spielzeit: 40:09 min. (1985)
Veröffentlichungsjahr: 1985/2001
Plattenfirma/Vertrieb: RCA/Ariola/Spitfire
Stilrichtung: AOR/Hardrock

Kennt noch irgendwer SILVER CONDOR? Jene „Supergroup“, die u.a. aus Rick Derringer, Neil Schon und Steve Plunkett bestand? Nein? OK, es ist ja auch schon ein paar Jährchen her, seit sich Steve „Plunk“ Plunkett durchgerungen hat, diese Band zu verlassen, um sein eigenes Ding durchzuziehen. 1983 war es dann soweit, die Nase gestrichen voll von der Tatsache, dass seine Songs bei SILVER CONDOR einfach nicht zum Zuge kamen, gründete er AUTOGRAPH zusammen mit seinen Freunden und Musikerkollegen Randy Rand (b), Keni Richards (d), Steven Isham (k) und Steve Lynch (g).

Nachdem Produzent Andy Johns die Demosongs für lau neu aufgenommen hatte, kam Drummer Keni Richards Kontakt zu VAN HALEN-Frontsau David Lee Roth ins Spiel. Ganz angetan von den Songs, lud er die fünf Freunde ein, Vorband für VAN HALEN´s anstehende „1984-Tour“ zu sein, etwas besseres hätte AUTOGRAPH wohl nicht passieren können, waren VAN HALEN gerade am Höhepunkt ihrer Karriere. Aus den Freunden wuchs langsam eine richtige Band, die ja als Solo-Projekt von Plunk gedacht war, aber die Dinge nahmen ihren Lauf. Nach 2 Monaten mit VAN HALEN auf Tour machten die Jungs einen Abstecher ins Studio und nahmen ihr Debüt „Sign In Please“ auf. Auf ihr enthalten war der größte Hit der Band: „Turn Up The Radio“. Auch der Großteil der restlichen 9 Songs konnte sich mit Kompositionen wie „My Girlfriend´s Boyfriend Isn´t Me“ oder „Friday“ sehen lassen.

Demensprechend waren auch die Verkaufszahlen, alleine über 700 000 Stück in den USA, das machte Platz 29 für das Album, allerdings erst Anfang 1985, als „Turn Up The Radio“ so richtig in Fahrt kam. Der Song kletterte übrigens bis auf Platz 28 der Billboard Top 100 und Platz 5 in den Rock Radio Charts. Angestachelt von diesem Erfolg machte man sich daran, den Nachfolger „That´s The Stuff“ abzuliefern. Die Platte erschien im Herbst 1985 und hatte insgesamt mehr Hits an Bord, die aber von den Fans nicht so gewürdigt wurden. Nur Platz 92 in den Billboard Charts war das Resultat. Aber mit dem Titeltrack, „Take No Prisoners“, „Blondes In Black Cars“, „Six String Fever“ oder „Paint This Town“ hatten Plunk und seine Mannen vielversprechendes Material geschrieben. Die Produktion nahm man zusammen mit Eddie Delena selbst in die Hand.

„That´s The Stuff klang typisch nach AUTOGRAPH, aber der Sound wurde um einiges verbessert. Das Label Spitfire machte 2001 das einzig richtige und veröffentlichte diesen Klassiker neu, aufgepeppt mit 3 Bonussongs („We´re An American Band“, „You Can´t Hide From The Beast Inside“ vom Film „Fright Night“ und „Winning Is Everything“ vom Streifen „Youngblood“). Aber selbst diese Auflage ist längst vergriffen und schon jetzt ziemlich gesucht. AUTOGRAPH´s dritte Scheibe „Loud And Clear“ knüpfte nahtlos an die beiden Vorläufer an, wurde aber, wie schon „That´s The Stuff“ sträflichst unterbewertet. Ein weiteres Klasse-Album, das in der Versenkung unzähliger Veröffentlichungen unterging wie einst die Titanic. Das Label RCA kündigte daraufhin den Vertrag Das fast fertige vierte Album wurde erst 1997 als „Missing Pieces“ mit fast 10 Jahren Verspätung auf den damals toten Melodicrockmarkt geworfen.

Dementsprechend krähte kein Hahn danach, erst  2003, als es angereichert mit einigen Bonusstücken erneut unter die Leute gebracht wurde, konnten die alten Aufnahmen zusammen mit dem brandneuen Album „Buzz“ einigermaßen punkten. Seitdem ist es ruhig geworden um Steve Plunkett und seine Jungs, Plunk selbst ist seit vielen Jahren als Songwriter für unzählige Bands, von VIXEN bis SOUL DOCTOR oder CINDY LAUPER tätig und hat ganz nebenbei erwähnt 1991 sein superbes Soloalbum „My Attitude“ veröffentlicht. So, der geplante Rückblick auf AUTOGRAPH´s für mich beste Scheibe „That´s The Stuff“ ist heute etwas biographischer ausgefallen, als das ursprünglich geplant war, aber so viele interessante Fakten konnte ich Euch nicht vorenthalten.

Sollte Euch dieser Rundling mit dem markanten roten oder blauen Cover (bei der Wiederveröffentlichung) irgendwo in die Hände fallen, gebt nicht nur dem Superhit der Band „Turn Up The Radio“ eine Chance, sondern auch „That´s The Stuff“, Ihr werdet es sicher nicht bereuen.

Stefan

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BROTHER FIRETRIBE – False Metal (Klassiker der Woche)

Band: Brother Firetribe
Album: False Metal
Spielzeit: 45:03 min.
Plattenfirma: Spinefarm Records
Veröffentlichung: 21.06.2006

Wie alt muss ein Album sein, damit es als Klassiker durchgeht? Da wir schon immer ein Magazin waren, das sich nichts um Nomen und Vorgaben schert, deklariere ich prompt das Debüt der Finnen BROTHER FIRETRIBE für unsere Rubrik „Klassiker der Woche“ als tauglich!

Eins mal gleich vorneweg: Ich bin eigentlich kein Freund von Keyboard-geschwängerter Rockmusik, aber im Falle von BROTHER FIRETRIBE geht das mehr als in Ordnung. Schon bei den ersten Tönen wurde mir klar, dass es sich hier um ein starkes Stück AOR handelt, aber was sich mir im Laufe dieser 45 Minuten darbot, ist schwer in Worte zu fassen. Vielleicht kann ich es am Besten mit einem von BROTHER FIRETRIBE´S Songtiteln beschreiben: „I´m On Fire“!

Im Übrigen hat sich die Band auch das Prädikat „Kings Of Tennis Metal“ gegeben. Der Bandname BROTHER FIRETRIBE ist die wörtliche englische Übersetzung des Namens des finnischen Tennisspielers Veli Paloheimo, daher die etwas bizarre Bezeichnung.

Stellt Euch vor wir befinden uns im Sommer 1988. Es ist Freitag abend, endlich Wochenende. Strahlender Sonnenschein, rein ins Cabrio, BROTHER FIRETRIBE ins Cassettenfach (jaja, CD war da noch nicht so sonderlich weit verbreitet) und ab auf die Piste. Diese Scheibe ist einfach Sommerfeeling pur. Großartige Melodien, knackige Chöre, (kilo)meterhohe Keyboardtürme, eine tolle Atmosphäre, kurz und gut: ein Songwriting, das einfach überirdisch ist. Der perfekte Trip in die glorreiche Zeit, eine Zeit, in der die Welt noch in Ordnung war, die Sonne heißer denn je vom Himmel brannte, die Haare länger (und dichter) waren und noch keiner der ganzen DSDS Pfeifen tagtäglich die gesamte Medienlandschaft verseuchte

BROTHER FIRETRIBE wurde von NIGHTWISH Gitarrist Emppu Vuirinen gegründet und diese Scheibe ist nicht unbedingt das, was ich von seinem „Soloausflug“ erwartet hätte. 10 absolute AOR-Granaten, bei denen sich wirklich nicht eine schwache Nummer eingeschlichen hat. Schließt die Augen und stellt Euch eine Mischung aus Bon Jovi in den 80ern gepaart mit der ersten Blue Tears Scheibe vor, die um das Feeling von 80ger Größen wie JOURNEY, BOSTON oder EUROPE erweitert wurde, dann habt Ihr ungefähr eine Ahnung, wie sich diese Perle anhört. Ich habe schon seit langer Zeit keinen durchgängig so gelungenen Release in den Händen gehabt. Außerdem haben die fünf Finnen mit LEVERAGE-Shouter Pekka Ansio Heino einen mehr als ambitionierten Frontmann in ihren Reihen.

Ihr wollt Anspieltipps? Nicht im Ernst oder? Schaut einfach auf die Trackliste und ihr kennt die Songs, die ich herausheben möchte. Ich kann Euch nur empfehlen, diesen Überflieger der Kings Of Tennis-Metal im heimischen CD-Regal einzulagern.
Zur Punktewertung kann ich nur soviel sagen: 10 mal Granate, 10 mal Punkt – und somit prädestiniert für unseren „Klassiker der Woche“, auch wenn die Platte erst knapp 7 Jahre auf dem Buckel hat (mein lieber Mann, wie die Zeit vergeht).

Trackliste:

1.Break Out
2.Valerie
3.I´m On Fire
4.Love Goes Down
5.Devil´s Daughter
6.Midnite Queen
7.One Single Breath
8.Lover Tonite
9.Spanish Eyes
10.Kill City Kid

Stefan

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