ARCHITECTS OF CHAOZ – (R)evolution

Band: Architects Of Chaoz
Album: (R)evolution
Spielzeit: 62:48 min.
Stilrichtung: Heavy Metal
Plattenfirma: Metal Ville
Veröffentlichung: 25.05.2018
Homepage: www.architectsofchaoz.de

Ähnlich wie einst schon der Lyriker TONY D mit seinem Epos „Hundert Metaz“ haben auch seine Landsleute von den ARCHITECTS OF CHAOZ erkannt, wie fresh doch ein Wort wird, wenn man das S an seinem Ende durch ein Z ersetzt. Trotzdem hier nun eine kleine Einschätzung. Wichtigster Fakt zuerst: Paul Di’Anno ist raus, Titta Tani ist drin. Wen von beiden man nun präferiert, bleibt wohl Geschmackzsache. Es lässt sich allerdings schwer bestreiten, dass “(R)evolution” vielseitiger ausfällt als der Vorgänger – und das mag unter anderem auch der stimmlichen Bandbreite von Tani zuzuschreiben sein, der munter zwischen böser Reibeisenstimme, tiefem Geshoute, klar gesungenen Passagen und, bestens hörbar im Prechorus von “A Moment Of Clarity”, auch mal gefühlvolleren Parts hin- und herwechselt und klanglich irgendwo zwischen Aders Fridén (IN FLAMES), Dave Mustaine und noch so einigen anderen einzuordnen ist.
Musikalisch bewegt man sich auf der mehr als eine Stunde langen Platte in klassischen Heavy-Metal-Sphären mit deutlicher Modern-Metal-Prägung. Während einige der 13 Songs, beispielsweise “Dead Again” mit seiner schönen Riffarbeit und dem tendenziell poppigen Chorus, schon sehr modern anmuten, besinnt man sich auf anderen Tracks wie “Pressure” doch auf die ältere Schule, was beides gleichermaßen gut funktioniert. Die Geschwindigkeitsverteilung ist recht ausgewogen. Zwischen schwer-schleppendem Gestampfe (“Farewell”) und knatternden Uptempo-Doppelbassparts findet sich jedoch zugegebenermaßen ein bisschen zu viel Midtempo. Das ist aber verkraftbar, praktisch keiner der Songs zieht ein Tempo von Anfang bis Ende durch. Stattdessen gibt es einen Haufen sehr vergnüglich flotter und teils echt grandioser Soli, die ein oder andere spannende Wendung im Mittelteil oder zwischendurch, wie bei “A Moment Of Clarity”, ein wenig thrashiges Geholze.
Besonders vielseitig gestaltet sich “The Pulse Of The Sun”, der letzte und mit sechs Minuten Spieldauer längste Track des Albums. Beginnend als Ballade schaukelt er sich immer weiter hoch, bietet in sich aber auch ein paar ruhigeren Parts Platz und ist diverser als manch doppelt so langer Track in Genres in seinem Umkreis.
Gut, ihren Safe Space verlassen die ARCHITECZ selten. Ein bisschen mehr Experimentierfreude hätte mit Sicherheit nicht geschadet, einige Refrains klingen etwas zu sehr nach einigen anderen Refrains und chronisches oberes Midtempo ist heilbar.
Doch was soll das Gemecker? Der Sound der ARCHITECTS OF CHAOZ funktioniert, einige Parts setzen sich ungemütlich schnell im Hirn fest und gerade in den Soloparts und der Gitarrenarbeit finden sich viele coole Extras, die das eh gelungene Album noch einmal aufzuwerten wissen. Dazu ne sehr ordentliche Produktion und ein starker Sänger. Kann man machen? Kann man machen!

Anspieltipps:
“A Moment Of Clarity”, “The Pulse Of The Sun”, “Hollow Years” und “Pressure”

Fazit:
Wer ARCHITECTS OF CHAOZ vor “(R)evolution” schon mochte, der sollte dem neuen Release der Jungs auf jeden Fall eine Chance geben. Wer sie bislang nicht mochte, sollte auf jeden Fall mal reinhören. Keine Keyboards, kein Kitsch, “(R)evolution” ist ordentlich gut gemachter moderner Heavy Metal ohne Schnick Schnack.

 

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Rise
02. Dead Again
03. Hitman
04. A Moment Of Clarity
05. All Play Dead
06. Century Of Cancer
07. Into The Fire
08. Hollow Years
09. Pressure
10. Farewell
11. No Way Out
12. Bloodrain Falls
13. The Pulse Of The Sun

Jannis

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