UNCHAINED HORIZON – Fallen Kingdom

Trackliste:

01. Warrior’s Speech
02. Stranger
03. Beneath The Ice
04. Lost Words
05. The Marksman
06. Through The Storm
07. Fallen Kingdom
08. Beast Within
09. Bridge To Nowhere

 


Spielzeit:
39:31 min – Genre: Heavy Metal – Label: Pure Steel Records – VÖ: 30.09.2022 – Page: www.facebook.com/UnchainedHorizon

 

Der erste Eindruck ist der ausschlaggebende, so sagt man. Und weil darin durchaus Wahrheit liegt, möchte ich an dieser Stelle den dringenden Rat äußern, das Intro „Warrior’s Speech“ des neuen Albums von UNCHAINED HORIZON ganz am Ende zu hören, denn ansonsten erwartet man von der Platte den klischeehaft-kitschigsten pathoslastigen „True mighty glory of the power sword of steel“-Metal in seiner schlimmsten Form und muss erst wieder lernen, sie als das zu sehen, was sie ist. Hören sollte man „Warrior’s Speech“ aber dennoch, denn es ist einfach beeindruckend over the top und es tut mir leid, wenn ich es noch ein paar Male erwähne, es hat einfach nachhaltiges Amüsierungs-Potenzial.
Doch was ist der zweite Longplayer der Wilhelmshavener denn nun eigentlich? Nun, an sich schöner klassischer Heavy Metal, der in Sachen (gelungene) ruhige Intros, Gesang, Leadgitarrenmotive und Melodieführung immer mal gerne an IRON MAIDEN denken lässt, dabei aber zweifelsohne seinen eigenen Charakter behält. Sänger Sascha kann insbesondere dann, wenn er in den Refrains lauter und ein bisschen angefettet werden darf, echt überzeugen, während er an anderen (überschaubaren) Stellen ein wenig so wirkt, als hätte er sich aufgrund der langen Schlange vor der Aufnahmekabine etwas mehr beeilen müssen und eben nicht mehr auf den letzten Tropfen achten können. Aber generell starke Leistung.
Musikalisch ist „Fallen Kingdom“ echt ziemlich geil. Spätestens „Beneath The Ice“ kann dahingehend das Eis brechen, das nach einem guten ersten Drittel noch ein ungeahntes Maß an Neuem auffährt und die kompositorische Interessantheit entwickelt, die ich von dem Album nach „Warrior’s Speech“ nicht erwartet hatte. Und ja, das bleibt so. Zeitweise (so bei „Bridge Of Nowhere“) baut man die mächtig-epischen Gitarrenwände auf, nimmt sich aber immer auch Zeit für ruhigere Parts, schafft Atmosphäre, macht spannende Dinge (wenn beispielsweise der Gesang auf den ruhigen Parts des Titeltracks ab und an emotional „ausbricht“).
Kritik? Jaaah. Kommen wir nochmal zurück zur Studiozeit, die mir für die Aufnahmen und Produktionsprozesse knapp bemessen vorkommt. Bei „Through The Storm“ sind die Drums in Teilen nicht im Groove, da müsste eigentlich was ein bisschen mehr swingen. Und die Anwesenheit von gleich drei Gitarren kommt oft zwar geil. Aber gerade, wenn keine von ihnen clean ist und jede von ihnen etwas anderes macht, kann man sie nicht mehr wirklich auseinanderhalten. Hier wäre weniger gegebenenfalls mehr. Nur eine Rhythmus-Gitarre, der man aber mehr Frequenzen gönnen kann und die dafür richtig puncht, ist manchmal besser als zwei, die beide nicht so ganz durchkommen. Oder man muss die zwei eben nochmal fokussierter abmischen und nicht im gleichen Sound einfach die eine mehr nach rechts und die andere mehr nach links legen.

Fazit:
Die drei Gitarren verwässern einige Parts des Albums, der Gesang kommt hin und wieder „Erster Take“-mäßig rüber. Das ändert nichts daran, dass „Fallen Kingdom“ über weite Teile mehr ist, als nur ein Album „für Fans von Iron Maiden“. Es ist auch ein Album für Fans frischen wie klassischen Heavy Metals mit dem Anspruch an sich, eben mehr als nur Heavy und Metal (\m/) zu sein!
Und im Fall von „Warrior’s Speech“ ist es sogar auch ein bisschen ein Album für Fans von NANOWAR.

Anspieltipps:
„Beneath The Ice“, „The Marksman“ und „Fallen Kingdom“ (und „Warrior’s Speech“)

Jannis

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