STORMHAMMER – Seven Seals

Band: Stormhammer
Album: Seven Seals
Spielzeit: 51:58 min
Stilrichtung: Modern Power Metal
Plattenfirma: Massacre Records
Veröffentlichung: 24.05.2019
Homepage: www.stormhammer.de

Um das gleich von Anfang an klarzustellen: “Seven Seals” ist ein gutes Album als das, was es ist. Als Rezensent versuche ich, Kritik möglichst unabhängig von meinem eigenen Geschmack zu äußern (was in der Umsetzung natürlich ein Ding der Unmöglichkeit ist) beziehungsweise zu differenzieren zwischen meinem persönlichen subjektiven Geschmack und der musikalischen Qualität des gebotenen Contents, die von ersterem losgelöst ausschlaggebend für die letztendliche Bewertung sein sollte. Beim neuen STORMHAMMER-Album fällt mir das etwas schwer. Daher auch der gewählte Fokus, der sich von dem anderer Rezensionen des Albums etwas unterscheidet (Ergänzende Review-Recherche zur Meinungsbildung wird empfohlen). Nun, Ihr wisst Bescheid.
STORMHAMMER. Seit kurzem sieben Alben draußen, deutsche Power-Metal-Band, hat auf ihrem letzten Album bewiesen, dass sie Power Metal und Härte einwandfrei zu kombinieren weiß und mit Matthias Kupka nun einen neuen Sänger, der auf “Seven Seals” minimal kraftloser und weniger roh klingt als sein Vorgänger, nichtsdestotrotz aber einen starken Job macht, insbesondere in höheren Sphären und gegrowlten Parts. Unter einem ordentlichen Niveau wird man halt auch nicht Sänger von STORMHAMMER.
Dann der Knackpunkt, der Fans der älteren Releases tangieren dürfte: Laut Promosheet “präsentieren sich STORMHAMMER in Sachen Sound und Songwriting viel moderner als zuvor! Nach dem Einstieg des aktuellen Sängers Matthias Kupka war klar, dass es zu Veränderungen beim Konzept, Sound und Image der Band kommen muss.” Im Klartext bedeutet das: Die unklar gesungenen Parts sind reinste Growls, die in ausnahmslos jedem Lied (auch in der Ballade) zum Einsatz kommen, und ein hörbarer Modern-Metal- und Metalcore-Faktor haben Einzug in den Stil der Band gehalten. Das amtlich produzierte Resultat klingt innerhalb der Songs auch harmonisch, wenn man akzeptiert, dass nun eben nicht mehr nur nach power-metallischen Regeln gespielt wird. Die Breaks kommen da, wo man sie sich wünschen würde, ruhige melodische und brutal-knüppelige Abschnitte werden kompetent zusammengefügt.
(Jetzt der Part, bei dem die Objektivität raus bleibt) Aber ehrlich: Die Modernisierung wirkt in meinen Ohren gezwungen, als müsse man mit der Zeit gehen und in jedes Lied zwanghaft entsprechende Parts packen, ohne registriert zu haben, dass gerade Metalcore weder der aktuellste Trend noch unbedingt notwendig für ein aggressives Power-Metal-Album mit uncleanen Vocals ist, ebenso wenig wie gelutschtere Modern-Metal-Parts mit einer zugegebenermaßen dem Stil äußerst angemessenen Drumarbeit. Und nennt mich konservativen Metaller ohne Bereitschaft für Innovation, aber Modern Metal und Metalcore in dieser Form sind für den klassischen Power Metal, der “Seven Seals” über weite Teile immer noch ist, ungefähr das, was Horst Seehofers Account für Twitter ist: Man hätte sich diese Aktualisierung genau genommen sparen können, denn zeitgemäß handeln allein ist eben kein Garant für die Richtigkeit der Sache. STORMHAMMER haben ein Händchen dafür, Power Metal mit Härte zu spielen, aber die Art der Härte auf “Seven Seals” ist mir persönlich – in dieses Grundgenre integriert – unangenehm und wirkt deplatziert, ganz im Gegensatz zu böseren Passagen auf Vorgängeralben.
So, hätten wir das geklärt. Erwähnt werden muss natürlich auch, dass die (überwiegenden) Power-Metal-Parts stark ausfallen (Die Rezension wird zu lang, also sei einfach hier mal exemplarisch der Titeltrack mit seinem höchst unterhaltsamen Gitarrenmotiv, das gekonnt und bereichernd auch während des Refrains auftaucht, genannt) und mich auch der Modern-Metal-Faktor zeitweise gut entertaint. Genossen hab ich es schon über weitere Teile und kompositorisch ist die Platte dem gewählten Genremix absolut angemessen. Der Rest ist eben Geschmackssache.

Anspieltipps

Fazit:
Wie gesagt, “Seven Seals” ist ein gutes Album, das aus gut geschriebenen Parts besteht, daran gibt es nichts zu rütteln. Nur ist Fortschritt um des Fortschritts Willen nicht immer die beste Option. Wer allerdings daran interessiert ist, wie Power Metal mit dieser Art von Frischzellenkur klingt und den beschriebenen Elementen in starkem Power Metal etwas abgewinnen kann, der ist mit “Seven Seals” bestens bedient. Nicht mein Geschmack auf hohem Niveau.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Sleepwalker
02. Prevail
03. Under The Spell
04. Taken By The Devil
05. Seven Seals
06. Your Nemesis
07. Keep Me Safe
08. One More Way
09. Downfall
10. Deal With The Dead
11. Old Coals

Jannis

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