TOXICROSE – Total Tranquility

Band: ToxicRose

Album: Total Tranqulity

Spielzeit: 50:25 min

Stilrichtung: Heavy Metal

Plattenfirma: City of Lights Records

Veröffentlichung: 16.05.2016


Nach der erste selbstbetitelten EP REZI der Jungs von TOXICROSE aus dem Jahre 2012 fieberte wohl jeder dem ersten Debütalbum entgegen! Dieses erscheint dieser Tage mit dem Titel „Total Tranquility“ und soll für die Band der nächste große Schritt nach vorne sein!

Die Truppe spielt einen grobe Mix aus Heavy Metal mit einem Schluss Sleaze ähnlich solcher Bands wie CRASHDIET, W.A.S.P oder MÖTLEY CRÜE und dürfte für die Anhänger dieser Genre auf jeden Fall interessant sein.

Als Opener fungiert das schon als Video veröffentlichte „World of Confusion“ welches flott losballert. Als Opener ist das Teil goldrichtig, einprägsam bahnt sich die Nummer in die Gehörgänge und bleibt dort lange kleben.

In die gleiche Kerbe schlagen dann auch das anschließende „Silent End of Me“ und „Killing the Romance“. Hier sind alle Ampeln auf grün geschaltet und die Stücke wandern ohne lange zu zögern auf unsere Anspieltippliste!

Nach dem etwas schwachbrüstigen „Sinner“ spielt der Stampfer „We own the Night“ wieder in einer ganz anderen Liga. Hier sticht auch besonders der teilweise schön roughe Gesang richtig gut raus!

Nun haben wir aber ein kleine Qualitätsdurststrecke zu bewältigen, die erst mit dem vorletzten Track „We all fall down“ langsam endet.

Richtig zu empfehlen ist zum Abschluss dann nur der Titeltrack „Total Tranquility“. Alles davor ist leider nur guter Durchschnitt.


Anspieltipps:


Am Besten bekommt ihr mit “World of Confusion”, “Silent End of Me”, “Killing the Romance”, “We own the Night” und “Total Tranquility” einen guten Höreindruck.


Fazit :


Die Jungs von TOXICROSE machen es mir wirklich nicht leicht! Ja man hat gerade zu Beginn richtig starke Tracks auf der Pfanne, aber so wie auch schon auf der EP kann man diese Qualität nicht bis ans Ende halten. Gerade im Mittelteil haben wir doch den ein oder anderen durchschnittlichen Song zu viel. Das ist schade, denn meiner Ansicht nach hat die Band absolut Potential!

Eine solide Leistung und somit Gesamtnote ist es aber trotz allem geworden und darauf lässt sich doch wirklich aufbauen, oder?


WERTUNG:




Trackliste:


01. World of Confusion

02. Silent End of Me

03. Killing the Romance

04. Sinner

05. We own the Night

06. Reckless Society

07. Clarity

08. Because of You

09. We all fall down

10. Total Tranquility


Julian

DERDIAN – Revolution Era

Band: Derdian

Album: Revolution Era

Spielzeit: 75:48 min

Stilrichtung: Symphonic Power Metal

Plattenfirma: Eigenprodutkion

Veröffentlichung: 03.06.2016

Homepage: www.derdian.com


Das letzte Album der Italiener von DERDIAN „Human Reset“ REZI hatte mich ja qualitativ doch sehr positiv überrascht! Um so erstaunter war ich als ich erfuhr das sich die Band von ihrem tollen Sänger Ivan Giannini getrennt hat. Anscheinend nahm man dies zum Anlass die bisherige Bandkarriere nochmal Revue passieren zu lassen und so ist das neue Album „Revolution Era“ quasi eine Best Of geworden, die mit den besten Hits der Band aufwarten kann, die alle neu eingespielt wurden. Als Sänger hat man dieses Mal ins oberste Regal gegriffen und nicht einen, sondern gleich zwölf neue Sänger aus dem Hut gezaubert! International bekannte Gastsänger, wo die bekanntesten mit Sicherheit Ralf Scheepers (PRIMAL FEAR), D.C. Cooper (ROYAL HUNT), Fabio Lione (RHAPSODY OF FIRE), Apollo Papathanasio (Ex-FIREWIND), Henning Basse (METALIUM) sowie Mark Basile (DGM) sind.

Qualitativ können wir hier also vermutlich einiges erwarten, schauen wir uns das Ganze im Detail an. Als Opener kommt uns „Overture“ entgegen welches mehrstimmig gesungen recht schnell zur Sache kommt und schon mal grob die musikalische Richtung vorgibt.

Das das nun folgenden nur aus den Hits der Band besteht hatte ich ja schon gesagt, daher erspare ich mir die Besprechung sämtlicher Titel, was aber denke ich erwähnenswert ist, ist mit Sicherheit das die Sänger wirklich sehr gut gewählt sind und vor allem das unverkennbare Organ von Henning Basse immer wieder raussticht.

Aber generell ist es hier schon schwierig die Stimmen auseinander zuhalten, mir selbst lag keine Auflistung vor wer auf welchem Track gesungen hat. Gut bei „Lord of War“ ist es unverkennbar Fabio Lione und das bei „The Hunter“ Ralf Scheepers mitwirkt wird auch recht schnell klar, aber ansonsten ist es wie gesagt sehr schwierig.

Kurzum, eine Vollbedienung für die Fans der Band mit erstklassigen Sängern!


Anspieltipps:


Erübrigen sich bei einer Best Of denke ich.


Fazit :


Der letzte Satz der Rezi reicht eigentlich schon vollkommen aus um das Gehörte in Worte zu fassen, aber natürlich gibt es hier von mir auch noch den ein oder anderen Nachsatz : )

Insgesamt ist den Jungs von DERDIAN hier wirklich eine recht runde Best Of Scheibe gelungen, man kann sich über Sinn und Zweck des Ganzen, vor allem mit den Gastsängern streiten, aber das schmälert die musikalische Qualität zu keiner Zeit!

Wer auf italienischen Symphonic Power Metal im Stile von alter RHAPSODY OF FIRE Mucke steht fährt mit dieser Best Of Zusammenstellung von DERDIAN genau richtig!


WERTUNG: keine Bewertung


Trackliste:


01. Overture

02. Burn

03. Beyond the Gate

04. Battleplan

05. I don’t wanna Die

06. Screams of Agony

07. Lord of War

08. Forevermore

09. Eternal Light

10. The Hunter

11. Black Rose

12. Incitement

13. New Era

14. Cage of Light


Julian

HEADLESS – Melt the Ice away

Band: Headless

Album: Melt the Ice away

Spielzeit: 43:00 min

Stilrichtung: Heavy Rock/Metal

Plattenfirma: Mighty Music

Veröffentlichung: 27.05.2016


HEADLESS ist eine italienische Band rund um Sänger Göran Edman (YNGWIE MALMSTEEN) die eine Mischung aus klassischem Metal der Marke QUEENSRYCHE, Rock und Progressiven Metal der Marke FATES WARNING zocken.

Das neue Album „Melt the Ice away“ ist der Nachfolger des recht erfolgreichen 2013ener Outputs „Growing Apart“. Ich selbst kannte die Band noch nicht und machte mich daher recht interessiert und ohne Erwartungen an den Hördurchgang.

Gestartet wird das gute Stück mit „So much of a Bore“. Satte Gitarrenriffs plus den dazu gehörenden Groove tönen uns als Erstes entgegen. Der Song an sich ist zwar im Verlauf ganz ordentlich gemacht, aber ohne einen Ohrwurmrefrain bleibt hier leider nicht so viel hängen.

Mal schauen was uns beim nächsten Song „Good Luck Resized“ erwartet? Auf jeden Fall hat das Ganze einen ordentlichen Schuss Blues in den Strophen abbekommen und hier haben wir dann auch endlich einen tollen Ohrwurmrefrain der sich metertief in die Gehörgänge frisst, sehr schön!

Der Titeltrack „Melt the Ice away“ beginnt dann mit eine Art Hörspiel bevor sich eine rockige leicht progressive Nummer entwickelt die ebenfalls tolle Melodien und einen einprägsamen Ohrwurmrefrain aufweisen kann. Ein sehr interessanter Track, der sich von Mal zu Mal steigert.

Über die eher durchschnittliche Schmachtballade „Frame“ geht es dann in den zweiten Teil der Scheibe der erneut eine schöne Mischung aus klassischen Rocksongs mit dem notwendigen Schuss Progressivität bietet, die mal mehr mal weniger zünden.

Die Glanzstücke der zweiten Hälfe sind mit Sicherheit „Shortage“ und das knackige „Stillness of the Heart“.

Die Progressive Metalfans kommen auch bei den beiden letzten Tracks „Gather Knowledge Gather Wisdom“ und „When Dreams & Past Collapse“ voll auf ihre Kosten, mir ist das Ganze aber eine Spur zu bunt gemischt.


Anspieltipps:


Hier tönen “Good Luck Resized”, “Melt the Ice away”, “Shortage” sowie “Stillness of the Heart” am Besten.


Fazit :


Ein sehr abwechslungsreiches Album haben die Jungs von HEADLESS uns hier auf jeden Fall präsentiert. Für meine Spur ein bisschen zur durcheinander und nicht immer genau auf den Punkt, aber es gibt mit Sicherheit Progressive Rockfreaks die genau darin die Stärken sehen!

Instrumental, gesanglich und von der Produktion her gibt es hier aber nichts zu meckern, die Songs hätten einfach etwas hitverdächtiger sein können.


WERTUNG:




Trackliste:


01. So much of a Bore

02. Good Luck Resized

03. Melt the Ice away

04. Frame

05. Shortage

06. A senseless Roaring Machine

07. Stillness of the Heart

08. Gather Knowledge Gather Wisdom

09. When Dreams & Past Collapse


Julian

ROUGH CUTT – Rough Cutt / Wants You! (Re-Releases)

Band: Rough Cutt
Album: Rough Cutt / Rough Cutt Wants You! (Re-Releases)
Spielzeit: 42:55 min / 37:41 min
Stilrichtung: Melodic Heavy Metal
Plattenfirma: Rock Candy Records Records
Veröffentlichung: 11.05.2016 
Homepage: www.rockcandyrecords.co.uk
Warum sich die 80er Bands immer wie bunt lackiete Pudel haben ablichten lassen, dann Jahre später aber immer alle unisono in die Interview-Mikrofone seufzen sie seien damals völlig missverstanden worden, hätten eigentlich gar nicht zu der Hair-Metal Szene gehört und seien überhaupt musikalisch ganz anders unterwegs gewesen als alle anderen Bands hat sich mir noch nie erschlossen. Auch ROUGH CUTT, das Baby von Ausnahmesänger Paul Shortino, passt perfekt in diese Schublade. Mit tatkräftiger Unterstützung hinter den Kulissen von niemand geringerem als dem grossen Dio tüteten die Jungs 2 sehr brauchbare Melodic Metal Scheiben ein, bevor Bandkopf Shortino das sinkende Schiff ohne Vorwarnung in Richtung Quiet Riot verliess und den Rest der Mannschaft in den Untergang schippern liess. Soviel zum Thema, 5 Freunde sollt ihr sein … So richtig in die Gänge kam ROUGH CUTT erst, als die Anfang der 80er von Shortino gegründete Band den Posten des zweiten Gitarristen (zuvor von Jake E. Lee ausgefüllt) mit dem Jungen Flitzefinger Amir Derakh besetzen konnten.
Rough Cutt (1984)
Für das Debüt Album konnte die Band keinen Geringeren als Tom Allom verpflichten, der zuvor bereits solche Juwlen wie Screaming for Vengeance von Judas Priest oder On Through the Night von Def Leopard veredelt hatte und zusammen mit dem Quitett das legendäre Studio The Record Plant in Beschlag nahm. Tja, damals gab es noch Budgets, grosse Studios, externe Produzenten und ein echtes Interesse der Labels an einem Qualitätsprodukt … wo sind die Zeiten hin? Als die Band einige Wochen später das selbstbetitelte Album dann frisch in den Händen hielt, war die Ernüchterung ob des etwas albernen Covers zwar durchaus berechtigt. Die Musik konnte sich aber sehen lassen und musste sich, zumindest damals gemessen an der Konkurrenz auch soundtechnisch, nicht verstecken. Zwischen den arg aufgeblähten Gitarrenwänden, fetten Drums und einer heftigen Dosis-80er-Hall schafften es Shortino & Co. mit „Take Her“, den beiden Cover Songs „Piece Of My Heart“ und „Never Gonna Die“ und „Kids Will Rock“ gute, mitreissende Rock-Kost zu servieren. Mit dem ungewöhnlichen „Black Widow“ sowie dem starken „Dreamin‘ Again“ waren sogar zwei Tracks vetreten, die die Band als ein wqenig mutiger zeigten. Auch das stand ROUGH CUTT gut zu Gesicht. Schon auf dem Erstling war aber klar erkennbar, dass Shortino das einzig wirklich schlagende Argument war, ohne den der Rest der Jungs wie jede weitere Kapelle des Strip geklungen hätten. Es kam wie es so oft kommen sollte: wenig Rotation bei MTV, keine Unterstzützung von Seiten des Labels, etc. – der erhoffte Erfolg der Band verpuffte ohne sich je wirklich zu manifestieren und ROUGH CUTT mussten Kollegen wie RATT, die nach Ihnen zu Plattendeals gekommen waren, enttäuscht nachsehen.
Rough Cutt Wants You! (1986)
Aber damals bekamen Bands ja noch eine zweite Chance. Und um dem Glück ein wenig mehr auf die Sprünge zu helfen wurde als Peoduzent Jack Douglas ins Boot geholt. Jener Jack Douglas der unter anderem Toys in the Attic oder Rocks von Aerosmith verantwortlich gezeichnet hatte. Ebenfalls keine schlechte Hausnummer der gute Mann. Was sich in einem gesetzteren, weniger plakativen und erdigeren Sound niederschlug. Wobei eine Bezeichnung wie „erdig“ hier nicht mit den staubtrockenen Poduktionen diverser Retro bands heutiger Tage zu verwechseln ist. „Rough Cut Wants You!“ klang, auch aufgrund der Tatsache dass die Band weniger ungestüm zu Werke ging und Douglas ein leitendes Händchen in Sachen Songwriting beisteuerte, im Vergleich zum Vorgänger deutlich reifer. Allerdings auch abgeklärter, was man dann auch wieder etwas bemängeln kann. Denn das jugendlich, forsche von „Rough Cutt“ sucht man auf „Rough Cut Wants You!“ vergeblich. Stattdessen gibt es solche Klischee-Hymnen wie „Rock The USA“ oder „We Like It Loud“ auf die Ohren. Alles fachmännisch profduziert, von Shortino ein ums andere mal mit Bravour vorgetragen und von der Band ohne Fehlk und Tadel eingespielt. Was dem Album an Charme fehlt wird durch ein gutes Mass an neu hinzugewonnener Routine (vor unter hiner dem Mischpult) wettgemacht. Wenn auch nich tganz so energisch und mitreissend wie das Debüt, so ist „Rough Cutt Wants You!“ dennoch ein starkes zweites Album, das in der gut sortierten Melodic Metal Sammlung seinen Platz verdient.
Beide Alben wurden wie bei Rock Candy Records gewohnt kompetent remastered und mit ausführlichen, informativen leinernotes bestückt. Von dem Zusatz auf der CD „Mastered in High Definition / Audiophile Recording“ sollte man sich allerdigs nicht zuviel erwarten. Beide Alben, allen voran das Debüt, wurden damals wenig zeitlos produziert und klingen mit 30 Jahren Abstand doch etwas aus der Zeit gefallen. Während das von Jack Douglas relativ trocken und gesetzter in Szene gesetzte „Rough Cut Wants You!“ noch relativ gut aus den Boxen quirlt, ist „Rough Cutt“ vor allem soundtechnisch etwas antquitiert. Aber das macht ja auch wieder einen Teil des Charmes der Platten aus dieser Zeit aus …
WERTUNG
Trackliste:
Rough Cutt (1984)
01. Take Her
02. Piece Of My Heart
03. Never Gonna Die
04. Dreamin‘ Again
05. Cutt Your Heart Out
06. Black Widow
07. You Keep Breaking My Heart
08. Kids Will Rock
09. Dressed To Kill
10. She’s Too Hott
Rough Cutt Wants You! (1986)
01. Rock The USA
02. Bad Reputation
03. Don’t Settle For Less
04. Hot ‚N‘ Heavy
05. Take A Chance
06. We Like It Loud
07. Double Trouble
08. You Wanna Be A Star
09. Let ‚Em Talk
10. The Night Cries Out (For You)

Mario

VAN WILKS – Bombay Tears (Re-Release)

Band: Van Wilks
Album: Bombay Tears (Re-Release)
Spielzeit: 57:31 min
Stilrichtung: AOR
Plattenfirma: Rock Candy Records Records
Veröffentlichung: 11.05.2016
Der Gitarrist / Sänger VAN WILKS ist jetzt vielleicht nicht unbedingt das, was man unter einem „Household Name“ versteht. Ein kleine Suche im Netz fördert allerdings eine beeindruckende Liste an Veröffentlichungen zu Tage, an denen der Mann aus dem staubigen Texas beteiligt war. Wobei die Verortung im schönen Western Staat der USA schon ein wenig über die stilistische Ausrichtung der Band um den Kreativkopf an den 6 Saiten erahnen lässt. Berühmte(re) Kollegen wie z.B. Eric Johnson oder Billy Gibbons (ZZ Top) verbanden, ähnlich wie VAN WILKS, bluesige Töne mit einem hochmelodischen Ansatz und liessen sich, zumindets was ihre Fähigkeiten auf Ihrem Instrument anging, nie auf ein Genre festnageln. VAN WILKS Debüt, dass nun über Rock Cady Records zum ersten mal überhaupt auf CD erscheint, strahlt einen ganz besondren Charme aus und setzt sich zuweilen so ziemnlich zwischen alle Stühle.
Während Songs wie „1959“ oder „Juvenile Licks“ mit einigem Elan nach vorne rocken, sind ein Grossteil der Songs eher tiefenentspannt und leben in erster Linie von dem tollen Gespür für Melodien – sowohl was den Gesang als auch die Gitarrenparts angeht. Das im, wie bei Rock Candy gewohnt ausführlichen, Booklet erwähnte lobende Statement von Käpt`n Langbart Billy Gibbons zu VAN WILKS Fähigkeiten an der Gitarre ist nicht untertrieben. Dabei bleibt er aber stets songorientert, lässt seine Soli nie in ausufernde Selbstbeweihräucherung ausarten und kann mit so mancher kleveren Soundtrickserei für willkommene Farbtupfer sorgen (siehe das Intro zu „Danger In The Dark“). Der kleine Haken an dieser ansonsten recht makellosen Scheibe sind dann die nicht wirklich zupackenden Hooklines. Die Platte läuft herrlich unangestrengt ins Ohr rein, kann beim Zuhören begeistern, hinterlässt aber leider keinen bleibenden Eindruck. Auch nach mehrmaliger Einfuhr ist kein Track hängengeblieben, den ich vor mich hin gepfiffen hätte.
Als vergessenes Kleinod, bisher nur wenigen Eingeweihten ein Begriff, hat die Debüt Scheibe von VAN WILKS und seinen Mannen es durchaus verdient von AOR, Melodic Rock, West Coast und Blues Rockern gleichermassen entdeckt zu werden. Dass „Bombay Tears“ nie zu einem vertiablen Klassiker wurde hat zwar unter anderem seine Gründe in dem etwas schaumgebremsten Sound und dem Nichtvorhandensein eines zwingenen Hits. Da hier aber handwerklich klasse Musiker mit Herzblut am Werke waren ist das Ergebnis eine lohnenswerte Investition für Raritätensammler. Nicht unerwähnt sollte dabei auch die als Bonus enthaltene „Boystown“ EP sein, die ein weiteres kräftiges Kaufargument für Fans und Sammler sein dürfte. Die wertige Aufmachung des Rock Candy Labels tut ihr übriges dazu.
WERTUNG
Trackliste:
01. Danger In The Dark
02. 1959
03. Travelin‘
04. Juvenile Licks
05. De La Coupole La Mer Pleure
06. Bombay Tears
07. Can’t Cry Anymore
08. Sirens In The Night
09. Eyes Like Lightning
10. Older Than You Know
11. Living On Borrowed Time
12. Boystown (Bonus Track)
13. Street Legal (Bonus Track)
14. Never Say No (Bonus Track)
15. Small Town Girl (Bonus Track)

Mario

WITHEM – The Unforgiving Road

Band: Withem
Album: The Unforgiving Road
Spielzeit: 47:35 min
Stilrichtung: Progressive Metal
Plattenfirma: Frontiers Records
Veröffentlichung: 03.06.2016
Das Debüt der Norweger WITHEM haben wir damals bereits hier vorgestellt („The Point Of You„, 2013) und wenn ich ehrlich bin, könnte ich für das neue Album direkt auf meine Besprechung des okayen Vorgängers verweisen und hätte alles Relevante gesagt. Das hat sich wohl auch die Promotion Abteilung des neuen Labels Frontiers gedacht, denn im Beipackzettel zu „The Unforgiving Road“ werden ausschliesslich die Highligts von „The Point Of You“ breitgetreten – zum neuen Album ist kein Wort zu finden. Mmm …
Der Wechsel vom kleinen Prog Label Sensory Records zum Melodic Rock Spezialisten Frontiers deutet schon an, dass es WITHEM diesmal verstärkt darauf anlegen die breitere Masse für sich zu begeistern. Und um die entsprechende Klientel zu umgarnen bedarf es natürlich in erster Linie eines: deftige, packende Hooklines. Wer meine Review zu „The Point Of You“ gelesen hat, weiss, dass es meiner Meinung nach genau bei diesem Punkt in der Vergangenheit gehapert hat. Und auch auf „The Unforgiving Road“ tun sich WITHEM schwer ihre bemerkenswerten handwerklichen Fähigkeiten in schlüssige Songs zu giessen. Dass der Opener „Exit“ von vorne bis hinten wie eine Dream Theater Blaupause gestrickt ist – geschenkt. Das gehört heute wohl zum guten Ton. Ebenso wie die austauschbare, fette Produktion. Aber die wirklich zwingenden Hooklines sucht man auf „The Unforgiving Road“ leider weiterhin mit der Lupe. Besonders im ersten Teil der Scheibe brauchen Songs wie „In The Hands Of A God“ oder „The Pain I Collected“ einige Durchläufe bis sie zünden – und selbst dann bleibt es zumeist bei einem kleinen Lagerfeuer und weniger einem beeindruckenden Feuerwerk. Die Jungs haben zwar deutlich an Eingängigkeit hinzugewonnen – zur Oberliga ist’s aber imme rnoch ein Stück. Zu verkopft, mitunter hölzern sind die Melodiebögen. Ab „The Eye In The Storm“ werden die Songs dann deutlich kürzer, die Arrangements sind gestraffter und die Zielausrichtung fokussierter. Aber auch hier tun sich WITHEM merklich schwer 100%ige Treffer zu landen. Sänger … gibt auch weiterhin alles, kann mit seinem oftmals leicht überambitionierten Vortrag etwa ermüden („Riven“).
Im Vergleich zum Vorgänger gehen WITHEM auf „The Unforgiving Road“ zwar deutlich kompakter ans Werk. Die Baustellen (allen voran die niedrige Hookdichte) sind aber immer noch die gleichen. Was bei dem Wechsel zur Melodic-Schmiede Frontiers eigentlich um so mehr verwundert. Für das nächste mal würde ich persönlich mir etwas mehr Eigenständigkeit und Treffsicherheit beim Songwriting wünschen. Aber WITHEN arbeiten sich merklich voran und für Fans, die mit „The Point Of You“ glücklich waren, ist das rundum perfekt produzierte „The Unforgiving Road“ dennoch die Anschaffung wert.
WERTUNG: 
Trackliste:
01. …Intro
02. Exit
03. In The Hands Of A God
04. The Pain I Collected
05. Riven
06. C’est La Vie
07. The Eye In The Storm
08. Arrhythmia
09. In My Will
10. Unaffected Love
11. Outro …

Mario

KROSSFIRE – Shades of Darkness

Band: Krossfire

Album: Shades of Darkness

Spielzeit: 62:55 min

Stilrichtung: Power Prog Metal

Plattenfirma: Pure Steel Records

Veröffentlichung: 03.06.2016


Vier Jahre nach ihrem Debütalbum „Learning to Fly“ REZI welches mich damals absolut überzeugt hatte, ich aber rückblickend vielleicht etwas zu hoch bewertet habe, kehren die Jungs von KROSSFIRE zurück um uns erneut mit ihrem Progressiven Power Metal zu verzaubern. Die Jungs haben wohl ziemlich lange an den neuen Songs geschraubt um den Fans das zu geben was sie erwarten, KROSSFIRE in voller Schönheit! Aber man hält nicht nur an altbewährtem fest sondern wagt auch das ein oder andere Experiment, zum Beispiel die Einbeziehung von weiblichem Gesang. Aber keine Sorge man driftet jetzt hier nicht in die Symphonic Metalschiene ab, sondern bleibt seinem Stil treu!

Wie das klingt? Das hören wir uns jetzt einmal näher an, als Opener tönt uns „The Ninth“ entgegen. Genretypisch ein stimmungsvolles Intro welches zwar ganz nett ist, aber nur für den Gesamteindruck interessant ist.

„The Last Ride“ im Anschluss ist dann der erste „richtige“ Track. KROSSFIRE bleiben KROSSFIRE so viel steht schon mal fest! Eine epische, leicht im Refrain nach Symphonic Metal klingende Nummer die mit ordentlich Keyboardunterstützung daher kommt und direkt ins Ohr geht. Ein starker Beginn der Jungs!

Und ähnlich stark geht es dann auch bei den beiden nächsten Songs „King will Come“ und „Destiny’s Calling“ zur Sache. Nach Symphonic Metal klingt das Ganze hier nicht mehr, eher nach dem so eigenen Power Prog Metal der trotzdem schön eingängig ist und einfach KROSSFIRE pur ist. Ebenfalls eine sehr starke Vorstellung hier!

Und es geht gut weiter, bislang ist keine Schwäche in Sicht, denn auch „One More Time“ groovt wie die Hölle und bleibt direkt hängen, „Farewell“ ist dann eine schöne Schmachtballade geworden die ordentlich Atmosphäre verbreitet.

Ok ein bisschen Schatten gibt es dann jetzt doch zu vermelden, „Fall from Grace“ ist eher durchschnitt geworden, das überlange, sehr progressive „Annabelle“ braucht dann auch zu lange um richtig in Fahrt zu kommen und auch „Like a Shadow“ kann nicht in Gänze überzeugen.

Aber dazwischen gibt es ja auch noch schöne Kracher wie zu Beginn des Albums. „Glory to Heavens“ ist so einer oder das abschließende „Heaven Halls“ welches zwar mit Symphonic Elementen beginnt sich dann aber zu einem flotten Midtempotrack entwickelt, welcher ebenfalls wieder wunderbar im Ohr hängen bleibt.


Anspieltipps:


Hier kann ich euch dieses Mal “The Last Ride”, “King will Come”, “Destiny’s Calling”, “Glory to Heavens” und “Heaven Halls” empfehlen.


Fazit :


Schon bei der letzten Rezi bescheingte ich den Jungs von KROSSFIRE das man den bandeigenen Stil bis aufs äußerste zelebrierte, das ist auch dieses Mal wieder der Fall! Auf über einer Stunde Musik fühlt man sich meistens gut unterhalten, gut den ein oder anderen schwächeren Song gibt es auch hier wieder zu verkraften, aber in Summe ist das Ganze auf jeden Fall eine klasse Leistung die mit einer Kaufempfehlung gewürdigt wird! Eine tolle Band mit eigenem Stil der man auf jeden Fall erneut Gehör schenken sollte!


WERTUNG:




Trackliste:


01. The Ninth

02. The Last Ride

03. King will Come

04. Destiny’s Calling

05. One More Time

06. Farewell

07. Fall from Grace

08. Annabelle

09. Glory to Heavens

10. Like a Shadow

11. Rule the Dark

12. Heaven Halls


Julian

OMEN – Hammer Damage

Band: Omen

Album: Hammer Damage

Spielzeit: 43:34 min

Stilrichtung: US Metal

Plattenfirma: Pure Steel Records

Veröffentlichung: 27.05.2016


Das wir DAS noch erleben dürfen! Die US Metallegende OMEN kehren 13 Jahre nach ihrem letzten offiziellen Album „Eternal Black Dawn“ mit einem neuen Studioalbum auf die Metalbühne zurück! Das gute Stück hört auf den Namen „Hammer Damage“ und erscheint wie passend bei den Fachmännern und Frauen von Pure Steel Records. Meiner Meinung nach absolut das richtige Label für die Jungs. Apropos Jungs, für den leider viel zu früh verstorbenen Ur Sänger J.D Kimball steht Kevin Goocher (PHANTOM X) wieder hinter dem Mikro, er war schon mal von 1998 bis 2009 dort zu finden, und wie eh und je ist Gitarrengott Kenny Powell präsent.

So, genug der schnöden Infos, schauen wir mal wie OMEN anno 2016 klingen? Als Opener fungiert der Titeltrack „Hammer Damage“ Hmm direkt zu Beginn fällt auf das die Produktion etwas schwach auf der Brust ist, vor allem der dünne Schlagzeugsound ist echt mies! Was ist denn da passiert? Der Track an sich ist ein Standardmidtempotrack der nun auch nicht richtig mitreißen kann.

Nach dieser ersten Enttäuschung folgt mit „Chaco Canyon“ direkt die Nächste denn auch hier regiert eher Mittelmaß!

Bislang fehlt ein wenig die epische Note die OMEN früher so stark gemacht haben, mal schauen ob uns diese bei den nächsten Nummern begegnet?

„Cry Havoc“ ist auf jeden Fall schon mal eine deutliche Spur eingängiger und besser als die laschen Openersongs. Richtige Perlen folgen dann aber danach mit „Eulogy for a Warrior“, „Knights“ und „Hellas“. Hier geht es mal epischer, mal metallischer und eingängiger zur Sache und hier bekommen die alten Fans zum ersten Mal was sie sich erhofft hatten, OMEN pur!

Aber, so gut die letzten Stücke waren, so mittelmäßig und durchschnittlich sind dann leider wieder die folgenden drei Songs. Hier bleibt irgendwie nichts richtig hängen und die Teile rauschen leider ziemlich an einem vorbei.

Insgesamt bleibt also doch Enttäuschung nach dem verklingen des letzten Tons im Ohr des Hörers hängen.


Anspieltipps:


Hier kann ich euch “Cry Havoc”, “Eulogy for a Warrior”, “Knights” und “Hellas” am ehesten ans Herz legen.


Fazit :


Tja leider muss ich sagen haben OMEN mit ihrem ersten Lebenszeichen nach so langer Zeit noch nicht ganz zu alter Stärke zurückgefunden! Der Mittelteil ist zwar richtig geil geraten, aber gerade der Anfang und auch der letzte Abschnitt bestehen eher aus durchschnittlichen Stücken und dazu kommt noch der schrecklich dünne Schlagzeugsound der absolut keinen Bums hat!

Es reicht damit leider nur für durchschnittliche 5,5 Punkte, schade!


WERTUNG:




Trackliste:


01. Hammer Damage

02. Chaco Canyon

03. Cry Havoc

04. Eulogy for a Warrior

05. Knights

06. Hellas

07. Caligula

08. Era of Crisis

09. A.F.U


Julian

OVERTURES – Artifacts

Band: Overtures

Album: Artifacts

Spielzeit: 57:28 min

Stilrichtung: Melodic Metal

Plattenfirma: Sleazy Rider Records

Veröffentlichung: 27.05.2016


OVERTURES kommen aus Italien und haben sich dem Melodic Metal verschrieben. Die Truppe ist seit 2003 aktiv und hat bislang drei Alben veröffentlicht. Nun, drei Jahre nach dem letzten Album „Entering the Maze“ aus dem Jahr 2013 hat man mit „Artifacts“ den nächsten Wurf parat um das gewählte Genre ordentlich auf zumischen!

Live waren die Jungs rund um Fronter und Gründungsmitglied Michele Guaitoli auch nicht untätig sondern supporteten so Größen wie ALMAH, SECRET SPHERE oder TRESHOLD.

Mal schauen ob wir für Fans des Melodic Metals hier ein weiteres Highlight im Metaljahr 2016 haben? Eröffnet wird das gute Stück auf jeden Fall schon mal recht ordentlich mit „Repentance“. Man ballert direkt zu Beginn ordentlich los, treibende Drums geben sich die Klinge mit harten Riffs in die Hand, dazu ein ordentlicher Bassgroove und ein paar Keyboards und fertig ist ein Opener der mit einigen Tempowechseln daher kommt und einen ordentlichen Chorus besitzt.

Nich ganz so abwechslungsreich und hart kommt das folgende Titelstück „Artifacts“ aus den Boxen gekrochen. Dafür hat man hier aber einen ganzen Tucken mehr Eingängigkeit hinzugefügt, was die Nummer direkt im Ohr haften bleiben lässt.

In eine ähnliche Kerbe schlägt dann auch im Anschluss „Gold“, welches daher ebenfalls recht schnell auf unserer Hitliste landet!

Nach dem kleinen Durchhänger „As candles we burn“ ist man beim melodischen, eingängigen „Profiled“ wieder wesentlich besser unterwegs, der Mittelteil wird dann vom epischen, fantastisch gesungenen „Unshared Worlds“ absolut dominiert und das, den letzten Abschnitt einleitende, „New Dawn, new dusk“ steht dem in Nichts nach.

Hier stechen dann vor allem das überlange, abwechslungsreiche „Teardrop“ und das flotte „Angry Animals“ heraus. Mit dem etwas lahmen „Savior“ kann man aber keine Blumentopf gewinnen.


Anspieltipps:


Hier tönen am Besten “Artifacts”, “Gold”, “Profiled”, “Unshared Worlds” sowie “Angry Animals”.


Fazit :


Viele ordentliche Tracks, eine tolle Gesangsleistung und die Produktion ist auch sehr ordentlich! Hört sich doch schon mal nicht schlecht an oder? Und genau das ist es auch, das neue Album von OVERTURES kommt insgesamt überzeugend aus den Boxen, kann stellenweise auch begeistern, aber DER richtige absolute Überhit fehlt hier einfach. So bleibt insgesamt eine solide bis starke Leistung übrig, die ist dann aber auch absolut verdient. Nicht mehr aber auch nicht weniger!


WERTUNG:




Trackliste:


01. Repentance

02. Artifacts

03. Gold

04. As candles we burn

05. Profiled

06. Unshared Worlds

07. My refuge

08. New dawn, new dusk

09. Teardrop

10. Angry Animals

11. Savior


Julian