AIRBOURNE – Airbourne

Trackliste:

01. Gutsy
02. Alive After Death (Last Plane Out)
03. Here She Comes
04. Kid In A Candy Store
05. Sky High
06. Who Put The Rhythm In You?
07. Christmas Bonus
08. Last Man Standing
09. Rock ‚N‘ Roll Ya
10. Bogotá
11. Hells Got No Vacancy
12. Send Me To Rock ‚N‘ Roll Heaven

Spielzeit: 47:15 min – Genre: Hard Rock – Label: Spinefarm Records – : 04.09.2026 – Page: www.facebook.com/airbournerock

 

Ganz ehrlich: Wer bei AIRBOURNE nach Innovation sucht, ist hier komplett falsch. Und das ist auch gut so.
AIRBOURNE machen seit knapp 20 Jahren genau das, worauf sie Bock haben. Lauten, ehrlichen und schnörkellosen Rock’n’Roll. Keine Trends, keine Experimente und keine Ausflüge in irgendwelche modernen Spielarten des Hard Rock. Und wisst ihr was? Ich will das auch gar nicht anders haben.
Machen wir mal einen kurzen Schlenker zur Bandgeschichte. Bereits im Kindesalter haben sich Joel O’Keeffe und sein Bruder Ryan zusammengeschlossen, um gemeinsam Musik zu machen. Aber was soll man auf dem Land auch anderes machen? Der knapp 30.000 Einwohner zählende Ort Warrnambool in Australien hatte vermutlich eher wenig zu bieten. Ja, und das war auch gut so, sonst gäbe es AIRBOURNE nicht.
Tatsächlich konnten die Jungs bereits 2002 zwei Songs auf einer Compilation veröffentlichen, bis sich dann nach und nach die Band komplettierte. Mittlerweile kennt vermutlich jeder Australier und auch weit darüber hinaus die Band. Mit ihrem unnachahmlichen Stil prägen AIRBOURNE seit ihren Anfangstagen den Hard Rock mit einer Mischung aus AC/DC und einer riesigen Verbeugung der alten Platzhirsche MOTÖRHEAD (Lemmy, still missing you). Mittlerweile besteht AIRBOURNE aus den Brüdern Joel (v., g.) und Ryan (d.) O’Keeffe, Brett Tyrell (g.) und Justin Street (b.).
Nach sieben Jahren ohne neues Studioalbum sind die Australier endlich zurück und liefern mit „Airbourne“ genau die Platte ab, die ich mir von ihnen erhofft habe. Das Album ist einfach nur „back to the roots“. Nicht krampfhaft nostalgisch, sondern einfach AIRBOURNE in Reinform. Viel gute Laune und Riffs, die einen nicht still stehen lassen.
Schon „Gutsy“ macht direkt klar, wohin die Reise geht. Vollgas von der ersten Sekunde an. Der Song strotzt nur so vor Energie und transportiert dieses typische „Jetzt erst recht“-Gefühl, das man manchmal einfach braucht. Hinfallen, aufstehen, weitermachen. Fertig. Mehr muss man dazu eigentlich gar nicht sagen.
Überhaupt wirkt die Band auf „Airbourne“ unglaublich frisch. Dabei hätte nach der langen Pause durchaus die Gefahr bestanden, dass sich AIRBOURNE einfach nur selbst kopieren. Stattdessen klingen Joel O’Keeffe und seine Mitstreiter hungrig wie lange nicht mehr. Die Produktion ist druckvoll, die Gitarren sägen sich durch die Boxen und man merkt den Songs an, dass hier viel Herzblut drinsteckt.
Ein echtes Highlight ist für mich „Alive After Death“. Neben all dem Party-, Bier- und Rock’n’Roll-Wahnsinn zeigt die Band hier auch eine etwas emotionalere Seite. Die Verbeugung vor den großen Rocklegenden funktioniert wunderbar und sorgt für einen der stärksten Momente des Albums.
Natürlich fehlen auch die typischen AIRBOURNE-Trademarks nicht. „Here She Comes“ ist herrlich zweideutig, „Kid In A Candy Store“ macht einfach Laune und bei „Sky High“ will man am liebsten direkt laut mitsingen. Dazu gesellen sich Kracher wie „Last Man Standing“, „Bogotá“ oder „Who Put The Rhythm In You“, die dafür sorgen, dass die Platte über die gesamte Spielzeit zündet.
Was mir besonders gefällt: AIRBOURNE versuchen gar nicht erst, etwas anderes zu sein als AIRBOURNE. Diese Konsequenz zieht sich durch das komplette Album. Wenn MOTÖRHEAD auf einer Platte stand, bekam man MOTÖRHEAD. Und wenn AIRBOURNE draufsteht, bekommt man eben AIRBOURNE. Punkt.
Mit „Send Me To Rock N Roll Heaven“ gibt es zum Abschluss noch eine schöne Verneigung vor Lemmy, Bon Scott und vielen anderen Größen des Rock. Ein passender Schlusspunkt für ein Album, das den Geist des klassischen Rock’n’Roll atmet.
„Airbourne“ erfindet das Rad nicht neu. Muss es auch gar nicht. AIRBOURNE liefern hier genau das ab, was sie am besten können: ehrlichen, energiegeladenen und verdammt unterhaltsamen Rock’n’Roll. Nach sieben Jahren Wartezeit hätte man sich kaum ein besseres Comeback wünschen können.
Für mich ist das Teil eine verdammt starke Rückkehr zu den eigenen Wurzeln und definitiv fette 9 Sterne wert.
Kurze Randnotiz: Auch wenn es beim letzten Live-Auftritt keine am Kopf zerstoßenen Dosen, keine Lemmy-Bar und keine waghalsige Kletteraktion mehr gab, sind sie live eine absolute Bank. Mit dem neuen Album im Gepäck ist der Spaß jedenfalls auch bei zukünftigen Auftritten gesichert.

Tänski

 

 

 

AIRBOURNE mit ASOMVEL am 03.02.2026 in der Tonhalle, München

Die vier australischen Krawall-Rocker von AIRBOURNE waren im Zuge ihrer Gutsy Tour am 03. Februar in der Tonhalle in München. Wer die Alben der vier kennt weiß genau was auf das Publikum zukam. Die Vollbedienung in Sachen Riff-Rock der Extraklasse. Die Tonhalle war an dem Abend ausverkauft. Zur Unterstützung waren die Briten von ASOMVEL dabei.

ASOMWEL starteten mit viel Getöse in den Abend. Der Stil der Briten befindet sich irgendwo zwischen Heavy Rock N Roll und Heavy Metal, sogenau lässt sich das nicht wirklich differenzieren. In der Setlist befanden sich zwei Heavy Metal Songs, der Rest bewegte sich im sehr harten Rock N Roll. Die Stimme des Sängers klingt einfach nur fertiger als fertig und könnte selbst Lemmy ohne große Schwierigkeiten Konkurrenz machen. Genau wie der Sound der Band, der sich sehr Nahe bei MOTÖRHEAD befindet. Ich hörte mehrere Stimmen die wie ich meinten sich auf einem MOTÖRHEAD Konzert zu befinden. Die beiden Gitarristen sorgten für eine Heavy Stimmung, der Bass kam auch sehr gut durch und an den Drums saß ein Tier. Das Klangbild wirkte rund und dynamisch, in den ca. 45 Minuten Spielzeit wurde die Bühne von allen gut ausgenutzt. Wenn man ehrlich ist können es Phil Campell und seine Gang noch um mehrere Stücke besser.

www.facebook.com/ASOMVEL

Während der Umbauphase begegnete mir Teddy McRocket, Gitarrist der Band HEADSTONE und man sprach über deren letzten Gig und was den Zuschauer bei AIRBOURNE erwartet. Meine eigenen Erwartungen wurden bei weitem übertroffen. Bei mir war es das erste aufeinander Treffen mit den Australiern, ich habe vorher schon einige Konzerte auf DVD gesehen, aber Live dabei zu sein ist doch eine ganz andere Nummer. Joel O’Keeffe bot eine gigantische Show, so wie man es auch auf den Konzert-Videos sehen konnte. Bestens bei Stimme und eine Bank an der Gitarre ackerte er sich durch das Set. Der zweite Gitarrist war genauso gut drauf, der Bass war den gesamten Gig über voll an der Front vorhanden und der Drummer spielten den gewaltigen Arschaufreißer und ließ seine Sticks mit roher Brutalität fliegen. Hier und da legte Joel kurze Pausen ein um mit dem Publikum zu interagieren oder einfach nur Ansagen zu machen. Wer in den ersten fünf Reihen stand bekam jede Menge Schweiß von Joel ab, der schwitzte wie in der Sauna und so wie er seinen Kopf wirbeln ließ erwischte es so einige Zuschauer. Das Stageacting war wie man sich das von AIRBOURNE vorstellt, mit jeder Menge Bewegung und Lauferei von Bühnenmitte zur Seite oder einer Seite auf die andere. Der Klang war überragend und gab keinen Grund zum Meckern. Die Setlist ließ nichts vermissen und umspannte die bisherigen Alben plus Neuheit. Wenn ich nicht ROBERT TEPPER und THE DEAD DAISIES Live gesehen hätte wären AIRBOURNE mit D-A-D heiße Anwärter für die Spitze, so bleibt ein sehr guter, geteilter dritter Platz in meinem Ranking der besten Konzerte, besser geht es fast nicht mehr. Einziger minimaler Kritikpunkt ist die für AIRBOURNE einfach viel zu kleine Bühne in der Tonhalle.

www.facebook.com/airbournerock

Setlist AIRBOURNE

Gutsy
Fat City
Cradle To The Grave
Hungry
Back In The Game
Raise The Flag
Cheap Wine & Cheaper Woman
Alive After Death
No Was But The Hard Way
Too Much Too Young Too Fast
Live It Up
Breakin‘ Outta Hell
Ready To Rock
Runnin‘ Wild

Text: Balle / Bilder: Fonse Demmelhuber