SABATON – The Great War

Band: Sabaton
Album: The Great War
Spielzeit: 38:24 min
Stilrichtung: Power Metal
Plattenfirma: Nuclear Blast
Veröffentlichung: 19.07.2019
Homepage: www.sabaton.net

Mit „The Great War“ schicken uns SABATON in ihren neuesten Bombenhagel. Dieses Mal geht es musikalisch um den Ersten Weltkrieg, ein Thema, welches aus dem Hause SABATON eigentlich schon längst überfällig ist. Was uns die Jungs aus dem schwedischen Falun mit „The Great War“ um die Ohren ballern, ist wieder typisch SABATON. Power Metal vom Feinsten im SABATON-eigenen Stil. Wiedererkennungswert 1A. Allerdings ist genau das stellenweise auch etwas das Problem des mittlerweile 9. Studioalbums. Wie schon so oft muss sich SABATON auch hier die Kritik gefallen lassen, dass wenig Neues kommt. Der Balanceakt, Neues einzubringen und sich dabei nicht zu verlieren, schon viele Bands scheitern lassen, trotzdem würde es SABATON ganz gut zu Gesicht stehen. Nichtsdestotrotz haben die Schweden mit „The Great War“ stimmiges Stück Musik geschaffen, dem eben nur etwas mehr Abwechslung fehlt.
Auch wenn der Opener „The Future Of Warfare“, der sich mit der Entwicklung und zunehmenden Bedeutung von Panzern beschäftigt, doch etwas anders und Joakim Brodéns Stimme in den Strophen deutlich tiefer klingt, trägt der Refrain wieder das eindeutige SABATON-Signature. Auch „Seven Pillars Of Wisdom“ klingt wieder so derart nach SABATON, dass er schon fast in der x-Beliebigkeit verschwindet, wäre da nicht der überaus ohrwurmtaugliche Refrain. Gerade nochmal so die Kurve gekriegt, Jungs. „Devil Dogs“ ist dann wieder so übertrieben SABATON-klebrig, dass man direkt beim ersten Durchgang mitgröhlen möchte. Hier kann man sich schon die Live-Performance vorstellen, Kleber hin oder her.
Tatsächlich eines meines Highlights ist „The Red Baron“, wie der Name schon sagt, dem legendären Flieger Manfred von Richthofen gewidmet. Die schrägen Hammond-Akkorde im Intro des Liedes leiten es sehr schön passend ein und das langgezogene ‚Higheeeer‘ im Refrain passt perfekt zu Joakims Stimme. Obwohl auch hier wieder hundertprozentig SABATON drin steckt, ist der Song ein kleiner positiver Ausreißer. Gerne mehr davon!
Der Titeltrack „Great War“ ist wieder mitreißend episch und wird mit Sicherheit auch live überzeugen. Das Riffing ist ein echter Hinhörer und man will sofort die Luftgitarre auspacken. Während „A Ghost In The Trenches“ und „Fields Of Verdun“ nicht viel Neues zu bieten haben, aber durchaus mitreißend und mit ausreichend Ohrwurmcharakter ausgestattet sind, wird mit dem balladesken „The End Of The War To End All Wars“ tatsächlich mal was wirklich neues ausprobiert. Opulent ausgestattet, mit Chorgesängen und Streichern unterlegt, ist den Schweden hier ein kleines Meisterwerk gelungen. Einer der Besten Songs des Albums und mit knapp 5 Minuten das längste Stück auf „The Great War“. Den Abschluss des knapp 39-minütigen Werkes bildet „In Flanders Fields“. Ein vertontes Gedicht, welches durch einen geschulten Chor einen fast sakralen Moment des Innehaltens bietet. SABATON haben nicht zuviel versprochen, als Joakim verkündete, dass ‚am Ende des Albums ein ganz besonderer Song steht‘. Ein toller Abschluss für ein sehr gutes Album.
SABATON bieten luftigen Power Metal zu nicht immer leicht verdaulichen Themen. Dies gilt ganz besonders für das Thema des Ersten Weltkriegs. Aber auch hier schaffen die Schweden einen einzigartigen Geschichtsunterricht, stellen hier und da provokante Fragen (z.B. „Seven Pillars Of Wisdom“) und betreiben Geschichtspflege gegen das Vergessen.
Und wem es noch nicht geschichtlich genug in „The Great War“ zugeht, kann sich die „History Edition“ zulegen. In der ca. 4 Minuten längeren Limited Edition wird jeder Titel mit gesprochenen Passagen zu den entsprechenden historischen Begebenheiten eingeleitet.
Ansonsten bietet „The Great War“ alles, was das SABATON-Fanherz begeistert. Auch wenn es für mich ruhig noch ein paar mehr Spielereien mit neuen Stilen sein enthalten könnte, haben SABATON ein gelungenes und in sich stimmiges Werk geschaffen. Auf die Live-Interpretation freue ich mich jetzt schon und verbleibe bis dahin mit einem fröhlichen „… noch ein Bier!“.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. The Future of Warfare
02. Seven Pillars of Wisdom
03. 82 nd All the Way
04. The Attack of the Dead Men
05. Devil Dogs
06. The Red Baron
07. Great War
08. A Ghost in the Trenches
09. Fields of Verdun
10. The End of the War to End All Wars
11. In Flanders Fields

Tänski

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