BONESETTER – One Way Top Speed

Band: Bonesetter
Album: One Way Top Speed
Spielzeit: 45:17
Stilrichtung: Hard Rock
Plattenfirma: Plattenfirmen sind kein Rock’n’Roll
Veröffentlichung: 30.01.2018
Homepage: www.bonesetterband.com

Bei manchen Bands weiß man ab dem Zeitpunkt, an dem man ihr Album in Händen hält, wohin die Reise geht. Das klischeehafte und unbestreitbar sehr gelungene Coverartwork von BONESETTERs “One Way Top Speed” macht aus den Damen und Herren aus Deutschland eine solche, und ein Blick auf die Trackliste tut sein Übriges, um klarzustellen: Es wird jetzt nicht progressiv und tiefgründig, aber vermutlich ziemlich spaßig. Und wer wäre der Schein, zu trügen? Über zwölf Tracks und 45 Minuten Spieldauer präsentiert die Truppe um Franz Schröter und Hendrik Labisch, die man unter anderem bereits vor RAGE, MOONSPELL und BLACK LABEL SOCIETY bestaunen konnte, knackigen Hard Rock der Marke AC/DC und AIRBOURNE.
Hinsichtlich des Sounds haben BONESETTER auf ihrem Debutalbum schonmal alles richtig gemacht. Während sich unzählige andere Bands ihr Debut durch eine preiswerte Produktion versaut haben, hat das 2010 gegründete Quartett an der korrekten Stelle investiert. Sauber abgemischt, klar und definiert radelt “One Way Top Speed” aus den Boxen und weiß dem interessierten Hörer Hendriks zum Stil der Band bestens passende Stimme würdig zu überbringen, ebenso wie die souveräne Leistung der restlichen Band.
Und musikalisch? Nu, mit der Einschätzung, die Scheibe klinge nach einer klassischen Mischung aus AC/DC und AIRBOURNE, alles gesagt. Sonderlich viel Innovation ist da nicht drin, aber das Ziel, seinen persönlichen Rockidolen zu huldigen, kann als problemlos erfüllt abgehakt werden. Mal schwerer schleppend, wie bei “Illegal Life”, mal im Feelgood-Riff-Sommer-Modus bei “Make Love” und mal vergleichsweise geschwind (also oberes Midtempo oder Unteres Uptempo) bei “Sweat And Blood”. Zwischendurch findet sich noch ein wenig Listeningbait – “Short Fast And Merciless” ist eines der am wenigsten shorten Lieder, nicht allzu fast aber immerhin vergleichsweise merciless – und mit “Rock Hard” hat man sich ein wenig im Titel vergriffen. Zwei Punkte Abzug dafür, Freunde, so geht das nicht.
Spaß.
Allgemeiner gesagt: Die Songstrukturen ähneln sich deutlich, es gibt viel Midtempo, die Riffs sind dominant und partytauglich, der Gesamtsound ist den Vorbildern entsprechend abgespeckt. Mit derartigen Komponenten läuft man als Band natürlich Gefahr, dass letztendlich doch nicht jeder Song ein epiphanisches Erlebnis wird (dafür ein Punkt Abzug), zudem fehlt BONESETTER noch das nötige Stück Charakter, eigene Nouancen im Gesamtsound, der an sich natürlich berechtigterweise ausfällt, wie er ausfällt (dafür der zweite Punkt Abzug). Nichtsdestotrotz ist “One Way Top Speed” ein starkes Debutalbum, das äußerst viel richtig macht und Fans des guten alten klassischen Hard Rocks mit einem ausgewählten Kasten Bier und ein paar Freunden garantiert einen fröhlichen Abend bescheren wird.

Anspieltipps:
Was soll man sagen, Ihr kennt die Rezeptur. Alle Tracks bewegen sich auf einem sehr ähnlichen Niveau, einfach mal blind reinhören ist angesagt.

Fazit:
Gut gespielte und fein produzierte Songs mit smarten Lebensweisheiten und Ratschlägen zum Thema Bier trinken, Trucks fahren und Leute bumsen, angetrieben durch besten Wechselstrom. Kann man als Freund des Genres wirklich gar nichts mit falsch machen.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Drinking Beer
02. Golden Gun
03. Illegal Life
04. Keep On Trucking
05. Make Love
06. One Way Top Speed
07. Outlaw
08. Road Of Fire
09. Rock Hard
10. Short Fast And Merciless
11. Sweat And Blood
12. Wildfire

Jannis

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