01. Ascent Glorious
02. Sisyphus Awakening
03. Karma Loop
04. Push That Rock
05. Purgatory
06. Exposed
07. Scream
08. Where The Edges Meet
09. Gunslingers Of The New American Desert
10. Desolation Throne
11. Thoughts In Freefall
12. The River
13. Tempus Fugue
14. Descent Limitless
Spielzeit: 50:44 min – Genre: Progressive Metal – Label: Eigenveröffentlichung – VÖ: 21.11.2025 – Page: www.facebook.com/invirtue
„Eigenveröffentlichung“ kann ja immer so einiges bedeuten. Wenn es um Progressive Metal geht, horche ich aber gerne mal auf bei dem Wort, da so manche Band in dem Genre, die sich nicht an ein Label bindet, doch stattdessen ihre Chance wahrnimmt, sich ordentlich auszutoben und „Progressive“ nicht nur als Synonym für „klinisch gelutschter 27/8el-Takt“.
Nun, IN VIRTUE machen Progressive Metal ohne Label. Mit ihrem inzwischen dritten Album „Age Of Legends“ melden sich die Kalifornier nach 13 Jahren zurück, und diese Meldung fällt doch interessant aus. Was schonmal höchst interessant ist: Bei 14 Songs kommt die Platte auf 50 Minuten, in der Zeit schaffen andere Prog-Bands gerade mal fünf Tracks. Und das liegt nicht groß an diversen kurzen Zwischenspielen. Nein, die Songs auf „Age Of Legends“ sind einfach zweieinhalb bis fünf Minuten lang, plus ein Achtminüter und ein kurzes Intro und Outro. Ist nicht das normale, aber normal ist ja auch langweilig.
Musikalisch ist Album #3 des Quartetts am ehesten Progressive Metal der neueren Schule. Gerade die Rhythmus-Arbeit ist nicht selten Modern Progressive Metal, aber nicht in totproduziert, sondern einfach in präzise gespielt, was den Ding sound-technisch Leben und Handgemachtheits-Gefühl gibt. Dafür ist der Sound jetzt auch nicht 100%ig ausdefiniert, geht aber vollkommen klar.
Zwischendurch kann „Age Of Legends“ aber auch anders, und wagt eine Vielzahl von kleinen Experimenten. Von fettem Orchester über chillige Southern-Rock-Vibes, Western-Atmosphäre, Blastbeats, Growls, LoFi-Klavier und Keyboardsoli bis hin zu eingängigen Refrains, redundanter Wiederholung des immer selben Satzes über einen kompletten Song hinweg, Power-Metal-Uptempo und ganz schwerem Geschleppe probieren IN VIRTUE sich ohne Limits aus.
Was die einen als Wundertüte bezeichnen, mag für die anderen ein „alles an die Wand werfen und schauen, was kleben bleibt“ sein. Vielseitig ist „Age Of Legends“ aber so oder so, und noch auf einem Level, auf dem es hier und da „all over the place“ ist, aber nur selten zu viel des Guten wird – in meinen Augen, da hat jeder eine andere Toleranzgrenze.
Melodisch ist einiges an gutem Material dabei, Instrumental- und Gesangsleistungen stimmen auch und die Komposition ist ohne Zweifel gut professionell.
Fazit:
Und um zurück zum Anfang zu kommen: „Age Of Legends“ ist an vielen Stellen echt geil. Ja, es mag auch an einigen Stellen seltsam sein, aber besser ab und an seltsam als überwiegend langweilig. Und langweilig sein ist nun wirklich keine Stärke von IN VIRTUE.
Anspieltipps:
„Gunslingers Of The New American Desert“, „Purgatory“, „Tempus Fugue“ und „Where The Edges Meet“
Jannis






