STEVE DALTON – Bloodline

Trackliste:

01. Invictus (Vocals: Raphael Gazal)
02. See The Light (Vocals: Alessandro Del Vecchio)
03. Too Many Wankers In This Town (Vocals: Raphael Gazal)
04. Weight Of Indecision (Vocals: Raphael Gazal)
05. Tea’s On The Table (Vocals: Steve Dalton)
06. Nailed To His Spine (Vocals: Alessandro Del Vecchio)
07. Yellow Sun (Vocals: Raphael Gazal)
08. Tattooed On My Heart (Vocals: Steve Dalton)
09. Senorita (Vocals: Raphael Gazal)
10. Evil Be Gone (Vocals: Raphael Gazal & Steve Dalton)

 

Spielzeit: 53:59 min – Genre: Proggy Melodic Hard Rock – Label: Eigenveröffentlichung – VÖ: 06.07.2026 – Page: www.facebook.com/SteveDalton

 

Das sympathische Multitalent und Musikus aus Großbritannien STEVE DALTON kehrte Anfang Juli mit seinem zweiten Solostreich zurück, leider viel dieses Album wie manche anderen von mir geplanten Reviews in meine Zwangspause. Also liefere ich „Bloodline“ noch schnell nach bevor mich der Alltag wieder heimsucht.

Was gibt es über STEVE zu schreiben?!? Tja entweder eine ganze Menge oder nur ganz wenig, nachdem ich das Solodebüt von STEVE schon reviewen durfte mache ich natürlich auch den Nachfolger. STEVE bekam tatkräftige auf Album #2 Hilfe von Raphael Gazal und Alessandro Del Vecchio am Mikrofon und am Bass half John Wait aus. Für alles andere und den Job am Mikro bei ein paar Songs erledige STEVE selbst. Durch die drei Stimmen kommt am Mikrofon viel Abwechslung in die Sache, STEVE und die Sänger schafften es das Album nicht wie eine Zusammenstellung klingen zu lassen, sondern gestalteten es mit den Stimmen Interessant, wenn nicht sogar äußerst Exklusiv. Alle drei geben am Mikrofon eine sehr gute Figur ab, an den Instrumenten ist STEVE auch besser als nur Gut, hier sind also die wichtigsten Fakten geklärt und im Kasten. Der Stil von STEVEs Songs bewegt sich im Melodic Hard Rock auf der einen Seite der Medaille, auf der anderen wiederum nicht wirklich. Denn STEVE mixt den reinrassigen Melodic Hard Rock mit fein und wohldosierten Elementen aus dem Progbereich und weil das nicht schon schwierig genug ist und das Chaos perfekt zu machen kommt auch noch AOR hinzu. Andere würden sich bei dem Versuch einfach nur verschlucken und in endlosen Spielerein verlieren, nicht so bei STEVE, er schafft es die Kompositionen noch fein genug zu lassen um die Melodic Hard Rock Wurzeln voll und ganz in den Vordergrund zu heben. Mit den Elementen aus dem Prog und AOR veredelt er die so schon sehr guten Songs und hebt diese somit auf ein Podest das sehr weit oben angesiedelt ist.

„Bloodline“ enthält nicht wirklich einen Song für die Tanzfläche oder Radiostationen, dafür sind sie wiederum zu komplex in der Stilmixtur. Man muss sich die Zeit für ein Album von STEVE nehmen, schnell mal reingehört ist hier Fehlanzeige, denn sonst würde man die vielen Höhepunkte die „Bloodline“ zu bieten hat überhören. Langeweile, Einheitsbrei oder auf dem Computer berechnete Algorithmen sind Fremdwörter für STEVE. Banal oder gewöhnlich gibt es auf „Bloodline“ zu keinem Zeitpunkt, sondern Exklusivität und ein cooles Hörerlebnis.

Es gibt vier Songs die stellvertretend für das gesamte Album stehen, der Opener „Invictus“ ein obercooler Proggy Melodic Rocker; „See The Light“ wurde mit orientalischen Klängen veredelt; das über 7-minütigen „Nailed To His Spine“ wurde auch mit Orient Elementen aufgehübscht – erinnert irgendwie an die alten Recken von EMERSON, LAKE & PALMER, THE SENSATIONAL ALEX HARVEY oder SARAZEN; und das experimentelle „Evil Be Gone“ zeigen eindrucksvoll was STEVE unter Musik mit Klasse anstatt Masse versteht. So ist „Bloodline“ ein Album das nicht nur zum Hören gemacht wurde, sondern zum Fühlen und fürs Herz. „Bloodline“ in den Player, der Endstufe Auslauf gönnen, einen guten Tropfen wie Caol Ila, Glenfarclas oder Longmorn in einer Hand, in der anderen eine gute Zigarre oder was auch immer. Denn genau für diese Momente ist „Bloodline“ der einzig richtige Soundtrack.

Vergleichen kann man bedingt und entfernt mit im Melodic Hard Rock wildernden EMERSON, LAKE & PALMER, THE SENSATIONAL ALEX HARVEY, SARAZEN, ASIA und auch auf die eine oder andere Art die göttlichen QUEEN.

Balle