THE RIDES – Can´t Get Enough

Band: The Rides
Album: Can´t Get Enough
Spielzeit: 48:18 min.
Stilrichtung: Blues Rock
Plattenfirma: Provogue/Mascot
Veröffentlichung:
Homepage: www.kennywaynesheperd.net/therides

Sieht man sich das einfache Cover Artwork von „Can´t Get Enough“ an, sind die drei Protagonisten nur sehr versteckt zu entdecken. Dabei müssten sich Herrschaften wie Stephen Stills (CROSBY, STILLS, NASH &YOUNG), Kenny Wayne Sheperd und Barry Goldberg (ELECTRIC FLAG u.v.m.) wirklich nicht verstecken. Diese neue Kollaboration dreier verdienter Bluesmusiker – der Begriff Supergroup steht hier wohl im Raum – war dann wohl auch eine eher zufällige Angelegenheit. Komplettiert wird die Combo von Bassist Kevin McCormick und Drummer Chris Layton, der auch in SHEPERD´s Band tormmelt.

Daraus resultiert nun dieser 10-Tracker mit einer 50/50 Aufteilung an Coverversionen sowie Eigenkreationen. Letztere entstanden in lockeren Jams in nur 5 Tagen in Stills´ Haus. Alles wurde auf einer alten 8-Spur-Maschine aufgenommen und klingt dementsprechend authentisch. Aber hat man bei dieser Besetzung etwas anderes erwartet?

Für die Fremdadaptionen gilt, dass sie teils klassischen Blues-Stoff enthalten, hier und da aber auch überraschen. „Search And Destroy“ von den STOOGES ist so ein Beispiel. Dem Original geschuldet tauchen THE RIDES hier in punkige Gefilde ab und präsentieren eine wohlig umgebaute Version des Klassikers. Abermals rockig aber eher langweilig, weil einfach nur runtergenudelt kommt NEIL YOUNG´s „Rockin´ In A Free World“ daher. Hier hat man schon bessere Versionen erlebt. Die Boogie-Nummer „That´s A Pretty Good Love“ von BIG MAYELLE wiederum ist schön umgesetzt. Klassischer im Sinne des Blues geht´s bei „Honey Bee“ von MUDDY WATERS zu. „Talk To Me Baby“ von ELMORE JAMES setzt ein weiteres Ausrufezeichen.

Jetzt aber zu den eigenen Songs: langsam galoppiert der erste Song „Mississippi Road House“ dahin – THE DOORS lassen grüßen. „Don´t Want Lies“ ist ein gefühlvoller Blueser, was auch für das Titelstück gilt. Hier wird die Klasse der einzelnen Musiker auf unaufdringliche Weise hervorgehoben. „Only Teardrops Fall“ besticht durch seine bedrückende Atmosphäre, ein echtes Ausrufezeichen setzen die Herren aber mit abschließenden „Word Game“, einem sehr sozialkritischen Stück, das STILLS bereits auf seinem zweiten Soloalbum 1971 untergebracht hatte.

„Can´t Get Enough“ ist das Werk von altgedienten (was ja praktisch auch für den erst 36-jährigen Sheperd gilt) Musikern, die sich noch lange nicht auf das Abstellgleis schieben lassen wollen sondern immer noch sehr gut wissen, wie der Blues gespielt wird. Zwischendurch setzen THE RIDES bunte Farbtupfer, die mal rockig, mal nachdenklich sind – aber immer in der ersten Klasse spielen. Wer weiß, was daraus entstanden wäre, wenn der vielbeschäftigte Kenny Wayne Sheperd mehr als nur 5 Tage Zeit gehabt hätte.

WERTUNG: 

Trackliste:

1.Mississippi Road House
2.That´s A Pretty Good Love (Cover BIG MAYBELLE)
3.Don´t Want Lies
4.Search And Destroy (Cover IGGY AND THE STOOGES)
5.Can´t Get Enough Of Loving You
6.Honey Bee (Cover MUDDY WATERS)
7.Rockin´ In The Free World (Cover NEIL YOUNG)
8.Talk To Me Baby (Cover ELMORE JAMES)
9.Only Teardrops Fall
10.Word Game

Stefan

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