RAGE – Reign Of Fear

Band: Rage
Album: Reign Of Fear
Spielzeit: 106:12 min
Stilrichtung: Heavy Metal
Plattenfirma: Dr. Bones Lethal Recordings
Veröffentlichung: 30.06.2017
Homepage: www.rage-official.com

Nachdem der RAGE-interessierte Metaller hier vor einigen Tagen bereits die Rezension zum Re-Release von „Prayers Of Steel“ lesen durfte (damals noch unter dem Bandnamen AVENGER veröffentlicht), folgt nun Album Nr. 2 der Herner. Ebenfalls remastered von Marco Rodriguez, dem aktuellen Gitarristen von RAGE und ebenfalls als Doppel-CD mit massig Bonusmaterial in Form von Pre-Production-Liveaufnahmen und einigen Demosongs.
Der Sound überzeugt, wie schon bei „Prayers Of Steel“, auf voller Länge und schafft ein weiteres Mal den Spagat zwischen authentischem Gerumpel und Geschrammel und druckvoller Klarheit. Das klingt dann natürlich nicht hundertprozentig zeitgemäß, passt aber zu den 1985er RAGE exorbitant gut.
Während so weit alles von der AVENGER-Veröffentlichung recht vertraut anmutet, kann man das von den Songs nur begrenzt behaupten. Dass RAGE zu Anfang ihrer Karriere noch auf musikalischem Selbstfindungskurs waren, wird ab Track 1 deutlich. War das Debutalbum über weite Teile melodischer und leicht klischeehafter Glory-and-Satan-Heavy-Metal, wagt man sich bei „Reign Of Fear“ über die Genregrenzen ein Stück weit hinaus. Vom Midtempo-Banger („Raw Energy“) über gnadenlosen Vollspeed („Echoes Of Evil“) bis hin zum bösen Titeltrack wird dem Hörer eine breite Palette an Facetten geboten. Auch Elemente aus dem Thrash oder frühen Black Metal finden hier Einzug (Keiner kann sagen, dass „Reign Of Fear“ nicht von VENOM und MERCYFUL FATE beeinflusst sei) und werden gekonnt mit dem klassischen Heavy Metal des Vorgängeralbums kombiniert, der natürlich nach wie vor die Grundlage des Longplayers ausmacht. Zur Härte des Albums trägt gerade Peavy seinen Teil bei. Der hat es sich vor Beginn der Aufnahmen scheinbar zur Aufgabe gemacht, aus seiner Stimme das Allerletzte herauszuholen und hat seitdem selten eine solche stimmliche Vielfalt an den Tag gelegt. Roh, aber jederzeit auf den Punkt und Ton getroffen KING-DIAMONDet sich Herr Wagner durch „Reign Of Fear“ und wertet das musikalisch ohnehin schon von Grund auf gelungene Album nochmal ein gutes Stück auf.
Die Bonusdisk dient auch an dieser Stelle wieder als kleines Schmankerl, das wohl vor allem den Fans Freude bereitet, die „Reign Of Fear“ sowieso bereits im Regal haben. High-End-Sound ist das eher nicht, dafür aber ein schönes Relikt aus der Zeit, als RAGE noch keine der größten deutschen Metalbands waren. Und die zwei bislang unveröffentlichten Tracks will man auch nicht von der CD-Player-Kante stoßen.

Anspieltipps:
„Reign Of Fear“, „Raw Energy“, „The Scaffold“ und „Deceiver“

Fazit:
„Reign Of Fear“ ist generell eines der Alben, die man anmacht, nachdem man (das ebenfalls großartige) „Ghosts“ durchgehört hat und sich zur Abwechslung wieder mal ein wenig auf die Fresse wünscht. Abgesehen davon ist es auch eins der Alben von RAGE, die man aufgrund ihrer musikalischen Qualität und Vielseitigkeit ohne Einschränkung empfehlen kann – gerade den Fans der Band, die bislang keinen klareren Einblick in die frühe Schaffensphase der Jungs hatten.

 

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

Disc 1:
01. Scared To Death
02. Deceiver
03. Reign Of Fear
04. Hand Of Glory
05. Raw Energy
06. Echoes Of Evil
07. Chaste Flesh
08. Suicide
09. Machinery
10. The Scaffold

Disc 2:
01. Echoes Of Evil
02. Scared To Death
03. Raw Energy
04. Suicide
05. Tough Like Leather
06. Hand Of Glory
07. Reign Of Fear
08. Chaste Flesh
09. Stay Wild
10. Mirror
11. The Scaffold
12. Down To The Bone
13. Depraved To Black

Jannis

 

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