TRIVIUM – The Sin And The Sentence

Band: Trivium
Album: The Sin And The Sentence
Spielzeit: 57:54 min
Stilrichtung: Metalcore, Modern Metal
Plattenfirma: Roadrunner Records/Warner Music
Veröffentlichung: 20.10.2017
Homepage: www.trivium.org

Mit neuem Drummer melden sich TRIVIUM endlich wieder in gewohnter Stärke zurück. Nach Matt Heafys Stimmproblemen und dem eher schwachen Album „Silence In The Snow“ ist die Band mit ihrem aktuellen Dreher „The Sin And The Sentence“ endlich wieder da, wo sie hingehört, im musikalischen Metal-Olymp.
Mit dem jüngsten Bandzuwachs Alex Bent am Schlagzeug ist wieder viel frischer Wind und vor allem viel Geschwindigkeit in die seit 1999 bestehende Band gekommen. Bent scheint die in letzter Zeit fehlende Leidenschaft wieder neu entfacht zu haben, denn TRIVIUM sind besser denn je zuvor. Endlich sind die Shouts wieder da, Riffs als reine Spielfreude, Uptempo… „The Sin And The Sentence“ ist eine Verneigung vor den Fans, die an TRIVIUM den Sound und vor allem die komplette Bandbreite von Thrash über Death Metal bis Metalcore lieben. Metallische Attitüde gemixt mit genialem Songwriting lässt das Fan-Herz höher schlagen.
Auf ihrem 8. Studioalbum kombinieren TRIVIUM alles, was die Band ausmacht. Auf „The Sin And The Sentence“ werden alle Elemente der vergangen Jahre seit Bandgründung mit enorm viel Feuer eingebracht und man spürt, dass TRIVIUM hier noch lange nicht am Ende ihrer Leistungsfähigkeit angekommen sind.
Schon der Opener und Titeltrack „The Sin And The Sentence“ zeigt, in welche Richtung es geht. Brachial und mit ein paar ordentlichen Screams zeigen Matt Heafy und Co. eindrucksvoll, dass sie wieder da sind und mit neuem Drummer in neuer Frische loslegen wollen und es auch können.
„The Heart from your Hate“ oder auch “Beyond Oblivion” zeigen, in welcher Liga sich TRIVIUM bewegen. Metallische Attitüde meets intelligente Songstrukturen. Perfekt abgestimmt und mit gefälligem Songwriting zeigen sich die beiden Titel des aktuellen Longplayers. Und falls das Gefühl einer Verschnaufpause aufkommen sollte, wird dieses sofort durch den brachialen Kracher „Betrayer“ zerstört. Mit Screams und Growls und doch auch melodischen Parts, die hier perfekt gemischt sind, lädt die Uptemponummer zum Circle Pit ein. Und wem das noch zu langweilig ist, der kann sich mit der folgenden Nummer „The Wretchedness Inside“ komplett wegballern lassen. Der härteste Song der Scheibe kommt mit fast durchgängigen Screams daher und erinnert ein wenig an die früheren Slipknot und mit „The Revanchist“ gibt es sogar progressive Anleihen. Kurz gesagt, TRIVIUM zeigen auf „The Sin And The Sentence“ ihr ganzes Spektrum und das macht das Quartett aus Florida auf genial-laute Weise. Man merkt dem aktuellen Dreher ganz deutlich die Detailverliebtheit in den Lyrics und Songstrukturen an. Wurden bei „Silence In The Snow“ die Lyrics erst kurz vor den Aufnahmen geschrieben, war die Band beim neuesten Werk intensiver und wesentlich besser vorbereitet. Zudem hat Basser Paolo Gregoletto die Songwriter-Zügel in die Hand genommen und Matt Heafy konnte sich ganz auf das Singen und shouten konzentrieren. Die sehr gute und frühe Vorbereitung – wie sie auch schon bei den Kracher-Alben „Shogun“ oder „In Waves“ erfolgreich war – hat auch hier funktioniert. Die euphorischen Fan-Reaktionen zum Video der ersten Single-Auskopplung des Titeltracks war gigantisch und hat die Band bestätigt. Innerhalb von nur 4 Wochen wurde das Video 2 Mio mal bei YouTube geklickt, Spotify vermeldete 1 Mio Streams dazu.
Einigen mag das neue Album „The Sin And The Sentence“ vielleicht zu abwechslungsreich sein, aber von einer Band, deren einzig verbliebenes Gründungsmitglied Sänger Matt Heafy ist, sollte man vielleicht nichts anderes erwarten. Vor allem das Drumkit scheint ein echter Schleudersitz zu sein, wenn man die häufigen Wechsel dort betrachtet. Bleibt zu hoffen, dass der gerade 25 Jahre alt gewordene Neuzugang Alex Bent der Band noch einige Zeit erhalten bleibt. Das Feuerwerk, welches er mit seinen Drums losstritt, verpufft nicht bei den übrigen Bandmitgliedern, sondern scheint ganz Trivium wieder zum Explodieren zu bringen. TRIVIUM haben sich nach dem eher schwachen Vorgänger mit „The Sin And The Sentence“ wieder ganz nach oben katapultiert und loten alle Spielarten des Thrash und Modern Metal aus. Man kann sich nur verneigen und das Werk genießen. Vielen Dank dafür, Jungs.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. The Sin And The Sentence
02. Beyond Oblivion
03. Other Worlds
04. The Heart From Your Hate
05. Betrayer
06. The Wretchedness Inside
07. Endless Night
08. Severe The Hand
09. Beauty In The Sorrow
10. The Revanchist
11. Thrown Into The Fire

Tänski

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