VALENTINE – Valentine (Klassiker der Woche)

Band: Valentine
Album: Valentine
Spielzeit: 53:16 min.
Veröffentlichungsjahr: 1990
Plattenfirma/Vertrieb: Giant/Warner
Stilrichtung: Melodic Rock/AOR

Life´s A Bitch, besonders wenn es um den verdienten Erfolg geht. Das erleben wir heute unzählige Male, wenn es mal wieder eine Platte einer unbekannten Band in die Redaktion schafft, Aber auch in den goldenen Zeiten – also in den 1980ern sowie frühen 90ern – war der Markt schon sehr unübersichtlich und so kamen viele Bands nicht in den Genuss, mit ihrer Musik den Durchbruch zu schaffen, obwohl alle Zeichen eigentlich günstig standen. Ein gutes Beispiel hierfür ist das Debüt von VALENTINE aus dem Jahre 1990. In besagtem Jahr ließ diese junge amerikanische Band die Herzen aller Melodic-Rocker (und damals gab es noch viele viele davon) in Schwindel erregende Höhen schlagen.

Denn das selbst betitelte Debüt des Fünfers um Sänger HUGO hat wirklich einige Granaten an Bord, die ein breites Spektrum abdecken. Angefangen von druckvollen Melodic-Rockern wie „Runnin´ On Luck Again“, „No Way“ oder „We Run“ über göttliche Steh-Blueser („Never Said It Was Gonna Be Easy“ oder das abschließende „You`ll Always Have Me“) bis hin zu lupenreinen AOR-Hymnen („Tears In The Night“, „Where Are You Now“, „Once In A Lifetime“, „Someday“) hat diese Scheibe alle Fähigkeiten, jedem Fan gehaltvoller Rockmusik einen ordentlichen Ohrgasmus zu bescheren. Zudem veredelten einige in der Szene nicht gerade unbekannte Gäste wie Terry Brock (STRANGEWAYS) und John Fiore (PREVIEW) mit ihren Goldkehlchen die massig vorhandenen Chöre.

Die Top-Produktion des damals sehr angesagten Neil Kernon tut sein übriges, um diesen Rundling auch in Sachen Sound für diese Rubrik fit zu machen. Doch wie so oft wurde auch VALENTINE der große Erfolg verwehrt, was zur Folge hatte, dass diese großartige Platte leider die einzige blieb. Nur Frontmann HUGO ließ sich nicht beirren und unternahm einige Jahre später noch drei Solo-Ausflüge, die jedoch nicht ganz diese Klasse erreichen sollten.

Trackliste:

01. Runnin’ On Luck Again
02. No Way
03. Tears in the Night
04. Too Much Is Never Enough
05. Never Said It Was Gonna Be Easy
06. Where Are You Now
07. Naughty Girl
08. Once In A Lifetime
09. Someday
10. We Run
11. You’ll Always Have Me

JK und Stefan

Hier findet Ihr weitere

One Hit Rockerz: HELTER SKELTER

HELTER SKELTER (Deutschland)

Besetzung:
Chris Strobl (vocals)
Cassy Kissler (guitars)
Helmut Zeiler (bass)
Fredl Zech (drums)

Glam Metal aus Deutschland. Das war in den späten Achtzigern ein Novum. Zumindest gab es nur eine handvoll Vertreter, die es allerdings nicht wirklich mit der übermächtigen Konkurrenz aus den USA aufnehmen konnte. Zu viele Bands aus Übersee überschwemmten den Markt. Und doch gab es hin und wieder Regungen im Untergrund. So natürlich auch in München, was eine sehr vitale Rockszene in den Achtzigern hatte. HELTER SKELTER waren wohl die bunteste und verrückteste Kapelle der ganzen Stadt, ach was sage ich: der ganzen Bundesrepublik.

Ihr einziges Album „Welcome To The World Of Helter Skelter“ erschien 1988 bei Metronome. Innerhalb kürzester Zeit wanderte das Teil auf die Krabbeltische der Nation. Kurz darauf wurde die Platte zu einem gesuchten Teil. Nicht zuletzt wegen des Minihits „Dr. Jekyll & Mr. Hyde“. Hier verbinden die Münchner ihre Verrücktheit mit der göttlichen Eingebung, einen Ohrwurm zu fabrizieren. Für die einen mag die Band peinlich sein, für viele allerdings ist speziell dieser Song Kult. Der Rest der Platte ist noch eine Nummer härter zu ertragen. Böse Stimmen sprechen vom schlechtesten Glam Album aller Zeiten. Songs wie das schlager-mässige „Too Young To Rock“ oder das nicht minder platte „Midnight Rendezvous“ sind noch zu ertragen. Aber es gibt durchaus auch Momente, die sind nicht einmal mit viel Alkohol auszuhalten.

So schräg und überdreht hat man selbst Glam Metal in den Achtzigern selten bzw. nie erlebt. HELTER SKELTER bleibt die Gewissheit, den wohl markantesten und buntesten Song der deutschen Glamgeschichte fabriziert zu haben. Pikanterweise hat ein gewisser Michael Voss als Gastmusikant bei den Aufnahmen mitgemischt. Und auch Armin Sabol, der schon Bands wie SINNER oder RAGE produzierte und mit PETER SCHILLING als Produzent und Gitarrist große Erfolge feierte, war mit von der Partie – oder sollte man lieber sagen Party?

Stefan

One Hit Rockerz: SAINTS´N SINNERS

SAINTS´N SINNERS (Kanada)

Besetzung:
Rick Hughes (vocals)
Stephane Dufour (guitars)
Martin Bolduc (bass)
Jeff Salem (drums)
Jesse Bradman (keyboards)

Es war vorbei, bevor es richtig angefangen hat. Dieser Satz trifft bei vielen kurzlebigen Bands der Rockgeschichte zu. Eine davon war SAINTS´N SINNERS, die 1991 von SWORD-Sänger Rick Hughes gegründet wurde und die ein Jahr darauf mit ihrem gleichnamigen Debüt herauskamen. Dieses wurde von ALDO NOVA produziert, den Draht zu ihm hatte Keyboarder Jesse Bradman, der schon mit dem Gitarrenvirtuosen gespielt hatte und auch sonst mit Bands wie NIGHT RANGER oder UFO die Welt gesehen hatte.

Auf „Saints´n Sinners“ frönte der Fünfer aus Montreal einer Mischung aus SKID ROW und TYKETTO – es wurden mit „Walk That Walk“, „We Belong“ und „Takin´ My Chances“ drei Singles ausgekoppelt, von denen keine etwas reißen konnte. Kein Wunder, denn der beste Song wurde sträflicherweise an das Ende des Albums gestellt. „Slippin´ Into Darkness“ hatte alles, was ein Hit haben musste: unwiderstehliche Melodien, tolle Arrangements, große Chöre und einen tollen Sound.

Nach diesem einen Album löste sich die Band 1993 aufgrund der grassierenden Grungewelle frustriert auf. Sowohl Rick Hughes als auch Stephane Dufour veröffentlichten im Laufe der 2000er einige Soloalben während Martn Bolduc und Jeff Salem komplett aus der Szene verschwanden. Jesse Bradmann versuchte mit Bands wie JESSE´s POWERTRIP oder INNOCENT sein Glück – dieses war aber ebenso von kurzer Dauer wie das von SAINTS´N SINNERS. Deren Vermächtnis ist und bleibt das superbe „Slippin´ Into Darkness“ und SAINTS´N SINNERS waren somit wahrhaftige One Hit Rockerz.

Stefan

One Hit Rockerz: HEAR´N AID

HEAR´N AID (USA)

Besetzung:
Ronnie James Dio (vocals)

Mitte der Achtziger war Band-Aid eine ganz große Sache. Initiator Bob Geldorf veröffentlichte im Dezember 1984 mit Unterstützung unzähliger Stars aus der Pop- und Rockszene das Weihnachtslied „Do They Know It´s Christmas“. Ziel dieser Aktion war es, der hungernden Bevölkerung Äthiopiens zu helfen. Im Juli 1985 veranstaltete er mit einer ebenso großen Anzahl an internationalen Stars ein weltumspannendes Popkonzert. Im gleichen Jahr kamen Vinnie Appice und Jimmy Bain auf die Idee, zumindest die Sache mit dem Tonträger als Heavy Metal Variante auf die Beine zu stellen. Bandboss Ronnie James Dio wurde mit ins Boot geholt und so entstand mit HEAR´N AID ein an BAND AID angelehntes Pendant des schweren Metalls.

Geschrieben wurde der Hauptsong „Stars“ von Vivian Campbell, Ronnie James Dio und Jimmy Bain. Aufgenommen am 20. und 21. Mai 1985 mit 40 (!) namhaften Musikern des harten Biz, musste der Release leider bis ins folgende Jahr hinausgezögert werden. Mit von der Partie (oder Party) waren Musiker von DIO (natürlich), MÖTLEY CRÜE, DOKKEN, QUIET RIOT, JUDAS PRIEST, Y&T, QUEENSRYCHE, OZZY OSBOURNE, GIUFFRIA, BLUE ÖYSTER CULT, TED NUGENT, YNGWIE MALMSTEEN, TWISTED SISTER, JOURNEY, IRON MAIDEN und viele andere.

Der hymnische Titeltrack ist heute noch eine Klasse für sich. Leider ist der Song im Gegenteil zu „Do They Know It´s Christmas“ in Vergessenheit geraten. Der Vorteil dieses 7-minütigen Opus ist nicht nur, dass man es ganzjährig hören kann. Es vereint große Teile der Creme de la creme der Metalszene der goldenen Achtziger. Im Nachgang wurde auch ein komplettes Album veröffentlicht, das aber fast ausschließlich Live-Songs enthielt. Darauf zu hören waren ACCEPT, MOTÖRHEAD, RUSH, KISS, DIO – jeweils mit einem Live-Track vertreten sowie JIMI HENDRIX, Y&T und die SCORPIONS mit einem Studiotrack. Und natürlich „Stars“, dieses großartige Stück Zeitgeschichte eines unsterblichen Rockstars.

Stefan

One Hit Rockerz: KASHMYR

KASHMYR (Deutschland)

Besetzung:
Andi Plattner (drums, keyboards)
Davor Sertic (guitars)
Markus Plattner (bass)
Karsten Hisley (vocals)

Allerhand Kurioses haben wir schon ausgegraben in unserer Rock Garage. In unserer Rubrik „One Hit Rockerz“ graben wir tief in den Archiven der Rockmusik und holen so manches Liedchen hervor, wo so mancher den Kopf schüttelt (Wortspiel). Und auch heute haben wir tief im Plattenschrank gegraben und einen Silberling einer deutschen Band hervorgezaubert, der vielen vielleicht nicht so geläufig ist. KASHMYR aus dem baden-württembergischen Reichenbach haben Mitte der Neunziger über das Label Mainstreet Records ihren einzigen Tonträger veröffentlicht. Vertrieben wurde das Teil seinerzeit von Nuclear Blast (hört hört). Am Mikrofon steht ein gewisser Karsten Hisley, der auch als Marcus Jürgens bekannt ist. Von BRAINSTORM kommend wird er einige Jahre später mit PUMP und neuerdings mit TWENTYDARKSEVEN (Rezi HIER) aktiv ist.

Optisch lehnen sich KASHMYR an Kollegen wie CONCEPTION und ähnliche Kapellen an. Schon das Albumcover ist ähnlich vertrackt. Das gilt für die Musik auf „Kashmyr“ nur bedingt. Denn hier wird von straightem Hardrock („Borderline“) über gefühlvolle Balladen („Midnight Rain“) bis hin zu Proggie-Stuff (z.B. „Light“) eine große Bandbreite geboten. Für alle Hardrocker sticht natürlich das erwähnte „Borderline“ heraus. Eine Abgehnummer vor dem Herrn mit mächtig Dampf auf dem Kessel. Zwar hat die Platte noch einige weitere gute Songs zu bieten, „Borderline“ ist dennoch das herausragende Stück.

Nach diesem einen Album war aber auch schon Schluss im Hause KASHMYR. In den fünf Jahren ihres Bestehens veröffentlichten sie neben einem 4-Track Demo (1993) nur diese eine Platte. Die Neunziger waren einfach nicht die richtige Dekade für eine Band wie den Vierer aus der Provinz Baden-Württembergs. Schade eigentlich, Potential war vorhanden, wer weiß, was KASHMYR heute fabrizieren könnten.

Stefan

One Hit Rockerz: ANDREW W.K.

ANDREW W.K. (USA)

Besetzung:
Andrew W.K. (vocals)
Jimmy Coup (guitars)
Erik Payne (guitars)
Donald Tardy (drums)
Gregg Roberts (bass)
Frank Werner (guitars)

Andrew W.K. wird als Andrew Wilkes Krier im kalifornischen Stanford geboren. Nachdem er nach New York gezogen war, nahm er einige Demos auf, von denen eines zufällig in die Hände von Dave Grohl (FOO FIGHTERS) gelang. Nachdem er ANDREW W.K. als Vorband mit auf Tour nahm, bekam die Combo einen Vertrag von Mercury Records angeboten. Das erste offizielle Album „I Get Wet“ wurde 2001 aufgenommen und hatte einige wirklich eigensinnige Songs an Bord. Nicht nur, dass der Gesang immer und immer wieder gedoppelt wurde, neben harten Gitarren kam auch immer wieder das Klavier zu Einsatz. Kein Wunder, begann der kleine Andrew im zarten Alter von 4 Jahren damit, in die Tasten zu hauen.

Den größten Erfolg erlangten ANDREW W.K. zwar mit dem Song „We Want Fun“, der aufgrund seines Einsatzes im 2002er Kinofilm „Jackass“ durch die Decke ging. Im Grunde war das Stück aber nur ein Aufguss des ein Jahr früher erschienenen Hits „Party Hard“, der durch mehr Melodie und einprägsamere Elemente auch heute noch auf keiner Party fehlen darf. Überhaupt hat Andrew W.K. gefühlt wohl die meisten Songs mit dem Wort „Party“ im Repertoire.

Der einzige, der sich allerdings im Gehör festgesetzt hat, ist „Party Hard“, alles andere ist nur eine Kopie dieses Songs. „Party Hard“ hat eine ganz eigene Attitüde, leider ist das die einzige, die ANDREW W.K. im weiteren Verlauf seiner Karriere immer wieder aufgewärmt hat. So sind über die Jahre sieben Longplayer sowie weitere sieben EP´s entstanden.

ANDREW W.K. kann allerdings getrost als „One Hit Rocker“ bezeichnet werden, es sei denn, er legt mit seiner Band noch mal gehörig nach – dafür ist es ja bekanntermaßen nie zu spät!

Stefan

One Hit Rockerz: CITY KIDDS

CITY KIDDS (UK)

Besetzung:
Josh Kane (vocals)
Kerry Wild (guitars)
Michael Vallace (drums)
Stevie C. Bright (bass)

Ende der Achtziger drehte sich in den USA alles um den Hair Metal. Metropolen wie Los Angeles platzten aus allen Nähten, täglich kamen neue Bands hinzu, die ihr Glück versuchen wollten. Da ging es im Britischen Königreich schon etwas beschaulicher zu. Klar, Bands wie TIGERTAILZ waren groß, aber im Grunde war Großbritannien genau wie der Rest Europa´s Entwicklungsland im Gegensatz zur damaligen Sleaze-Großmacht USA. Dass sich aber doch etwas bewegte im Untergrund, zeigten Versuche von Kapellen wie den CITY KIDDS, an einen Plattenvertrag zu kommen. Leider bekam die 1988 gegründete Formation nie die Chance, ein komplettes Album aufzunehmen. Lediglich eine 2-Track Single CD und ein 5-Track Demo (letzteres aber eher über dunkle Kanäle) gibt bzw. gab es von diesem Quartett aus Cardiff.

„Generation Love“ nennt sich das einzige offizielle Tondokument, das nur 2 Songs enthält und 1991 über das Kleinstlabel Broken Glass Records veröffentlicht wurde (die CD-Hülle selbst sagt 1991, andere Quellen allerdings 1992). Geboten wird melodiöser Sleaze Rock mit viel Hall im Sound und mit Josh Kane einem Sänger, der den typisch nasalen Gesang perfekt beherrschte. Warum es dennoch nicht mit einem Deal für ein ganzes Album gereicht hat, wissen nur die Götter. Ihr selbst finanziertes Demo kann nicht der Ausschlaggeber gewesen sein, denn das war sogar enorm erfolgreich. Die anschließende „No Women, No Money, No Fun Tour“ führte die Jungs durch die USA und Großbritannien. Sogar in der Londoner Kultstätte The Marquee traten die CITY KIDDS auf. Danach brach das Line-Up auseinander, noch bevor die Single veröffentlicht war. Nach einer weiteren Tournee durch Deutschland, wurde diese endlich auf den Markt geworfen. Die Besetzung war da schon längst eine andere.

Nach vielen weiteren Besetzungswechseln war die Zeit für alle Arten von Sleaze, Glam und Hair Metal aber abgelaufen und so verschwanden auch die CITY KIDDS in der Versenkung, noch bevor sie überhaupt im großen Rampenlicht aufgetaucht waren. „Generation Love“ von der gleichnamigen Single ist dennoch ein Hit, der Bands wie POISON oder BIG BANG BABIES gar nicht unähnlich ist.

Stefan

One Hit Rockerz: IRON DRAGÖN

IRON DRAGÖN (Finnland)

Besetzung:
Mika Hammar (vocals)
Sami (bass)
Kopi (drums)

„Pelkkää Lihaa“ ist eine finnische Comedy-Serie, die von einer (O-Ton) dämlichen Heavy Metal Band namens IRON DRAGÖN handelt. Sie hatten große Träume – aber nur einen Song. Diese Geschichte ist doch prädestiniert für unsere Rubrik „One Hit Rockerz“, oder? Natürlich nur, wenn dieser eine Song auch ein Hit ist. Eine andere Version davon ist auf dem zweiten Album der Finnen BROTHER FIRETRIBE zu finden. Für die Fernsehserie wurde die Nummer aber komplett anders aufgenommen. Natürlich von den Kings Of Tennis Metal höchstselbst. Doch das ist erst auf den zweiten Blick erkennbar.

Die IRON DRAGÖN Version von „I Am Rock“ klingt roh und heavy, wie ein Demo des BF Stücks, aber doch anders arrangiert. Der Ursprung dieser Idee lag darin, dass die Produktionsfirma der Serie beim Label von BROTHER FIRETRIBE angefragt hatte, ob es im Portfolio eine Band gäbe, die einen Song im typischen Achtziger Vibe schreiben könne. Da waren sie bei Pekka Ansio Heino und seinen Jungs genau an der richtigen Adresse. Dass es eine angepasste Version dann auch auf das zweite eigene Album „Heart Full Of Fire“ geschafft hat, liegt nahe: denn „I Am Rock“ ist schlichtweg eine Hymne.

Kurz noch zur Story von „Pelkää Lihaa“: Wie schon erwähnt handelt die 10-teilige Serie von einer Heavy Metal Band, die große Träume hatte. Dafür fehlte ihnen aber nicht nur mehr Songmaterial sondern auch ein geeigneter Sänger (einen Gitarristen suchen sie heute noch). Den hat Pekka dann auch gleich selbst gespielt. Die meisten Aktivitäten der Band ereignen sich in einer Bar. Übersetzt heißt die Serie „Nichts als Fleisch“ – dieser Satz kommt dann auch am Ende jeder Episode vor. Die spinnen, die Finnen! Leider gibt es nur die finnische Originalversion (u.a. auch auf Youtube), recht viel verstehen werden wir daher leider nicht. Aber die Musik entschädigt – und wie.

IRON DRAGÖN sind somit wohl die wirklich einzige Band, die nur einen einzigen Song hatten. „I Am Rock“ ist einfach klasse! Und das obwohl IRON DRAGÖN ähnlich wie STEEL DRAGON im Hollywood Blockbuster „Rock Star“ mit Mark Wahlberg (den kennt sicher jeder hier) eine rein fiktive Band sind.

Stefan

One Hit Rockerz: CONTRABAND

CONTRABAND (USA)

Besetzung:
Richard Black (vocals)
Michael Schenker (guitars)
Tracii Guns (guitars)
Share Pedersen (bass)
Bobby Blotzer (drums)

“Früher war alles besser” sagen viele, wenn es um die Rock- und Metalszene geht. Immer mehr Projekte, sogenannte Supergoups und allerlei anderes Zeug, das kein Mensch braucht, schummelt sich in die Regale der Läden. Dass aber auch schon in den Achtzigern bzw. den frühen Neunzigern nicht alles Gold war, was geglänzt hat, zeigt eine recht kurzlebige Supergroup namens CONTRABAND. Mit Gitarrengott Michael Schenker und Tracii Guns (L.A. GUNS) an den Klampfen, VIXEN´s Share Pedersen am Bass und Bobby Blotzer von RATT hinter der Schießbude waren die Weichen eigentlich gestellt. Richard Black von SHARK ISLAND wurde hinter das Mikrofon beordert und schon rollte die Gelddruckmaschine an – könnte man meinen.

Aber da hatten die Verantwortlichen die Rechnung ohne den Wirt gemacht. Auch die Labelbosse bei Impact Records bzw. dem Vertrieb MCA Records hatten schon die Dollarzeichen in den Augen. Immerhin hatte dieser Verbund aus gestandenen Rockstars zehn Songs für das selbstbetitelte Album aufgenommen. Dass die Protagonisten aber keines dieser Lieder selbst geschrieben hatten, zeugte schon genug von der Seelenlosigkeit dieses Unterfangens. Stattdessen wurden Songs unterschiedlichster Herkunft zusammengewürfelt. So entstand dieses Sammelsurium an Coverversionen und Überbleibseln, dessen einziger Erfolg die Adaption des MOTT THE HOOPLE Hits “All The Way From Memphis” war. Die Single stieg immerhin auf Platz 12 der US Mainstream Rock Charts ein, verpasste aber eine Platzierung in den Billboard Notierungen.

Desweiteren wurden noch Songs von DAVID BOWIE oder ROY BROWN gecovert. Übrig gebliebene Schubladenfunde von den BLUE TEARS (“Loud Guitars, Fast Cars & Wild Wild Women”) oder dem Gespann MARK SPIRO/DANN HUFF (“Intimate Outrage”) bzw. TIM FEEHAN (“Stand”) waren bis auf wenige Ausnahmen einfach nur drittklassig. Der Beitrag von BLUE TEARS wurde z.B. Auf der 2005 erschienenen Demo-Collection “Dancin´ On The Back Streets” veröffentlicht.

“All The Way From Memphis” ist dennoch eine gelungene, harte und zugleich lässige Version des HOOPLE Klassikers, der von IAN HUNTER komponiert wurde. Die CONTRABAND war eine ziemlich kurzlebige Angelegenheit, nach ein paar Monaten, die sogar eine Tour im Vorprogramm von RATT beinhalteten, zogen die Verantwortlichen den Stecker. Dieser Zusammenschluß an Stars ist der beste Beweis dafür, dass auch in der goldenen Ära des Hardrock nicht immer alles von höchster Qualität war.

Stefan

One Hit Rockerz: ZODIAC MINDWARP And The Love Reaction

ZODIAC MINDWARP And The Love Reaction (USA)

Besetzung:
Zodiac Mindwarp – Vocals
Cobalt Stargazer – Guitars
Evil Bastard – Guitars
Thrash D. Garbage – Bass
Slam Thunderhide – Drums

Ihre stilistische Nähe zu ALICE COOPER brachte die US-Hardrocker von ZODIAC MINDWARP And The Love Reaction so weit, dass sie dem Meister ein Stück überlassen haben, das auf dem äußerst erfolgreichen „Hey Stoopid“ von 1991 Verwendung fand. Die Rede ist von „Feed My Frankenstein“ – jener Song, der sogar in der Komödie Wayne´s World zu Ehren kam und wohl einer der wichtigsten Bausteine des Albums war. OK, fairerweise muss man gestehen, dass Mark Manning alias Zodiac Mindwarp den Song gemeinsam mit ALICE COOPER geschrieben hat, aber für den größten eigenen Hit „Prime Mover“ gilt ein ganz ähnliches Rezept. Aber mal der Reihe nach…

Mark Manning war ursprünglich ein Grafikdesigner, der Mitte der Achtziger Jahre den Drang verspürte, ein Leben als Rockstar zu führen. Daraufhin gründete er unter dem Künstlernamen ZODIAC MINDWARP seine Band, die fortan als „Love Reaction“ geführt wurde. Dazu gehörten nach einigen Wechseln die oben genannten Musiker, die sich für das erste Langspielalbum „Tattooed Beat Messiah“ im Jahre 1988 verantwortlich zeigten.

Daraus entnommen wurde auch die Single „Prime Mover“, die neben weiteren Auskopplungen („Backseat Education“ und „Planet Girl“) für den höchsten Einstieg in den Charts sorgte. Platz 20 in den amerikanischen Billboard Charts war drin für diesen Song, der an die Höhepunkte eines ALICE COOPER erinnert. Sowohl die Stimme von Manning als auch das Songwriting sind stark an Herrn Furnier angelehnt und ganz nebenbei ist „Prime Mover“ ein frischer und frecher Lobgesang an den Horrormeister. Natürlich hat sich die Band damit ziemlich reduziert, einen vergleichbaren Erfolg erzielten die Amis in ihrer weiteren Karriere aber nicht mehr.

Nach dem 1991 veröffentlichten „Hoodium Thunder“ (mit der eigenen Version von „Feed My Frankenstein“) wurde es längere Zeit ruhig um die Combo. Zumindest brachte sie nichts mehr hervor, was große Erwähnung in den Geschichtsbüchern des Rock finden würde.

Stefan