01. Amokinus
02. Eternal Erode
03. Soar
04. Ascent
05. Freefall
06. Unilluminate
07. Illuminate
08. Act Of Solace
09. Red Canvas
10. Unbound In Time
11. Waterdrops
Spielzeit: 41:03 min – Genre: Progressive Metal – Label: Frontiers Records – VÖ: 21.08.2026 – Page: www.facebook.com/oddland
Zwischen Power Metal und Death Metal hat sich in Finnland in den letzten Jahren eine Metalband an die Oberfläche gekämpft, die nun wirklich in keines der beiden klassischen Finnland-Metalgenres passen möchte. Um ODDLAND geht’s, die nun mit ihrem vierten Album „Unilluminate To Illuminate“ am Start sind, das der Silbe „Odd“ (seltsam) im Bandnamen vollkommen gerecht wird.
Los geht es schon damit, dass 41 Minuten Spieldauer bei anderen Progressive-Bands gerade mal für Intro und ersten Song reichen, ODDLAND darin aber gleich 11 Songs unterbringen, von denen der längste keine sechs Minuten lang ist. Aber warum nicht, wenn es funktioniert?
Und dann ist da die Musik an sich. Das Intro „Amokinus“ beginnt mit Atmo-Sounds und elektronischen Klängen, holt dann noch eine Percussion-Fraktion an Bord und erreicht dann sein volles Maß an Fettheit mit… Moment, sind das Saxophone?
Ja, meine Freunde, es sind Saxophone, und zwar nicht zu knapp und auch nicht zum letzten Mal auf „Unilluminate To Illuminate“. Diese Saxophone fügen sich gut in einen Gesamtsound ein, der im mindesten speziell ist, aber irgendwie doch Sinn ergibt. Der Bass ist asozial, die Gitarrensounds unkonventionell, die Snare eine Tonne. Dazu kommen Synths, oft mit definierten kürzeren Sounds, abgedämpftes Klavier, akustische Gitarren, Streicher, Growls und Klargesang, viel Percussion neben den Drums, Chor und, und, und.
All das packt man dann in eine druckvolle Produktion ohne relevante Mängel, stolpert damit durch komische Taktarten, auf-die-Fresse- und In-Dein-Herz-Parts, getragene Refrains, kleine Zwischenspiele unter drei Minuten und seltsame Melodieführungen. Und irgendwie schafft man damit einen recht eigenen Progressive-Stil, der insbesondere durch besagte Saxophone und die rhythmischen Percussionselemente entsteht, zu denen man je nach Part auch die Synths und im Endeffekt den Rest der Band zählen kann.
Einzelne Ausschläge nach ganz oben finden sich dabei vor allem mit „Soar“, das man schlicht gehört haben muss, und den beiden „Titeltracks“ „Unilluminate“ und „Illuminate“. Auch die kurzen Tracks zwischen einer und drei Minuten sind eigen und passen vollkommen in den Zusammenhang des Abums. Bei ein paar der anderen „langen“ Songs erreicht man nicht das Maß an angenehmer Unkonventionalität sondern klingt eben etwas – normaler. Da lässt die Platte dann ein bisschen nach, beispielsweise beim finalen „Waterdrops“, das sich nicht traut, die volle Schönheit der geschriebenen Melodie zu entfalten, und sie stattdessen mit dissonanten Gitarren unterlegt.
Fazit:
Faszinierendes Werk, das ODDLAND da geschaffen haben, und zweifelsohne – auf gute Weise – nicht so, wie die Standard-Prog-Metal-Bands. Und das sollte in diesem Genre alleine schon ein Grund zum Reinhören sein.
Anspieltipps:
„Soar“, „Unilluminate“ und „Illuminate“ – man kann die Platte aber auch gut von vorne nach hinten hören.
Jannis






