ANVIL – Pounding The Pavement

Band: Anvil
Album: Pounding The Pavement
Spielzeit: 45:27 min.
Stilrichtung: Heavy Metal
Plattenfirma: Steamhammer (SPV)
Veröffentlichung: 19.01.2018
Homepage: http://my.tbaytel.net/tgallo/anvil/

Wenn es das eine wahre Heavy-Metal-Lehrbuch geben sollte, haben ANVIL es gelesen. Das bestätigt “Pounding The Pavement”, das mittlerweile siebzehnte Album der vernachlässigten Legende, unwiderlegbar. Über zwölf Songs hinweg, verborgen hinter einem enorm geilen Oldschool-Cover, machen die Jungs mal wieder das, was sie am besten können: klassischen teutonischen Heavy Metal, der gerade hinsichtlich der Vocals von Steve “Lips” Kudlow gerne mal an die neueren ACCEPT und hinsichtlich der Songstrukturen und Arrangements immer wieder an MOTÖRHEAD erinnert.
Die Produktion des Albums ist dabei einwandfreier Träger des Sounds von ANVIl, druckvoll, klar, dabei jedoch nicht ohne eine gewisse rohe Ungeschliffenheit – kein Grund zum Klagen.
Erfreulicherweise klingt nicht nur der Sound des neusten Longplayers der Kanadier gut, auch musikalisch ist “Pounding The Pavement” oft geradezu erfrischend in seiner Traditionalität. Dass diese Band auch schon 41 Jahre auf dem Buckel hat, will man in Anbetracht von Tracks wie dem treibenden “Doing What I Want” mit seiner coolen Drumarbeit gar nicht wirklich glauben. Auch der instrumentale Titeltrack und das bangbare “Let It Go” machen ordentlich Laune, von den Rock’n’Roll-lastigen “Rock That Shit” und “Warming Up” ganz zu schweigen. Positiv fallen zudem diverse kleine Taktspielereien auf. Das trauen sich nicht viele Bands in diesem Genre, obwohl es, wie ANVIL beweisen, ein amtlicher Spaßfaktor wäre.
Klar, ein paar Schwachpunkte muss es geben. Der mit knapp sechs Minuten längste Track “Nannook Of The North” will trotz seines Storytellings nicht so recht zünden und bezieht seine Qualität eher daraus, dass der Refrain sehr verdächtig nach ZAPPAs “Don’t Eat The Yellow Snow” klingt. Auch “Bitch In The Box” und “World Of Tomorrow” sind handwerklich zwar makellos, hinterlassen aber nicht unbedingt einen bleibenden Eindruck. Nach 16 Alben und über 40 Jahren Bandgeschichte sei natürlich verziehen, dass ANVIL musikalisch nicht mehr explizit auf Innovationen aus sind, was generell dazu führt, dass einige der Tracks zwar Stimmung machen, aber nicht besonders hervorstechen. Nun, egal. Was ANVIL machen, machen sie konsequent wunderbar. Und angestaubt klingt ihr neuster Release nun wirklich nicht. “Pounding The Pavement” erfüllt wohl die Erwartungen jedes ANVIL-Fans: Handwerklich stabilster teutonischer Heavy-Metal mit schöner Rock’n’Roll-Schlagseite und beachtlich wenig Leerlauf.

Anspieltipps:
“Doing What I Want”, “Rock That Shit”, “Smash Your Face” und “Warming Up”

Fazit:
Die Aufnahmen von “Pounding The Pavement” müssen Spaß gemacht haben, das Anhören des Resultats macht ebenfalls Spaß. ANVIL haben mit ihrem neusten Streich das Rad ncht neu erfunden. Aber sie haben ein massives stählernes Rad geschmiedet, das, einmal angestoßen, kaum noch zu stoppen ist. Mit eisernen Stacheln dran, natürlich.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Bitch In The Box
02. Black Smoke
03. Doing What I Want
04. Don’t Tell Me
05. Ego
06. Let It Go
07. Nanook Of The North
08. Pounding The Pavement
09. Rock That Shit
10. Smash Your Face
11. Warming Up
12. World Of Tomorrow

Jannis

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