CELESTI ALLIANCE – Hybrid Generation

Band: Celestialliance
Album: Hybrid Generation
Spielzeit: 43:46 min
Stilrichtung: Power Metal
Plattenfirma: Self Release
Veröffentlichung: 29.11.2019
Homepage: www.celestialliance.com

Es tut echt gut, nach zwei Monaten Rezensionspause die erste zu besprechende Platte im neuen Jahrzehnt anzuschmeißen und direkt mit Qualität konfrontiert zu werden. Nicht nur das; es ist noch etwas schöner, wenn die Platte dazu ein Debutalbum ist, das nicht nur auf die “Für ein Debutalbum ist das echt gut, die sollte man im Auge behalten”-Art gut ist, sondern ein wirklich smart und mit Herzblut komponiertes, von jeglichen Bandmitgliedern stark gespieltes und gut produziertes Ding. Besten Dank für den gelungenen Wiedereinstieg, CELESTI ALLIANCE! Was die Garage über die Talentschmiede da erreicht hat, ist finnischer Metal, irgendwo zwischen Power, Heavy und Hard Rock, mit präsenten aber nicht penetranten modernen Synths, der laut eigenen Angaben den Idolen der Band aus Großbritannien und Deutschland huldigt. Der Albumtitel “Hybrid Generation” passt, denn letztendlich kann man die Scheibe grob als 90er Heavy Metal im modernen Gewand beschreiben. Gott sei Dank ohne die Zwangsüberladung, die so viele Power-Metal-Alben heutzutage über sich ergehen lassen müssen, sondern nicht selten absolut reduziert auf die Grundbestandteile und in fetteren Passagen immer noch übersichtlich genug.
Sind die Melodien auf “Hybrid Generation” stark aber vielleicht nicht auf Todesohrwurmniveau, so macht der Spirit des Albums das absolut wett. Es ist selten, dass Bands in diesem Obergenre einen so expliziten Anspruch an sich selbst haben, nicht nur stimmungsvollen Heavy/Power Metal zu machen, sondern abseits der Genrekonventionen auch wirklich zu unterhalten. Man gebe sich alleine mal “Solitude”, dessen Titel nach standard Finnenmelancholie klingt, der aber ein mit Mut zur Lücke und zur Vielseitigkeit komponierter Track und in knapp 5 ½ Minuten mächtig vielseitig und unkonventionell ist. Und warum sollte man den MANOWAR-WotW-Tribute-Song nicht mit ein paar asozialen Synth-Akzenten pimpen, das knallende “Incomplete” durch dezente Electronic Percussion oder den Opener-Hit mit einer schönen E-Orgel? Dazu immer mal wieder ein paar Momente in den einzelnen Tracks, die unerwartet wie gelungen daherkommen, zum Teil hammerharter Spannungsaufbau, wie bei der gemein ruhigen Strophe von “Shadow Children”, und eine wunderbar vielseitige Gesangsleistung von Valtteri Heiskanen.
Bis auf das coole aber höhepunktarme “Broken Memories” bleibt jeder der acht Tracks akut im Kopf, wenn nicht als Ohrwurm, dann in seiner Grundatmosphäre. Ich gehe schwer davon aus, dass wir von dieser Band in Zukunft noch einiges hören werden. Auf jeden Fall wäre ich dankbar darüber!

Fazit:
Kleine Band, große Leistung. “Hybrid Generation” ist nicht nur für Debutalbum-Verhältnisse außerordentlich gelungen. Wer das Songwriting des 90er und frühen 2000er Metal vermisst und zugleich Spaß an nicht allzu ausuferndem Synth-Einsatz hat, der ist mit CELESTI ALLIANCE bestens beraten!

Anspieltipps:
“Celestial Law”, “Shadow Children”, “Solitude” und “Incomplete”

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Celestial Law
02. Fierce And Free
03. Shadow Children
04. Broken Memories
05. Solitude
06. Incomplete
07. Louder Power
08. Hybrid Generation

Jannis

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