707 – 707 / The Second Album / Mega Force (Re-Releases)

Band: 707
Album: 707 / The Second Album / Mega Force (Re-Releases)
Spielzeit: /
Stilrichtung: Melodic Rock
Plattenfirma: Rock Candy Records
Veröffentlichung: /
Homepage: www.rockcandyrecords.com

Mit der Band “707” aus Michigan (USA) hat das Rock Candy Records Label mal wieder eine interessante, weitestgehend vergessene Perle des typisch amerikanischen AOR ausgegraben, die es wert ist (wieder) entdeckt zu werden. Gegründet im Jahre 1977 von Phil Bryant (Bass, Gesang), Jim McClarty (Drums), Duke McFadden (Keyboards, Gesang) und Kevin Russell (Gitarren, Gesang) legten die Jungs von Anfang an starken Wert auf den unter 3 Musikern aufgeteilten Gesang sowie einer gekonnten Balance aus einer eher flockiger AOR-Basis und vereinzelten rockigeren Tönen. Wie immer bei Rock Candy Records sind die nun vorliegenden Neuauflagen vorbildlich remastert und mit informativen Linernotes ausgestattet.

„707“ (1980)

Das Debüt der Truppe, erschienen auf dem damals ziemlich angesagten Casablanca Label (die u.a. Kiss unter Vertrag hatten), steht und fällt mit dem Opener "I Could Be Good for You" aus der Feder von Keyboarder McFadden und Schlagzeuger McClarty. Der Song entwickelte sich, ohne dass Band oder das Label davon Wind bekamen, zu einem veritablen Radio-Hit. Nicht zu Unrecht, denn der Song ragte meterhoch über den restlichen Tracks der Scheibe heraus. Ein absoluter Homerun, dessen Momentum weder Band noch Management so richtig zu fassen wussten und somit die Chance auf einen großen Durchbruch verpassten. Das Problem ist natürlich auch, dass die Scheibe mit besagtem Song bärenstark anfängt, das damit gegebene Versprechen aber dann im Fortlauf kein einziges mal einhalten kann. Das restliche Material kann da einfach nicht mithalten, was noch dadurch erschwert wird, dass gleich 3 verschiedenen Sänger ein kohärentes Soundbild verhindern. Songs wie das launige „You Who Needs To Know“ oder „Let Me Live My Live“ vermögen allerdings durchaus auch heute noch Laune zu machen.

„ The Second Album“ (1981)

Nach den ernüchternden Erfahrungen mit dem (trotz Hits) untergegangenen Debüt, wurde der Band mit Jai Winding (u.a. Le Roux) ein neuer Produzent an die Seite gestellt. Mit dem kamen die Jungs aber nicht wirklich klar, so dass die Arbeit an dem Nachfolger unter keinem allzu guten Stern standen. Im Endergebnis leidet „The Second Album“ unter dem Abgang von Keyboarder und Songschreiber Duke McFadden, einer gewachsenen Erwachtungshaltung von Seiten der Labelbosse, Unschlüssigkeit bei den Musikern wo die Reise denn hingehen sollte sowie einer Produktion die sich nicht entscheiden kann ob man den (hard)rockigen Tendenzen in der Band mehr Freiraum lassen oder aber den gepflegten AOR Sound der frühen Tage weiterverfolgen soll. So tönen Sogs wie „Millionaire“ oder „Strings Around My Heart“ wie mit angezogener Handbremse, bis dann in „Live With The Girl“ endlich der Knoten ein wenig platzt, die Band Ihre Trademarks unterbringen kann und ein paar Treffer landet. Alles in allem ist „The Second Album“ aber nur okayer Durchschnitt ohne wirkliche Highlights oder zwingenden Hits.

„ Mega Force“ (1982)

Nach 2 Alben für das Casablanca Label wechselten 707 zu Boardwalk Records und wurden dort prompt vor die Wahl gestellt entweder einen festen Frontmann/Sänger zu engagieren oder aber die Karriereambitionen zu begraben. Der Band blieb nichts anderes übrig als den zwar durchaus talentierten aber auch nicht zur Gänze als Bandmitglied akzeptierten Kevin Chalfant in Ihre Reihen aufzunehmen. In dieser Konstellation wurde mit „Mega Force“ das härteste und, im Rückblick, stärkste Album der Band eingespielt. Die Parallelen zu Journey sind dank Chalfant nicht von der Hand zu weisen, auch wenn 707 weniger R&B Elemente verarbeiteten. Ähnlich wie beim Erstling wird die Platte vom größten (und einzigen Hit) der Scheibe eröffnet (der Titeltrack war für den gleichnamigen Film aus dem gleichen Jahr verfasst worden). Neben diesem Kracher sind mit „Get To You“ und „Can't Hold Back“ noch weitere Songs enthalten, die das Album auch heute noch zu einer hörenswerten Angelegenheit machen. Aber, wie so oft, aus dem großen Erfolg wurde dann doch nichts und die Band löste sich nach einigen Touren im Vorprogramm von Schwergewichten wie Scorpions, Rainbow oder REO Speedwagon entmutigt auf.

Muss man die Diskographie von 707 im Schrank stehen haben? Nein, wohl eher nicht. Essentiell ist keine der Scheiben, Spaß machen aber vor allem das gute 3. Album der Band sowie des schön naive Debüt. Fans von nicht allzu herb zupackendem AOR/Rock sollten aber auf jeden Fall mal ein Ohr riskieren. Wer auf diese Musik steht ist mit den neuen, wertigen Auflagen aus dem Haus Rock Candy Records natürlich wie gewohnt bestens bedient.

WERTUNG:

„707“ 

 


„ The Second Album“

 


„ Mega Force“

 


Trackliste:

„707“

01. I Could Be Good For You
02. Let Me Live My Live
03. One Way Highway
04. Save Me
05. You Who Needs To Know
06. Slow Down
07. Feel This Way
08. Waste Of Time
09. Whole Lot Better

„ The Second Album“

01. Tonite's Your Nite
02. Millionaire
03. Live With The Girl
04. Strings Around My Heart
05. Pressure Rise
06. Rockin' Is Easy
07. City Life
08. Live Without Her
09. Love On The Run
10. The Party's Over

„ Mega Force“

01. Mega Force
02. Can't Hold Back
03. Get To You
04. Out Of The Dark
05. Hell Or High Water
06. We Will Last
07. Hello Girl
08. Write Again
09. No Better Feeling
10. Heartbeat
11. Eagle One (Bonus Track)
12. Mega Stomp (Bonus Track)
13. Mega Force (Alt Version)
14. Eagle One (Instrumental)
15. The Float (Bonus Track)
16. Mega Force (Live)

Mario

 

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