RIVERSIDE – Wasteland

Band: Riverside
Album: Wasteland
Spielzeit: 50:58 min
Stilrichtung: Progressive Rock
Plattenfirma: Inside/Out
Veröffentlichung: 28.09.2018
Homepage: www.riversideband.pl

Nach dem absoluten Tiefschlag, den die polnischen Prog-Rocker RIVERSIDE mit dem viel zu frühen Tod Ihres Gründungsmitglieds und Gitarristen Piotr Grudzinski einstecken mussten, meldet sich die auf Trio-Größe geschrumpfte Band nun wieder mit einem neuen Album zurück. Das ist keine Selbstverständlichkeit, denn der Verlust von Grudzinski war für das eingespielte Team natürlich nicht nur musikalisch sondern auch vor allem auf persönlicher Ebene schwer zu verkraften. Das Erlebte hat entsprechend auch Spuren in der Musik der Band hinterlassen. „Wasteland“ wurde im Kern von den verbleibenden Bandmitgliedern eingespielt, wobei Sänger/Bassist Mariusz Duda dann auch die Gitarrenspuren übernommen hat und einige Soli vom Live-Gitarristen Maciej Meller übernommen wurden. Die Produktion der neuen Scheibe, die als Ltd. Mediabook CD, einfache CD, Doppel-LP und Digitales Album seit dem 28. September 2018 erhältlich ist, wurde von Robert Srzednicki übernommen, der dem Ganzen einen schön warm, organischen und verträumten Sound verpasst hat.

In die Heavy-Prog-Sparte haben RIVERSIDE nie gepasst, auch wenn es auf Alben wie „Second Life Syndrome“ oder „Anno Domini High Definition“ durchaus harte Passagen gegeben hat. Der Sound der Truppe hat sich vielmehr zumeist im gemächlichen Artrock und Neo-Prog Bereich abgespielt und auch auf „Wasteland“ sind die härter rockenden Momente nur sporadisch vertreten, wie z.B. in den mit feinen Riffs gespickten „Acid Rain“ oder „Vale of Tears“. Als Eckpfeiler dieses mitunter sehr düsteren und introvertiert anmutenden Werkes sind die beiden längeren Tracks auszumachen: das Instrumental „The Struggle for Survival“ kann mit dezenten Film-Noir Spielereien und einer mächtig groovenden Rhythmusfraktion überzeugen, der Titelsong „Wasteland“ fasst dann gegen Ende der Scheibe nochmal alles zusammen wofür RIVERSIDE eigentlich stehen: entschleunigter Gesang, Breitwand Klangkulissen, zumeist gute Hooklines und überzeugendes Handwerk (das nie zum Selbstzweck verkommt). Wer einen Titel zum Antesten sucht, ist mit diesem Track bestens bedient. Die restlichen Songs tun niemandem weh, lassen sich gut anhören und, das ist leider auch ein wenig die Krux, plätschern mitunter am Hörer vorbei, es sei denn man widmet dem Ganzen seine gesamte Aufmerksamkeit. So richtig packen tut das Songmaterial aber nicht und echte kompositorische Highlights kann ich keine ausmachen. Ebenso wenig fesselt mich der doch immer sehr zurückhaltende Gesang von Duda. Das ist aber alles nun beileibe nichts Neues im RIVERSIDE Universum, weshalb die zahlreichen Fans der Band hiermit wahrscheinlich kein Problem haben werden.

Mit „Wasteland“ ist RIVERSIDE zwar nicht das beste Album Ihrer Karriere gelungen, aber es ist immerhin als großer Erfolg zu bewerten, dass die Band es überhaupt geschafft hat neues Material zu erarbeiten und aufzunehmen. Mir fehlt es ein wenig an kompositorischer Finesse und dem gewissen Schmackes, auch wenn ich die sehr persönliche Athmosphäre der Scheibe mit jedem Durchlauf mehr zu schätzen lerne. Fans von melancholischem Prog à la Katatonia sollten aber auf jeden Fall ein Ohr riskieren (und die RIVERSIDE Fans sowieso). Wer noch unbedarft ist und RIVERSIDE für sich entdecken möchte, sollte aber erstmal zum Highlight der Diskographie („Anno Domini High Definition“) greifen.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. The Day After
02. Acid Rain
03. Vale Of Tears
04. Guardian Angel
05. Lament
06. The Struggle For Survival
07. River Down Below
08. Wasteland
09. The Night Before

Mario

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