BATTERING RAM – Battering Ram

Band: Battering Ram
Album: Battering Ram
Spielzeit: 40:58 min
Stilrichtung: Hard Rock
Plattenfirma: Eigenveröffentlichung/Kingart Music Promotion
Veröffentlichung: 24.01.2020
Homepage: www.facebook.com/cutintwo

Ist progressive Musik nicht etwas, das unser Leben in diesem komplexen Zeiten noch schwieriger gestaltet? Ist Uptempo nicht eigentlich schlecht für den Nacken? Muss Gesang in einer Strophe wirklich aus mehr als einem verschiedenen ( o.o ) Ton bestehen? Es sind Fragen wie diese, die einem unweigerlich in den Kopf kommen, wenn man sich das nach dem Bandnamen betitelte Debutalbum der Schweden von BATTERING RAM zu Gemüte führt. 2017 gegründet, 2020 der erste Albumrelease, darauf zu hören gibt’s Hard Rock; die Art, die durch ihre simpel-effektive Art besticht, die Art, die absolut innerhalb der Grenzen des Genres bleiben darf, keine ausgefeilten Melodielines und Keyboards braucht und einfach durch coolen Sound und nette Arrangements gefällt. Der Sound von “Battering Ram” ist warm-trocken-definiert, der Gesang passt wie die Faust aufs Auge und wird an geeigneten Stellen mit einem konstruktiven Choruseffekt unterlegt.
Experimente wagt man mehr oder weniger absolut überhaupt gar keinste, verlässt sich auf eine starke Bandleistung, einen guten Groove, kurz gesagt, auf Arbeit im Sinne eines sehr guten Lehrbuchs.
Balladen gibt es keine, “Cut In Two” geht zumindest halbwegs in Uptempo-Richtung, viel BummZapp-Drumarbeit, viel Midtempo, Refrains mal ein wenig zu unspektakulär, mal interessant. Schlechte Ideen gibt es, soweit ich das beurteilen kann, nicht auf “Battering Ram”, abgesehen von minimalen Kritikpunkten wie dem merkwürdigen Halbton- statt Ganztonschritt im Refrain von “The Sign” und der tatsächlich nicht guten Idee, einen auf SABATON zu machen und – nur in diesem – Track das R peinlich zu rollen. Apropos rollen, von den Texten muss man nun auch nicht allzu viel erwarten. In “Coming My Way” flyt der Eagle, Dragons werden gechaset und Angels cryen, unterdess Sänger Johan Hallström nicht davon ablässt, zu rollen und rollen und rollen, während er aber auch fallt (hat musikalisch aber nix mit Power Metal am Hut).
Genug davon. Die Tracks auf “Battering Ram” sind allesamt mindestens korrekte Autofahrmucke mit keinen Tiefen und ein paar Höhen, zwischendurch steigt das Unterhaltsamkeitsniveau, beispielsweise bei “Scared For My Life” mit Eintonstrophe, leicht poppigem Gute-Laune-Chorus und Klassiker-Gitarrenmotiv gegen Ende, oder bei “Chase The Fire”, das nach 80er ALICE COOPER riecht, ein bisschen mehr aus sich herausgeht als die anderen Tracks und humorvoll-unterhaltsam daherkommt.

Fazit:
Kritik habe ich für all jene, für die sich die Attribute simpel und effektiv ausschließen. Kritik auch für all jene, die gerne mit jedem Album einen ganz neuen Blick auf Musik erlangen möchten, die Innovation erwarten und jedes Mal zucken müssen, wenn sie eine Melodiewendung hören, die sie schonmal gehört haben. Für alle anderen: klingt geil, verarbeitet die Genrekonventionen bestens, liefert genau, was man von einem Hard-Rock-Album erwartet. Zwei Punkte Abzug für fehlenden Mut – wer komplett safe fährt, kriegt auch keine Höchstpunktzahl. Klare Reinhörempfehlung nichtsdestotrotz. 8,24/10 Punkten.

Anspieltipps:
“I Will Come Alone”, “Chase The Fire”, “Scared For My Life” und “Coming My Way”

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Taking My Time
02. The Sign
03. Stronger Forever
04. I Will Come Alone
05. Chase The Fire
06. Scared For My Life
07. Coming My Way
08. Wanted Man
09. Cut In Two

Jannis

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