APPEARENCE OF NOTHING – In Times of Darkness

Band: Appearance of Nothing
Album: In Times of Darkness
Spielzeit: 54:33 min
Genre: Progressive Metal
Plattenfirma: Escape Music
Veröffentlichung: 22.03.2019
Homepage: www.appearanceofnothing.com

Mit APPEARENCE OF NOTHING meldet sich eine schon verschollen geglaubte Prog-Metal Band aus der schönen Schweiz auf der Bildfläche zurück. Die Truppe hatte zuletzt mit der starken Scheibe „A new Beginning“ aus dem Jahr 2014 von sich Reden, und danach rar, gemacht. Es wurde also wirklich Zeit für einen (würdigen) Nachfolger, der uns nun in Form von „In Times of Darkness“ vorliegt. Vor allem produktionstechnisch wurde geklotzt und nicht gekleckert: für die Aufnahmen der Gitarren wurde z.B. das Studio, sowie die Expertise im Metier, von Tommy Vetterli (Coroner) angeheuert. Das Mastering der Scheibe wurde in die Hände von Szene-Legende Jens Bogren gelegt. Das alles zahlt sich natürlich aus: „In Times of Darkness“ klingt entsprechend professionell und angenehm zeitlos. Das Alles nützt natürlich reichlich wenig, wenn die Musik nicht mithalten kann. Doch auch hier kann nur Gutes berichtet werden.

APPEARENCE OF NOTHING ziehen überraschend locker Ihren Stiefel durch, trotz einschneidender Besetzungswechsel an den Gitarren sowie der Tatsache, dass Bassist Omar Cuna nun auch den kompletten Gesang übernommen hat (!). Der Opener „Inside these Walls“, gibt mit seinen manchmal verschachtelten Riffs und den immer songdienlichen Melodiebögen den Ton vor. Das nachdenkliche „The black Sea“ wird durch elegante Gitarrenleads im Stile von Pink Floyds‘ David Gilmour aufgewertet, bevor brutale Growls den Song in eine völlig andere Richtung schieben. Abwechslung ist auf „Appearance of Nothing“ zwar Trumpf, aber denoch wird die Gesamtathmosphäre der Platte dem nie geopfert. Und dann sind da noch die Tracks, bei denen so illustre Gäste wie Devon Graves (Psychotic Waltz) oder Anna Murphy (Eluveite) der Band stimmlich unter die Arme greifen und für willkommene Farbtupfer sorgen. Zumindest mir persönlich gefallen allerdings jene Songs am besten, die ohne Zuhilfenahme von Gastmusikern eingespielt wurden: „Erase“ oder der grandiose Rausschmeisser „The Huntress“ z.B. sind perfekte Beispiele dafür, dass APPEARENCE OF NOTHING es eigentlich nicht nötig haben sich aussenstehende Hilfe zu holen um ihren Songs genug Überzeugungskraft zu verleihen. In einem Umfeld, in dem die Konkurrenz zunehmend beim Versuch sich gegenseitig auf technischem Niveau zu überbieten gnadenlos den musikalischen Inhalt Ihrer Scheiben zerlegt, tut es gut hin und wieder eine Band zu hören, die sich auf Ihr Kerngeschäft besinnt: gute Songs schreiben. Wenn die dann auch noch, so wie auf „In Times of Darkness“ handwerklich überzeugend dargeboten werden, ist die Prog Welt im Lot.

„In Times of Darkness“ kann ich getrost jedem Fan von ehrlichem, handgemachten Prog-Rock/Metal ans Herz legen. Es werden weder Geschwindigkeitsrekorde aufgestellt noch halsbrecherische Arrangement-Experimente auf den Zuhörer losgelassen. Stattdessen bieten APPEARENCE OF NOTHING eine knappe Stunde hochwertige Musik, die auch nach dem xten Durchlauf noch Laune macht und nicht abgedroschen klingt. Gutes Ding.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Inside these Walls
02. The black Sea
03. Storm
04. Erase
05. Deception
06. Disaster (Sweetest Enemy)
07. Lost
08. The Huntress

Mario

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