KNIGHT AREA – Heaven And Beyond

Band: Knight Area
Album: Heaven And Beyond
Spielzeit: 62:32 min
Stilrichtung: Progressive Metal / Neo-Prog
Plattenfirma: Butler Records
Veröffentlichung: 10.02.2017
Homepage: www.knightarea.com

Die bereits seit 2004 aktiven Niederländer KNIGHT AREA waren mir bisher kein Begriff – umso erfreuter bin ich die Band nun durch Ihr mittlerweile 6. reguläres Studioalbum entdeckt zu haben. Mag der recht oberflächliche Promo-Zettel noch hauptsächlich von Neo-Prog und entsprechenden Einflüssen wie Camel oder Genesis sprechen, so passen die Jungs auf „Heaven And Beyond“ doch am ehesten in die (seichtere) Prog Metal Ecke. Was wohl vor allem an Gitarrist Mark Bogert liegt, der der Band seit seinem Einstieg 2012 eine etwas härtere Kante verpasst hat. Soviel vorweg: KNIGHT AREA liefern mit dem in zweijähriger Arbeit entstandenen Album einen echtes Highlight ab.

Gleich zu Beginn lässt der ungemein fette und transparente Sound der Platte aufhorchen. Der Opener „Unbroken“, flankiert von luftigen Gitarrenriffs und in ein fettes Drum/Bass Fundament eingebettet, bietet Sänger Mark Smit gleich die besten Voraussetzungen seine hochmelodischen Parts zu intonieren. Weiter geht es mit dem nicht minder starken, durch eine maßgeschneiderte Hookline veredelten „Dreamworld“, bevor in „The Reaper“ die ersten Dream Theater Parallelen auszumachen sind. Zur modernen Inkarnation von DT allerdings. Diese sind in dem eleganten Titeltrack noch stärker vertreten, vor allem in der Melodieführung. Was soll ich sagen? Mir gefällt die Interpretation dessen, was DT seit 4 Alben versuchen, bei KNIGHT AREA um einiges besser. Denn die Jungs verstehen es einfach, melodische Songs in rockigere Arrangements zu packen (was den großen US Paten im Gegenzug leider ein ums andere Mal misslingt). Dass „Heaven And Beyond“ dann auch noch eine viel bessere Produktion hat, hilft natürlich auch … Wir wollen es mit den Vergleichen aber nicht übertreiben, denn KNIGHT AREA haben durchaus Ihren ganz eigenen Sound. In diesem sind zwar auch Menge Saga oder traditionell britische Neo-Prog herauszuhören. Doch es klingt zu keinem Moment wie ein blasser Abklatsch. Nicht alles auf „Heaven And Beyond“ hat das Niveau der angesprochenen Tracks: das durchschnittliche „Saviour Of Sinners“ sowie das belanglose, beinahe schon nervige Instrumental „Eternal Light“ hatte man sich sparen können. Besonders löblich ist allerdings, dass nicht wie üblich das Ende des Albums mit Füllmaterial gestreckt wird. Mit dem abwechslungsreichen Prog Spektakel „Twins Of Sins” und der klasse Ballade „Memories“ (in der die Band ganz dezente Journey Referenzen einflechtet) sind einige der stärksten Tracks sogar ganz ans Ende gestellt.

Wer auf „entspannten“ Prog Metal/Rock irgendwo zwischen den allgegenwärtigen Dream Theater, Saga und Marillion steht, sollte sich das neue Album von KNIGHT AREA definitiv auf dem Einkaufszettel schreiben. Bei „Heaven And Beyond“ handelt es sich zwar um keinen Meilenstein des Genres, aber die Platte macht dennoch mehr Spaß als das Gros der Veröffentlichungen in diesem Sektor der letzten Jahre (zumal sich auch die Produktion mehr als hören lassen kann). Ein Prog Highlight des noch jungen Jahres.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Unbroken
02. Dreamworld
03. The Reaper
04. Box Of Toys
05. Starlight
06. Heaven And Beyond
07. Saviour Of Sinners
08. Eternal Light
09. Twins Of Sins
10. Tree Of Life
11. Memories

Mario

 

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