WILDSIDE RIOT – No Second Take

Band: Wildside Riot
Album: No Second Take
Plattenfirma: Cargo Records
Veröffentlichung: 28.01.2013
Homepage: www.wildsideriot.com

Dieses Album wirft weite Schatten voraus. Denn WILDSIDE RIOT ist die neue Band von „The Godfather Of Glam“ – Mr. Rocky Shades, der mit WRATHCHILD UK Vorreiter sowohl in Sachen NWOBHM als auch Pionier des Glam und Sleazemetals der frühen 80ger Jahre. Desweiteren hat er folgende Musiker um sich geschaart: Joss Riot (guitar), Gaz Wilde (drums), Jimmy Gunn (guitar) und James Crofts (bass). Lange Zeit war es offensichtlich ruhig um den Briten obwohl er speziell in den letzten 10-12 Jahren immer wieder versucht hat, mit Tribute Bands oder einer Reinkarnation seiner Stammband Fuß zu fassen. Das sollte ihm jetzt mit WILDSIDE RIOT gelingen.

„No Second Take“ nennt sich der Longplayer, 13 Songs sind darauf zu finden. Das ist schon ganz ordentlich, allerdings birgt das auch die Gefahr, den ein oder anderen zweitklassigen Song vorzufinden. Aber mal der Reihe nach. Das auffällig gestaltete Cover, ganz in schwarz-gelb gehalten, signalisiert: hier wird scharf geschossen. Und zwar gleich von Anfang an, denn der Opener „All Hail The Wasted“ kommt nach kurzem Donnergrollen ordentlich in Fahrt. Augestattet mit einem Mords-Sound rockt sich das Quintett durch die ersten paar Minuten. Ein Einstand nach Maß! Der zweite Song „Wildside Riot“ beginnt mit dem Satz „What You´re Afraid Of? It´s Only Rock´n Roll“. Tja, da haben sie recht die Jungs. Ein weiteres Zitat „Where Have All The Good Times Gone – We Are Here To Bring You Some“ dürfte wohl für sich sprechen. Ganz nebenbei ist das Stück ein absoluter Hammer. Nach kurzen Double-Bass Salven wird „Broken Toys“ zum Refrain hin doch noch massenkompatibel und die tiefergelegten Gitarren bei „Fukk Em“ erinnern einerseits an die verhassten 90ger, auf der anderen Seite hat der Song aber gutes Potential, so dass wir das einfach mal unter den Tisch fallen lassen. Erst jetzt fällt mir so richtig auf, dass – auch bei „Candiis Gone Bad“ – die Gitarren tief fliegen, und zwar schon auf dem kompletten Album. Na klar, „No Second Take“ ist ja auch nicht 1985 erschienen sondern Anfang 2013. Bei „That´s What Sunday Mornings Are For“ nehmen die Jungs erstmals das Tempo raus, um dann einen fröhlichen Refrain zu trällern. Einfältigkeit kann man den Briten nicht attestieren – hier sind Könner am Werk. Auch das gefällige „Babe I Gotta Go“ ist eher poppig angehaucht. Bei „Angel On My Back“ zeigt man sich von der lässigen und funkigen Seite bevor „My Paradise“ fast schon schnulzig rüberkommt. „Glitter-Tramps“ ist dann so ein Song, auf den ich hätte verzichten können, nicht aber auf das Keyboard-lastige und herrlich altmodische „Wasted Lust“. Mit „My Woman“ und „There Is A Bullet For Each Of You“ (welche Freude haha) geht ein Album zu Ende, das ich mit Spannung erwartet hatte.

Abwechslung wird groß geschrieben auf „No Second Take“. Dafür sorgt das ausgefeilte Songwriting und die Kunst, verschiedene Gemütslagen perfekt in die Songs zu bringen und von den einen auf den anderen Moment damit zu punkten. Was mit den ersten Songs verdammt hart und rockig beginnt, wird zunehmend abwechslungsreicher und überrascht mit Nuancen, die wohl keiner erwartet hätte.  Und was meine Erwartungen angeht, die wurden erfüllt, denn WILDSIDE RIOT haben mit „No Second Take“ ein starkes Album im Gepäck – Gratulation!

WERTUNG:

Trackliste:

1.All Hail The Wasted
2.Wildside Riot
3.Broken Toys
4.Fukk Em
5.Candiis Gone Bad
6.That´s What Sunday Mornings Are For
7.Babe I Gotta Go
8.Angel On My Back
9.My Paradise
10.Glitter-Tramps
11.Wasted Lust
12.My Woman
13.There Is A Bullet For Each Of You

Stefan

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