GOTTHARD – Firebirth

Band: Gotthard
Album: Firebirth
Plattenfirma: Nuclear Blast
Veröffentlichung: 01.06.2012
Homepage: www.gotthard.com 

Nach dem tragischen Unfalltod von Sänger Steve Lee am 05.10.2010 stand das weitere Schicksal der erfolgreichsten Rockband aus der Schweiz auf der Kippe. Wie wrid es weitergehen? Wird es überhaupt weitergehen? Nun, die Jungs haben sich dazu entschieden, den Spirit von GOTTHARD weiterzutragen und mit Nic Maeder als neuen Sänger weiterzumachen. Als es hieß, dass die Band auf der Suche nach einem Frontmann sind, der nicht als stimmliche Kopie Lee´s durchgehen sollte, sondern ganz anders klingen wird, waren viele gespannt, wen die Jungs da aus dem Hut zaubern. Auf der anderen Seite war ich fest davon überzeugt, dass „der Neue“ ähnlich klingt, ja klingen muss, will man die Songs der langjährigen Karriere weiterhin gut auf der Bühne umsetzen. Und da GOTTHARD ja schon seit jeher eine der perfektesten Livebands ist, die ich kenne, war für mich klar, wohin die Reise gehen wird. Es ist ja kein Geheimnis, dass die Wahl auf den in Australien lebenden Schweizer Nic Maeder gefallen ist – und ich hatte Recht: natürlich klingt Nic nicht 100% nach Steve, aber eine gewisse Ähnlichkeit ist da schon. Und das ist ja auch ok.

Soviel zur bekannten Vorgeschichte zum neuen Rundling „Firebirth“, der recht treffend betitelt wurde. Denn nicht nur Nic Maeder wird auf den 13 neuen Stücken seine Feuertaufe bekommen, auch die gesamte Band wird zeigen müssen, wie sie ohne Steve Lee dasteht. Eines war aber von Anfang an klar: der Weg wird zurück gehen in die Zeit, in der man mit Alben wie „Dial Hard“ oder „G.“ noch härteren Tönen frönte, denn in erster Linie war es der Sänger Steve Lee, der die Band mal mehr mal weniger in softere Gefilde bugsierte. Trotzdem haben GOTTHARD immer überzeugt – auch zu einer Zeit, in der den Schweizern Ausverkauf oder das Prädikat Hausfrauenrock angedichtet wurde.

Doch zurück zum neuen Album. Vorab gab es ja schon eine Single zu hören. Mit „Remember It´s Me“ natürlich eine Ballade. Und was soll ich sagen? Nic klingt einfach nach Steve. „Starlight“ ist die zweite Auskopplung und ist eine Rückbesinnung in alte Tage, so wie ich es erwartet hatte. Melodisch, knackiges Riffing – einfach GOTTHARD. Der zweite Song „Give Me Real“ ist eine Zeitreise zurück zu „Dial Hard“, dort hätte das Stück ohne Zweifel stehen können. Die schon angesprochene Ballade „Remember It´s Me“ steht an dritter Stelle und ist eine von satten 4 Verschaufpausen. An Balladen haben die Jungs also auch dieses Mal nicht gespart. Fight und das coole „Yippie Aye Yay“ hauen wieder in Rockkerbe, bevor es mit „Tell Me“ wieder ruhiger wird. Nach der Hälfte des Albums wird mir aber langsam klar, dass sich hier Songs tummeln, die allesamt weit davon entfernt sind, schlecht zu sein, aber an die superben Alben der letzten Jahre nicht ganz anknüpfen können. Trotzdem bleibt der Supergau aus, denn GOTTHARD haben noch nie ein schlechtes Album herausgebracht, und so bleibt es auch mit „Firebirth“. Die abschließende Ballade „Where Are You“ ist Steve Lee gewidmet – eine echt traurige Angelegenheit, aber toll umgesetzt.

Highlights sind „Starlight“, „Remember It´s Me“, „Yippie Aye Yay“, „The Story´s Over“ und „Right On“. Manchmal hört es sich so an, als möchte man mit dem Brecheisen zurück zu „Dial Hard“-Zeiten, kann aber die Songs nicht so locker und unbedarft gestalten wie seinerzeit. „Firebirth“ ist aber – und das wird die alten Fans sicher freuen – das härteste Album seit „G.“ und kann trotz seiner 4 Balladen mit 9 reinrassigen Rockern glänzen.

GOTTHARD sind auch nach ihrem Neustart quicklebendig und trotzdem ist ohne Steve Lee einiges anders. Oder doch nicht?

WERTUNG:

Trackliste:

1.Starlight
2.Give Me Real
3.Remember It´s Me
4.Fight
5.Yippie Aye Yay
6.Tell Me
7.Shine
8.The Story´s Over
9.Right On
10.S.O.S.
11.Take It All Black
12.I Can
13.Where Are You

Stefan

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