TOTO – Greatest Hits: 40 Trips Around The Sun

Band: Toto
Album: Greatest Hits: 40 Trips Around The Sun
Spielzeit: 80 min
Stilrichtung: Melodic Rock
Plattenfirma: Columbia / Legacy
Veröffentlichung: 09.02.2018
Homepage: www.totoofficial.com

Es gibt ja mittlerweile gefühlt mehr Best-Of Compilations der AOR Helden Toto als reguläre Studioalben (immerhin 14 an der Zahl). Die meisten dieser Geldfallen erscheinen auf der Bildfläche wenn Weihnachten vor der Tür steht um nochmal schnell ein paar Euro mit den immer gleichen Songs abzugreifen. Songs, die man eh schon mehrmals täglich in den programmierten Playlists der lokalen Sender um die Ohren gehauen bekommt. Dabei hat die Band aus L.A. einen unglaublichen Fundus an richtig geilen Songs im Portfolio, abseits der üblichen Verdächtigen. Anlässlich des 40-jährigen Bestehens der Band, gehen die Jungs nun nochmals auf Tour und legen zum Start der Welttournee ein von der Band nicht nur abgenicktes, sondern in grossen Teilen auch erstelltes Greatest Hits Paket vor. Auch auf „40 Trips Around The Sun“ gibt es natürlich auch die unkaputtbaren Gassenhauer zu hören. Neben der Tatsache, dass die alten Tracks aber allesamt (als Teil einer gross anrollenden Re-Release-Welle) neu gemastert wurden, sind aber natürlich die 3 „neuen“ Songs das hauptausschlaggebende Kaufargument für die langjährigen Fans.

Während mit dem starken Opener „Alone“ die aktuelle Toto-Besetzung einen alten Track neu arrangiert eingespielt hat, darf man bei „Spanish Sea“ einer wunderbaren Symbiose aus den guten alten Tagen (Bass und Drum-Spuren stammen noch aus Sessions mit den leider verstorbenen Porcaro Brüdern Jeff und Mike) und den in Würde gealterten Originalmitgliedern lauschen. Beide Songs stechen durch eine perfekte Produktion und richtig gutes Songwriting hervor. Was beileibe keine Selbstverständlichkeit bei oft gerne beigepackten Zusatztracks auf Best-Of Alben ist, die oft genug nur Füllwerk sind. Der dritte neue Song im Bunde („Struck By Lightning“) ist dagegen eine relativ neue Komposition, bei der die Jungs es etwas heftiger rocken lassen. Auch dieser Track ist nicht schlecht (das Gitarrensolo ist der Hammer), kann aber im direkten Vergleich mit den beiden anderen nicht ganz mithalten.

Und dann wäre da noch das bereits angesprochene Remastering, das unter der Aufsicht von Toto und dem langjährigen Soundtüftler Elliot Scheiner (Steely Dan, Eagles, u.v.a.) erstellt wurde und das einigen bisher eher mau klingenden Aufnahmen der Band klanglich doch arg auf die Sprünge hilft. Dabei ist man allerdings sehr vorsichtig vorgegangen und hat nicht die übliche „alles lauter und mehr Höhen und Bässe“-Kelle rausgepackt. Wenn man die original CDs mal aus dem Regal nimmt und vergleicht, dann sind die Veränderungen mitunter zwar subtil, doch grundlegend immer verbessernd. Einige der bisher erhältlichen CD (!) Pressungen klingen wirklich erbärmlich – flach, dünn, leblos. Dem wurde hier effektiv entgegen gewirkt. Ein Song wie das Kleinod „Lea“ oder der knackige Rocker „Afraid of Love“ haben nie vitaler und räumlicher geklungen. Hier gilt aber auch: wer von dem Remaster wirklich etwas haben will, der kaufe sich bitte das Produkt in physischer Form! Zum Glück lag mir zur Besprechung auch eine original CD von „40 Trips Around The Sun“ vor – hätte ich eine Einschätzung zum Klang der Remasters auf Basis der vorab verfügbaren mp3 Files erstellt, wäre das Ergebnis ernüchternder ausgefallen. So aber erklingt ein Track wie das geniale Instrumental „Jake to the Bone“ mit nie da gewesener Deatilverliebtheit!

Der Fan kauft sich „40 Trips Around The Sun“ schon wegen der 3 (überraschend starken) neuen Songs. Wer auf der Suche nach einer Best-Of der Jungs ist, der sollte ebenfalls hier zuschlagen – im Vergleich zu den sonst verfügbaren Compilations sind vielleicht auch ein paar Songs aus der zweiten Reihe vertreten, dafür stimmt aber das Package (gutes Artwork, alle Songtexte, Infos zu den Musikern, etc.) und der Sound ist auch absolute klasse. Ich bin gespannt wie die von der Band autorisierten Neuauflagen daherkommen werden, die für 2018 angekündigt sind – das könnte ein teures Jahr für Toto Fans werden.

WERTUNG:

(ohne Wertung)

Trackliste:

01. Alone
02. Spanish Sea
03. I’ll Supply the Love
04. I’ll Be Over You
05. Stranger In Town
06. 99
07. Struck By Lightning
08. Pamela
09. Afraid of Love
10. I Won’t Hold You Back
11. Jake to the Bone
12. Stop Loving You
13. Lea
14. Hold the Line
15. Georgy Porgy
16. Rosanna
17. Africa

Mario

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