SONS OF APOLLO – MMXX

Band: Sons Of Apollo
Album: MMXX
Spielzeit: 58:41 min
Stilrichtung: Progressive Metal
Plattenfirma: Inside/Out Music
Veröffentlichung: 17.01.2020
Homepage: www.sonsofapollo.com

Nach einem starken Debüt und einer wirklich auf vielen Ebenen überzeugenden Live-Konserve legen die SONS OF APOLLO nun ihr zweites reguläres Studioalbum beim Genre-Spezialisten Inside/Out vor. Die Mannschaft hat sich nicht verändert – nach wie vor sorgen Mike Portnoy und Billy Sheehan für das fette Rhythmusfundament über das Portnoys Bruder im Geiste, Keyboarder Derek Sherinian, sowie Gitarrist Ron „Bumblefoot“ Thal Ihre aberwitzigen Sounds und Licks legen. Laut eigener Aussage möchten die Jungs ihre Musik nicht als Prog (Metal) verstanden wissen – man sieht sich eher in der Tradition von Classic Rock Grössen wie Van Halen oder Rainbow. Was die Kompaktheit und Eingängigkeit der Songs angeht, kann man das nicht ganz von der Hand weisen. Dass die Jungs aber spielerisch auch weiterhin nichts anbrennen lassen und sich technische Kabinettstückchen am laufenden Band aus dem Ärmel zaubern dürfte aber auch klar sein.

Wie auch schon auf der Live-Auslese „Live With The Plovdic Psychotic Symphony“ zeigt Sänger Jeff Scott Soto, dass er den SONS OF APOLLO sein Markenzeichen aufdrücken kann. Dies gelingt auf „MMXX“ vorwiegend durch eingängige Refrains, die wunderbar in den megafetten Soundteppich eingebettet sind. Gewohnt druckstark kommen Songs wie der knallige Opener / die erste Single „Goodbye Divinity“ oder das nicht minder packende „Wither To Black“ aus den Boxen. Mehr noch als auf dem ersten Album präsentiert die Band sich als verschworene Einheit – die vielen Live-Auftritte haben definitiv ihre positiven Spuren hinterlassen. Interessant ist wie elegant die Recken Ihren Vorbildern, mal mehr, mal minder subtil, ihren Tribut zeigen: in „King of Delusion“ zollt Portnoy seinen Faves Opeth Respekt und wildert relativ ungeniert in deren Gefilden. Kollege Thal versteckt seine Liebe zu Jeff Beck da schon etwas dezenter in einigen geschmackvollen Licks im Intro zu „New World Today“. Insgesamt kann man feststellen, dass sowohl die Produktion dieser neuen Scheibe, als auch das Songwriting erstklassig sind und dabei helfen sollten die SONS OF APOLLO fest und langfristig im Genre zu etablieren. Als Anspieltipps möchte ich das bereits erwähnte „Wither To Black“ und das geile „New World Today“ anmerken, die alle Trademarks der Truppe vereinen und deren Ohrwurmrefrains nach wenigen Durchgängen nicht mehr aus dem Kopf gehen.

Wie schneidet die Platte (die als 2CD Mediabook, Standard CD, Gatefold LP (+CD) und Digitales Album erscheint) denn nun in der Endabrechnung ab? Ein wenig hadere ich ja mit der Vorhersehbarkeit der Scheibe: wuchtiger Opener mit epischem Intro? Check. melancholische Piano-Ballade? Check („Desolate July“). „Progiger“ Longtrack mit frickeligen Instrumental-Passagen zum Abschluss? Check. Das ist mir alles einen Tacken zu kalkuliert und leider nur wenig mutig. Und genau das hätte ich mir von einer Truppe von diesem Format eigenlich gewünscht. Stattdessen gibt es mit „MMXX“ ein (sehr starkes) Album ohne wirkliche Überraschungen oder irgendwelche Ecken und Kanten. Dass das Songwriting allerdings auf sehr hohem Niveau angesiedelt ist sollte hierbei natürich nicht verschwiegen werden und Tracks wie „Wither to Black“ oder das mächtig walzende „Asphyxiation “ sind ordentliche Dampfwalzen mit packenden Hooklines die einfach mächtig Laune machen. Alles in Allem hat Album Nummero Zwo defintifv mehr Substanz als der Vorgänger und überzeugt somit dann am Ende doch noch vollends.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Goodbye Divinity (07:15)
02. Wither To Black (04:44)
03. Asphyxiation (05:07)
04. Desolate July (05:58)
05. King Of Delusion (08:48)
06. Fall To Ascend (05:06)
07. Resurrection Day (05:51)
08. New World Today (15:50)

Mario

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