ARRAYAN PATH – Dawn Of Aquarius

Band: Arrayan Path
Album: Dawn Of Aquarius
Spielzeit: 63:38 min.
Stilrichtung: Power Metal
Plattenfirma: Pitchblack Records
Veröffentlichung: 17.11.2017
Homepage: www.facebook.com/arrayanpath

Es stellt sich ein trauriges “Alter was?”-Gefühl ein, wenn man ARRAYAN PATH auf Facebook sucht und feststellen muss, dass diese fantastische Band nicht einmal auf dreitausend Likes kommt. In stiller Hoffnung, dass sich dies mit dem neusten Release der Herren aus Sizilien ändern möge, hier ein paar lobende Worte (kritisierende sind aber auch verdammt schwer zu finden):
1997 gegründet haben ARRAYAN PATH inzwischen drei Alben und zwei Demos veröffentlicht. “Age of Aquarius” kommt mit einer beachtlichen Spielzeit von über einer Stunde, verteilt auf 13 Songs daher, sauber produziert, mit unkonventioneller Hinduthematik und einer Prise Humor – und ist nicht wirklich als Standard-Power-Metal-Album identifizierbar.
Ein leicht progressiver Charakter ist den Songs nicht abzusprechen, offenbart sich jedoch nicht in wilden Taktwechseln und überdominanten Synths, sondern schlicht in der musikalischen Kreativität dieses auf ganz eigene Weise absolut großartigen Werks. Schon der Opener, der nach einem ruhigen Intro direkt mal eine ihresgleichen suchende Strophe auffährt und seinen Höhepunkt im ganz leicht schlageresken Refrain findet, zieht akut in seinen Bann.
Der folgende Track, “The Flower Born Of Itself”, kann diesen Refrain sogar noch überbieten (Ohrwurmgarantie) und punktet zudem mit seiner Rock’n’Roll-Attitüde während der Strophen. Derweil macht sich, so könnte man meinen, das anschließende “Dark Daughter Of The Snake” dezent über DISTURBED lustig.
“The Hundred Names Of Kali Ma” entpuppt sich als das absolute Highlight der Platte. Dieser Refrain, der zum Teil absolut, zum Teil so gar nicht powermetallig erscheint, die tolle Strophenmelodie, der übergänsehautige leicht gesprochen wirkende Gesang im Mittelteil, der unglaublich gekonnt in den überaus dramatischen Endpart übergeht… Was soll’s, hört Euch das selber an, man kann es eh nicht angemessen beschreiben.
Weiter geht’s mit “So It Shall Be Written”, einem verhältnismäßig klassischen Power-Metal-Song, der ebenfalls ins Ohr geht und im Solo fröhlich den letzten Basic-Synth-Sound auspackt, und mit “Dawn Of Aquarius”, dessen Refrain man am liebsten auf Dauerschleife stellen möchte.
Ist zumindest die zweite Hälfte des Albums etwas schwächer? Nein, auch nicht. Alleine der ruhige Anfangspart von “Cremation Ground” mit den hervorragenden Sangeskünsten von Frontmann Nicholas Leptos ist ein Grund, das Album blind zu kaufen, ebenso wie der orientalisch anmutende Chorus. Und auch die übergute Halbballade “Guardian Angel” (Erkennt da am Anfang noch jemand BRITNEYs “Hit Me Baby One More Time” wieder?) sowie das hurtige “The Eleventh Mantra” mit seinem in den Vocals überraschend tief angelegten Chorus und seinem schönen Solopart halten das Niveau des Albums ohne Probleme. Weitere euphorische Ausführungen fehlen nur deshalb, weil sie leider den Rahmen dieser Rezension sprengen würden.

Anspieltipps: “The Hundred Names Of Kali Ma”, “Guardian Angel”, “The Eleventh Mantra”, “The Flower Born Of Itself” – anschließend eigentlich der ganze Rest.

Fazit: Bands wie ARRAYAN PATH braucht der Metal. Die Truppe aus Zypern vereint toll komponierte, unkonventionelle Power-Metal-Melodien mit einer enormen Liebe zum Detail und Können auf spielerischer sowie kompositorischer Ebene. “Dawn Of Aquarius” bietet nicht das, was man erwartet, wenn man nach traditioneller Power-Metal-Kost sucht. Es bietet mehr, ein ungeheuer facettenreiches kleines Gesamtkunstwerk mit sehr eigenem Sound ohne erkennbare Makel, das von vorne bis hinten einfach nur Spaß macht. Gebt dieser Band ein wenig Aufmerksamkeit!

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Equilibrium
02. The Flower Born Of Itself
03. Dark Daughter Of The Snake
04. The Hundred Names Of Kali Ma
05. So It Shall Be Written
06. She Who Is Primordial Wisdom
07. Dawn Of Aquarius
08. Cremation Grounds
09. Empress (Reality Of All The Threes)
10. Lotus Eyes
11. The Eleventh Mantra
12. Guardian Angel
13. Garland Of Skulls

Jannis

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