VANDOR – In The Land Of Vandor

Band: Vandor
Album: In The Land Of Vandor
Spielzeit: 60:34 min.
Stilrichtung: Power Metal
Plattenfirma: Germusica
Veröffentlichung: 25.01.2019
Homepage: www.facebook.com/Vandorband

Ich denke nicht, dass das nur mir so geht: Kleine Power-Metal-Bands, die unbedarft und gut gelaunt 90er/Anfang-2000er Power Metal spielen, so zusammengestellt sind, dass die Kompositionen live ohne Backing Track und lediglich mit fest zur Band gehörendem Keyboarder intoniert werden können, und die mit leichter Power-and-Glory-Naivität klassische Melodien des Genres zu etwas eigenem gestalten, sind mir persönlich unmittelbar sympathisch. VANDOR ist eine dieser Bands.
Die 2015 in Göteborg gegründete Truppe hat ihr Debutalbum fertiggestellt und beweist bereits auf diesem, dass sie nicht nur Potenzial besitzt sondern dieses in solch jungen Jahren auch bereits ziemlich gut zu nutzen weiß.
Produziert wurde “In The Land Of Vandor” von der Band selbst, Mix und Mastering erfolgte durch Jason Carter. Ganz auf der Höhe der Zeit klingt das Endergebnis nicht, das ist bei dem Stil der fünf Schweden aber nicht schlimm und eher dem Nostalgiefaktor dienlich. Die gut gesungenen Vocals hätte man allerdings tatsächlich etwas liebevoller produzieren können. Hier fehlt ein Echo- oder Hall-Effekt, der den Vocals mehr Wucht verliehen hätte.
Musikalisch: Hervorhebenswert ist der geschmackvolle Einsatz der Keyboards durch Keytarist Uno Rosengren. Der verzichtet darauf, jeden Lied zu einem Keyboardmassaker mit Bandbegleitung umzugestalten, was bei so manch anderer neuerer Power-Metal-Band doch oftmals ein harter Kritikpunkt ist. Dezente Synths im Hintergrund, gut platzierte Soli, eine spaßige Soundauswahl; mit seinem Spiel verleiht Uno “In The Land Of Vandor” eine anständige Würze, ohne das Ding zu versalzen. Ebenso der Bass (Alve Bjerde), der auch öfters mal in den Vordergrund darf und beste Arbeit leistet, zu überprüfen beispielsweise bei den MAIDENigen Bassläufen auf “Possessive Eyes”, das vergleichsweise rockig ausfällt und dessen Akustikversion am Ende des Albums unerwarteterweise sehr gut gelungen ist.
Auch sonst lassen VANDOR sich hinsichtlich des gegebenen Abwechslungsreichtums nicht lumpen. “With Bleeding Hands I Stand” ist eine kraftvolle Power-Metal-Ballade mit Wums, “The Land Of Vandor” feinster fröhlich-hurtiger Stoff ganz im Sinne von etablierten Vertretern des Genres wie POWER QUEST und “Serving Their Needs” überzeugt mit 6er-Takt auf 4er-Takt-Drums, leicht gothischem Background-Klaviermotiv und einer Mischung aus Melancholie und Positivität, die dem Gefühl nahekommt, dass einen ergreift, wenn man im Begriff ist, das letzte Stück Pizza zu essen.
Dazu kommt ein 14-Minuten-Song, der abwechslungsreich konzipiert ist und gelegentlich mit dem Taktmaß spielt (“Uncover The Earth”), mehr klassischer Power Metal mit coolem Solopart (“Wrath Of Night”) und noch ein paar weitere gelungene Tracks.
Klar, auch wenn zwischendurch modernere Züge durchkommen: “In The Land Of Vandor” ist nicht besonders innovativ und hat durchaus eine Menge Parts am Start, die eben dem Standard des Genres entsprechen. Dennoch wird der Freund klassischem Power Metals auf der Platte einige Überraschungen erleben und über eine Stunde Spielzeit doch zumeist sehr gut unterhalten sein. Schöne Sache, insbesondere für ein Debut!

Anspieltipps:
“Serving Their Needs”, “The Land Of Vandor”, “Possessive Eyes” und “Warriors Of Time”

Fazit:
Hoffentlich verfolgen VANDOR ihren Stil auf zukünftigen Veröffentlichungen weiter und verzichten auf den überproduzierten Discosound, dem momentan so viele verfallen. Handgemachter Power Metal älterer Schule, mit Freude gespielt und durchaus originell. Und bitte beachtet den Blick des Drachen auf dem Cover.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Dark Times
02. Wrath Of The Night
03. Beneath The Sky
04. Warriors Of Time
05. Possessive Eyes
06. Uncover The Earth
07. Serving Their Needs
08. With Bleeding Hands I Stand
09. The Land Of Vandor
10. In The Shadows
11. Possessive Eyes (Acoustic)

Jannis

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