01. Glory Days
02. I Salute You (feat. SALTATIO MORTIS)
03. Heart Attack *
04. Night Is Calling
05. Out In The Rain (feat. AMARANTHE) *
06. Love Me Hate Me *
07. Lie For Me (feat. Anna Brunner) *
08. I´ll Be
09. Steel Of Swabia (feat. PRIMAL FEAR und Sam Totman) *
10. Against The World (feat. EKLIPSE) *
11. Nothing Breaks Like A Heart
12. Only The Good Die Young *
13. Good In Goodbye
*Neueinspielung
Spielzeit: 49:27 min. – Genre: Hardrock – Label: Kissin´ Dynamite Records – VÖ: 18.09.2026 – Page: www.kissin-dynamite.de
Ich kann mich noch sehr gut an den Juli 2008 erinnern. Da ging es für eine junge Band namens KISSIN´ DYNAMITE Schlag auf Schlag. Am 18. des Monats wurde ihr erstes Album „Steel Of Swabia“ veröffentlicht und nur einige Tage zuvor gastierten die Brüder Hannes (vocals) und Ande Braun (guitars), Jim Müller (guitars), Steffen Haile (bass) und Andi Schnitzer (drums) auf einem kleinen Festival inmitten der bayrischen Prärie. In einem noch kleineren Container konnte ich dort damals die Gebrüder Braun interviewen und stellte sehr schnell fest, dass die Jungs – damals allesamt noch nicht volljährig – schon jede Menge erlebt und jede Menge Erfahrung vorweisen konnten. Sie waren trotz ihres jungen Alters fokussiert und absolut professionell. Beim folgenden Gig legte das Quintett eine Spielfreude und Intesität an den Tag, die alle Anwesenden begeisterte und überraschte. 2024 kehrten KISSIN´ DYNAMITE bezeichnenderweise als Headliner auf das Festival Holledau (ehemals Open Air Empfenbach) zurück.
Dazwischen ist viel passiert. Nach „Steel Of Swabia“ haben die Hardrocker weitere sieben Alben aufgenommen und sich eine immer größer werdende Fangemeinde aufgebaut. Sie zählen schon lange zur Speerspitze der deutschen Hardrock Szene und haben immer abgeliefert – egal ob im Studio oder auf der Bühne. Im August 2025 dann die Nachricht, dass sich Sänger Hannes Braun aus gesundheitlichen Gründen aus der Band zurück ziehen möchte. In den knapp zwanzig Jahren ihres Bestehens gab es bisher nur einen Besetzungswechsel. Schlagzeuger Andi Schnitzer wurde 2021 durch Sebastian Berg ersetzt. Jetzt steht also eine weitaus einschneidende Änderung im Line-Up an. Bis es aber so weit ist, haben KISSIN´ DYNAMITE noch drei groß angelegte Auftritte rund um den Release ihres letzten Albums mit Hannes Braun am Mikrofon gelegt. Der Frontmann will seiner Band aber glücklicherweise im Hintergrund als Songschreiber und Produzent erhalten bleiben.
Für das schlicht „Kissin´ Dynamite“ betitelte neunte Studioalbum haben die Schwaben sechs neue Stücke aufgenommen und sieben Songs der ersten beiden Scheiben neu interpretiert. Mit zahlreichen Gastauftritten von SALTATION MORTIS, PRIMAL FEAR, AMARANTHE u.a. hat man sich nicht nur prominente Unterstützung geholt sondern sorgt für jede Menge erstklassige Unterhaltung. Zu den brandneuen Nummern gehört der Gute-Laune-Sommer-Rocker „Glory Days“. Wie der Titel unschwer erkennen lässt, dreht sich hier alles um die eigene Vergangenheit, die wahrlich glorreich ist. Ein absoluter Ohrwurm. Darauf folgend eine Kollaboration mit SALTATIO MORTIS bei „I Salute You“, hier kommt wirklich das Beste aus beiden Welten zur Geltung. Was auffällt ist, dass viele der neuen Songs richtige Partygranaten geworden sind. So auch „Night Is Calling“. „I´ll Be“ ein Schwur auf die Freundschaft, immer da zu sein.
Dass die Schwaben auch nachdenklich können, haben sie in der Vergangenheit zur Genüge bewiesen. Dass sie es nicht verlernt haben, davon zeugen „Nothing Breaks Like A Heart“ und speziell das abschließende „Good In Goodbye“, das vom Schmerz der bevorstehenden Trennung handelt. Auch bei den Neuaufnahmen gibt es ruhigere Töne – „Lie For Me“ wurde kurzerhand akustisch umgesetzt und als Duett mit Anna Brunner, der Lebenspartnerin von Hannes Braun und Sänger in LEAGUE OF DISTORTION angelegt. Die Megaballade „Out In The Rain“ – im Original wie auch weitere fünf Songs auf dem Debüt zu finden – wurde mit AMARANTHE neu aufgenommen.
Wer neuer Sänger der Band wird, ist noch nicht bekannt, der „alte“ verabschiedet sich mit einem wahrlich meisterlichen Album. Der Mix aus alt und neu kann durchaus gefallen, die Songs sind – wie immer – bockstark, die Gästeliste hochkarätig. Das macht wirklich Laune und ist ein tolles Geschenk an die Fans. Das alles erscheint auf dem frisch gegründeten eigenen Label. KISSIN´ DYNAMITE haben sich in den vergangenen fast zwanzig Jahren zu einer festen Größe im deutschen (und internationalen) Hardrock-Zirkus etabliert. Ihr Name spricht für sich – bleibt zu hoffen, dass die Jungs mit neuer Stimme ihrer Linie treu bleiben. Ich bin froh und stolz, die Band gleich in den Anfangstagen entdeckt zu haben, einige Live-Auftritte miterlebt zu haben und bin gespannt was da noch so kommt. Für heute bleibt nur zu sagen: Bye bye Hannes – es war uns ein Fest!
Stefan






