Konzertbericht: Avantasia

AVANTASIA MOONGLOW Worldtour Live in Oberhausen

„Ohne Scheiß, wir spielen heut das ganze Zeug, das neue Zeug, das alte Zeug, das lange Zeugs, das kurze Zeug, das geile Zeug und das langweilige auch …“
Tobias Sammet, federführender Frontman und Häuptling des Avantasiatrosses, weiß zu unterhalten, eine der vielen Ursachen, warum sein Projekt von Jahr zu Jahr erfolgreicher wird.
Über fünftausend Fans haben sich am 14. April in der Oberhausener KöPi Arena eingefunden, bereit jede Note ihres Idols abzufeiern und es sei vorweggenommen, es werden sehr, sehr viele Noten gespielt.
Drei Stunden Heavy Symphonien sind anberaumt und lassen zur Freude des Auditoriums, keine Vorband zu.
Pünktlich um 20 Uhr fällt der Vorhang und nimmt mit „Ghost in the Moon“ seinen unaufhaltsamen Lauf, die zum größten Teil mit allen möglichen Avantasia Shirts bekleidete Menge flippt aus ,… glaubt sie zumindest.
Denn Ausflippen ist Ansichtssache und die Sichtweise was das angeht, ist von Tobias Sammet eine ganz andere. Die erste Unterbrechung wird vom Entertainer dahingehend genutzt, die Crowd so richtig anzustacheln und ihr klarzumachen, dass er nicht weniger als die absolute Unterstützungslautstärke akzeptieren würde – und siehe da, jetzt ist es wirklich laut.
Das Bühnenbild, die große Bühne in Oberhausen lässt es zu, sie komplett aufzubauen, ist natürlich im Stile des Cover Artwork der Avantasiascheiben gehalten und lässt auf zwei Ebenen genügend Raum, den die Band und ihre zahlreich zu erwartenden Gastsänger gefordert sind zu nutzen.
Als erster Vertreter des Gastvocalzirkusses darf Pretty Maids Shouter RONNIE ATKINS die Songs „Starlight“ und „Book of Shallows“ veredeln und beweist eindrucksvoll, dass er zurzeit wieder ordentlich bei Stimme ist.
Ihm folgend, betritt Jørn Lande, mit aktueller Kurzhaarfrisur, die Bühne, um das grandiose zwölfminütige Meisterwerk von Moonglow „The Raven Child“ sowie „Lucifer“darzubieten. Erneut beweist Lande, dass es für diese Art Songs kaum einen Besseren zu finden gibt, hier stimmt alles perfekt, der Norweger ist und bleibt eine Bank.
Richtig stolz wirkt Mastermind Sammet bei der Ankündigung von Gesangsikone GEOFF TATE als er nicht müde wird, wie sehr beeinflussend sein Wirken mit seiner Ex-Band Queensryche auf unzählige Bands gewesen sei. Auch Tate weiß in den Songs “Alchemy“ und „Invincible“ komplett zu überzeugen und hat nicht viel von seiner Strahlkraft verloren. Überhaupt dürfen wir bei ihm gespannt sein, welche Form seine aufsteigend Karriere in Zukunft noch annimmt.
Seit den Gründungstagen von Avantasia mit dabei ist der vielseitige Ausnahmegitarrist Oliver Hartmann, dem der folgende Vocalpart in „Reach out for the Light“ zugedacht ist und den er wie gewohnt bravourös meistert.
Die einzige Coverversion in der bisherigen Geschichte Avantasias ruft ERIC MARTIN auf den Plan, der „Maniac“ der Halle förmlich entgegenschleudert und seine Klasse auch in „Dying for an Angel“ beweist.
Den Reigen an außergewöhnlichen Gastsängern komplettiert der 71-jährige BOB CATLEY für den Songs wie „The Story ain´t over“ und „Mystery of a Blood Red Rose“ nahzu maßgeschneidert sind
Aber nicht alleine die Menge an Klasse Sängern bereitet den Boden für ein wahrlich außergewöhnliches Konzertereignis, auch die Band selbst zeigt bei der sich noch ziehenden Welttournee eine spürbare Spielfreude, sei es Sascha Paeth (Gitarre und Produzent) oder Michael Rodenberg (Keyboard) und nicht wenige Anwesende des Abends werden sich gefragt haben, wie Schlagzeuger Felix Bohnke diese über dreistündige Tortur über Wochen taktvoll und auf den Punkt überstehen will.
Tobias Sammet steht in dem Ruf genau zu wissen, wie was zu funktionieren hat, um erfolgreich zu werden. An diesem Abend beweist er es eindrucksvoll, denn die KöPi Arena steht nach sagenhaften dreieinhalb Stunden Spielzeit und immer wieder eingefordertem Mitziehen am Ende völlig Kopf.
Im großen abschließenden Finale dürfen wir die gesamte Gesangsarmada noch einmal komplett mit dem Song „Farewell“ genießen, bevor der Abend im Konfettiregen endet.
Am 14. April 2019 in Oberhausen hat Sammet viel eingefordert, von der Band, dem Publikum und letztendlich auch von sich selbst, um am Ende zufrieden sein zu können.
AVANTASIA rockt!

Setlst Oberhausen:
1 Ghost in the Moon
2 Starlight ( with Ronnie Atkins)
3 Book of Shallows ( with Ronnie Atkins)
4 The Raven Child ( with Jørn Lande)
5 Lucifer ( with Jørn Lande)
6 Alchemy ( with Geoff Tate )
7 Invincible ( with Geoff Tate)
8 Reach out for the Light ( with Oliver Hartmann)
9 Moonglow (with Adrienne Cowan)
10 Maniac (with Eric Martin)
11 Dying for an Angel (with Eric Martin)
12 Lavender (with Bob Catley)
13 The Story Ain´t Over (with Bob Catley)
14 The Scarecrow (with Jørn Lande)
15 Promised Land (with Jørn Lande /Eric Martin)
16 Twisted Mind (with Geoff Tate /Eric Martin)
17 Avantasia (with Geoff Tate)
18 Let the Storm Descend Upon You (with Jørn Lande /Ronnie Atkins)
19 Master of the Pendulum (with Ronnie Atkins)
20 Shelter from the Rain (with Bob Catley)
21 Mystery of a Blood Red Rose (with Bob Catley)
22 Lost in Space
Encore
23 Farewell (with Adrienne Cowan)
24 Sign of the Cross / The Seven Angels (with everyone)

Rüdiger König

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