01. Intro
02. Out Of Time
03. Last Goodbye
04. NAKED
05. Salt & Mercury
06. Where I Belong
07. Letting You Go
08. Diverged
09. She Never Sleeps Alone
10. The Silence Of The Lambs
11. Apertura
12. Ukiyo
Spielzeit: 40:35 min – Genre: Electronic Rock – Label: Eigenveröffentlichung – VÖ: 08.08.2025 – Page: www.facebook.com/shapeofwatermusic
SHAPE OF WATER hatten wir ja schon ein, zweimal in der Garage. Warum nicht nochmal, anlässlich der Veröffentlichung ihres dritten Albums namens „Petrichor“? Das Duo sieht aus, als käme es aus Berlin, kommt aber aus Manchester und macht seit 2015 unter dem jetzigen Bandnamen was mit Rock und viel Elektronik. Im Grundfeeling irgendwas zwischen melancholisch und schön, manchmal wütend, oft nachdenklich, und musikalisch mit einer eindeutigen „Ich mach was ich will“-Attitüde.
Soundtechnisch ist „Petrichor“ stabil. Klar, SHAPE OF WATER arbeiten mit vielen unterschiedlichen Sounds und auch Drums und Bass klingen von Song zu Song unterschiedlich. Da kann es dann auch mal besser und mal schlechter gelungene Sounds geben, beispielsweise knallen die Drums in „Last Goodbye“ zu wenig. Aber im Großen und Ganzen passt und klingt das alles schon sehr gut, mindestens auf dem Niveau der Vorgängeralben. Erfreulicherweise gibt es auch jede Menge Musikvideos zum neuen Album, bei denen aber ein guter Teil KI ist, und wie schon so oft gesagt: Die Band, die ihre Videoproduzenten durch KI ersetzt, hat es verdient, dass ihre Musik durch KI-Musik ersetzt wird. So. Zurück zu den guten Seiten von dem Ding.
In musikalischer Hinsicht ist „Petrichor“ wild. Da gibt es keinen Song, der klingt, wie ein anderer. „Out Of Time“ ist sehr elektronisch, melodiegetragen, melancholisch, hypnotisch, „Last Goodbye“ ist noch elektronischer und wirklich speziell auf eine gute Art und Weise. „NAKED“ erweist sich ebenfalls als tanzbar (inklusive Clap-Snare), bevor „Salt & Mercury“ dann einfach mal praktisch nicht elektronisch und einfach straight schrammelnder Rock ist. „Letting You Go“ hat ein merkwürdiges Klangbild und eine lächerlich auf schön gebürstete Melodieführung, aber funktioniert absolut. Und „Diverged“ ist letztendlich Dark Cinematic Lounge Rock. Nachdem „The Silence Of The Lambs“ dann nochmal eine Schippe experimenteller ist und für mich als einziger Song auf der Platte nicht so ganz funktioniert, gibt es dann mit „Apertura“ noch einen sehr vielseitigen Höhepunkt und mit „Ukiyo“ einen sehr ruhigen und stimmungsvollen Endtrack.
Ja, für Puristen ist „Petrichor“ nichts, waren SHAPE OF WATER ohnehin noch nie. Aber ihr Ignorieren von Genre-Grenzen und -Konventionen macht ihr neustes Album zu einer spannenden und unvorhersehbaren Geschichte, bei der nahezu jeder Song etwas zu bieten hat, was man nicht von ihm erwartet hat, aber geil findet, jetzt wo es da ist. Dazu ein gutes Melodie-Writing und ein Händchen für coole elektronische Sounds – „Petrichor“ mag das bislang stärkste Album des Duos sein, und auf jeden Fall ist es ein sehr starkes Album!
Fazit:
Irgendwie war der letzte Absatz schon ein ziemlich aussagekräftiges Fazit.
Anspieltipps:
„Out Of Time“, „Letting You Go“, „Salt & Mercury“, „Apertura“ und „Ukiyo“
Jannis








