PAUL LAINE – The Long Road Back

Trackliste:

01. Love Me Or Leave Me
02. Don´t Let Me Go Tonite
03. Someday
04. Come Back To Me
05. Save Me Saturday Night
06. Her Name Is Trouble
07. Heaven And Earth Collide
08. Bad Habit
09. Kiss Me California
10. The Ones That Got Away
11. Now That You Don´t Love Me Anymore

Spielzeit: 45:36 min. – Genre: Hardrock – Label: Frontiers Records – VÖ: 25.09.2026 – Page: www.facebook.com/paullaineofficial

 

Es gibt viele grandiose Hardrock-Alben da draußen, Tonnen an Platten und CD´s, die sich immer wieder lohnen, gehört zu werden. Jeder hat da so seine Favoriten, die er im Grunde täglich hören könnte. Wenn es um Hardrock aus den Achtzigern geht, sind da sicherlich BON JOVI, MÖTLEY CRÜE oder die ganze Hair Metal Szene eine absolute Größe, wer aber etwas tiefer in die Materie eintaucht, landet ganz schnell bei Bands wie HARDLINE, FIREHOUSE, DANGER DANGER oder eben bei PAUL LAINE. Sein 1990 erschienenes Debüt „Stick It In Your Ear“ (Rezi HIER) hatte alles, was seinerzeit nötig war um voll durchzustarten. Energie bis zum Abwinken, überlebensgroße Melodien, eine Top Produktion – aber um die Geschichte kurz zu halten: es passierte nicht allzu viel und schon kurze Zeit später wehte ein anderer Wind im Rock Business.

In den Unzeiten für Melodic- und Hardrock erschien Mitte der Neunziger mit „Can´t Get Enuff) das zweite und bis dato letzte Soloalbum dieses begnadeten Sängers aus Kanada. 1993 stieg er bei DANGER DANGER ein und ersetzte den allseits beliebten Ted Poley. Eine alles andere als leichte Aufgabe. Und doch wusste PAUL LAINE mit seiner Stimme, seiner Performance und seiner Power zu überzeugen. Zehn Jahre währte diese Liaison – Originalsänger Poley kehrte schließlich zu den Amis zurück. 2016 formierte der umtriebige Frontiers Boss Serafino Perugino THE DEFIANTS, indem er die alten Kollegen Paul Laine, Bruno Ravel (DANGER DANGER) mit Rob Marcello (der ebenfalls kurze Zeit bei DD weilte) und Van Romaine zusammenführte. Drei Alben entstanden unter diesem Banner.

Jetzt ist also die Zeit reif für ein drittes Solowerk von PAUL LAINE. Auch hier ist sein alter Weggefährte Bruno Ravel mit von der Partie. Es soll ein Blick zurück in die eigene Vergangenheit sein, so der Sänger – das suggeriert auch der Albumtitel sofort. Doch dieser Blick in den Rückspiegel ist nicht so einfach – 1990 war einfach eine komplett andere Zeit. Alleine das Ritual und die Wege, neue Musik zu entdecken war anders. Kein Youtube, kein Spotify, höchstens MTV. Die Chancen dort auch wirklich gespielt zu werden waren ungefähr so groß wie heutzutage auf den einschlägigen Format-Radiosendern gespielt zu werden. Es gab Plattenläden in denen man vom bestens informierten Mitarbeiter die neuesten Schätze zum Probehören in die Hand gedrückt bekam oder ein gleichgesinnter Mitschüler erzählte von einer neuen Band. Heute kann jeder Musik veröffentlichen und muss dafür nicht mal viel können – leider.

Aber zurück zu PAUL LAINE und seiner neuen Platte: natürlich ist der Kanadier ein außergewöhnlicher Sänger, ein toller Komponist und nebenbei hat er mit Bruno Ravel die Produktion selbst übernommen. Aber reicht das heute noch um aus der Masse an Releases herauszustechen? Eines ist sicher: diese Stimme sticht immer und aus allem hervor! Die Songs klingen modern und greifen doch die Melodiebögen des Solo-Debüts auf.

Stücke wie „Love Me Or Leave Me“, „Don´t Let Me Go Tonite“, „Save Me Saturday Night“ oder ruhige Momente bei „Someday“ haben alles was PAUL LAINE-Fans aus jeder Ära begeistern dürfte. Das harte „Her Name Is Trouble“ ist nicht nur eine willkommene Abwechslung sondern zählt zu den besten Songs der Platte. „The Long Road Back“ ist nach eigenen Aussagen eine sehr persönliche Reise zurück in die eigene Vergangenheit. PAUL LAINE liefert tolle Songs, das steht außer Frage. Allerdings klingt manches nach seiner anderen Wirkungsstätte THE DEFIANTS. Wenn das in Ordnung geht, dann ist „The Long Road Back“ ein erstklassiges Hardrock-Album von einem Sänger der schon damals viel erfolgreicher hätte sein müssen. Welcome Back Paul!

Stefan