BONFIRE – Fireworks…Still Alive!

Band: Bonfire
Album: Fireworks…Still Alive!
Spielzeit: ? min
Plattenfirma: LZ Records
Veröffentlichung: 07.10.2011
Homepage: www.bonfire.de

Die deutschen Hardrocker von BONFIRE haben eine bewegte Karriere hinter sich. Nach den ersten beiden megaerfolgreichen Alben folgte mit „Point Blank“ ein weiteres, völlig unterbewertetes Langeisen, aber beim vierten Streich „Knock Out“ haben die Ingolstädter den Zustand ihrer Band sehr treffend beschrieben. Der Weggang Ziller´s nach „Fireworks“ hat die Band hart getroffen und der Umbruch in der Musikwelt tat sein Übriges dazu. Erst 1993 vereinigten sich die beiden Kreativköpfe Lessmann/Ziller wieder, um mit dem gleichnamigen Projekt erneut zusammenzuarbeiten. Einige dieser Songs kamen dann auch auf dem 1996er Doppelschlag „Freudenfeuer“ bzw. „Feels Like Coming Home“ zum Zuge – jetzt wieder unter dem Namen BONFIRE. Allerdings loderte das Feuer noch nicht vollends, denn erst mit dem 1997er Album „Rebel Soul“ nahm der Zug wieder Fahrt auf, um mit „Fuel To The Flames“ und „Strike Ten“ wieder an die Zeiten der beiden Klassiker „Don´t Stop The Light“ und „Fireworks“ anschließen zu können. Auch zuletzt gab es einige Schwankungen, denn Alben wie „Free“ konnten die Fans nicht so überzeugen, wobei die Adaption von Schiller´s „Räuber“ zumindest auf der Bühne ein großer Erfolg wurde. Auch das diesjährige Studioalbum „Branded“ präsentierte eine Band, die es auch nach vielen Jahren noch wissen will.
Nun stehen die Jungs (übrigens seit geraumer Zeit wieder mit Original-Drummer Dominik Hülshorst am Start) mit ihrer mittlerweile vierten Live-Scheibe in den Startlöchern, um das 25-jährige Jubiläum ihres erfolgreichsten Albums „Fireworks“ zu feiern.
Neben der kompletten „Fireworks“-Scheibe haben die Ingolstädter aber auch noch einige Bonussongs im Gepäck, dazu aber später mehr. Los geht´s mit „Ready 4 Reaction“, das auch schon das 1987er Album eröffnet hatte. Ausserdem hat der Song schon unzählige Live-Einsätze hinter sich und ist also der perfekte Start in die Anniversary-Show. Und neben anderen Stücken wie „Sleeping All Alone“, „Sweet Obsession“ oder „American Nights“, die auch in den letzten Jahren noch oft zum Zuge kamen, gibt es mit „Don´t Get Me Wrong“ oder „Rock Me Now“ Songs, die schon seit 20 Jahren nicht bei einem BONFIRE-Konzert zu hören waren. Im Anschluß zu den 10 Songs des „Fireworks“-Albums plus einem Gitarrensolo geben sich die Jungs noch die Ehre und spielen ihre erfolgreichste Ballade „You Make Me Feel“ vom Erstling „Don´t Touch The Light“ sowie die Nummer „Sword & Stone“ vom Filmsoundtrack „Shocker“. Zum Abschluß gibt es mit „Just Follow The Rainbow“ (Live) und „Let It Grow“ (Studio) zwei neue Nummern vom „Branded“-Album. Eine große Überraschung haben die Jungs aber auch noch parat: „I´m On My Way“ von GOTTHARD, eine Hommage an den verstorbenen Steve Lee.
„Fireworks…Still Alive“ präsentiert eine quicklebendige Rockband, die es mit ehrlicher und harter Arbeit auch nach dem tiefen Loch in den Neunzigern erneut geschafft hat, sich ihre Fans zu erarbeiten und (fast) allen Trends wiederstanden hat. Feiert gemeinsam mit BONFIRE ein fast schon legendäres Album und geht noch einmal zurück ins Jahr 1987.

WERTUNG:

Trackliste:
1.Ready 4 Reaction
2.Never Mind
3.Sleeping All Alone
4.Don´t Get Me Wrong
5.Give It A Try
6.Fantasy
7.American Nights
8.Obsessive Intro
9.Sweet Obsession
10.Rock Me Now
11.Champion
12.You Make Me Feel
13.Sword And Stone
14.Just Follow The Rainbow
15.I´m On My Way
16.Let It Grow (Studioversion)

Stefan

TOKYO – Tokyo (Re-Release)

Band: Tokyo
Album: Tokyo (Re-Release)
Spielzeit: 66:50 min
Plattenfirma: Yesterrock
Veröffentlichung: 30.09.2011
Homepage: www.yesterrock.com

Der Reigen der Klassiker, die bei Yesterrock eine neue Chance bekommen, geht mit den 3 Alben der deutschen Rockband TOKYO in eine neue Runde. Wie es sich gehört, macht das gleichnamige Debüt den Anfang und hat mit dem wiederum gleichnamigen Titelsong auch gleich den größten Hit der Band an Bord. Aber erstmal der Reihe nach: 1981 erstmalig auf Vinyl erschienen hatte die Band einige Namen in ihren Reihen, die zu späterer Zeit noch einiges von sich Reden machen sollten. So bescherte uns Sänger und Gitarrist Klaus Luley mit seiner Band CRAAFT 2 geile Melodicrock-Scheiben und Sänger/Gitarrist Robby Musenbichler sowie Sänger/Bassist Ken Taylor nebst Keyboarder Lothar Krell zogen uns 1988 mit dem selbstbetitelten JOJO Album in den Bann. Wenn Ihr jetzt verwundert die Augen reibt – ja, TOKYO hatte 3 Sänger bei nur 5 Bandmitgliedern. Auf die remasterte Fassung von 2011 haben es auch noch 4 bisher unveröffentlichte Stücke geschafft sowie 3 Neuaufnahmen, was unterm Strich fast 67 Minuten Musik bedeutet.

Stilistisch bewegen sich TOKYO irgendwo zwischen STINGRAY, ASIA und AXE oder STYX. Ausserdem haben sie in ihren Songs jede Menge progressive Elemente, die sie geschickt mit einprägsamen Melodien paaren. Ihr Discohit „Tokyo“ macht den Anfang dieser Zeitreise – und was soll ich sagen: das haut mich immer noch vom Hocker. Aber auch „Cryin“, „Father Of Time“ oder „Carry On“ gehören dazu, wenn man die Hits der Band aufzählen soll. Der ursprüngliche 9-Tracker wurde aber noch um satte 7 Bonussongs erweitert: 4 davon sind unveröffentlichte Songs, von denen sich „Young Kids In Love“ perfekt ins Gefüge der Platte einfügt. Das eher moderne „The Time Is Right“ müsste später entstanden genauso wie das typische Endachtziger „Behind The Faces“. Positiv hebt sich auch die Ballade „On My Mind“ ab. Nun noch ein Wort zu den 3 neuen Versionen: „Carry On“ ist nicht mehr zu erkennen, es scheint, als handle es sich um einen komplett anderen Song und man will auf Teufel komm raus modern klingen – erschütternd! Die Neueinspielungen von „You´re My Girl“ und „Cryin“ sind einigermassen gut, aber auch komplett umarrangiert. Ich bevorzuge das Original. Aber wer wissen will, wie TOKYO heute klingen würden, kann ja gerne ein Ohr riskieren.

Meine Wertung muss ich daher unterteilen: für die ersten 9 Songs – praktisch das Pflichtprogramm – gibt es satte 8,5 Punkte. Da das Bonusmaterial aber sehr durchwachsen ausfällt, muss ich ein Pünktchen abziehen. Das wird aber nichts daran ändern, dass TOKYO seinerzeit großartig waren und dieser Re-Release lange überfällig war. Ich freue mich auch auf die beiden folgenden Scheiben!

WERTUNG:

Trackliste:

1.Tokyo
2.Cryin
3.Tuesday Morning
4.Girl
5.We Are The Times
6.Teenage Shooter
7.Father Of Time
8.Carry On
9.Welcome To My Home
10.Young Kids In Love (Bonus Track)
11.Carry On (New Version)
12.You´re My Girl (New Version)
13.Cryin (New Version)
14.The Time Is Right (Bonus Track)
15.On My Mind (Bonus Track)
16.Behind The Faces (Bonus Track)

Stefan

BRAINSTORM – On the Spur of the Moment

Band: Brainstorm

Album: On the Spur of the Moment
Spielzeit: ?? min
Plattenfirma: AFM Records
Veröffentlichung: 30.09.2011
Homepage: www.brainstorm-web.net
Unsere liebsten Power Metal Schwaben BRAINSTORM kehren dieser Tage mit einem neuen Album zurück auf die Metalbühne. Nachdem man mit den beiden letzten Werken „Downburst“ und „Memorial Roots“ ein wenig geschwächelt hat, möchte man nun mit „On the Spur of the Moment“ an die Überwerke „Liquid Monster“ oder „Soul Temptation“ wieder anknüpfen. Ob das den Jungs gelingt, werden wir ein wenig später herausfinden.
Ein kurzer Historienabriss der Band gebe ich euch wie immer mit auf dem Weg, obwohl das eigentlich bei DER Band fast überflüssig ist. Im Jahre 1989 gegründet und im Jahre 1999 durch den Sänger Andy B Frank (SYMPHORCE) komplettiert, veröffentlichte man bis heute insgesamt 5 Alben und eine Live DVD. Seit dem letzten Album „Memorial Roots“ befindet man sich in der Labelobhut von AFM Records, seine ersten Gehversuche machte die Band beim Label Metal Blade Records.
Die aktuelle Mannschaft liest sich wie folgt, die Gründer Torsten Ihlenfeld (Gitarre), Milan Loncaric (Gitarre), Dieter Bernert (Schlagzeug), sowie Andy B. Franck (Gesang) und „Neuzugang“ Antonio Leva (Bass). Soviel zu den staubigen Fakten, nun wenden wir uns aber endlich mal dem musikalischen zu und schauen ob es BRAINSTORM gelungen ist, zurück zur alter Stärke zu finden.
Lost geht es mit dem Opener „Below the Line“ und gleich ist man wieder voll im Element. Ein atmosphärischer Einstieg weicht schnell dem Riffgewitter der Gitarrenfraktion und der Stimme von Fronter Andy. Ansonsten bietet die Nummer gewohnte BRAINSTORM Kost, geile Melodien und ein passender sich in die Gehörgänge fräsender Chorus. Ein guter Einstieg!
Dass es aber noch besser geht beweisen uns die Jungs dann beim dritten Track „Temple of Stone“. Genauso müssten BRAINSTORM klingen und genau so habe ich die Jungs auch auf ihren vorherigen Alben vermisst! Die krachenden Riffs geben sich die Klinke mit den pumpenden Bassläufen und Andy’s Mörderorgan in die Hand. Geiler Track, mehr davon!
Man bekommt mehr, in Form der Power Metal Midtempoballade „In these Walls“. Hier zeigt man uns dass man auch die sanften Seiten nach wie vor drauf hat. Der Track kommt mit einer richtig starken Atmosphäre daher, die natürlich durch Andy’s Gesang noch tatkräftig unterstützt wird. Das genialste an der Nummer ist aber der Chorus, den man schon nach kurzem nicht mehr aus den Lauschern bekommt, das verspreche ich euch!
„Still Insane“ fällt da leider ein bisschen ab, mit den Vorgängersongs kann er nicht ganz mithalten, wobei das nicht viel heißt, bei anderen Bands wäre diese Nummer ein Hit. Auch er besitzt diese typischen packenden Gitarrenläufe und Melodien sowie den absolut passenden und eingängigen Chorus.
Richtig heavy wird es dann wieder bei „No  Saint – No Sinner“. Wobei es danach beim ruhigen Anfang erst gar nicht aussieht. Aber schon bald wird diese Ruhe durch einen absoluten Mördergroove abgelöst, unterstützt natürlich wie immer durch die erstklassigen Gitarrenmelodieläufe. Aber wie meistens ist es dann der Chorus der einen total begeistert, ein schon suchteregendes Teil!
Zum Ende der Platte hin hat man für uns einen schönen abwechslungsreichen Doppelschlag bestehend aus „A Life on Hold“ und „My own Hell“ gesetzt. Erstere Nummer ist wie „No Saint – No Sinner“ ein Power Metal Brecher erster Güte, mit allem was dazugehört. Letzterer Track ist ein, für BRAINSTORM untypisch, doomiger Song der sich durch seinen fesselnden Groove auszeichnet. Hier wird Abwechslung geboten und man muss schon genau hinhören um alle Facetten der Nummer zu erfassen.
Anspieltipps:
Die gesamte Scheibe ist auf einem recht hohen Level. Hervorstechen tun aber „Temple of Stone“, „In these Walls“, „No Saint – No Sinner“ und “A Life on Hold”.
Fazit :
Ah, da sind sie wieder! BRAINSTORM wie ich sie liebe. Ein bisschen enttäuscht war auch ich nach den letzten Veröffentlichungen der Band, aber das ist Schnee von gestern. Mit “On the Spur of the Moment” ist man wieder zurück in der Spur, auch wenn diese Scheibe nicht ganz an die schon angesprochenen Referenzwerke der Band her ankommen. Aber ich denke das wird schon noch. Hier versammelt man auf jeden Fall wieder alle Tugenden der Band und spielt seine Stärken voll aus. Wie immer eine sichere Bank ist natürlich Sänger Andy B Frank der einfach ein absolutes Mörderorgan besitzt und nicht zu Unrecht als einer der besten Power Metal Sänger Deutschlands bezeichnet wird.
Also Leute, wieder beide Daumen nach oben für das neue BRAINSTORM Werk. Für alle Fans der Band und Power Metal Freaks heißt es nun ab in den nächsten Plattenladen und schnellstens diese Knallerscheibe sichern!
WERTUNG:

Trackliste:

01. Below The Line
02. In The Blink Of An Eye
03. Temple Of Stone
04. In These Walls
05. Still Insane
06. Dark Life
07. No Saint – No Sinner
08. Where Your Actions Lead You To Live
09. A Life On Hold
10. My Own Hell
Julian

STORMGARDE – The Answer

Band: Stormgarde
Album: The Answer
Spielzeit: ?? min
Plattenfirma: Eigenproduktion
Veröffentlichung: ??.10.2008
Homepage: www.stormgarde.com
Vor kurzem stolperte ich über eine mir gänzlich unbekannte Band, die aber mein Interesse aufgrund ihrer sehr guten Internetpage und dem klangvollen Namen recht schnell weckte. Ihr Name STORMGARDE, beheimatet im guten alten Ruhrpott mitten in good old Germany. Nicht lange gezögert und den guten eine Mail geschrieben mit der Anfrage ihr Debütalbum mal genauer unter die Lupe nehmen zu wollen. Es dauert zwar ein wenig, klar die Leutchen haben ja auch noch andere Sachen zu tun außer die Band am Leben zu halten, aber schließlich erhielt ich von der Sängerin Sabrina eine nette Mail mit dem versprechen mir ein Promo Exemplar zukommen zu lassen. Gesagt getan, ein paar Tage später hielt ich das Debütalbum „The Answer“ in den Händen. Noch kurz ein paar Basisfakten, bevor wir zum musikalischen kommen.
Das Gründungsdatum erschließt sich mir nicht ganz, dürfte aber um die Jahrtausendwende gewesen sein, denn seit 2001 spielen STORMGARDE live. Man spielte sich auf einige Festivals (z.B. dem Dong Open Air, dem Celtic Rock und dem Steel meets Steel) den Hintern ab und konnte sich dabei schon einer Menge Fans bekannt machen. 2004 erschien das erste Demo, welches sehr großen Downloadanklang bei den Fans fand und so entschloss man sich 2006 das Debütalbum „The Answer“ in Angriff zu nehmen, welches 2008 dann in Eigenregie veröffentlicht wurde. Zu beziehen ist das Album nur über die Bandhomepage.
Die aktuelle Bandbesetzung ließt sich so, Pfanny (Bass), Günter (Schlagzeug), Sebastian (Gitarre), Sabrina (Gesang) und Markus Biehl (Gitarre). Stilistisch findet man sich in der Melodic Metal Ecke wieder, in Anlehnung an NIGHTWISH, HAMMERFALL oder auch ein bisschen RUSH. So nun springen wir aber direkt rein in die Scheibe.
Gestartet wird gleich mit dem Titeltrack „The Answer“. Ein mit Keyboards unterlegter Anfang weicht recht schnell einem eingängigen Groove der uns den gesamten Song über begleitet. Fronterin Sabrina’s Stimme ist in mittlerer Tonlage gehalten, die recht gut zur Mucke passt. Ein eingängiger Chorus ist natürlich auch an Bord, von daher geht die Nummer voll in Ordnung.
Richtig gut reinlaufen tut dann auch „Like a Prison“, welches mit einem tighten Schlagzeugspiel, Tempowechseln und einem starken Chorus aufwarten kann. Die Keyboardarbeit im Mittelteil ist auch gut und passt perfekt zur Nummer.
Ein Volltreffer ist aber auf jeden Fall „The Voice“. Eine coole Instrumentierung paart sich hier mit einem Chorus, der sich schon nach kurzer Zeit in die Gehörgänge reinfrisst! Bislang die beste Nummer auf der Platte, dürfte Live auch ganz gut abgehen.
Ordentlich Gas geben STORMGARDE dann bei „Tornado“. Treibende Schlagzeug und Bassparts, sowie der packen Chorus sind hier die Hauptmerkmale der Nummer und machen das Ganze zu einem absoluten Hörgenuss. Hier kommt Sabrina’s Stimme auch manchmal ein wenig „dreckiger“ rüber, was sich auch absolut hören lassen kann.
Zum beinahe Abschluss der Platte präsentiert man uns die starke Ballade „Sitting here“, bei der Sabrina zeigen kann, das ihre Stimme auch sehr gut für die ruhigen Töne geeignet ist.
Das abschließende Everything (I did was wrong) ist zwar ganz ok, fällt aber irgendwie ein bisschen zu den vorherigen Nummern ab. Kann mich nicht ganz überzeugen.
Anspieltipps:
Die stärksten Tracks sind auf jeden Fall “The Answer”, “The Voice” und “Tornado”. Sollte man sich auf jeden Fall mal zur Gemüte führen!
Fazit :
Unverhofft kommt oft würde ich sagen. STORMGARDE beweisen das es sich durchaus lohnt auch mal in den Underground reinzuschnuppern. Die Band überzeugt auf ihrem Debütalbum “The Answer” mit guten Songwriting und einer guten Umsetzung der Songs. Das Prinzip von eingängigen Songs haben sie auch verstanden, also alles Dinge die nur förderlich sind für die Zukunft.
Natürlich sind nicht alle Songs Volltreffer, aber das erwartet ja auch keiner bei der ersten Platte.
Gute 8 Punkte kann ich aber auf jeden Fall vergeben und hoffe das STORMGARDE auf jeden Fall so weiter machen!
WERTUNG:

Trackliste:

01. The Answer
02. Sphere of Dreams
03. Like a Prison
04. The Nightstorm
05. The Voice
06. Fear
07. Tornado
08. Left Alone
09. Sitting here
10. Everything (I did was wrong)
Julian

STORMGARDE – The Answer

Band: Stormgarde
Album: The Answer
Spielzeit: ?? min
Plattenfirma: Eigenproduktion
Veröffentlichung: ??.10.2008
Homepage: www.stormgarde.com
Vor kurzem stolperte ich über eine mir gänzlich unbekannte Band, die aber mein Interesse aufgrund ihrer sehr guten Internetpage und dem klangvollen Namen recht schnell weckte. Ihr Name STORMGARDE, beheimatet im guten alten Ruhrpott mitten in good old Germany. Nicht lange gezögert und den guten eine Mail geschrieben mit der Anfrage ihr Debütalbum mal genauer unter die Lupe nehmen zu wollen. Es dauert zwar ein wenig, klar die Leutchen haben ja auch noch andere Sachen zu tun außer die Band am Leben zu halten, aber schließlich erhielt ich von der Sängerin Sabrina eine nette Mail mit dem versprechen mir ein Promo Exemplar zukommen zu lassen. Gesagt getan, ein paar Tage später hielt ich das Debütalbum „The Answer“ in den Händen. Noch kurz ein paar Basisfakten, bevor wir zum musikalischen kommen.
Das Gründungsdatum erschließt sich mir nicht ganz, dürfte aber um die Jahrtausendwende gewesen sein, denn seit 2001 spielen STORMGARDE live. Man spielte sich auf einige Festivals (z.B. dem Dong Open Air, dem Celtic Rock und dem Steel meets Steel) den Hintern ab und konnte sich dabei schon einer Menge Fans bekannt machen. 2004 erschien das erste Demo, welches sehr großen Downloadanklang bei den Fans fand und so entschloss man sich 2006 das Debütalbum „The Answer“ in Angriff zu nehmen, welches 2008 dann in Eigenregie veröffentlicht wurde. Zu beziehen ist das Album nur über die Bandhomepage.
Die aktuelle Bandbesetzung ließt sich so, Pfanny (Bass), Günter (Schlagzeug), Sebastian (Gitarre), Sabrina (Gesang) und Markus Biehl (Gitarre). Stilistisch findet man sich in der Melodic Metal Ecke wieder, in Anlehnung an NIGHTWISH, HAMMERFALL oder auch ein bisschen RUSH. So nun springen wir aber direkt rein in die Scheibe.
Gestartet wird gleich mit dem Titeltrack „The Answer“. Ein mit Keyboards unterlegter Anfang weicht recht schnell einem eingängigen Groove der uns den gesamten Song über begleitet. Fronterin Sabrina’s Stimme ist in mittlerer Tonlage gehalten, die recht gut zur Mucke passt. Ein eingängiger Chorus ist natürlich auch an Bord, von daher geht die Nummer voll in Ordnung.
Richtig gut reinlaufen tut dann auch „Like a Prison“, welches mit einem tighten Schlagzeugspiel, Tempowechseln und einem starken Chorus aufwarten kann. Die Keyboardarbeit im Mittelteil ist auch gut und passt perfekt zur Nummer.
Ein Volltreffer ist aber auf jeden Fall „The Voice“. Eine coole Instrumentierung paart sich hier mit einem Chorus, der sich schon nach kurzer Zeit in die Gehörgänge reinfrisst! Bislang die beste Nummer auf der Platte, dürfte Live auch ganz gut abgehen.
Ordentlich Gas geben STORMGARDE dann bei „Tornado“. Treibende Schlagzeug und Bassparts, sowie der packen Chorus sind hier die Hauptmerkmale der Nummer und machen das Ganze zu einem absoluten Hörgenuss. Hier kommt Sabrina’s Stimme auch manchmal ein wenig „dreckiger“ rüber, was sich auch absolut hören lassen kann.
Zum beinahe Abschluss der Platte präsentiert man uns die starke Ballade „Sitting here“, bei der Sabrina zeigen kann, das ihre Stimme auch sehr gut für die ruhigen Töne geeignet ist.
Das abschließende Everything (I did was wrong) ist zwar ganz ok, fällt aber irgendwie ein bisschen zu den vorherigen Nummern ab. Kann mich nicht ganz überzeugen.
Anspieltipps:
Die stärksten Tracks sind auf jeden Fall “The Answer”, “The Voice” und “Tornado”. Sollte man sich auf jeden Fall mal zur Gemüte führen!
Fazit :
Unverhofft kommt oft würde ich sagen. STORMGARDE beweisen das es sich durchaus lohnt auch mal in den Underground reinzuschnuppern. Die Band überzeugt auf ihrem Debütalbum “The Answer” mit guten Songwriting und einer guten Umsetzung der Songs. Das Prinzip von eingängigen Songs haben sie auch verstanden, also alles Dinge die nur förderlich sind für die Zukunft.
Natürlich sind nicht alle Songs Volltreffer, aber das erwartet ja auch keiner bei der ersten Platte.
Gute 8 Punkte kann ich aber auf jeden Fall vergeben und hoffe das STORMGARDE auf jeden Fall so weiter machen!
WERTUNG:

Trackliste:

01. The Answer
02. Sphere of Dreams
03. Like a Prison
04. The Nightstorm
05. The Voice
06. Fear
07. Tornado
08. Left Alone
09. Sitting here
10. Everything (I did was wrong)
Julian

HOUSE OF LORDS – Big Money

Band: House Of Lords
Album: Big Money
Spielzeit: 49:18 min
Plattenfirma: Frontiers Records
Veröffentlichung: 23.09.2011
Homepage: www.jameschristianmusic.com

James Christian zündet mit seiner Band HOUSE OF LORDS ein weiteres Album. Nach der unrühmlichen Re-Union anno 2004, die das unsägliche „Power And The Myth“-Scheibchen ans Tageslicht brachte, besann sich Christian auf seine Wurzeln, und das war und ist nun einmal der Arena Rock. Denn mit Platten wie dem gleichnamigen Debüt oder „Sahara“ konnten die Amis in den späten 1980ern zwei formidable Scheiben vorweisen, die bis heute mit zum Besten gehören, was unter dem Banner HOUSE OF LORDS veröffentlicht wurde. Den richtigen Schritt machte James Christian damit, dass er alles über den Haufen warf und mit neuen Musikern zurück zur alten Schule wechselte, denn seitdem hat die Band 3 klasse Alben eingespielt. Wird „Big Money“ an dieses Power-Trio anschließen können?

HOUSE OF LORDS machen mit dem Opener „Big Money“ keine Gefangenen, so muss ein HOL-Album beginnen. Wer die letzten 3 Alben mochte, wird den Titeltrack lieben. Das folgende „One Man Down“ stellt aber das Meiste in den Schatten, was die Amis bisher auf dem Kerbholz hatten. Denn mit diesem Song ist ihnen ein richtiger Hit gelungen – dieser Refrain ist absolut zum niederknien. „Someday When“ ist ein weiterer klassischer HOL-Song, der genauso gut auf jedem anderen Album seit 2006 stehen könnte. Und so geht es mir mit fast jedem Stück auf „Big Money“. Die Songs sind zum Großteil richtig stark, ab und an hat sich eine platte Nummer eingschlichen („The Next Time I Hold You“), aber das Oberhaus bewegt sich seit 5 Jahren keinen Millimeter von ihrem Sound weg bzw. innerhalb ihres Soundgewands.

So bleibt „Big Money“ ein weiteres tolles Album von HOUSE OF LORDS, das neben der geilen Stimme von James Christian erneut mit einem blendend aufgelegten Jimi Bell an der Sechssaitigen punkten kann – etwas mehr Abwechslung könnte in Zukunft aber nicht schaden, sonst wird das große Geld – was sich leider heutzutage mit dieser Musikrichtung eh nicht mehr verdienen lässt – ausbleiben. Solide Leistung mit kleinen Schwächen!

WERTUNG:

Trackliste:

1.Big Money
2.One Man Down
3.First To Cry
4.Someday When
5.Searchin´
6.Living In A Dream World
7.The Next Time I Hold You
8.Run For Your Life
9.Hologram
10.Seven
11.Once Twice
12.Blood

Stefan

ISIS CHILD – Strange Days

Band: Isis Child
Album: Strange Days
Spielzeit: 47:59 min
Plattenfirma: Yesterrock
Veröffentlichung: 30.09.2011
Homepage: www.myspace.com/isischild

ISIS CHILD nennt sich dieses Projekt aus Frankreich, das neben dem Gitarristen und Songwriter Freddy Mazzucco und Frontfrau Nathalie Pellisier noch aus den Gastmusikern Alain Rinallo, Hugo Adam, Mathias Lechartier (alle Bass), David Zecca, Chris Drouin (beide Drums) sowie Robert Geoffroy und Julien Spreutels (beide Keyboards) besteht. Nach ihrem französisch gesungenen Einstand „Ailleurs“ 2008 gibt es mit „Strange Days“ jetzt das erste in englisch gesungene Album, das mit 12 Songs aufwartet. Darauf haben sich die Franzosen am ehesten dem klassischem AOR/Melodicrock verschrieben. Wer also aufgrund des Covers oder des Namens eine weitere Band im Fahrwasser von WITHIN TEMPTATION oder NIGHTWISH erwartet hat, wird mit den ersten Tönen des Openers „Let´s Take A Walk“ sofort eines Besseren belehrt.

Denn hier rocken die Franzosen gut los. Auch das Riff von „Dancing“ knallt richtig fett rein. Nathalie´s Stimme erinnert hier manchmal an ALANNAH MYLES. Das ruhige „Can´t You Hear Me“ kann leider nicht an das tolle Eröffnungsduo anschließen – dafür ist der Song einfach zu langweilig. „I Love The Way“ und „Loneliness“ können den Trend wieder etwas nach oben heben, aber erst „If You Wanna Be Mine“ kann mich wieder begeistern. Mit „It´s Always The Same“ folgt gleich ein Highlight der Scheibe und auch „Looking For The One“ gefällt. Mit dem Titeltrack schicken ISIS CHILD eine weitere Ballade ins Rennen, die aber dieses Mal die Klasse der Rocksongs halten kann. Und da sind wir auch schon beim Manko der Franzosen: die Rocknummern sind wirklich klasse, dort kann Frontfrau Nathalie Pellisier alle Facetten ihrer wirklich tollen Stimme zur Geltung bringen, aber sobald es ruhiger wird, werden die Stücke (bis auf den Titelsong) eintönig. Abgeschlossen wird die Scheibe von gleich 3 solcher Durchschnittstracks. Das finde ich nicht sehr prickelnd.

Im Großen und Ganzen kann mich „Strange Days“ durchaus überzeugen, das Manko habe ich oben schon erklärt, aber wenn ISIS CHILD mehr Rocksongs auf die nächste Platte packen, bin ich mir sicher, dass sie einiges reißen könnten. Für heute bleibt mir nur zu sagen – gute Scheibe mit einigen richtig geilen Stücken und einer tollen Sängerin.

WERTUNG:

Trackliste:

1.Let´s Take A Walk
2.Dancing
3.Can´t You Hear Me
4.I Love The Way
5.Loneliness
6.If You Wanne Be Mine
7.It´s Always The Same
8.Looking For The One
9.Strange Days
10.Even If
11.Someone
12.Stop Looking Down On Me

Stefan

SMOKEY FINGERS – Columbus Way

Band: Smokey Fingers
Album: Columbus Way
Spielzeit: 58:27 min
Plattenfirma: Tanzan Music
Veröffentlichung: 23.09.2011
Homepage: www.myspace.com/smokeyfingersband

Wenn ich mir das Cover der neuen Scheibe „Columbus Way“ von SMOKEY FINGERS so anschaue und das dazugehörige Logo samt Bandnamen, dann bin ich mittendrin im Südwesten der Vereinigten Staaten, wo die Straßen lang, einsam und staubig sind. Als ich dann im Info lese, dass SMOKEY FINGERS aus Italien kommen, kann ich es kaum glauben, denn auch ihr Sound ist purer amerikanischer Southern Rock, der alte Einflüsse wie LYNYRD SKYNYRD oder die ALLMANN BROTHERS gekonnt mit „neueren“ Sachen wie den Debütscheiben von JACKYL oder den BLACK CROWES vereinen. Herausgekommen ist eine ultracoole Platte, die richtig Spaß macht und die Sehnsucht nach den Weiten der USA im Verlauf der 12 Songs immer größer werden lässt. Und das mit all ihren typischen Dingen wie alten Tankstellen am Wegesrand, verrosteten Straßenschildern und verlassenen Goldgräbersiedlungen, die man in einem alten 67er Camaro an sich vorbeiziehen sieht. So, jetzt seid Ihr in der richtigen Welt, um gemeinsam mit dem italienischen Vierer den „Columbus Way“ zu beschreiten.

Der beginnt mit „Old Jack“, einem grandiosen Opener, perfekt – so muss Southern Rock der harten Sorte klingen. Der Anfang von „The Lover“ erinnert mich sehr an „Reach For Me“ von JACKYL, aber Sänger Gianluca Paterinti hat eine ganz andere Stimme als Jesse Dupree, sehr clean und trotzdem kraftvoll – sie passt perfekt zum Sound von SMOKEY FINGERS. Das Riff von „Chains Of Mind“ könnte schon fast von AC/DC sein, aber der Song an sich ist eine pure Southern Rock Perle. „Born To Run“ stammt mitnichten vom Boss BRUCE SPRINGSTEEN sondern ist vielmehr eine Hommage an alle Träumer, die nie zu alt werden, sich in diese Welt fallen zu lassen. „Ride To Love“ schlägt in eine ähnliche Kerbe und „Over The Line“ reiht sich ein in ein dreckiges Dutzend von Songs, das auch manchmal stark an MOLLY HATCHET erinnert. Wir sind bereits in der Mitte unseres Weges mit SMOKEY FINGERS angekommen und es hat sich bisher noch nicht ein Langweiler eingeschlichen. Im Gegenteil, aber mit „Die For The Glory“ haben die Jungs eine Nummer am Start, die als leichter Durchhänger bezeichnet werden könnte. Das hat der italienische Vierer aber mit „The Good Countryside“ gleich wieder im Griff und auch das ruhige „Sweet Tears“ (welches an den aktuellen KID ROCK-Sound erinnert) und „Country Road“ (erneut keine Adaption) ebnen gekonnt den Weg zu den beiden letzten Songs auf unserer Reise: „Crazy Woman“, verfeinert mit ein wenig Banjo, und der (langsame) Schlußspurt in Form von „Devil´s Song“ können gefallen und machen aus diesem Album mein liebstes im Genre Southern Rock seit langem!

SMOKEY FINGERS projezieren den Dreck der Route 66 und die Sehnsucht nach dem American Way Of Life direkt in Deinen CD-Player. „Columbus Way“ ist einfach großartig, cool, lässig und heavy!

WERTUNG:

Trackliste:

1.Old Jack
2.The Lover
3.Chains Of Mind
4.Born To Run
5.Over The Line
6.Die For The Glory
7.The Good Countryside
8.Sweet Tears
9.Country Road
10.Crazy Woman
11.Devil´s Song

Stefan

HOMERUN – Black World

Band: Homerun
Album: Black World
Spielzeit: 52:40 min
Plattenfirma: Tanzan Music
Veröffentlichung: 23.09.2011
Homepage: www.homerunrock.it

Die italienische Hardrockband HOMERUN präsentiert uns dieser Tage ihr zweites Langeisen, das auf den Namen „Black World“ hört und mit 12 neuen Songs plus Intro und einer Bonus Accoustic Version aufwartet. Nachdem das 2008 erschienene Debüt „Don´t Stop“ in der Heimat sehr wohlwollend aufgenommen wurde und auch über Avalon Marquee in Japan veröffentlicht wurde, war es nach einigen Line-Up Wechseln an der Zeit, einen Nachfolger einzutüten. Seit 2009 neu in der Band sind Gitarrist Valerio Castiglioni, Drummer Willian Battiston und Bassist Paolo Luoni, die das Sextett seitdem komplettieren.

Der Erstling hatte ein wenig mit seinem dünnen Sound zu kämpfen, aber die Songs waren teilweise nicht schlecht, wenngleich auch nicht essentiell. Leider setzt sich das auch auf „Black World“ fort, denn der Sound ist für heutige Verhältnisse ziemlich mau: dünne, aber tiefergestimmte Gitarren liefern sich mit Billig-Keyboards und einem kraftlosen Drumsound ihr Duell in Songs, die höchstens zweite oder dritte Liga sind und meistens absolut nicht im Ohr hängenbleiben und keinerlei Wiedererkennungswert liefern.

Manchmal blitzen coole Ideen heraus, wie bei „Our Love Song“ oder „Princess Of Time“. Leider bleibt aber der Großteil der Stücke ziemlich blass und lässt als einzigen Pluspunkt stehen, dass neben der guten Stimme von Matteo Albarelli auch alle anderen Bandmitglieder mit ihren Instrumenten umgehen können.

Mehr als eine wirklich durchschnittliche Benotung ist hier leider überhaupt nicht drin, wenn ich daran denke, welche Hochkaräter (damit meine ich auch ziemlich viele kleine Bands und keine – ehemaligen – Megaseller etc.) zur Zeit um die Gunst des Käufers buhlen. Da bleibt sehr wahrscheinlich nur noch Ebbe in den Geldbeuteln der Fans zurück – übrigens ein guter Vergleich zu „Black World“, denn bei Ebbe tut sich auch nicht viel!

WERTUNG:

Trackliste:

1.Intro
2.Silence´s Broken
3.No More
4.As We Do Before
5.Ephemeral Light
6.Our Love Song
7.Black World
8.Princess Of Time
9.The Golden Cage
10.Lipstick
11.Intoxication Of Love
12.Firefly
13.Another Reason To
14.No More (Accoustic Version – Bonus Track)

Stefan

TRANSNIGHT – The Dark Half

Band: Transnight
Album: The Dark Half
Spielzeit: 44:13 min
Plattenfirma: Pure Underground Records
Veröffentlichung: 16.09.2011

Das es ein Label wie Pure UNDERGROUND RECORDS gibt, die auch mal den Underground Bands eine Chance gibt sich der Welt zu zeigen, ist auf jeden Fall eine Bereicherung für unseren Metal Kosmos. Z.B brachte man dadurch das starke VALSANS Debütalbum unter die Leute. Nun sind die deutschen Ruhrpottler TRANSNIGHT an der Reihe. Nachdem man drei Demos unters Volk gebracht hat, ist es nun also Zeit das Debütalbum mit dem klangvollen Namen „The Dark Half“ auf die Welt loszulassen.
Leider darf ich euch an dieser Stelle nicht mit tollen Hintergrundinfos versorgen, denn weder auf dem beiliegenden Promozettel noch im Internet ist viel über die Band herauszubekommen. Noch nicht mal die genaue Bandzusammensetzung war zu finden. Sorry Jungs aber das gibt echt schon mal Minuspunkte, so was sollte man echt etwas besser aufziehen!
Zumindest ein paar Basisinfos wären gut gewesen.
Somit kann ich euch nur sagen das sich die Jungs dem US Power Metal mit ein paar vertrackten Prog Einflüssen verschrieben haben. Tja und das war es dann leider auch schon.
Nun ja, kommen wir dann also mal zur Musik, hoffen wir mal dass die etwas aussagekräftiger ist als die Vorstellung der Band.
Mit „Devils don’t wear plaid“ geht das Ganze los. Ziemlich midtempolastig aber hart geht es hier gleich zur Sache. Der Gesang ist ein wenig nasal und dadurch gewöhnungsbedürftig, man merkt aber im Laufe der Nummer das der Sänger, der wohl auf den Namen Dave hört, auch mehrer Gesangsfacetten drauf hat. Was man aber auch schnell hier merkt ist die Tatsache das dem Song eine gewissen Eingängigkeit komplett fehlt. Auch das Songwriting ist noch verbesserungswürdig. Kein guter Opener…
Als nächstes kommt auch schon das Titelstück „The Dark Half“. Zum Anfang bekommen wir erstmal ordentlich instrumentales um die Ohren gehauen, was mich leider nach der dritten Wiederholung des Riffes doch ein wenig nervt. Hier wäre weniger mehr gewesen. Der Gesang setzt dann aber doch bald ein und dann, tja dann plätschert die Nummer irgendwie vor sich hin. Hallo? Wo ist hier die Klasse, die Eingängigkeit eines Titelstückes? Leute, so was muss man mitgrölen und mitgrooven können. Mir schwant böses, wenn das Titelstück nicht richtig überzeugt.
Bei „You gotta do what you gotta do“ geht es zum Anfang ein bisschen ruhiger zur Werke, bevor dann die schneidenden Riffs einsetzen. Und hey endlich findet man hier so etwas wie Eingängigkeit und ein Chorus den man auch als solches erkennt. Wie einfach mal doch zu begeistern ist, vielleicht wird ja doch noch alles gut : -). Bislang klar die beste Nummer der Platte!
„The System“ geht dann wieder mehr in die progressive US Metal Ecke. Abwechslung wird hier also auf jeden Fall schon mal groß geschrieben. Der Track besitzt auf jeden Fall einen guten Aufbau und überzeugt mit seiner guten Instrumentalisierung und Umsetzung. Allerdings ist hier auch wieder das fehlen eines richtigen Chorus das Hauptproblem, wodurch die Nummer absolut Potential verschenkt!
Genau das gleiche kann man zu „Ghost Story“ sagen. Die Nummer hat eindeutig Potential, aber man bringt sich hier um den Lohn der Mühen durch die nicht griffige Umsetzung.
Auch in der Folge kann mich kein Song mehr so richtig begeistern…echt schade Jungs hier wäre eindeutig mehr drin gewesen!!
Anspieltipps:
Selten viel es mir so schwer hier etwas zu nennen. Noch nicht mal das Titelstück überzeugt. Mit Abstrichen nenne ich hier mal “You gotta do what you gotta do” und “Ghost Story”.
Fazit :
Oh man Leute! Also mir blutet echt das Herz. So ein interessantes Album und dann wird die Freude durch die Leichtfertigkeit wie man hier mehr Punkte verschenkt hat, so zerstört! Denn Potential ist hier ganz eindeutig vorhanden, das merkt man den Jungs und den Songs absolut an. Aber man verpasst einfach den Songs die richtige Note zu geben, so dass sie einfach in den Gehörgängen rotieren. Und das ist auch das Hauptmanko der Scheibe. Heutzutage braucht man das einfach, um aus der Veröffentlichungsflut herauszustechen. Sonst wird das nix. Abwechslung und Ideenreichtum reicht da leider nicht aus.
Sorry TRANSNIGHT aber ich kann euch für euer Debütalbum echt nicht mehr als 4 Punkte geben…schade drum, wie schon gesagt hier wäre eindeutig mehr drin gewesen!
WERTUNG:


 

Trackliste:

01. Devils don’t wear plaid
02. The Dark Half
03. You gotta do what you gotta do
04. The System
05. Bite my shiny metal ass
06. False Prophets
07. Ghost Story
08. Lose your time
09. Suicide Box
10. M.O.H.N (Mistakes of Human Nature)
Julian