Konzertbericht: ANNIHILATOR

 

Endlich war es soweit: die Kanadier von ANNIHILATOR gaben sich mal wieder die Klinke in die Hand und steuerten am 26.10.2013 die Rockfabrik in Nürnberg an. Lange hatte ich die Mannen um Bandchef Jeff Waters nicht mehr gesehen, die Vorfreude war riesig, gerade nach dem starken aktuellen Release "Feast".

Mit einer halbstündigen Verspätung startete der Opener THE GENERALS. Die Schweden boten typischen und einwandfrei vorgetragenen Death 'n' Roll der Marke ENTOMBED. Trotz einer ambitionierten Leistung wollte der Funke nicht so recht überspringen, vielleicht lag das auch etwas an den Soundproblemen während der ersten 2-3 Lieder. Nach dem halbstündigen Set ernteten die Generäle aber immerhin den verdienten Applaus.

Der Veranstaltungsort, normalerweise eine Disco, konnte dagegen voll punkten. Die relativ hohe Bühne ermöglichte einen perfekten Blick auf das Geschehen von jedem Punkt in der Halle. Die von Haus aus installierte Licht- und Soundanlage ergänzte die Bühnentechnik hervorragend. Nürnberg hat eine weitere tolle Location für Rock- und Metalkonzerte.

Das Pausenbier war leer getrunken, die Umbauarbeiten auf der Bühne fertig, dass Licht ging aus. Es folgte ein kurzes Intro von Konserve, während dem man die Energie im Publikum förmlich greifen konnte.

Dann kam die Explosion.

Als ANNIHILATOR zu den einleitenden Klängen von "Alison Hell" die Bühne stürmten gab es kein Halten mehr. Haare kreisten, Fäuste reckten sich in die Höhe und die Kanadier hatten die gut gefüllte Halle vom ersten Ton an voll im Griff.

Mit einer beeindruckenden Performance thrashten sich die Kanadier durch die knapp 1 Stunde 45 Minuten lange Setlist. Und die Songauswahl war ein Fest, alte Klassiker und aktuelle Kracher donnerten wie aus einem Guss auf die begeisterte Menge los. Anfangs war ich etwas überrascht, dass so viele Klassiker gleich zum Start rausgekramt wurden und gerade am Ende sehr viele Stücke vom aktuellen Album den Einzug in das Set gefunden haben. Dieser Mix stellte sich aber schnell als absolut problemlos dar, was für die Qualität gerade der letzten beiden Alben von ANNIHILATOR spricht. Nicht umsonst bedankte sich Jeff Waters bei den "Feast"-Käufern welche der aktuellen Scheibe die besten Verkaufszahlen seit 2001 in Deutschland beschert haben.

 

 
 

Dave Padden (Vocals, Guitars), Jeff Waters (Guitars, Vocals), Mike Harshaw (Drums) und Alberto Campuzano (Bass) waren perfekt eingespielt, jede Note und jeder Wechsel bei den Vocals saß punktgenau. Die Spielfreude der gut gelaunten Band übertrug sich während der ganzen Show auf das Publikum welches dies mit lautstarker Beteiligung, einigen Circle-Pits und jeder Menge Headbanging dankte. Gitarrenvirtuose Jeff begeisterte mit seinen Flitzefingern, doch auch die Leistung der übrigen Musiker darf durch die Fähigkeiten von Ausnahmemusiker Waters nicht zu kurz kommen. Hier stand ein perfektes Team auf der Bühne, welches uns in der Besetzung hoffentlich noch lange erhalten bleibt!

Fazit:

Wenn die Jungs noch in eure Gegend kommen: hingehen! Hier wird Thrash Metal auf höchstem technischen Niveau zelebriert. ANNIHILATOR gehören auch 2013 noch lange nicht zum alten Eisen.

Das letzte Wort hat einer der Gewinner unserer Verlosung:

Johannes:
Wie soll man das jemandem beschreiben, der nicht dort war? Ich sehe nur eine Möglichkeit: "Da haste echt was verpasst!". Jeff & Co haben Gas gegeben ohne Ende, die Menge tobte, der Sound war fast perfekt und die Setlist war ebenfalls super. Zwischen Brett und Ballade, Klassiker und neuem Material war für jeden was dabei. Einfach ein geiles Konzert!

Setlist:
1. Intro
2. Alison Hell
3. W.T.Y.D. (Welcome to Your Death)
4. Reduced to Ash
5. Set the World on Fire
6. Refresh the Demon
7. Never, Neverland
8. No Zone
9. The Fun Palace
10. Second to None
11. I Am in Command
12. Medley (Phoenix Rising / Sounds Good To Me)
13. Drum Solo
14. No Way Out
15. Smear Campaign
16. Time Bomb
17. Ambush
18. Deadlock
19. Ultra-Motion (Zugabe)
20. King of the Kill (Zugabe)

Chris

 

Konzertbericht: BLACKLANDS + INTERACTIONS

 

Blacklands + Interactions – Live in Viersen, Rockschicht – 09.11.2013
Bei herbstlichen Novemberwetter machte ich mich nach 2 Wochen erneut nach Viersen in die Rockschicht auf. Nachdem ich bereits Gloomball in diesem Club live sehen konnte, stand mit BLACKLANDS ein weiterer meiner derzeitigen Favoriten auf der Bühne dieses tollen Clubs.
Die einzig wahre Borussia hatte kurz zuvor den 1. FC Nürnberg mit 3:1 aus dem Borussia-Park geschossen – sorry Chris 😉 – und somit stand einem gelungenen Abend nichts im Wege.
 
Bei meiner Ankunft in der Halle bemerkte ich gleich eine positive Anspannung, die in der Luft lag. BLACKLANDS-Drummer Thomas Kelleners bestätigte mir diese Anspannung. Kein Wunder, handelte es sich doch um den erst zweiten Auftritt der Formation in der Öffentlichkeit.
Doch bevor BLACKLANDS die Bühne der Rockschicht betraten, enterte zuerst die Mönchengladbacher Band INTERACTIONS die Bretter.
 
INTERACTIONS spielen modernen, instrumentalen Progressive Rock mit Metal- und Postrock-Elementen. Und das in einer ungewöhnlichen Besetzung mit 3 Gitarren, Bass und Schlagzeug. Die Jungs präsentierten sich hervorragend aufeinander eingespielt und wussten durch ihr hohes technisches Können zu überzeugen. Stellenweise erinnerten mich INTERACTIONS an eine progressive Version früherer LONG DISTANCE CALLING.
Allerdings, und das bestätigten mir einige Besucher, fehlte vielen Gästen der Sänger. Dem kann ich allerdings nur bedingt zustimmen. Die dargebotenen Songs würden mit Sänger nicht funktionieren, da sie komplett auf den Instrumentalbetrieb angelegt sind. Im Bereich des Stageacting wirkten die Jungs anfangs noch etwas gehemmt, mit zunehmender Spielzeit tauten sie jedoch etwas auf und ließen sich auch zu der ein oder anderen, lockeren Ansage hinreißen.
Was mir letztendlich ein bisschen gefehlt hat, war ein bisschen mehr Stringenz im Songwriting, sowie eventuell ein Keyboarder für mehr Dynamik bei der Livedarbietung.
Ansonsten kann ich den Jungs nur empfehlen, mit dem weiter zu machen, was sie gerade tun. Eine Band mit Potential.
 

 

 
Nach kurzer Umbaupause war dann Zeit für BLACKLANDS.
Nach einem kurzen Intro eröffnete Dance of the Witches den knapp 2-stündigen Set der Band aus Krefeld/Viersen. Anfängliche Unstimmigkeiten im Sound waren schnell behoben und die Songs präsentierten sich weitaus druckvoller und dynamischer als auf dem Debüt-Album “A New Dawn”, welches bereits im Frühjahr 9,5 Punkte auf Rock Garage einheimsen konnte. Der leicht drucklose Sound war damals auch der einzige kleine Kritikpunkt.
Wie schon bei der Supportband INTERACTIONS legte sich die anfängliche Nervosität schnell und BLACKLANDS überzeugten mit einer enormen Spielfreude, die schnell auf das Publikum überschwappte. Gitarrist und Sänger Michael Stockschläger führte mit seinen Ansagen absolut sourverän durch das Programm, welche alle Songs des Debüt-Albums beinhaltete. Ganz nebenbei erwähnt entpuppte er sich als hervorragender Sänger – eine Tatsache, die mir auf Konserve noch nicht so ganz bewusst war – und exzellenter, hörbar von David Gilmore und John Petrucci beeinflusster Gitarrist. Keyboarder Manfred verrichtete seinen Job mit einer stoischen Ruhe im Hintergrund, während Drummer Thomas mit einem ordentlichen Punch und gutem Timing aufwartete. Sängerin Moja Nardelli, die offensichtlich zu den ruhigeren Vertretern ihrer Zunft gehört, wirkte während des Gigs etwas schüchtern, konnte dies allerdings durch eine absolut souveräne Gesangsleistung ausgleichen. Bei derart musikalischer Klasse ist es eigentlich unfair eine Person besonders hervorzuheben. Loswerden muss ich es trotzdem. Der neue Bassist Oliver Müller (ex-HEAVENWARD) verdient den größten Respekt. Sich ein derart komplexes Programm innerhalb kürzester Zeit fehlerfrei drauf zu packen ist ganz großes Kino. Dabei spielte er nicht einfach nur die Songs 1:1 von Platte nach, nein er gab den Songs durch seinen eigenen Stil sogar neue Impulse.
Beim Titeltrack des Albums “A New Dawn” konnte die Band ausserdem mit dem Gastsänger Giles Lavery aufwarten. Der mittlerweile in Deutschland lebende Australier, hauptamtlich in Diensten von DRAGONSCLAW, verlieh dem vergleichsweise harten Song den nötigen Kick und machte klar, welch großartiger Metalsänger er ist.
Mit “The River” wurde auch ein neuer Song aufs Publikum losgelassen, der mich vom Aufbau und der Melodieführung dezent an DREAM THEATER’s “I walk beside you” erinnerte, die Zugabe bestand letztendlich aus einer, höchst passend umgesetzten Coverversion eines Songs aus dem Musical “Wicked”, sowie zweier Songs vom Debüt-Album.
 

 

 

 
Klasse Songs, super Location, astreiner Sound und eine prima Band. Was will man mehr? Der Abend hätte besser nicht laufen können. BLACKLANDS sind in der Lage ihre Songs auch Live auf die Bühne zu kriegen, nein, man muss schon sagen Live noch besser als auf Platte auf die Bühne zu kriegen. Solltet ihr die Möglichkeit bekommen, diese Band live zu erleben…geht hin. Es war ein wahrhaft gelungener Abend.

 

 
Frank
 
 

Konzertbericht: CIVIL WAR + KATANA

Konzertbericht CIVIL WAR und KATANA 14.02 Alte Seilerei Mannheim

Die Alte Seilerei in Mannheim liegt für einen Teil der Rock-Garage Belegschaft quasi um die Ecke. Daher war es für uns auch eine Selbstverständlichkeit, als die Einladung für die The Killer Angels Tour der Band CIVIL WAR kam, die Einladung anzunehmen und uns in diese kultige Location aufzumachen.

Die Jungs von CIVIL WAR hatten die Power Metal Newcomer von KATANA im Gepäck was ein interessantes Package versprach. Gleichzeitig zu diesem Konzertbericht gab es auch ein Interview mit CIVIL WAR Frontmann Nils Patrik Johannson, welches ihr HIER finden könnt. Nun aber ab zum Konzert!
Da wir vor dem Konzert noch das Interview mit Patrik machen wollten, ging es also recht früh los und daher waren wir schon kurz vor 18 Uhr an der alten Seilerei. Einlass war erst ab 19 Uhr und der Beginn des Konzertes war auf 20 Uhr angesetzt worden. Der frühere Einlass für uns Journalisten gestaltete sich unproblematisch und wir konnten noch ein bisschen dem Soundcheck lauschen. Recht pünktlich um 18 Uhr konnten wir uns dann mit Patrik treffen und unser Interview durchführen. Danach hieß es erstmal warten auf den Einlass und den strömenden Massen von Menschen.

Hatte ich strömende Massen gesagt? Nun ja ganz so war es dann leider nicht, der Einlass ging sehr zäh von statten, da schlussendlich gerade einmal 50 Metalheads den Weg gefunden hatten! Wir befürchteten schon das Schlimmste was die Stimmung anging!

Kurz noch zum Club selbst, die Alte Seilerei ist wieder Name schon sagt, eine alte Fabrik, die in eine Großdisco mit mehreren Räumen umgebaut wurde. Ein Raum davon ist für Metal und Rockkonzerte vorgesehen. Die Ausstattung könnte man als rustikal bezeichnen : – ). Aber wir Metaller sind ja ein anspruchsloses Völkchen! Die Parkplatzsituation vor dem Club ist übrigens sehr gut, da sich ein großer Fitnessstudioparkplatz anschließt, der mitgenutzt werden kann.

Zurück zum Konzert, pünktlich um 20 Uhr stürmten die 4 Jungs und ein Mädel von KATANA die Bühne und begannen ihre Show. Power Metal mit ordentlichen 80iger Anleihen wurde uns geboten und man zockte sich recht routiniert durch die bisherigen zwei Alben. Der Frontmann gab sich alle Mühe die „Meute“ zu unterhalten und tatsächlich gingen die Leute, trotz der wenigen Anwesenden, gut mit. Ein bisschen mehr hätte es natürlich sein können, aber für die recht unbekannt Vorband und die wenigen Leute war die Stimmung schon ok.

Was nicht so ganz zur epischen Power Metal Mucke mit den asiatischen Texten gepasst hat, war die Klamotte der Truppe. Spandexhosen ordnet man halt doch eher dem Sleaze und Glam Genre zu : – ). Auch der Sound war stellenweise nicht der Beste, der Gesang war doch recht leise und die Instrumente recht laut. Aber im Großen und Ganzen ging es und das Set wurde nach 45 Minuten Spielzeit mehr als ordentlich beendet und man sah einige Metalheads so gleich zum Merchandising Stand aufbrechen um sich mit KATANA Sachen einzudecken.

Nach einer recht kurzen Umbauzeit ging dann der Hauptact CIVIL WAR auf die Bretter und endlich merkte man auch das die Zuschauer richtig da waren. Vom ersten Moment wurde richtig schön mitgegangen und die Truppe ließ sich davon recht ordentlich anstecken! Sänger Patrik war super bei Stimme, Schlagzeuger Daniel ist einfach nur ein absolutes Tier am Schlagzeug und Keyboard Daniel hatte mächtig Spaß in den Backen und kam sogar bei einer kleinen Keyboardpause ins Rampenlicht um die Gitarrenfraktion Oskar und Rikard neugierig zu begutachten. Aber auch Basser Stefan ließ sich von der Menge anstecken und zeigte warum er in die Band gekommen ist und das er ein wahnsinniger gute Tieftöner und Poser ist!

Die Songauswahl ging natürlich querbeet durchs Debütalbum, wo die besten Songs herausgepickt wurden und gespielt wurden. Eine Songüberraschung gab es aber auch, mit dem DIO Klassiker „Heaven in Hell“ wurde dem viel zu früh verstorbenen Ausnahmesänger gedacht und Sänger Patrik konnte unter Beweis stellen warum er als einer der legitimen Nachfolger des kleinen, großen Sängers gilt.

Der Sound der Truppe war grandios gut, nur zum Schluss der Show schlichen wieder so ein zwei Soundschwächen ein, aber ansonsten gab es an dem Auftritt von CIVIL WAR nix zu bemängeln und ich denke auch den Jungs hat es trotz der wenigen Zuschauer eine Menge Spaß gemacht, zumindestens hat man ihnen das angesehen! Nach 75 Minuten war der Spuk vorbei und man verabschiedete sich artig von der Menge, die Musiker ließen es sich aber nicht nehmen im Anschluss an das Konzert noch mit den verbliebenen Metalheads sich das ein oder andere Bier zu genehmigen, bevor man dann in der Nacht noch zur nächsten Show nach Belgien aufbrach.

 

Wir traten auf jeden Fall zufrieden die Rückreise an und waren uns einig das wir der Alten Seilerei aufgrund ihres Charmes und den guten Rahmenbedingungen gerne wieder einen Besuch abstatten wollen! Und ich denke CIVIL WAR und auch KATANA haben auf dieser Show den ein oder anderen Fan mehr für sich gewinnen können!

Setliste CIVIL WAR:

Intro
King of the Sun
St Patricks Day
Sons of Avalon
Gettysburg
Lucifers Court
Brother Judas
Heaven in Hell
Fist to Fight
I will rule the Universe
Civil War
Rome is falling

Text Julian, Fotos Christina

 

Konzertbericht: RECKLESS LOVE

Erster Deutschland-Gig von Reckless Love

29.11.2012, Köln, Underground
 
Reckless Love, die finnische Glam Metal-Truppe beehrte diesen Herbst, am 29.11., das erste Mal Deutsche Landen. Gespielt wurde in Köln im Underground.
 
Die folgenden Support-Bands traten auf:
 
Rebellious Spirit
Hollywood Burnouts
 
Zur Location: Das Underground ist ein klassischer Rock-Schuppen, in dem es für wenig Geld Getränke mit und ohne Alkohol gibt. Möchte man sich einen stattfindenden Gig nicht ansehen, besteht die Möglichkeit, in der durch einen Flur von der Disco abgetrennte Bar seine Zeit zu verbringen und dort zu spielen, zu trinken, zu quatschen… Nach einem Auftritt kann man sich sogar noch dort leiblich versorgen lassen, da in einem Schnellkochtopf Würstchen heiß gemacht werden. Auch der Innenhof ist urig mit seinen gemütlichen Tischen und Bänken und zwei beleuchteten Buddha-Statuen. Man sieht, für das leibliche, kulturelle und spirituelle Wohl ist gesorgt: Ein Rundum-Sorglos-Paket.
 
Alles schön und gut, aber uns ist die Musik wichtiger…
 
Die erste Support-Band waren Rebellious Spirit. Ein netter Haufen Jungs, die ihre Zeit nicht damit zubringen, auf der Straße abzuhängen und Blödsinn zu machen, sondern Musik machen und – wie sie selbst sagen – den Geist der 80er Jahre zurückzubringen (die sie in ihrem Alter aber wohl selbst nicht erlebt haben). Sie spielten gut, gaben sich sehr viel Mühe, das Publikum anzuheizen. Die jungen Mädels im Publikum waren äußerst begeistert.
 
Danach kamen die Hollywood Burnouts an die Reihe. Sehr sauberer Rock, fast etwas langweilig. Auch sie bemühten sich erdenklich. Auf mich wirkten die Hollywood Burnouts allerdings ein wenig, als habe man sie aus dem Hörsaal direkt ins Underground gebracht. Viele Zuschauer setzten sich dann auch hin, was aber nicht heißt, dass die Burnouts schlecht sind. Sie haben durchaus ihre Resonanz gehabt. Leider stimmte etwas mit der Technik nicht, als wenn die Soundanlage übersteuert gewesen wäre.
 
…und dann kamen Reckless Love an die Reihe… Der Laden, das Underground, war gerappelt voll, wofür sich Olli Hermann auch bedankte. Überhaupt interagierte Olli viel mit dem Publikum und erschien überaus gut gelaunt. Die ganze Band hat auf der Bühne – und auch außerhalb – eine sehr positive und freundliche Ausstrahlung. Fröhlich, gut gelaunt und offenbar mit dem Herzen dabei.
 
Reckless Love haben ihre Hits gespielt – „“Animal Attraction“, „Speedin’“, “Dance“, „On The Radio“ usw. Romantischer wurde es dann bei “Born To Break Your Heart”. Vielleicht nicht ganz an der Realität vorbei, wenn man bedenkt, was für ein gutaussehender Typ Olli Hermann ist. Jedes Mal wenn das Tanktop durchgeschwitzt war, wurde es von den Damen freudig begrüßt, dass der Rest des jeweiligen Songs ohne stattfand. Man kann auch nur sagen: Respekt vor dem durchtrainierten Body!
 
Auch vom Debütalbum wurden einige Songs gespielt, z. B. „Romance“ und „Back To Paradise“. Es gibt Lieder, die dürfen nicht fehlen…
 
Während der Show gab es keine Special Effects, sondern es wurde frei von der Leber weg gerockt. Da wäre jeder Effect überflüssig gewesen. Gute Musik braucht kein Tamm-Tamm.
 
Auch spielte jedes Mitglied ein kleines Solo. Nicht zu lang, nicht zu überkandidelt. Reckless Love sind offensichtlich eine Band und nicht vier Musiker auf dem Ego-Trip.
 
„Hot“ war dann die Zugabe, die lautstark gefordert wurde.
 
Gern hätte das Publikum, den Rufen nach zu urteilen, auch „Born To Rock“ gehört. Das wurde leider nicht gespielt. Aber Reckless Love sollten darüber nachdenken, es in die Setlist für künftige, hoffentlich stattfindende Deutschland-Auftritte aufzunehmen.
 
Als Olli Hermann, Pepe (Gitarre), Hessu Maxx (Schlagzeug) und Jalle Verne (Bass) die Bühne verließen, war das Publikum in sehr guter Stimmung und vollkommen von den Socken. Wäre die Party, denn eine Party ist es gewesen, noch länger gegangen, hätte sich niemand beklagt. Hinzufügen möchte ich noch zwei Dinge:
 
  1. War es ein lustiger Anblick, dass Olli zum Schluss den Arm voller Wäschestücke hatte. Sehr sympathisch, denn meist bleibt es ja irgendwelchen armen Roadies überlassen, die Klamotten der Musiker einzusammeln und ihr Chaos zu ordnen.
 
  1. Das Publikum hat jeden Song Wort für Wort mitgesungen, was auch nicht bei jeder Band der Fall ist. Hut ab, liebe Zuschauer; Ihr habt stark dazu beigetragen, den Abend zu einem Erlebnis werden zu lassen!
 
Ein absolut gelungener Rock-Abend mit lauter Höhepunkten und keinen Tiefpunkten.
 
Auch nach dem Auftritt entpuppten sich Reckless Love als sehr fanfreundlich und gaben geduldig Autogramme und ließen sich fotografieren. Olli erkundigte sich bei den Fans, nachdem er mitbekommen hatte, dass zwei Mädel Probleme hatten, ihn zu verstehen, auch besorgt nach dem Sound, ob er gut zu hören gewesen sei oder ob etwas nicht in Ordnung war. (An unserem Platz war alles perfekt.) Unheimlich nette Truppe und ich hoffe sehr, dass wir sie bald wieder begrüßen dürfen! 
 
 
 
 
Sandra

Konzertbericht: SEX-ACTION TOUR L.A.GUNS

Die Sex-Action-Tour im Turock, Essen – LA Guns & support bands
13.03.2012
 
 
Fünf Bands für ein kleines Budget – wo bekommt man das?! Im Turock in Essen. Angemeldet hatten sich die LA GUNS rund um die Hollywood-Legende Tracii Guns (Gitarre). Mit von der Partie waren Scott F. Harris als Sänger, Johnny Martin (Bassist) und Doni Gray (Drums).
 
Außerdem die folgenden Supports der Reihe nach:
BARBARIAN TWINS
CRUSHER
DEATH BED CONFESSION
HOLLYWOOD DIRTBAGS
 
Zur Location: Das Turock ist ein uriger Schuppen mit guten Sichtmöglichkeiten und vier Bars verteilt auf drei Ebenen. Die Preise sind nicht besonders hoch und die Toiletten gepflegt und sauber. Finden kann man das Turock in der Innenstadt, direkt auf dem Viehhofer Platz. Von außen sind noch herrlich stimmungsvolle dunkle Skulls mit rotbeleuchteten Augen an der Häuserwand. Also nicht zu verfehlen.
 
Nun aber zum Wichtigsten – zur Musik.
 
Die ersten in der Reihenfolge waren die BABARIAN TWINS,eine Truppe aus Norwegen. Die Musiker haben eine kleine, aber feine Song-Auswahl zum Besten gegeben und haben sich wirklich alle Mühe gegeben, das Publikum zu unterhalten. Freundlicherweise wurden von ihnen sowohl zwei CD’s als auch  zwei T-Shirts verschenkt, direkt von der Bühne runter.
 
Anschließend spielte eine sehr junge Schweizer Band – CRUSHER.Sie haben schon gut eingeheizt. Ihr gleichnamigesPromo-Album mit drei Songs war kostenlos im Turock für Interessierte ausgelegt und nach ihrem Gig sofort vergriffen. Das allein besagt schon, dass sie vermutlich eine Zukunft haben werden. CRUSHER Stil ist sleazy angehaucht und mit moderneren Rock-Klängen vermischt.
 
Nach CRUSHER hatten DEATH BED CONFESSION die undankbare Aufgabe, als nächstes aufzutreten und das Publikum zu überzeugen. Nicht wirklich in einen Sleaze-Band-Trupp passend gaben sie ihr Bestes. Sie hörten sich weniger nach einer normalen Hard Rock-Band an als nach Pantera-Style. Trotzdem blieben viele Zuschauer stehen anstatt zum Bierstand oder auf’s stille Örtchen zu pilgern und hatten auch sichtlich ihren Spaß.
 
Die HOLLYWOOD DIRTBAGS lockten dann auch noch die letzten Verpeilten aus ihren Ecken und es gab so richtig Saures. Ein super Set-Mix aus ihren eigenen Songs (Album: SINNERS TAKE ALL) und zwei Sunset Strip-Klassikern („It’s so easy“ und „Nice Boys) wurde von den Kaliforniern gespielt. Man hörte stark ihre Einflüsse heraus und der Sänger konnte sein Vorbild, einen allseits bekannten rothaarigen Sänger, dessen Wahlheimat ebenfalls Los Angeles ist, nicht verleugnen. Für Erheiterung sorgte die Ansage des Songs „Hell in High Heels“ bei den männlichen Gästen.
 
Nach vier wirklich gelungenen Einheizern wurden die LA GUNS natürlich schon ungeduldig erwartet. Und siehe da: Trotz ständiger Personalwechseleien (auf den Plakaten ist noch immer Eric Grossman aufgeführt als Bassist anstatt des seit Kurzem zurückgekehrten, allseits beliebten, Johnny Martin). Ihre alten Klassiker wie „Rip and Tear“, „Ballad of Jayne“, „Sex Action“, „Crystal Eyes“, „No Mercy“, „Dreamtime“ waren untergebracht ebenso wie ein völlig neuer Song, der hoffentlich auch auf einem Album erscheinen wird. Ob nun unter dem Namen LA GUNS oder welchen Tracii auch immer anstrebt, denn man hörte ja, dass er den Bandnamen gern wechseln möchte. Der neue Sänger, Scott F. Harris, ist stimmlich sehr gut. Er wurde zwischenzeitlich immer mal von den Instrumenten übertönt, aber das ist wohl eher ein Fehler der Crew am Mischpult gewesen als sein eigener. Er hat eine sehr gute Show geboten und die Band war gut für verschiedene Überraschungen. Nach „Rip and Tear“ sagte man erst einmal „Thank you, good bye”. Traditionell ist es der letzte Song – aber diesmal nicht. Es war erst die Hälfte des Sets herum. Irgendwann stellten sich sämtliche Band-Members wie erstarrte Salzsäulen auf die Bühnen und taten nichts mehr. Keine Rufe wie „Sing“ o. ä. ließen sie auftauen. Erst einige von den Fans gesungenen Zeilen von „Waking the Dead“ flößten ihnen wieder Leben ein und weiter ging es. Während „Sex Action“ schwankte Sänger Scott und ließ sich  zu Boden fallen. Atem stockten. Allerdings spielte die Musik weiter, so dass man sich doch denken konnte, dass nichts geschehen war, was ihn wirklich umgehauen hat. Und siehe da, Scott bewegte sich bald schlängelnd auf dem Boden und stand auch irgendwann wieder auf. Tracii gab sich sehr gitarrenverliebt und gute Laune verbreitend stellte er einige kleine Soli in den Vordergrund. Doni und Johnny muss man wirklich loben – sie haben eine harmonische Rhythmus-Fraktion gebildet. Von Seiten der Fans waren Zwischenrufe wie „Das ist Rock n’ Roll“ des öfteren zu hören. Auch von Begeisterung zeugte, daß ein Zuschauer den Musikern ein Bier spendierte, an dem Tracii einige Male nippte und dessen „Rest“ Scott in einem Zug hinunterspülte.
 
Insgesamt kann man mit dem Fazit schließen: Ein gelungener Abend, es kam weder Langeweile noch Müdigkeit auf und allen Bands, die gerockt und unterhalten haben, ein dickes „Dankeschön für den tollen Abend; kommt bald wieder!“
 
 
 
 
 
Sandra

 

Konzertbericht: DESERT FORCES OF ROCK TOUR 2012

DESERT FORCES OF ROCK TOUR 2012 mit ASTRAL DOORS & RIOTGOD

Endlich mal wieder ein gescheites Bandpaket dachte ich mir, als ich die Konzertankündigung der Desert Forces of Rock Tour 2012 bekam. Die US Amerikaner RIOTGOD und meine Lieblinge ASTRAL DOORS gaben sich an einem Samstag Abend die Ehre.
Kurzentschlossen Gästeliste und Fotopass gesichert, die Freundin als Fotografin mitgeschleppt und ab ging es in den überaus kultigen Musikkeller nach Frankfurt Höchst. Zusätzlich zum hier nun folgenden Konzertbericht werdet ihr bald ein umfassendes Interview mit dem ASTRAL DOORS Frontmann und Sänger Patrik Johannson lesen, welches ich nach der Show mit ihm, in relaxter Atmosphäre, führen durfte. Aber nun ab zum Bericht.

Samstag Abend 18:30 der Rock Garage Tross bestehend aus Christina (zuständig für die Fotos und die weibliche Note) und Julian (Interview/Konzertbericht) erreicht nach einer einstündigen Fahrtzeit den Musikkeller Frankfurt wo eine halbe Stunde vor Einlass noch nicht viel los ist. Nur ein paar versprengte Fans, unter anderem aus Frankreich!, sind schon vor Ort.
Nachdem wir uns einen Weg durch die Gaststätte des Musikkellers geschlagen haben, erreichen wir den Vorraum der Showörtlichkeit, wo es dann nach kurzem warten direkt in den Keller geht.
Kurz mit der Besitzerin ein paar Worte gewechselt, den reservierten Stehtisch bezogen und mit dem Tourmanager den Interviewpart abgesprochen.
Kurz ein Wort zur Location. Der Musikkeller Frankfurt ist wirklich eine Reise wert. Schön urig, Clubfeeling und ein super freundliches Personal. So stellt man sich eine Metal und Rocklocation vor. Beide Daumen hoch für den Musikkeller Frankfurt und sein Team!
Zurück zum Abend, nachdem der angekündigte regionale Supportact nicht auftritt, gibt es eine etwas längere Pause bevor dann der erste Act RIOTGOD um circa 21:00 Uhr die Bühne entert.
Die Band gehört mit ihrem Stoner Rock nicht wirklich zu meinem bevorzugten Genre, aber ich geh unvoreingenommen an die ganze Sache ran. Die Mannen rund um die beiden MONSTER MAGNET Mitglieder Jim Baglino (Bass) und Bob Pantella (Schlagzeug), sowie Garrett Sweeney (Gitarre) und Mark Sunshine (Gesang), legen auch ohne großes Drumrumreden gleich los. Leider hat sich der Tonmann wohl ein wenig beim einstellen vertan, denn der gesamte Auftritt wird durch die schlechte Abstimmung von Instrumenten und Gesang überschattet. Der Gesang ist viel zu weit im Hintergrund, so das die Instrumente ihn gekonnt überstimmen. Das und die Tatsache das Mr. Sunshine rüberkommt also ob er vorher noch ordentlich was eingeschmissen hat, schmälern ein bisschen die gesamte Leistung der Band. Nicht falsch verstehen, Stoner Rock ist ja ein wenig abgedreht, aber der gute Mark übertreibt es heute ein wenig.
Schade denn, die Songs gehen rockig nach vorne und locken auch einige der circa 100 Anwesenden direkt vor die Bühne zum mitbangen.
Ratz, Fatz ist die Stunde Spielzeit rum, in der sich die Jungs durch ihre zwei Alben gespielt haben und es beginnt das warten auf den Hauptact.

Nach einer relativ lange Umbau und Wartezeit erklangen dann gegen 22:45 die ersten Klänge des Intro’s und ASTRAL DOORS betraten unter großem Applaus der nun circa 150 Gästen die kleine Bühne.
Die Eröffnung des aktuellen Albums, ist auch die Eröffnung des Gigs, mit „Seventh Crusade“ legen die Jungs mächtig los, bevor sie uns dann mit durch ein bunte Reise durch ihre bisherige Discography nehmen. Natürlich legt man viel Wert auf die letzte Scheibe und hat ganze sechs Stücke („Seventh Crusade“, „Child of Rock N Roll“, „With a stranger's Eye“, „Pearl Harbor“, „Babylon Rise“ und „The Battle of Jacob's Ford“) davon im Gepäck. Dazu würzt man das Ganze mit ein paar Alltime Favorit's vom Schlage „Of the Son and the Father“, „Evil is forever“, „Time to Rock“, „Black Rain“ und „Cloudbreaker“. Als Überraschung hat man heute mit „London Cave“ einen weiteren Song vom, wie ich finde, unterbewertetsten Album der Bandgeschichte „Astralism“ im Gepäck.
Gewohnt souverän zockt man sich durch die Songs und man merkt, dass die Jungs den Abgang des zweite Gitarristen Martin Haglund gut verkraftet haben und dadurch irgendwie kompakter wirken. Auch der „neue“ Bassist Ulf Lagerström ist eine absolute Bereicherung für die Band. Dazu natürlich noch den super Rückhalt durch Übersänger Patrik Johansson, da kann man nur einen absolut gelungenen Gig abliefern.
Was der Junge aus seiner Stimme rausholt, ist wirklich aller Ehren wert. Einer der besten Sänger im Metal/Rock Zirkus!!
Gegen 0 Uhr, mit halbstündiger Verspätung, feuern ASTRAL DOORS dann die letzte ihrer drei Zugaben ins Publikum und werden mit ordentlich Applaus entlassen.
Natürlich geben sich die Musiker keine Blöße und mischen sich danach unters Volk um mit den Fans ein paar Worte zu wechseln, Autogramme zu geben oder einfach nur ein Bier zu trinken.
Nur Sänger Patrik zieht sich zurück und macht sich frisch, da er uns ja später noch Rede und Antwort stehen möchte, aber das ist eine andere Geschichte und wird an anderer Stelle fortgeführt.
Danke an beide Bands und dem Musikkeller Frankfurt Team für einen gelungenen Konzertabend, wir kommen sehr gerne wieder!

Setliste RIOTGOD            Setliste ASTRAL DOORS

– Breed                               – Seventh Crusade
– Fool                                 – Child of Rock N Roll
– Time is now                      – Of the Son and the Father
– Crusader                          – With a stranger's Eye
– Crossfade                        – Evil is forever
– Tomorrow's Today             – New Revelation
– 9th Life                            – Pearl Harbor
– Slow Death                      – Power and the Glory
– Rebirth                             – Babylon Rise
– Collapsing Stars               – The Battle of Jacob's Ford
– Scaring it up                     – Time to Rock
– Hollow Mirror                    – Slay the Dragon
– High Time                         – Black Rain
– Evil                                   – London Caves
                                           – Cloudbreaker

 

 

 

 

 

 

 

 

Bericht Julian; Fotos Christina

Listening Session: VANDEN PLAS

 

Deutschlands führende Prog Metalband VANDEN PLAS stehen kurz vor der Veröffentlichung ihres neuen Albums „The Chronicles of the Immortal – Netherworld“ welches im Februar 2014 erscheinen wird. Nach dem letzten Album „The Seraphic Clockwork“ 2010 war die Band nicht untätig und hat zusammen mit Deutschlands berühmtesten Fantasy Autor Wolfgang Hohlbein die Rockoper „Blutnacht“ auf die Beine und die Theaterbühne gebracht.
Nun münzt man diesen Opernstoff auf ein Album um und vertont die Geschichte für alle Fans, die nicht das Glück hatten eine Vorstellung der Rockoper zu besuchen.
In Vorgriff auf das Album lud die Band rund um Frontmann Andy Kuntz zur Listening Session ein und eine kleine Abordnung von Rock Garage machte sich auf den Weg in die Westpfalz nach Kaiserslautern.
Gegen 13:30h trafen wir an der Lounge 21, in der die Band geladen hatte, ein. Direkt auf dem Parkplatz vor dem Rathaus, in der sich die Lounge befindet, trafen wir auf den Bassisten der Band, Torsten Reichert. Mit uns im Schlepptau ging es dann zur Lounge.
Nach und nach trafen die anderen Bandmitglieder, Schreiberkollegen und viele Freunde der Band ein.
Denn so erklärte uns Sänger Andy Kuntz in einem kurzem Smalltalk zu Beginn, die Listening Session sollte auch ein Dankeschön an die vielen Unterstützer und Freunde der Band sein, deswegen die etwas andere Lounge Atmosphäre.
Gegen 14:30 ging dann die eigentliche Listening Session los, ein Moderator des ansässigen lokalen Radiosenders Antenne Kaiserslautern sprach ein paar einleitenden Worte, die Band hielt sich dagegen komplett zurück und ließ in lockerer Atmosphäre eher die Musik sprechen.
Diese wurde vom bekannten Produzenten Markus Teske, der das Mastering des Albums übernahm, gestartet.
Es wurden alle Songs komplett ausgespielt und nicht nur Songschnipsel. Keine Demosongs, sondern das komplette und fertige Album.

10 Songs gab es auf die Ohren inklusive dem anfänglichen obligatorischen, stimmungsvollem, Intro.
Track Nummer zwei mit dem klangvollen Namen „The Black Night“ ist ein epischer Track, der mit viel Abwechslung, schnellen wie auch langsamen Parts daher kommt.
Als dritten Track hatte man den „Godmaker“ am Start. Wesentlich kompakter und melodischer als zuvor spielt man sich recht kraftvoll durch die Nummer.
Nun kam die stärkste Phase der Platte mit den Songs vier, fünf und sechs wobei hier Track vier noch hervorstach, denn bei ihm waren die Orchester- und Chorparts wesentlich präsenter. Wir waren uns zum Schluss einig, das diese uns am besten im Nachhinein gefallen hatten.
Ach ja, die Übergänge der Lieder waren sehr fließend, weswegen eine Abgrenzung schwer möglich war. Deswegen fiel es uns ab der Mitte der Platte sehr schwer Nummern wie auch Namen auseinander zu halten.
Machen wir es daher ein bisschen kompakter und lassen verlauten das sich auch im weiteren Verlauf der Scheibe kompakte und melodische Stücke, mit längeren, epischen Stücken abwechselten. Eine Ballade war ebenfalls am Start und die Heavyness kam ebenfalls nicht zu kurz.
Zusammenfassend kann man zum neuen Album „The Chronicles of the Immortal – Netherworld“ sagen, das es komplexer als der Vorgänger ist, die Band es aber geschafft hat das der Zugang zu allen Stücken sehr gut ist und zu keiner Zeit Langeweile aufkommt.
Die Produktion und der Sound waren dermaßen überragend, da kann man der Band ebenfalls nur gratulieren.
Es gab langen Applaus nach verklingen des letzten Tons und auch wir waren uns einig hier kommt etwas ganz großes auf uns zu, VANDEN PLAS haben sich mal wieder selbst übertroffen!
Die Prog Metalheads unter uns können sich den Februar 2014 schon mal ganz dick in ihrem Kalender anstreichen!!
Nach der Listening Session hatten wir noch die Gelegenheit mit dem schon erwähnten Bassisten Torsten Reichert sowie Schlagzeuger Andreas Gill ein paar Worte zu wechseln.
Torsten und Andreas waren sehr nette Gesprächspartner und man plauderte über dies und das, sie verrieten uns noch, das das neue Album nur der erste Teil der Chronicles of the Immortal Saga darstellt und sich die Fans auf einen zweiten Teil genau ein Jahr später freuen können!

Christina und Julian

KISS – Creatures Of The Night (Klassiker der Woche)

Band: Kiss
Album: Creatures Of The Night
Spielzeit: 39:00 min   
Plattenfirma: Casablanca Records
Veröffentlichung: 13.10.1982
Homepage: www.kissonline.com

Wir schreiben das Jahr 1982, seit KISS’ letztem großen Klassiker „Love Gun“ sind mittlerweile fünf Jahre ins Land gezogen. Seitdem hat sich die Musik von KISS, als auch die Band selbst,. sehr verändert. 1979 der erste größere Schock – die Jungs releasen „Dynasty“ und betreiben mit den beiden erfolgreichen Discoheulern „I was Made for lovin’ you“ und „Sure know something“ doch glatt musikalischen Ausverkauf – für viele Fans quasi ein Verrat an den guten, alten Hardrock vergangener Tage.

Ein Jahr später – „Unmasked“. Hier wird der Discotrend komplett auf die Spitze getrieben – das musikalische Bild auf dem Album wird von halbärschigen, drucklos produzierten Weichspülern a’la „Shandi“ und „She’s So European“ bestimmt – aber mit dem Unterschied dass der Longplayer auch an den Verkaufskassen durchfällt und erstmals seit langer Zeit nur eine Goldauszeichnung für die Band heraus springt.

1981 versuchen sich KISS mit (Music from) The Elder an etwas für sie vollkommen neuen: ein ambitioniertes, untypisches Konzeptalbum, produziert von „Destroyer“ – Mastermind Bob Ezrin. Im Studio völlig orientierungslos, verkommt das Album zum vielleicht größten Rohrkrepierer in der Bandgeschichte und spätestens ab diesem Zeitpunkt gibt kaum noch jemand einen Pfifferling auf KISS.

Zurück ins Jahr 1982:

Mr. Simmons und Mr. Stanley fassen sich ein Herz und gehen mit „Creatures of the Night“ endlich wieder back to the Roots. Ohne die beiden Gründungsmitglieder Peter Criss und Ace Frehley und mit den beiden Neuzugängen Eric Carr (Drums) und Vinnie Vincent (E-Gitarre) nehmen sie neun Songs auf die man durch die Bank weg nur als eines bezeichnen kann: GEIL!

Schon der Albumopener „Creatures of the Night“ knallt rein ohne Ende – keine Spur mehr von Disco, Keyboard und Tralala – das ist erstklassiger Hardrock an der Schwelle zum Metal. „Killer“ setzt mit seinem Klasse-Anfangsriff nochmal einen obendrauf, das Ding ist keinen Deut langsamer als davor die „Kreaturen der Nacht“. „Keep Me Comin’“ – das selbe Spiel, Riffing, Bridge, Chorus – perfekter Hardrockstoff.

Drei Songs später – „I Love It Loud“ – ich glaub den Song brauch ich hier niemanden mehr vorzustellen – den kennt man einfach. Klassiker hoch 10, hätte ohne Probleme auch jederzeit auf „Destroyer“ oder „Love Gun“ seinen Platz gefunden und auch dort zu den klaren Highlights gehört. Auf dem bis heute drölf mal gecoverten, nach vorne gehenden „War Machine“ gibts dann nochmal einen mit der Metalkeule und die Megaballade „I Still Love You“ ist live auch heute noch fester Bestandteil einer jeden KISS Setlist.

Fazit:
Hammergeile „Comeback-Scheibe“ und Gene Simmons ist Gott. Over and out

Lineup:

Gene Simmons : Vocals, Bass
Paul Stanley : Vocals, Gitarre
Eric Carr : Drums
Ace Frehley : Gitarre
Vinnie Vincent : Gitarre

Trackliste:

 1.Creatures Of The Night
 2. Killer
 3. Keep Me Comin’
 4. Rock And Roll Hell
 5. Danger
 6. I Love It Loud
 7. I Still Love You
 8. Wanna Be God
 9. Saints And Sinners
 10. War Machine

Marco

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HARDLINE – Double Eclipse (Klassiker der Woche)

Band: Hardline
Album: Double Eclipse
Spielzeit: 57:01 min. (Japan-Pressung)
Veröffentlichungsjahr: 1992
Plattenfirma/Vertrieb: MCA
Stilrichtung: Melodic Rock

Der Erstling von HARDLINE ist für unsere neue Rubrik „Klassiker der Woche“ ein unbedingtes Muss, denn dieses Sahneteil ist der absolute Überflieger und für mich in den ewigen Top 10 ganz weit vorne angesiedelt und somit prädestiniert, um unsere neue Rubrik einzuweihen.

Die Band entstand aus den Überbleibseln von BRUNETTE, in der die Brüder Joey und Johnny Gioeli schon zuvor zusammen gespielt hatten. Der „Rest“ der Band bestand aus Neil Schon (JOURNEY, BAD ENGLISH) an der Sechssaitigen, Todd Jensen (auch von BAD ENGLISH kommend) am Bass und Dean Castronovo (ebenfalls Ex-JOURNEY) an den Drums. Eigentlich war es nur angedacht, dass Neil Schon das Album produzieren sollte, aber er fand soviel Gefallen daran, dass er kurzerhand in die Band einstieg und das Langeisen selbst einspielte.

Schon die Eingangshymne „Life´s A Bitch“ zeigt, aus welchem Holz dieses Mega-Werk geschnitzt ist. Schreiende Gitarren, unbändige Power und über alles erhabene Melodien prägen „Double Eclipse“ von Anfang bis Ende und jeder Song ist ein wahrer Knaller. Darauf folgen Hits wie „Dr. Love“, „Rhythm From A Red Car“, „Takin Me Down“, das nur auf der Japan-Version enthaltene „Love Leads The Way“ oder „Hot Cherie“, welches auch mal ab und zu bei MTV lief, aber die Zeit war dort schon abgelaufen für Bands wie HARDLINE und darum schaffte es das Video leider nicht in die Dauerrotation.

Das hätte HARDLINE sicher noch einige verkaufte Tonträger mehr bescheren können. Trotzdem war die Scheibe noch ein großer Erfolg, doch nach relativ kurzer Zeit mussten die Jungs erkennen, dass sich zu dieser Zeit für ihre Art von Musik keine Tür mehr öffnen ließ. Neil Schon verließ daraufhin die Band und das gab den Anstoß dazu, dass sich eine der hoffnungsvollsten Rockbands in Nichts auflöste.

Einige Jahre später nahm Frontmann Johnny Gioeli, der mittlerweile bei AXEL RUDI PELL in Lohn und Brot stand, die Fäden noch einmal in die Hand und veröffentlichte 2002 den lang ersehnten Nachfolger zu „Double Eclipse“. Das schlicht „II“ betitelte Album verkaufte sich bei den lechzenden Fans zwar relativ gut, konnte aber bei weitem nicht die Klasse des Debüts erreichen. 2003 gab es dann noch einen Live-Mitschnitt vom britischen Gods Festival  käuflich zu erwerben. Mit den beiden weiteren Alben „Leaving The End Open“ 2009 und „Danger Zone“ 2012 unternahm man noch ein paar Versuche, auch in musikalischer Hinsicht an die glorreichen Zeiten des Debüts anzuknüpfen, was bei „Danger Zone“ in kurzen Auszügen gelang. Aber „Double Eclipse“ ist ein Hammer vor dem Herrn und in seiner Kompaktheit wohl unerreichbar und somit nicht zu toppen.

Sollte ich einmal gefragt werden, welche CD ich mit auf eine einsame Insel nehmen möchte, könnte das eventuell „Double Eclipse“ von HARDLINE sein.

Stefan

 

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THE SCREAM – Let It Scream (Klassiker der Woche)

Band: The Scream
Album: Let It Scream
Spielzeit: 50:54 min.
Stilrichtung: Hardrock
Plattenfirma: Hollywood Records
Veröffentlichung: 1991
Homepage: www.johncorabimusic.com

Momentan ist John Corabi wieder im Gespräch. Sein Beitrag zum aktuellen Album von THE DEAD DAISIES (Rezi HIER) hat für einen Schub beim Bekanntheitsgrad des schon immer unterbewerteten Vokalisten gesorgt. Dabei hatte Corabi in der Vergangenheit schon einige Möglichkeiten, so richtig groß raus zu kommen. So ersetzte er 1992 den geschassten Vince Neil bei MÖTLEY CRÜE und nahm mit ihnen das selbstbetitelte Album auf, das 1994 erschien. Auch hier wurde die Leistung völlig falsch bewertet. Zwar legten die Skandalrocker ein betont modernes Werk vor, das Songwriting indes war so ausgefeilt und interessant wie nie zuvor. Das alles interessierte die Fans überhaupt nicht. Nicht nur, dass Mitte der Neunziger mit Rockmusik nicht sonderlich viel zu reißen war, Frontsirene Neil war nun mal Gründungsmitglied und Gallionsfigur der CRÜE. Anyway, nach nur diesem einen Album setzte man Corabi wieder vor die Tür und bandelte erneut mit dem blonden Showman Vince Neil an. Es lief also alles andere als gut für John Corabi. Für seinen Einstieg bei MÖTLEY CRÜE hatte er seine eigene Band THE SCREAM verlassen. Mit ihnen hat er ebenfalls nur eine Platte aufgenommen. „Let It Scream“ nennt sich das gute Stück. Das war 1991, also kurz vor seinem Weggang.

Gegründet wurden THE SCREAM 1989 unter dem Namen SAINTS OR SINNERS. John Corabi, der von ANGORA kam machte dabei gemeinsame Sache mit Ex-RACER-X Gitarrist Bruce Bouillet, Bassist Juan Alderete und Schlagzeuger Scott Travis, der schon nach kurzer Zeit zu JUDAS PRIEST wechselte. Nachfolger wurde Walt Woodward III. Für „Let It Scream“ verpflichtete man Produzent Eddie Kramer, der vorher schon für PRETTY MAIDS, ANTHRAX, FASTWAY oder KISS gearbeitet hatte. Die zwölf Songs boten eine wunderbare Mischung aus Hardrock, Blues und Country.

Als Single wurde das extrem melodiöse „I Believe In Me“ ausgekoppelt. Kein schlechter Schachzug, denn der Song ist wohl am kommerziellsten von allen. Aber auch das prägnante „Man On The Moon“, die wundervolle Ballade „Father, Mother, Son“ oder das soulige „Loves Got A Hold On Me“ haben höchsten Unterhaltungswert. Und „Outlaw“ ist eine Riffgranate, „Every Inch A Woman“ ein schlüpfriges Statement und „Never Loved Her Anyway“ eine akustische Nummer, die CINDERELLA zu „Heartbreak Station“-Zeiten gut zu Gesicht gestanden hätte.

THE SCREAM waren auf dem besten Wege, ihr Stück vom Kuchen abzubekommen. „Young & Dumb“, ein Song, den sie zum Soundtrack zu „Encino Man“ (dt. „Steinzeit Junior“) beisteuerten, war ein weiteres Standbein. Pikanterweise war für den Hauptsong ein gewisser Vince Neil zuständig. Er brachte seinen wohl größten Solo-Hit „You´re Invited, But Your Friend Can´t Come“ ebenfalls auf dieser Filmmusik unter. Aber es half alles nichts, Corabi war zu MÖTLEY CRÜE abgewandert und ein Versuch, mit dem neuen Sänger Billy Fogarty weiter zu machen, scheiterte. Zwar nahm man mit „Takin´ It To The Next Level“ ein zweites Album mit Fogarty am Mikrofon auf, veröffentlicht wurde es aber nie. Die Band trennte sich daraufhin. John Corabi wanderte danach von Band zu Band. Unter anderem sang er bei UNION, einem Projekt von KISS Gitarrist Bruce Kulick. Er war Teil der BRIDES OF DESTRUCTION mit MÖTLEY CRÜE Bassist Nikki Sixx und verdingte sich als Ersatzmann für Stephen Pearcy bei RATT. So richtig in Fahrt scheint seine Karriere aber erst jetzt mit dem neuen Silberling des Rock´n Roll Kollektivs THE DEAD DAISIES aufzunehmen. Ich wünsche John Corabi von ganzem Herzen, dass er endlich die Anerkennung bekommt, die er schon lange verdient hat. „Let It Scream“ ist ein kongeniales Werk, das sich nicht einmal vor „Mötley Crüe“ oder „Revolucion“ verstecken muss.

Trackliste:

1. Outlaw
2. I Believe In Me
3. Man On The Moon
4. Father, Mother, Son
5. Give It Up
6. Never Loved Her Anyway
7. Tell Me Why
8. Love´s Got A Hold On Me
9. I Don´t Care
10. Every Inch A Woman
11. You Are All I Need
12. Catch Me If You Can

Stefan

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