GOTTHARD – Silver

Band: Gotthard
Album: Silver
Spielzeit: 48:48 min.
Stilrichtung: Hardrock
Plattenfirma: PIAS
Veröffentlichung: 13.01.2017
Homepage: www.gotthard.com 

Ein Dutzend Studioalben innerhalb eines Vierteljahrhunderts. Das hört sich doch ganz formidabel an. Aber GOTTHARD haben es nicht nur geschafft, rein rechnerisch jedes zweite Jahr eine Platte unters Volk zu bringen, sondern haben ganz nebenbei immer ein extrem hohes Level dabei gehalten. Auch in Zeiten, als die arg softe Ausrichtung mit Releases wie „Open“ oder „Homerun“ um die Jahrtausendwende als Hausfrauenrock verunglimpft wurde, standen im Vordergrund immer großartige Songs. Für alle Rockfans sind die ersten drei Scheiben „Gotthard“, „Dial Hard“ und „G.“ das Credo der Neunziger Jahre, wo alle Welt den Slogan „Rockmusik ist tot!“ hinausposaunt hat. Das war dank GOTTHARD damals nicht so und heute schon gar nicht. Eine mittelmäßige oder gar schlechte Scheibe haben die Schweizer noch nie fabriziert. Und außerdem sind sie wohl eine der besten und professionellsten Livekapellen auf diesem Planeten. 

Auch mit Nic Maeder am Mikrofon, der den tragisch verunglückten und wohl nie vergessenen, weil wundervollen Steve Lee, beerbte. Dieser ist ungeahnt schnell in die übergroßen Fußstapfen seines Vorgängers hineingewachsen. Immerhin die dritte Langrille steht der Wahlschweizer nun schon in Amt und Würden. Zusammen mit dem Dreamteam Gitarrist Leo Leoni und Kult-Produzent Charlie Bauernfeind, die sich den Produzentenstuhl abermals teilen, wurde das treffend betitelte „Silver“ aufgenommen. Dreizehn neue Stücke gibt es zu hören – und wieder einmal haben GOTTHARD einen anderen Weg eingeschlagen als zuvor. War Maeder´s Debüt „Firebirth“ eine erdige Platte, wurde „Bang!“ in Teilen ziemlich aufgeblasen und opulent instrumentiert. „Silver“ ist wohl eine Mischung aus den beiden Vorgängern. 

„Silver River“ legt los mit wummernder Hammondorgel und donnernden, aber warmen Drums. So nach den Siebzigern haben GOTTHARD wohl noch nie geklungen. Nahtlos ist der Übergang zu „Electrified“, das aber schon hardrockiger um die Ecke biegt. Die erste Singleauskopplung „Stay With Me“ ist – wie soll es anders sein – eine Ballade. Dass die Schweizer Balladen wie fast keine zweite europäische Band kann, hat sie bereits unzählige Male unter Beweis gestellt. Auch das lockere „Beautiful“ ist eher eine Pop-Nummer denn ein harter Rocker. 

Den findet der geneigte Fan dann eher bei „Tequila Symphony No. 5“ oder „Everything Inside“. Das akustische „Not Fooling Anyone“ mit seinen dezenten Streichern sollte aber genauso Gehör finden wie das grandiose „Only Love Is Real“.

Kurz und knapp: wo die meisten anderen Combos zum Jubiläum eine mehr oder minder lieblos zusammengeschraubte Best-Of mit ein oder zwei neuen Songs auf den Markt werfen, strecken sich GOTTHARD durchaus und liefern das zwölfte Studioalbum ab. Und das steht seinen elf Vorgängern in nichts nach. „Silver“ klingt erdig, ausgeklügelt wie eh und je und dennoch nicht konstruiert. Persönlich hätte ich mir ein paar Balladen weniger gewünscht, aber man kann nicht alles haben. 

Übrigens geht es ab Anfang Februar auf große Jubiläumstournee mit den Dänen PRETTY MAIDS im Gepäck – und natürlich mit allen Hits aus 25 Jahren GOTTHARD!

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

1.    Silver River
2.    Electrified
3.    Stay With Me
4.    Beautiful
5.    Everything Inside
6.    Reason For This
7.    Not Fooling Anymore
8.    Miss Me
9.    Tequila Symphony No. 5
10.    Why
11.    Only Love Is Real
12.    My Oh My
13.    Blame On Me

Stefan

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