PAIN OF SALVATION – In the Passing Light of Day

Band: Pain of Salvation
Album: In the Passing Light of Day
Spielzeit: 72:10 min
Stilrichtung: Progressive Rock
Plattenfirma: Inside/Out Records
Veröffentlichung: 13.01.2017
Homepage: www.painofsalvation.com

Das Schwedische Prog-Flagschiff PAIN OF SALVATION hat über die Jahre die ein oder andere Turbulenz durch- bzw. überlebt, und ist dank Kapitän und Bandchef Daniel Gildenlöw immer auf Kurs geblieben. Es ist aber wohl anzunehmen, dass die nun 2 Jahre zurückliegende lebensbedrohende Erkrankung des Ausnahmesängers und Gitarristen die bisher schwerste Prüfung für die Band und Ihren starrsinnigen Vordenker war. Nur haarscharf am Tod vorbeigeschrammt, verarbeitet Gildenlöw auf „In the Passing Light of Day“ die wohl dunkelste Phase seines Lebens. Es ist daher kaum verwunderlich, dass auf dem neuesten Werk seiner Band vor allem düstere Töne und introvertierte Texte zu finden sind. Wer die Karriere von PAIN OF SALVATION ein wenig verfolgt hat weiß, dass die Band sich nie in die künstlerische Ausrichtung Ihrer Musik hat hereinreden oder diese an irgendwelchen Erwartungen orientiert hat. Und das unterstreicht das neue Album aufs Neueste.

Ein erster Blick auf die Songtitel von „In the Passing Light of Day“ lässt bereits die thematische Marschrichtung der Platte erkennen. Der Opener „On a Tuesday” beginnt vielversprechend, mit verschobenen harten Rhythmusgitarren und einer zwar recht trockenen, aber auch modern ausgerichteten Produktion. Nach knapp 80 Sekunden ist es mit der Spannung aber auch schon vorbei und der Song entpuppt sich als äußerst schroffer Brocken, der trotz des starken Ohrwurmrefrains seine Längen hat. Und an diesem Prinzip wird sich im weiteren Verlauf der Scheibe auch nicht mehr allzu viel ändern: Tracks wie „Tongue of God“ oder „The Taming of a Beast“ pendeln zwischen angenehmer Härte, immer wieder aufblitzenden Melodiehighlights und Belanglosigkeiten und langatmigen Durchhängern hin und her. Zwischendurch gibt es mit dem rundum gelungenen „Meaningless” und dem überlangen, epischen Titeltrack zwar auch starke Lichtblicke. Ein Song wie „Reasons” klingt allerdings wie eine nicht zu Ende gedachte Single B-Seite. Das Hauptproblem für mich persönlich ist allerdings, neben dem immer wieder aufkommenden kompositorischen Leerlauf, der zumeist regelrecht jammernde Gesang und die mitunter unspektakulären Gitarrenparts, die das Hörvergnügen irgendwo im Mittelfeld halten. Mir ist klar, dass es dramaturgisch absoluten Sinn macht, den von Gildenlöw durchlittenen Krankheitsverlauf in den Songs mehr oder minder chronologisch aufzuarbeiten – ein Garant für eine gute Platte ist das aber noch lange nicht. Auf der positiven Seite verbuche ich jetzt mal die mutige Produktion (fernab vom modernen Hochglanz/Homestudio Brei), die oftmals schmerzhafte Offenheit der Texte und die immer wieder aufblitzenden Energieschübe im Gesang und die Gildenlöw-typischen Melodien. Bei einer (sehr langen) Gesamtspielzeit von über 70 Minuten reicht das alles aber nicht für ein richtig starkes Album.

So sehr ich es auch begrüße, dass PAIN OF SALVATION wieder härtere Töne anschlägt und somit einen Schritt weg vom Retro Rock der letzten Alben hin zu den älteren Platten gehen, so zwiespältig ist der Eindruck den „In the Passing Light of Day“ hinterlässt. PAIN OF SALVATION haben nie einfache oder leicht verdauliche Musik gemacht und bleiben sich auch Anno 2017 treu – allerdings vermisse ich die richtig durchschlagenden Highlights. „In the Passing Light of Day” ist kein wirklich schlechtes Album, sondern eines, das seine durchaus vorhandenen Stärken erst nach mehrmaliger konzentrierter Einfuhr preisgibt. Aber auch dann reicht es nicht für Begeisterungsstürme. Für Fans ist die Scheibe daher durchaus empfehlenswert. Alle anderen sollten sich erst einmal die Klassiker des Backkatalog anhören.

WERTUNG

 

 

Trackliste:

01. On a Tuesday
02. Tongue of God
03. Meaningless
04. Silent Gold
05. Full Throttle Tribe
06. Reasons
07. Angels of Broken Things
08. The Taming of a Beast
09. If This Is the End
10. The Passing Light of Day

Mario

 

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