THE POOR – Round 1&2

Band: The Poor
Album: Round 1&2
Spielzeit: 73:10 min
Plattenfirma: Bad Reputation
Veröffentlichung: 19.11.2011
Homepage: www.thepoor.com.au

Das nenne ich Value for money, was die THE POOR hier bieten. Eine CD prall gefüllt mit 22 Songs und einer Laufzeit von 73 Minuten – das ist doch was. Aber was hier als pralles Package angeboten wird, hat eigentlich eine eigene Geschichte, denn die Australier haben sowohl „Round 1“ als auch „Round 2“ ursprünglich in den Jahren 2009 und 2010 einzeln veröffentlicht. Allerdings waren die Platten in Europa bisher nicht erhältlich und so hat sich das französische Label Bad Reputation die Rechte dafür geschnappt und bringt jetzt das volle Brett für alle POOR-Jünger in die Läden.

THE POOR waren bis 1993 unter THE POOR BOYS unterwegs und haben ihren Namen erst zum Release ihres Debüts „Who Cares“ verkürzt. Dieses Album – zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt veröffentlicht, wenn es um Hardrock geht – brachte nicht nur ihren Hit „More Wine Waiter Please“ hervor sondern noch eine ganze Anzahl an coolen Songs zu denen ich z.B. „Man Of War“ oder „“ zähle. Aber nach diesem einen Album war leider auch schon wieder Schluß, denn die Jungs lösten sich nach der Single „Simple Livin“, bevor es erst 2008 wieder die ersten Aktivitäten gab. Schlagzeuger James Young wurde durch Gavin Hansen ersetzt und der Rest der Bande ist mit Anthony „Skenie“ Skene (v.), Julian Grynglas (g.) und Matt Whitby (b.) in Orignalbesetzung am Start.

Eigentlich müsste dieser Tonträger „Round 2 & 1“ heißen, denn die ersten 11 Stücke darauf stammen vom neueren „Round 2“ Album. THE POOR haben sich schon immer von ihren Landsleuten AC/DC, ROSE TATTOO und sonstigen Riff-Rockern abgegrenzt, denn sie haben nichts und niemanden kopiert sondern sind mit ihrer ungestümen Power einfach nach vorne geprescht. Sänger Anthony „Skenie“ Skene hebt sich dabei auch schön vom Einheitsbrei ab und ist mit seiner energischen aber doch abwechslungsreichen Stimme ein Markenzeichen der Band.

„Black´n Blue“ bereitet dem Hörer einen Kavalierstart in die Scheibe, denn hier wird alles plattgemacht, ohne auf zuviel Eingängigkeit zu achten. Ganz anders kommen da schon die folgenden Nummern „Blood“ oder „Trouble“ daher, denn hier verbinden die Aussies Power mit Melodie und der unvergleichlichen Gelassenheit aus Down Under. Weitere Anspieltipps auf „Round 2“ sind das lässige „Rock´n Roll Survivor“ oder das Rock´n Roll Gewitter „Anna´s Old Man“. Zwischenfazit nach ca. der Hälfte der Stücke: neben einigen Songs, bei denen der Gaul mit den Jungs etwas durchgeht kann der Silberling mit durchaus hochwertigem Material glänzen.

„Round 1“ beginnt ähnlich wie sein Nachfolger mit räudigem Liedgut, denn „Kill My Faith“ rockt ohne Rücksicht auf Verluste los, bevor man mit „Last Laugh“ oder „House“ wieder etwas die Zügel anzieht – zumindest für die Verhältnisse von THE POOR. Was auffällt ist, dass der Sound noch etwas härter und zeitgemässer ausgefallen ist wie beim neueren Release. Was ich Euch noch empfehlen möchte, sind Nummern wie „Don´t Know What You´re Missing“ oder Demoversion von „Can´t Feel A Thing“ (das eigentlich schon kurz nach dem „Who Cares“-Album aufgenommen wurde), die ich als Highlights der zweiten Hälfte der Scheibe ansehen würde.

Rückblickend kann man also feststellen, dass THE POOR bei der zweiten Runde wieder mehr in die Vergangenheit tendieren und mehr Platz für Hardrock im eigentlichen Sinne lassen. Aber auch die erste Runde hat ihre starken Momente und somit möchte ich dieses prall gefüllte Scheibchen allen Liebhabern von gepflegter Leck-Arsch-Attiiüde, deftigen Bratgitarren und whiskeygetränkten Stimmen ans Herz legen. Tolle Sache!

WERTUNG: 

Trackliste:

1.Black´n Blue
2.Blood
3.Trouble
4.Bad Taste
5.Anna´s Old Man
6.Rock´n Roll Survivor
7.Jesus
8.Kiss My Arse
9.Nothin To Say
10.Grave
11.Which Part Of No Don´t You Understand
12.Kill My Faith
13.Death Of Me
14.Last Laugh
15.House
16.No One´s Home
17.Prisoner Of Fools
18.Don´t Know What You´re Missing
19.Love Isn´t On Again
20.Guardian Angel (Demo)
21.Can´t Feel A Thing (Demo)
22.Goodbye (Demo)

Stefan

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