GTS – Tracks From The Dustshelf/Time Stood Still (Re-Release)

Band: GTS
Album: Tracks From The Dustshelf/Time Stood Still
Plattenfirma: Avenue Of Allies
Veröffentlichung: 28.09.2012
Homepage: www.avenue-of-allies.com

Heute stellen wir Euch die beiden Alben der britischen AOR Band GTS gleich im Doppelpack vor. Grund dafür ist der Re-Release der beiden 1995 und 96 erschienenen Longplayer der Combo um MORITZ und IF ONLY Gitarrist Greg Hart, Keyboarder und Bassist Toby Sadler (AIRRACE) und Sänger Sam Blue (YAYA). Nun haben diese beiden Scheiben ja noch keine Jahrzehnte auf dem Buckel, rar sind sie aber doch geworden. Es war wohl nicht die beste Zeit, um ein Rockalbum zu veröffentlichen, außer man hat sowohl Gitarren als auch die Stimme tiefergelegt und wehleidig über den Tod in jeglicher Form gesungen. Trotzdem haben sich Greg, Toby und Sam – kurz GTS – 1995 dazu entschieden, ein neues Projekt zu starten. Eigentlich aus purer Langeweile heraus und nur mit ein paar Fetzen Musik machte man sich gemeinsam mit Schlagzeuger Charlie „Matt“ MacKenzie (SAMSON) daran, klassischen AOR zu zelebrieren. Parallelen zu FM oder auch AIRRACE sind durchaus gegeben, und doch können diese beiden Platten auf eigenen Beinen stehen.

1995 entstand das treffend bezeichnete „Tracks From The Dustshelf“ in Großbritannien, denn die Grundideen zu den Songs stammen zum Teil von den alten Bands der Protagonisten. Und doch hört man das diesen 10 Songs nicht an, denn sie bilden eine kompakte Einheit. Über die gesamte Spielzeit atmet die Band den Spirit der frühen 80ger, was ohne Zweifel die Hochzeit dieser Musikrichtung war. Das rockige „Endless“ gibt einen ersten Vorgeschmack auf das Projekt GTS. Aber nicht nur dieses Stück gehört zu den Höhepunkten von „Tracks…“, auch „Marianne“ oder das wunderbare „Baby Make Time“ sind großartige Kompositionskunst. Titel wie „Dream On“ oder „Love Like Fire“ runden ein Must Have für jeden AOR Fan ab. Der Sound auf „Tracks From The Dustshelf“ ist relativ ungehobelt und die Songs zünden sehr direkt.

Das wird ein Jahr darauf etwas anders sein, denn 1996 macht man sich dieses Mal in Deutschland daran, mit „Time Stood Still“ den Nachfolger einzuspielen. Toby Sadler ist zurück nach Arolsen gezogen und so wurde die Platte hier realisiert. Die Keyboards sind in den Vordergrund gerückt und auch die progressiven Elemente haben zugenommen. War „Tracks From The Dustshelf“ noch ein Rockalbum, hat sich die Band eher in Richtung Westcoast weiterentwickelt und klingt ab und zu auch nach Bands wie STYX oder TOTO. Als Einstieg gibt es wegweisend den Song „Time Stands Still“, der direkt in „Innocence“ übergeht. Trotz der Richtungskorrektur stehen auch auf „Time Stood Still“ tolle Songs wie „Here I Am“, „Fight To Survive“, „Caught In The Game“ oder „I Remember“. Auch hier wurde Charlie MacKenzie für die Drums verpflichtet. Der Sound ist um einiges glatter und kommerzieller gewählt.

GTS haben Mitte der 90ger zwei formidable AOR-Scheiben auf die Beine gestellt, die schon aufgrund der beteiligten Musiker ein Antesten wert sind. Wer es etwas rockiger mag, ist mit dem Debüt „Tracks From The Dustshelf“ gut bedient, wer eher auf Westcoast steht, wird von „Time Stood Still“ begeistert sein. Aber ich würde auch nicht ausschließen, dass es beide in meine Sammlung schaffen werden.

WERTUNG: 

Tracks From The Dustshelf

 Time Stood Still

Trackliste:

„Tracks From The Dustshelf“

1.Endless
2.You
3.Baby Make Time
4.Marianne
5.Turning Over Again
6.Dream On
7.Fascination
8.Hands Of Time
9.Love Like Fire
10.The Other Side

„Time Stood Still“

1.Time Stands Still
2.Innocence
3.I Know What You´re Searching For
4.Here I Am
5.Fight To Survive
6.Deeper In Love
7.Caught In The Game
8.A Little Love
9.Under The Same Sun
10.I Remember
11.Solitude
12.Time Stood Still (Time Stands Still Reprise)

Stefan

DRAGON GUARDIAN – Destiny of the Sacred Kingdom

Band: Dragon Guardian
Album: Destiny of the Sacred Kingdom
Spielzeit: ?? min
Plattenfirma: IceWarrior Records
Veröffentlichung: 14.09.2012

Die japanischen Symphonic Metaller DRAGON GUARDIAN sind die Megastars in ihrer Heimat und können schon auf eine lange Karriere mit vielen Alben zurück blicken. Nun kommen auch wir Europäer in den Genuss der Band, die recht nahe an den bekannten DRAGONFORCE musizieren. Das aktuelle Album der Band „Destiny of the Sacred Kingdom“ erscheint dieser Tage über IceWarrior Records und wir werden jetzt herausfinden ob die Jungs nur eine DRAGONFORCE Kopie sind, oder auch über genug Eigenständigkeit verfügen.
Da nicht viel mehr englischsprachige Infos über die Band im Netz zu finden sind, legen wir gleich mit dem ersten Track „Overture“ los. Wieder einmal nur ein Intro als Opener, naja gehen wir mal schnell drüber weg und widmen uns gleich dem nächsten Track „Treasure Land“. Und hier legen die Jungs gleich los wie die Feuerwehr! Ein Geschwindigkeitsrausch und Griffbrettgefrickel wie man ihn sonst nur von den angesprochenen DRAGONFORCE kennt. Im Chorus beruhigt sich das Ganze aber ein wenig und wird sogar ganz anhörlich, auch wenn ich vor lauter Musikwirrwarr manchmal ein wenig den Faden verliere…
Mit „Mountain of Sword“ geht es gleich rasant und schnell weiter. Allerdings mäßigt sich die Nummer dann im weiteren Verlauf wieder ein wenig und der Chorus kommt schön rüber. Hier haben wir also unseren ersten Anspieltip.
Wer denkt jetzt wird es ruhiger sieht sich getäuscht, die nächste Nummer „Holy Dragon vs. Evil Dragon“ beginnt nur so. Es dauert nicht lange und es setzen die schon gewohnten schnellen Klänge ein und es entwickelt sich ein typischer japanischer Symphonic Metal Track, der aber leider ohne große Höhepunkte auskommt.
Besser macht man es im Mittelteil mit dem, etwas langsameren, „Requiem“ und dem abwechslungsreichen „Book of Magic“.
Welcher Track bei mir völlig vorbei schießt ist das schnelle „The Never Ending World“. Irgendwie vergisst man dort vor lauter Speed und Gitarrenfrickelei, die Songstruktur und den Chorus. Ne Jungs damit habt ihr euch keinen Gefallen getan, das es nicht darum geht Hochgeschwindigkeitspreise abzuräumen musste auch der große Bruder DRAGONFORCE schon feststellen.
Im letzten Teil der Platte hat man sich zum Ende hin einen schönen Doppelpack bestehend aus dem Instrumental „Red Emperor“ und dem melodischen „Doll“ ausgedacht. Dieser beschließt das Album recht gut und weiß auf jeden Fall zu gefallen.

Anspieltipps:

Die besten Tracks sind hier ganz klar, “Mountain of Sword”, “Requiem”, “Book of Magic” und “Doll”.

Fazit :

Schon nach den ersten Tönen wusste ich das die Truppe DRAGON GUARDIAN keine einfache Kapelle sein wird. Die Jungs polarisieren genauso wie der große Bruder DRAGONFORCE. Entweder man mag sie, oder man hasst sie. Ich bin ein wenig hin und her gerissen. Die instrumentale Leistung ist hier natürlich über jeden Zweifel erhaben, was den Jungs aber defintiv noch fehlt, ist Songs zu schreiben die auch eine gewisse Eingängigkeit haben, denn oft rauschen hier die Songs einfach nur brachichal und schnell an einen vorbei ohne viel Aufmerksamkeit zu erregen.
Power Symphonic Metal Anhänger sollten hier vorher definitv mal reinhören, ob sich die Investition lohnt!

WERTUNG:



Trackliste:

01. Overture
02. Treasure Land
03. Mountain of Sword
04. Holy Dragon vs. Evil Dragon
05. Requiem
06. Book of the Magic
07. Destiny of the Sacred World
08. The Never Ending World
09. Red Emperor
10. Doll (Bonus Track)

Julian

ANGBAND – Saved from the Truth

Band: Angband
Album: Saved from the Truth
Spielzeit: 48:35 min
Plattenfirma: Pure Underground Records
Veröffentlichung: 28.09.2012

Achtung Exotenalarm! ANGBAND sind wohl die einzigste Metalband die weltweit aus dem Iran für Furore sorgt. Uns das es die Jungs dort mir ihrer Mucke nicht einfach haben, kann man sich bei den Schlagzeilen dieser Tage, die das Land leider macht, denken. Umso schöner ist es, das aus diesem Land auch Metalklänge erschallen uns das nun auch schon seit 8 Jahren. Denn 2004 brachten die Jungs ihr Debütalbum „Rising from Apadana“, bereits über Pure Steel Records, unter die Leute. 2 Jahre später legte man mit „Visions of the Seeker“ nach.
Auf beiden Alben konnte man die Metalanhängerschaft mit typischen Power Metal, gewürzt mit Progressiven Elementen, erfreuen. Irgendwo in der Schnittmenge zwischen KING DIAMOND, aufgrund des Gesangs von Fronter Ashkan, und SAVATAGE bewegt sich auch das neue Album „Saved from the Truth“ welches dieser Tage, erneut über Pure Underground Records den Weg in unsere Läden findet.
Die Bandzusammensetzung liest sich übrigens wie folgt, Mayhar Dean (Gitarre), Ashkan Yazdani (Gesang), Ramin Rhimi (Schlagzeug) und Farshad Shokuhfar (Bass).
Soweit die Facts, schauen wir jetzt einmal wie uns der Opener „Seasons of my Pain“ zusagt. Ein langsamer, instrumentaler Anfang erwartet uns, bevor das treibende Drumming und der tiefe Gesang von Fronter Ashkan einsetzen. Man kommt sich hier stellenweise vor wie bei einer Doomkapelle, so getragen ist der Opener. Das macht das Ganze aber auch sehr atmosphärisch und emotional, so das die Nummer doch gefallen kann.
Wesentlich schneller geht es dann beim folgenden „Fight for Life“ zu Werke. Fronter Ashkan bekommt hier ein wenig gesangliche Unterstützung. Ansonsten fällt hier wieder die doch wieder sehr melancholische Songstruktur, der interessante Mittelteil und der Chorus auf. Nun ja, die Jungs haben ja in ihrem Land bestimmt auch nicht so viel zu lachen. Auf jeden Fall haben wir es hier auch mit einer der besseren Nummern zu tun.
Im Mittelteil begegnet uns dann der Titeltrack „Saved from the Truth“ welches auch endlich mal mehr progressive Elemente enthält als Melancholie. Ganz überzeugen kann mich der Titeltrack irgendwie aber nicht, das Ganze wirkt ein wenig zu ausgelutscht und die Nummer könnte auch ein bisschen mehr Druck vertragen. Schade, hier wäre mehr drin gewesen.
Besser macht man es da dann wieder mit der anschließenden Ballade „Angel“ und dem klasse Instrumental „Persia“. Gerade bei „Angel“ fällt wieder auf, wie traurig die Jungs klingen können.
Schon sind wir, bei neun Songs, im letzten Teil der Platte angekommen und hier können uns ANGBAND noch mit „Fearless Dream“ verwöhnen. Das abschließende „Bitter Truth“ ist mir wieder etwas zu traurig geraten.

Anspieltipps:

Die stärksten Tracks sind hier ganz klar “Seasons of my Pain”, “Fight for Life”, “Angel” und „Fearless Dream“.

Fazit :

Was man den Jungs von ANGBAND auf jeden Fall zu Gute halten muss, ist, das sie ihren Weg unbeirrt weitergehen und sich auch von der starren Haltung ihrer Regierung nicht abbringen lassen. Dafür gibt es auf jeden Fall schon mal einen halben Extrapunkt!
Das neue Album ist mir persönlich aber ein wenig zu melancholisch ausgefallen und die düstere Grundstimmung drückt mir doch zu sehr aufs Gemüt. Der absolute Überhammer fehlt mir hier irgendwie auch ein bisschen, so das die Scheibe dann doch eher zu den durchschnittlicheren Prog Veröffentlichungen gezählt werden kann.
Trotzdem sollte man dem interessanten, orientalische angehauchten Prog Metal der Jungs eine Chance geben, verdient haben sie es nämlich alle Male!

WERTUNG:



Trackliste:

01. Seasons of my Pain
02. Fight for Life
03. Man of the new Time
04. Saved from the Truth
05. Angel
06. Persia
07. Kill the Hatred
08. Fearless Dream
09. Bitter Truth

Julian

ENCHANTYA – Dark Rising

Band: Enchantya
Album: Dark Rising
Spielzeit: 61:34 min
Plattenfirma: Massacre Records
Veröffentlichung: 28.09.2012

Viele Metalbands aus Portugal sind mir nicht bekannt. Mit ENCHANTYA tritt jetzt eine neue Gothic Band ins Rampenlicht. Die Truppe hat sich 2004 zusammengefunden, nachdem die Frontfrau Rute Fevereio entschied bei ihrer damaligen Band BLACK WIDOWS eine Pause einzulegen.
Im Sommer 2005 konnte man das erste Demo „Moonlighting the Dreamer“ aufnehmen und konnte damit die Fans wie auch die Presse in Portugal überzeugen.
2007 konnte man den ersten Platz beim Bandas Procuram-se Wettbewerb belegen.
Danach machte man sich an das Songwriting des Debütalbums „Dark Rising“ welches nun dieser Tage durch Massacre Records veröffentlicht wird.
Geboten werden soll uns dort eine Mischung aus Progressive Metal mit Gothic Einflüssen und einen Schuss Death Metal.
Letzteres ist zwar gar nix für mich, aber ich trau mich mal trotzdem ans das Werk.
Zuvor noch ein kurzer Blick auf die Bandzusammensetzung, die schon angesprochene Rute Fevereio übernimmt den Gesang, an der Gitarrenfront haben wir Nuno Seven und Emanuel Henriques, den Bass übernimmt Manuel Pinto, die Tasten drückt Luis „Vlad“ Fernandes und hinter den Kesseln nimmt Joao P Monteiro Platz.
So, werfen wir nun direkt einen Blick auf den ersten Track „Unwavering Faith“. Stiltypisch ist das Ganze nur ein instrumentales Intro welches uns auf das Album einstimmen soll.
Der erste Track „No Stars in the Sky“ geht dann auch gleich gut los. Die Gitarren braten, der Rhythmus ist im Midtempo gehalten und der bald einsetzende Gesang von Fronterin Rute ist Gothic typisch im angenehmen Bereich angesiedelt. Auch der Chorus geht vollkommen in Ordnung, so das der Opener schon mal recht gut reinläuft.
Die dritte Nummer „Clad in Black“ legt dann auch ähnlich los und ist auch vom Tempo her deckungsgleich mit dem Opener.
Allerdings kommt hier etwas wesentlich mehr zum tragen, was mich beim Opener noch nicht so gestört hat, nämlich die üblen Death Grunzer und Gesangspart, die einfach irgendwie die Stimmung abtöten. Sorry Leute aber damit habt ihr euch keinen Gefallen getan, ich hoffe nicht das das so weitergeht!
Leider werde ich nicht erhört und auch bei den nachfolgenden Tracks bleiben mir diese Death Einschübe nicht erspart und auch die Qualität schlägt ganz schöne Wellen.
Beim progressiven „She Devil“, dem melancholischen „Ocean Drops“ und dem Titelrack „Dark Rising“ ist es noch ganz erträglich, die restlichen Nummern sind aber irgendwie so gar nicht mein Fall und rauschen komplett an mir vorbei.

Anspieltipps:

Hier kann ich euch dieses Mal leider nur “No Stars in the Sky”, “ She Devil” und “Dark Rising” nennen.

Fazit :

Tja irgendwie habe ich mich dieses Mal zu früh gefreut. Als ich die Ankündigung gelesen habe, habe ich mich auf einen hoffnungsvollen Gothic Newcomer gefreut. Leider wurde daraus nichts. Die Anlagen und die Songstruktur ist auf jeden Fall nicht die schlechteste, aber womit sich die Truppe absolut keinen Gefallen getan hat, sind die vielen Death Einschübe, die einfach absolut unpassend sind und die ganze Stimmung kaputt machen. Auch das es irgendwie an einer absoluten Überhammernummer mangelt ist ein weiterer Kritikpunkt.
Interessierte Hörer sollten auf jeden Fall erstmal in das Album reinhören, das kann definitiv nicht schaden!

WERTUNG:



Trackliste:

01. Unwavering Faith
02. No Stars in the Sky
03. Night in Whisper
04. Clad in Black
05. Longing for you
06. Your Tattoo
07. She Devil
08. Ocean Drops
09. Dark Rising
10. Winter Dreams
11. Fear me when you Fall
12. Interlude/Become of me
13. Moonlighting the Dreamer

Julian

OBSESSION – Order of Chaos

Band: Obsession
Album: Order of Chaos
Spielzeit: ?? min
Plattenfirma: Inner Wound Recordings
Veröffentlichung: 03.10.2012

Die US Metalband OBSESSION gibt es nun auch schon seit 1982. Gegründet wurde die Band von dem Sänger Michael Vescera (Ex LOUDNESS, YNGWIE MALMSTEEN). Bis zum Jahre 1989 veröffentlichte man zwei Alben, „Scarred for Life“ und „Methods of Madness“, bei Engima und verschwand dann ziemlich in der Versenkung. Michael schloss sich LOUDNESS an und begann auch Solo zu spielen.
2004 reformierten sich OBSESSION und brachten das Album “Carnival of Lies” über Mausoleum Records unter die Leute.
2009 begann man mit dem Songwriting für das neue Album „Order of Chaos“ welches mir nun vorliegt und über Inner Wound Recordings veröffentlicht wird.
Der gute Michael konzentriert sich dieser Tage aber nicht nur auf OBSESSION sondern ist auch noch bei ANIMETAL USA aktiv.
Bei OBSESSION scharrt er folgende Musiker um sich. BJ Zampa (Ex DOKKEN, YNGWIE MALMSTEEN, HOUSE OF LORDS) Schlagzeug, Scott Boland (MVP) Gitarre, John Bruno (X Factor X) Gitarre und Chris Mccarvill (HOUSE OF LORDS, Ex DOKKEN, JEFF SCOTT SOTO) Schlagzeug.
Merkwürdige Bandkonstellation, zwei Schlagzeuger aber keinen Bassisten…naja man wird schon wissen was man tut.
Zum Album sei noch gesagt, das uns hier melodischer US Heavy Metal erwarten soll, welcher uns umhauen wird. Soweit zumindestens die vollmundigen Aussagen der Plattenfirma. Mal schauen ob das soweit zutrifft, wenden wir uns also gleich dem ersten Track und gleichzeitig Titeltrack „Order of Chaos“ zu.
Die Nummer steigt gleich ohne viel Vorgeplänkel ein und das hohe Organ von Michael übernimmt direkt die Vorherrschaft. Das Beste an dem Song ist der Chorus, der sich schon nach kurzem in unsere Ohren festbeißen kann. Da auch die Melodien vollkommen in Ordnung gehen, haben wir es hier direkt mit einem Volltreffer zu tun.
Beim folgenden „Twist of the Knife“ gehen die Jungs nicht weniger melodisch zu Werke. Ganz im Gegenteil, das Teil ist sogar nochmal ein wenig melodischer und es fehlt die aggressive Grundhaltung des Vorgängers. Auf jeden Fall auch ein absolut gelungener Track.
Die nächsten beiden Songs, „Forbidden Desire“ und „When Smoke clears“ können dann nicht ganz so einschlagen wie die Nummern zuvor, besser wird es dann wieder im Mittelteil mit dem Stampfer „License to Kill“, „Wages of Sin“ und „Cold Day in Hell“.
Im letzten Teil der Platte sind „Act of God“ und der Abschlusstrack „Dark Shadows besonders zu erwähnen. Sie runden das gute Album gekonnt ab und machen die Sachen einfach rund und absolut gelungen.

Anspieltipps:

Ihr solltet euch auf jeden Fall den Titeltrack “Order of Chaos”, “Twist of the Knife” , “Wages of Sin” und “Dark Shadows“ nicht entgehen lassen.

Fazit :

OBSESSION waren mir bislang kein richtiger Begriff. Das hat sich jetzt mit dem neuen Album natürlich geändert. Und ich bin froh drum, diese US Metal Ikone nun zu kennen, denn was die Jungs rund um Michael Vescera auf ihrem neuen Werk uns präsentieren ist wirklich aller Ehren wert.
Die Platte überzeugt einfach als Gesamtes, auch wenn es ein zwei etwas schwächere Songs gibt, machen das die restlichen Nummern bei weitem weg.
US Metal Fans sollten sich diese klasse Veröffentlichung nicht entgehen lassen!

WERTUNG:



Trackliste:

01. Order of Chaos
02. Twist of the Knife
03. Forbidden Desire
04. When the Smoke clears
05. License to Kill
06. Wages of Sin
07. Cold Day in Hell
08. Act of God
09. Mercy Killing
10. Darks Shadows

Julian

SVÖLK – Nights Under The Round Table

Band: Svölk
Album: Nights Under The Round Table
Spielzeit: 49:66 min
Plattenfirma: Napalm Records
Veröffentlichung: 31.08.2012
Homepage: www.svolk.net

SVÖLK sehen sich selbst als eine Band, die Bear Metal macht. Okay, so kann man es auch bezeichnen. Sie sind Norweger und ein wenig Sinn macht es, wenn man sich das Album intensiv anhört. Die erste Scheibe von SVÖLK kam 2009 auf den Markt und bei ihren Live-Auftritten waren Fans in Europa begeistert.
Auf dem Cover ist eine Art Schild zu sehen, welches von Symbolen umrahmt wird. Farbwahl Rot, Braun, Schwarz und Weiß.

Der erste Song, „Living By The Sword“ ist schon ein kleiner Ohrwurm und setzt sich fest. Irgendwie macht es, wenn man die Musik hört, durchaus Sinn – warum, kann ich nicht mal begründen – das Ganze als Bear Metal zu bezeichnen. „Painbringer“ finde ich, ist eher ein Lückenfüller. Eben Durchschnitt. Danach kommt „Feed Your Soul“ schon besser. Ordentliches Bass-Gewummse und man hört schön ein im Rhythmus trommelndes Schlagzeug. Bei „Fallen“ werden weichere Töne angeschlagen. Ein ruhiger Song, der eine Ballade ist, aber wiederum so ganz anders als eine Ballade. Schneller geht es nun wieder bei „Twenty Four Twenty“ weiter. Eben im Stil wie schon die anderen Stücke gehalten sind. Auch „Bearserk“ und das darauf folgende „Break My Bones“ sind auch keine Überraschungen. Ist wirklich erfrischend, man hat den Eindruck, man säße in den norwegischen Wäldern in einer Hütte bei geräuchertem Fisch und Bierchen. „This Is Where It Ends“, im wahrsten Sinne des Wortes…

Sowohl Stimme als auch musikalisch irgendwie rustikal. Anders kann ich es kaum ausdrücken. Eine bodenständige Band, von denen ich die Phantasie habe, dass sie ihre Hütten mit Bärenfellen dekoriert haben und fischen gehen. 

Anspieltipps: „Living By The Sword“, „Feed Your Soul“, “Fallen”, “Bearserk”

Fazit :  Vollkommen in Ordnung. Keine Partymusik, eher eben etwas rustikal im Hintergrund. Man riecht beim Hören beinahe einen Mix aus Räuchern und Holz.

WERTUNG:


                                                                                                                                                                                     

 Trackliste:

1.Living By The Sword 5:32
2.Painbringer 6:07
3.Feed Your Soul 4:14
4.Fallen 7:23
5.Twenty Four Twenty 5:34
6.Bearseark 5:29
7.Break My Bones 5:02
8.To Conquer Death 6:19
9.This Is Where It Ends 5:06

Sandra

BLUELINERS – Old Jack

Band: Blueliners
Album: Old Jack
Spielzeit: 24 min.
Plattenfirma: Eigenvertrieb
Veröffentlichung: 29.04.2012
Homepage: www.facebook.com/bluelinersband

Die BLUELINERS sind eine deutsche Nachwuchsband. Sie sind ein Trio und bestehen aus Marcel Schneider (Gesang und Gitarre), David Drewitz (Bass) und Marvin Lutterbüse (Schlagzeug). Schneider wird ab Oktober sogar an einer Musikschule in Hamburg sein Können verbessern.

Die Hülle der CD ist schön! Vorn auf dem Cover eine Kiste, auf welcher der Titel des Albums „Old Jack“ steht. Klappt man die CD auf, sind liebevoll die Songtexte geschrieben und allesamt mit kleinen Zeichnungen versehen: Einem Tramp, einem Koffer, einem Tausendfüßler und einer Laterne. Selbiges auf der Rückseite. Wirklich detailliert gemalt. Sehr schön!

Vier Songs haben es auf die EP geschafft. Der erste ist „Old Jack“. Hier kommen sehr schön die Bass-Saiten der Gitarre, der Bass selbst und das Schlagzeug zur Geltung. Ist ein eher dunkler Song, der von klarem und gut zu verstehendem Gesang unterstützt wird. Wer „Old Jack“ ist, dürfte jedem klar sein, es ist wohl eine handelsübliche Whiskeymarke gemeint. Zwischendurch kommt ein schönes instrumentales Stück, dass echten Pep hineinbringt. Schön auch das Klirren einer zerdepperten Flasche. Originelles Stück! Der sich anschließende „Travellers Song“ klingt schon richtig unternehmungslustig. Leicht-flockiger Rhythmus. Man bekommt richtig Lust, seinen Koffer zu packen. Ein Mit-Sing-Liedchen. Sowohl die Instrumente haben einen leichten Touch als auch der Gesang „la-ihii-ida-dadada I’m a travelling man…“ Der Tausendfüßler-Song, „Centipede“ – höre ich am Anfang Keyboard? Besungen wird eine kleine Tausendfüßler-Invasion. Soweit ich weiß, einmalig. Zwischendurch knarrzende Gitarren, Schlagzeug, zu dem nach und nach Gitarre und Bass hinzukommen. Sehr gekonnt gedudelt. Bei „Dark Yellow Light“ ernstere Töne, die klar machen, dass auch hinter den Künstlern der Welt die eigenen Dämonen her sind. Wie in einer Fall gefangen ist. Superschöne instrumentale Einlagen.

Die Scheibe ist empfehlenswert. Originell und unterstützt den talentierten Nachwuchs, den man in der Musikwelt so dringend braucht! Mit der EP werdet Ihr Euch nicht langweilen – allein die hübsche Hülle ist sein Geld wert. Hoffentlich hören wir von den BLUELINERS (merkt Euch den Namen!) noch mehr.

Anspieltipps: Vier Songs, die alle gut sind, die hört mal ganz an!

Fazit :  Die EP kann man für 5,- € bei der Band bestellen. Das ist gut investiert. Ihr unterstützt wirklich gute Nachwuchsmusiker!

WERTUNG: 

Trackliste:

1.Old Jack 6:17
2.Travellers Song 3:52
3.Centipede 6:54
4.Dark Yellow Light 6:55

WE ARE WAVES – We Are Waves

Band: We Are Waves
Album: We Are Waves
Spielzeit: 16:89 min
Plattenfirma: Sounday Music
Veröffentlichung: bereits veröffentlicht
Homepage: www.wearewaves.net

WE ARE WAVES sind eine Alternative-Rock-Band aus dem schönen Italien. Sie bestehen aus Mene (Bass), Frank (Schlagzeug), Viax (Gesang und Gitarre) und Cisa (Synthesizer).

Die Ansicht der EP, sprich das Cover, ist mit schwarzem Hintergrund und vorne in Blau gehalten. Diverse Ornamente, zwei Frauenköpfe, oben und unten das „Allsehende Auge“, mittig eine Weltkugel in Weiß.

Musikalisch ist eine Menge mit elektronischen Effekten unterlegt, wie die Band aber auch beabsichtigt hat. Die Stimme von Viax ist sehr gut für Rock und Hard Rock geeignet.

Als Erstes am Start ist „The Other Side Of Me“. Der Beginn ist klassisch Rock mit Gitarre und Schlagzeug und danach kommt Synthi-Unterstützung hinzu. Zwischendurch sehr melodisch. Bei „Deccan Plateau“ ein schöner Gesang mit musikalischer Unterstützung. Zwischendurch eben immer wieder elektronische Effekte. Irgendwann hört man auch mal ein dumpfes Bass-Knarrzen. Als drittes „To The Ocean“… Ein sehr langsamer Balladen-Beginn, fast Geflüster. Auch die Musik und der Folge-Gesang sind sehr ruhig und harmonisch. Wirkt wie „großes Kino“ als Ballade. Der vierte Song ist dann auch sehr ausgeglichen und harmonisch, „Gaining Ground“. Man kann es kaum beschreiben, aber eins scheint zum anderen gut zu passen. Sowohl die Gitarrenklänge, die zwischendurch mal sanfter ausfallen, dann und wann aber auch rocken als auch das Schlagzeug, das durchweg dem Rhythmus angepasst ist als auch die elektronischen Effekte.

Eine Scheibe, die in Ordnung ist. Man muss natürlich Gefallen an Elektro und softerer Musik finden. Kann man ganz gut nebenbei hören. Kein ausgefallenes Musikstück, aber durchweg okay.

Anspieltipps: Einfach mal in alle reinhören.

Fazit :  In Ordnung. Mir persönlich ein wenig zuviel an Effekten und Synthis.

WERTUNG:

Trackliste:

1.The Other Side Of Me 4:12
2.Deccan Plateau 4:18
3.To The Ocean 4:29
4.Gaining Ground 4:39

Sandra

DARE – Calm Before The Storm II

Band: Dare
Album: Calm Before The Storm II
Plattenfirma: Legend Records
Veröffentlichung: 08.10.2012
Homepage: www.dare-music.com

Was soll man über eine Band wie DARE noch schreiben? Was über einen Ausnahmekünstler wie Bandkopf Darren Wharton? Nachdem der erst 18-jährige Wharton bei THIN LIZZY als Keyboarder eingestiegen war, gründete er 1986 mit DARE seine eigene Band, wo er fortan auch als Sänger fungierte, und blieb dabei den irischen Einflüssen treu. Speziell mit ihren ersten beiden Alben „Out Of The Silence“ und „Blood From Stone“ eroberten sie die Herzen aller AOR- und Melodicrock Jünger, diese beiden Releases genießen auch heute noch einen Status in der Szene, der seinesgleichen sucht. Das nächste Album „Calm Before The Storm“ ließ bis 1998 auf sich warten – ganze sieben Jahre nach dem Überalbum „Blood From Stone“. Aber die musikalische Welt war nicht mehr die selbe. Dementsprechend hatte sich auch der Sound der Briten geändert. Zum Glück machte man nicht den Fehler, einem Trend zu folgen sondern ließ fast sämtliche Stromgitarren weg und verfeinerte den Sound mit vielen akustischen Klängen ohne aber das Songwriting großartig zu ändern. Ein DARE Song ist auch heute noch sofort zu erkennen, so auch auf dem neu aufgenommenen Album „Calm Before The Storm II“. 1998 bei MTM Music veröffentlicht, war die Band im Nachhinein mit dem Ergebnis nicht so zufrieden, um das Album für alle Zeiten so stehen zu lassen.

Deshalb gibt es jetzt die zweite Version mit komplett neu aufgenommenen Stücken sowie einer veränderten Trackliste. Der Song „Still In Love With You“ wurde komplett gestrichen, dafür gibt es mit „Precious“ und „Cold Wind Will Blow“ 2 bisher ungehörte Songs. Die Neuaufnahmen klingen frischer und haben einen kernigeren Sound, hier und da hat sich eine verzerrte Gitarre verirrt. Insgesamt ist das komplette Album runder geworden. Das Coverartwork wurde auch überarbeitet, jetzt ziert es eine nackte Dame (1998 war sie noch in Laken gehüllt), die abermals übers Wasser marschiert, und der Himmel ist etwas heller und freundlicher gestaltet, obwohl es doch noch viele Wolken gibt. Das passt wunderbar in den mit großen Schritten herannahenden Herbst – „Calm Before The Storm II“ ist ein perfektes Album für die kalte Jahreszeit, wie auch die vergangenen Platten von DARE. „Das ist das Album, das ich immer machen wollte“ sagt Darren Wharton selbst über diesen neuerlichen Release. Diese zufriedene Stimmung spürt man jeder Minute dieses Albums an, solche Songs können einfach nur aus der Feder dieses Herren stammen.

War schon die Ur-Fassung ein tolles Stück Musik, so konnten DARE noch etwas mehr aus den Stücken herauspressen und somit eine noch schönere Atmosphäre erzeugen. DARE sind einfach eine einzigartige Band und Darren Wharton ein herausragender Musiker und Songwriter. Ein Highlight – nicht nur zu Zeiten, wo die Tage kurz und die Nächte lang sind. tefa

WERTUNG:

Trackliste:

1.Walk On Water
2.Someday
3.Calm Before The Storm
4.Crown Of Thorns
5.Precious
6.Silence Of Your Head
7.Rescue Me
8.Ashes
9.Rising Sun
10.Cold Wind Will Blow
11.Deliverance

Stefan

DIEMONDS – The Bad Pack

Band: Diemonds
Album: The Bad Pack
Plattenfirma: Underground Operations
Veröffentlichung: 02.10.2012
Homepage: www.diemonds.net

Toronto scheint mittlerweile wieder ein heißes Rock´n Roll Pflaster zu sein, denn unter anderem kommen die DIEMONDS einfach so aus der Versenkung und hauen uns mit „The Bad Pack“ ein ungehobeltes, räudiges und trotzdem ungemein ansprechendes Pfund um die Lauscher. Gegründet hat sich die Band um Sängerin Priya Panda, Gitarrist C.C. Diemond, Gitarrist Daniel DeKay, Bassist Tommy Carvalho und Drummer Aiden  Tranquada bereits 2006, aber an der Veröffentlichungsfront war bis auf eine EP mit dem Namen „In The Rough“ noch nicht viel geboten. Das soll sich jetzt mit dem offiziellen Debüt „The Bad Pack“ ändern.

Nach langen Tour-Phasen, die die Band u.a. zu Gigs mit SLASH, L.A. GUNS, MICHAEL MONROE, STEEL PANTHER, SEBASTIAN BACH oder FASTER PUSSYCAT sowie auf das sagenumwobene Rocklahoma Festival in Pryor geführt hat, ist der 10-Tracker, den Jon Drew produziert hat, nun in trockenen Tüchern.

„Take On The Night“ nennt sich der Opener. Ein Song, zu dem es auch ein cooles Video ganz im Stile des 70ger Streifens „The Warriors“ gibt. Hier geben sich die Kanadier melodisch und sleazy mit lässigen Riffs. Dass sie aber auch anders können beweisen die Herrschaften samt Dame bei „Loud´n Nasty“ oder dem Titeltrack. Dazwischen gibt es Eingängiges wie „Lil´ Miss“ oder „Mystery“ und mit dem flotten „Livin´ Tonight“ gibt es auch noch eine lockere Trinkerhymne, in dessen Video schon mal das ein oder andere Dosenbierchen gestochen wird.

„The Bad Pack“ ist die lange Wartezeit auf jeden Fall wert und wer die Kanadier bisher noch nicht auf dem Schirm hatte, sollte das schleunigst nachholen. 10 abwechslungsreiche Songs, die Einflüsse von Sleaze, Punk und Heavy Metal vereinen und so ein ganz eigenes Gebräu zu Tage fördern, das auf den Namen DIEMONDS hört. Mein Lieblings-Female-Fronted-Album seit „Switchblade Serenades“ von SISTER SIN, und das war 2008!

WERTUNG:

Trackliste:

1.Take On The Night
2.Lil´ Miss
3.Loud´n Nasty
4.Get The Fuck Outta Here
5.The Bad Pack
6.Overboard
7.Left For Dead
8.Livin´ Tonight
9.Trick Or Treat
10.Mystery

Stefan