ASHES OF ARES – New Messiahs

Trackliste:

01. Novus Ordo
02. New Messiahs
03. Two Graves
04. Where You Go
05. Wake of Vultures
06. Infection Deception
07. Atrophy
08. Keep On Walkin
09. The Hawk and the Dove
10. Lust to Feed
11. From Hell He Rides
12. And the House Fell Down

Spielzeit: 58:51 min – Genre: US Power Metal – Label: ROAR – VÖ: 18.07.2025 – Page: www.facebook.com/AshesofAres

 

Seit 2012 sind die ehemaligen ICED EARTH Mitglieder Matt Barlow und Freddie Vidales mit ihrer eigenen Band ASHES OF ARES unterwegs. Wildern tun sie im düsternden US Power Metal Bereich, ähnlich wie auch die Ursprungsband.
Das selbstbetitelte Debütalbum erschien 2013 und bis 2022 veröffentlichte man noch zwei weitere Alben, somit steht uns nun dieser Tage mit „New Messiahs“ das vierte Album ins Haus.
Neu auf dem Album an Bord ist Schlagzeuger Kyle Taylor. Als weitere musikalischen Gäste konnte man Charlie Honig, Craig Blackwell sowie Todd La Torre gewinnen.

Wir schauen nun ob die Band nach wie vor ICED EARTH Anhänger in den Bann zieht und blicken somit, nach dem atmosphärischen Intro „Novus Ordo“ direkt auf den Titeltrack „New Messiahs“. Und hier gibt es direkt die Vollbedienung in Sachen kraftvollen US Power Metal. Sehr düster und mit erdigen Riffs kommt die Nummer aus den Boxen, Matt ist wie immer bestens bei rauer Stimme und auch ansonsten kann man schnell erahnen, warum dieser Track die Titeltrack geworden ist. Sehr schön!
Ordentlich Doublebass Feeling kommt dann beim anschließenden „Two Graves“ auf. Manchmal nimmt man hier einen Schlenker zu viel mit und kommt nicht direkt so auf den Punkt, ansonsten geht die Nummer aber voll in Ordnung!
„Where You Go“ beginnt ruhig und im Balladenfahrwasser, bevor ein Schrei von Matt die Wende einleitet. Danach bleibt die Nummer zwar eher im Midtempobereich kleben, kann aber schon überzeugen mit der Aufmachung und der epischen, inbrünstigen Atmosphäre.
Dafür geht die anschließende Vorabsingle „Wake of Vulture“ wieder so richtig schön auf die Zwölf, ein US Power Metal Banger erster Güte!
Wobei ich hier einwerfen muss das der gedoppelte Gesang, der auf der gesamten Platte vermehrt eingesetzt wird, schon manchmal etwas too much ist!
Im Mittelteil fallen dann der Standard US Power Metal Track „Infection Deception“ sowie der Speedkracher „Atrophy“ im Vergleich doch ziemlich ab, bevor es mit der Powerballade „Keep on Walking“, zu der es auch ein tolles Video gibt, die Qualität wieder merklich nach oben geht. Ganz toller, auch mal gefühlvoller, Gesang von Matt hier!
Und auch im letzten Drittel schwankt die Qualität der Songs etwas, „The Hawk and the Dove“ ist guter Standard, „Lust to Feed“ fällt dagegen etwas ab und mit „From Hell He Rides“ hat man nochmal eines der Highlights der Scheibe im Gepäck!
Der Abschluss bildet dann eine coole Coverversion des ELTON JOHNs Songs „And the House Fell Down“. ASHES OF ARES mal ganz anders, gefällt mir richtig gut das Cover!

Also im Vergleich zum letzten Album „Emperor and Fools“ steigert man sich auf jeden Fall auf dem neuen Diskus! Auch wenn hier nach wie vor nicht alles Gold ist was glänzt, gibt es hier doch tolle Highlights, die den US Power Metal Fans gut schmecken werden.
Die ICED EARTH Vergleiche wird man logischerweise nie ganz loswerden, dazu zieht man klar den Kürzeren, aber ASHES OF ARES haben genug Eigendynamik um nicht als Klone durchzugehen und das ist gut so!
Starke 7,5 Punkte, sollte man sich auf jeden Fall als Genrefan zu Gemüte führen.

Julian

 

NIVIANE – Queen Of Phantoms

Trackliste:

01. Queen Of Phantoms
02. 12 BC Legions
03. 12 BC Germania
04. Beacon In The Darkness
05. Some Wounds… Never Heal
06. All Debts Repaid
07. Tomorrow’s A New Day
08. Event Horizon
09. Our Maze
10. Gunslingers & Graves
11. Under Black Flags

Spielzeit: 58:04 min – Genre: US Power Metal – Label: Rockshots Records – VÖ: 07.03.2025 – Page: www.facebook.com/nivianemetal

 

Album Nummer drei der Power-Metal-Amerikaner von NIVIANE ist draußen und will gehört werden. Tun wir ihm den Gefallen! Seit 2025 gibt es die Truppe schon, jetzt mit dem frisch veröffentlichten „Queen Of Phantoms“, und auf dem Programm steht US Power Metal. Also nicht schlicht Power Metal aus den US, sondern die explizit USige Version des Genres.
Produktionstechnisch ist das Ding ziemlich stabil. Knallt gut, alles hörbar, was gehört werden muss – bis auf die Orchester-Elemente und vielleicht auch Synthesizer. Im Ernst, mit Aaron Robitsch hat man dafür einen eigenen Mann und dreht ihn dann – bis auf die gelegentlichen okay hörbaren Glöckchen-Synthesizer – so sehr in den Hintergrund, dass man teils wirklich sehr konzentriert sein und dazu ein bisschen raten muss, wenn man sagen will, ob da gerade Orchester im Hintergrund ist. Entweder hörbar oder gar nicht, aber in dieser Form bringt es keinem was.
Sänger Norman Skinner kann so einige Arten von Vocals (unklar, DIRKSCHNEIDERig, rau melodisch, clean melodisch, soft melodisch) und präsentiert einen guten Teil davon bereits im ersten Song, der daher etwas zu sehr nach „bisschen von allem“ wirkt. Macht Skinner ansonsten aber gut, auch wenn hin und wieder die Vocals gefühlt einen halben Ton danebenliegen oder nicht so ganz mit den Backing Vocals zusammenkommen wollen. Das ist ja durchaus ein Stilmittel im Sound von US Metal, aber hier schon manchmal etwas drüber, genau wie einige Entscheidungen in melodischer Sache. Beispielsweise wäre der Chorus von „12 BC Germania“ ein astreiner Power-Metal-Chorus, der aber durch die Harmonien unter der Melodie so seltsam kontextualisiert wird, dass ich auch nicht mehr weiß. Ja, auch das passiert in der US-Variante von Power Metal, aber hier sind wir schon echt auf einem gewissen Level.
Aber hey, nach einem etwas gewöhnungsbedürftigen und höhepunktarmen ersten Drittel geht es dann ab „Some Wounds… Never Heal“ entschieden aufwärts. Der Track ist zusammen mit „Event Horizon“ und „Our Maze“ einer der besten auf „Queen Of Phantoms“ und neben diesen aus dem Rest gut herausragenden Dingern gibt es immer noch eine souveräne Anzahl an Songs, die man stabil nebenbei auf der Party oder im Festival-Camp laufen lassen kann.

Fazit:
Nun, NIVIANEs „Queen Of Phantoms“ wird jetzt nicht der nächste US-Metal-Meilenstein, aber wer seinen Metal gerne etwas mehr Star-Spangeled genießt, der kann hier auf jeden Fall mal ein paar Klicks dalassen und wird womöglich Material für die nächste Playlist finden!

Anspieltipps:
„Our Maze“, „Event Horizon“ und „Some Wounds… Never Heal“

Jannis

ETERNAL FLIGHT – SurVive

Band: Eternal Flight
Album: SurVive
Spielzeit: 49:28 min
Stilrichtung: Heavy/Power Metal
Plattenfirma: Metalapolis Records
Veröffentlichung: 17.09.2021
Homepage: www.facebook.com/ETERNALFLIGHT.BAND

Nachdem schon ALCATRAZZ in einem Anflug spontaner Überkreativität ihr fünftes Album kürzlich unter dem Namen “V” rausgebracht haben, gehen ETERNAL FLIGHT nun weiter und betiteln ihren fünften Streich als “SurVive”. Mit großem V. Obwohl man das Wortwitzlevel mit “SurFive” noch einen Ticken hätte anheben können. Egal, wir kommen vom Thema ab.
Die Franzosen um Gerald Fois (DREAM CHILD) machen mehr oder weniger eine Mischung aus Heavy und Power Metal mit insbesondere PRIEST- und ICED-EARTH-Feeling und US-Power-Metal-Produktion. Letztere ist bekanntermaßen recht definiert und basic, was auf “SurVive” auch funktioniert, dabei aber unter anderem bei den Drums etwas an Druck missen lässt. Ist letztendlich aber ein klarer Fall von “Nach dem ersten Song hat man sich dran gewöhnt” und ansonsten sitzt die Produktion soweit. Okay, bei “Hear The Call” ist der Stereoeffekt ein bisschen seltsam gelegt, der linke Kopfhörer liefert ungleich mehr tiefere Rhythmusgitarren, aber sei’s drum.
Die Vocals von Gerald, die beim Vorgänger “Retrofuture” ein Kritikpunkt waren, kommen auf “SurVive” besser, funktionieren auch im Falsett sehr gut.
Musikalisch ist die Platte auf positive Weise eigentümlich und hat in ihrer reduzierten Klanglichkeit doch einiges zu bieten, das man nicht unbedingt erwarten würde. So kleidet man im Opener einen Power-Metal-Chorus in ein US-Metal-Gewand und fährt nebenbei eine arpeggioreiche Strophe auf, die in ihrer ruhigen Form beim ersten Mal ebenso passt wie in der fixeren beim zweiten Mal. “Legions” kommt mit ungewöhnlichem aber unterhaltsamem Riff und schöner Mehrstimmigkeit in den Vocals, und “The Promise” bietet einen verstärkt auf Harmonien und klangliche Dichte ausgerichteten und ziemlich geilen Refrain. “Evolution, Revolution” holt sich mit den runtergebrochenen Parts, dem E-Orgel-Einsatz, dem coolen Mittelteil und dem leicht angedurten Chorus einen verdienten Platz auf der Favoritenliste, ebenso wie das knackig-flotte “You And I”, das neben gelungener Komposition auch eine stabile Rhythmusarbeit und ein Basssolo vorweisen kann. Und “Children Of The Earth” ist der feierliche Abschlusstrack, dessen Feierlichkeit aber immer mal wieder durch biestigere Nuancen und Parts gebrochen wird.
Ein paar Standardphasen gibt es natürlich auch, doch allgemein scheint man sich nach dem Vorgänger noch einmal verstärkt Gedanken gemacht zu haben, was man tut, wie man sein und klingen will. Damit hat man die Zahl der merkwürdigen Momente praktisch auf Null reduziert, ist ein wenig individueller geworden und macht im schlimmsten Fall etwas durchschnittlich, aber nichts schlecht.

Fazit:
Jetzt ist die Produktion, wie bei “Retrofuture”, immer noch ausbaubar und die Klangdichte zum Teil echt sehr reduziert, aber in Sachen musikalischer Identität und Qualität hat man noch ein Schippchen draufgelegt. Kann man guten Gewissens auf die sieben Punkte von letztem Mal noch einen addieren!

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Will We Rise Again
02. Hear The Call
03. Legions
04. The Promise
05. Is This The End
06. Mysterious Kings
07. Evolution, Revolution
08. You And I
09. Children Of The Earth

Jannis