VOLBEAT – Outlaw Gentlemen & Shady Ladies

Band: Volbeat
Album:  Outlaw Gentlemen & Shady Ladies
Plattenfirma:  Universal Music Group
Stil: Metal/Rock
Veröffentlichung: 05.04.2013
Homepage:  www.volbeat.dk

Umjubelte Konzert- und Festivalauftritte, Lobeshymnen von Kritikern und Fans, viele Preise in der Fachpresse, Auszeichnungen der bisherigen Veröffentlichungen in Gold und Platin und 2013 sogar ein Headlinerplatz bei Rock am Ring/Rock im Park. Der kometenhafte Aufstieg von VOLBEAT seit ihrem 2005er Debüt „The Strength / The Sound / The Songs“ ist beeindruckend und macht die Jungs zu einer der erfolgreichsten Bands der letzten Jahre.
Der letzte Silberling „Beyond Hell / Above Heaven“ war eines meiner persönlichen Alben des Jahres 2010, umso mehr habe ich mich gefreut, das neue Werk besprechen zu dürfen. Ob die Dänen um Sänger Michael Poulsen meine – zugegeben – extrem hohen Erwartungen erneut erfüllen, gar übertreffen können?

Ich nehm’s vorweg: überraschen können VOLBEAT auf jeden Fall auch diesmal – mit einem deutlich gemächlicheren Werk als gewohnt.
Das Intro „Let’s Shake Some Dust“ hätte, passend zum Albumtitel, auch Teil eines Westernsoundtracks sein können. Hier fühlt man förmlich den warmen Sand auf der Haut, während ein Strohballen über die staubige Straße weht. Italo-Western pur. Die Mundharmonika steuert übrigens der Bluesmusiker Paul Lamb bei.

Danach bewegt sich vieles im Midtempo-Bereich, angefangen beim Opener „Pearl Hart“ über „The Nameless One“ und „Dead but Rising“. Rock und Metal Elemente halten sich die Waage, die Melodien werden noch stärker in den Vordergrund gerückt, dafür vermisst man gelegentlich die groovenden Heavy Metal Riffs der Marke „Rebel Monster“ oder „Who they are“ – diese findet man auf „Outlaw Gentlemen & Shady Ladies“ seltener als in der Vergangenheit. 
Am Deutlichsten hört man diese Entwicklung bei dem bereits als Vorabsingle veröffentlichten Videotrack „Cape of our hero“ oder dem ebenfalls radiotauglichen Cover „My body“ der Pop-Punker YOUNG THE GIANT.

Highlights sind für mich „Black Bart“, welches problemlos auf jedem bisherigen Album der Dänen vertreten sein könnte, ein VOLBEAT Song wie man ihn kennt, druckvoll, energiegeladen und eingängig, angereichert mit einem Hauch Western/Country Sound.
„Room 24“ atmet klassischen Metal und erinnert phasenweise an Bands wie BLACK SABBATH und MERCYFUL FATE. Was liegt da näher, als den King selbst an Bord zu holen. Und so kommen wir in den Genuss Michael Poulsen und KING DIAMOND, welcher auch den halben Text beigesteuert hat, gemeinsam zu hören. Mein persönlicher Favorit der Scheibe!

„The Lonesome Rider“ – ein Duett mit Sarah Blackwood von den Kanadiern WALK OFF THE EARTH setzt das Rockabilly Highlight und zeigt das Talent von VOLBEAT, 50er-Jahre Rock ’n‘ Roll und Country in ein modernes Rockgewand zu packen.
Die restlichen Songs wildern dann wieder in den eingangs beschriebenen gemäßigteren Midtempo-Gefilden. „Lola Montez“ setzt sich von diesen Songs, dank eines wirklich tollen Refrains, besonders hartnäckig in den Gehörgängen fest.

Haben VOLBEAT also etwas an Schwung verloren? Ja. Die ungezwungene, wilde und überraschende Art sich zu präsentieren fehlt auf „Outlaw Gentlemen & Shady Ladies“ über weite Strecken. Auf dem fünften Album ist das aber auch nicht sonderlich verwunderlich. Nachdem die musikalische Qualität der Songs an sich außer Frage steht und mehr Lieder den Weg in das Programm der großen Radiostationen finden werden, kann man von einem großen kommerziellen Erfolg von „Outlaw Gentlemen & Shady Ladies“ ausgehen.

Und dieser Erfolg sei VOLBEAT gegönnt, sie haben etwas geschafft, was nur sehr wenigen Bands gelingt: einen einzigartigen Sound aus Metal, Rock ’n‘ Roll, Country und Rockabilly zu erschaffen, zu etablieren und sich innerhalb weniger Jahre an die Spitze der Rock/Metal Welt zu spielen und auch Fans außerhalb dieser Szenen zu gewinnen.

Produziert wurde das Album wie gewohnt von Jacob Hansen, diesmal stand ihm noch Rob Caggiano (ex-Anthrax, ex-THE DAMNED THINGS) zur Seite, welcher mittlerweile auch festes Mitglied bei VOLBEAT geworden ist. 

Fazit:
“Es ist wirklich alles dabei – Rockabilly, die Melodien, ultra-heavy Passagen, Western-Elemente und astreine Rocksongs – also alles, was Volbeat ausmacht, nur noch ein bisschen gewaltiger.“ – so zumindest sieht es Michael Poulsen selbst.
Ob der Begriff „gewaltiger“ die Entwicklung wirklich passend beschreibt, entscheidet am besten jeder für sich. Ich persönlich wünsche mir für die Zukunft, dass die Gentlemen & Ladies nicht die Oberhand behalten, sondern die Shady Outlaws sich gleichberechtigt zurückmelden.
„Outlaw Gentlemen & Shady Ladies“ ist ein gutes Album geworden – im direkten Vergleich mit den Vorgängern aber mit ein paar Schwächen.

Anspieltipps: „Room 24“, „Black Bart“, „Lola Montez“, “ The Lonesome Rider“

WERTUNG: 

Trackliste:

1. Let’s Shake Some Dust
2. Pearl Hart
3. The Nameless One
4. Dead But Rising
5. Cape Of Our Hero
6. Room 24
7. The Hangman’s Body Count
8. My Body
9. Lola Montez
10. Black Bart
11. Lonesome Rider
12. The Sinner Is You
13. Doc Holliday
14. Our Loved Ones

Chris

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