LAST IN LINE – II

Band: Last In Line
Album: II
Spielzeit: 52:32 min
Stilrichtung: Hard Rock/Heavy Metal
Plattenfirma: Frontiers Music
Veröffentlichung: 22.02.2019
Homepage: www.lastinlineofficial.com

Releasedatum 22.02.2019, einen Monat später sollte man dann auch wirklich mal die Rezension raushauen. Eigentlich wollte ich die Band ja schon früher besprechen, aber leider sind sie eben die LAST IN LINE. Im Zeitalter der Diskussion um die Abschaffung von Plastikbesteck ist es umso wichtiger, auf jegliche erdenkliche Art an die Pommesgabel zu erinnern. Genug der Späße. LAST IN LINE machen das authentischstmöglich. Die Truppe wurde von Vinny Appice, Jimmy Bain und Vivian Campbell gegründet, die so einige legendäre DIO-Alben mitzuverantworten haben. Ex-OZZY-Bassist Phil Soussan übernahm die tiefen Frequenzen nach dem Ableben von Bain und Andrew Freeman komplettiert das LineUp mit seinen bestens zum Sound der Band passenden oralen Glanzleistungen. Dazu ’ne Produktion von Jeff Pilson (FOREIGNER, DOKKEN); was kann da noch schiefgehen?

Kaum was. Der Sound des zweiten Albums der Band ist organisch, kein bisschen gelutscht, dabei druckvoll und leicht trocken-staubig. Kann man nichts dran bemängeln, gerade die Vocal-Produktion ist mit ihren sparsam-effektiven Backing Vocals hervorragend gelungen. Die Gitarren schobbern, der Bass hat gut Anschlag und Durchsetzungskraft, die Drums knallen.
“II” ist eines der Alben, bei deren Hören man automatisch cooler wird. Mit starker Riffarbeit, positiver Abgespecktheit und viel Midtempo ist man unterwegs, vorgetragen von Musikern, über deren Qualität man wohl keine weiteren Worte verlieren muss. Die Mittel des Genres werden soweit ausgereizt. Da gibt es “Love And War”, das in seinen Strophen vergleichsweise smooth zum entspannten Zurücklehnen einlädt, feierlich-hymnische Refrains in “The Unknown” oder “The Light” (Backing Vocals im Quartabstand machen jeden Oldschool-Hard-Rock/Metal-Track nochmal realer) und auch mal bösere Grundstimmung in Teilen des geil einsteigenden “Year Of The Gun”, das zudem mit interessant rhythmusdominiertem Refrain besticht – um mal einige Stichproben anzuführen.
Die DIO-Einflüsse sind oft unverkennbar, auch wenn die Komposition sich durchaus genug Freiheiten erlaubt, um nicht als staubige Kopie seiner selbst aus alten Tagen abgetan werden zu können. Auch Andrews Stimme klingt gerade eben so genug nicht nach Ronnie.
Kritik kann nur bezüglich einiger Songs geäußert werden, die handwerklich erwartet gekonnt umgesetzt wurden, dabei jedoch eher unspektakulär geschrieben sind, insbesondere der mit über sechs Minuten längste Track “Sword From The Stone”, der vergleichsweise gewöhnlich ausfällt und an Interessantem weniger zu bieten hat. Das machen große Teile des Rests des Albums aber wieder wett. Die hard-rockige Einfachheit der Songs wird durch feine Strophenstrukturen, ruhigere Parts mit smartem Gitarreneinsatz und kräftige unkitschige Melodien kompensiert, garniert durch die Skills der Bandmitglieder, die vermutlich auch aus “Hänschen klein” noch eine Biker-kompatible Nummer gemacht hätten.

Anspieltipps: “Year Of The Gun”, “The Unknown”, “False Flag” und “Gods And Tyrants”

Fazit:
Eine so authentische Interpretation von klassischem Hard Rock/Heavy Metal durch derartig routinierte und begabte Musiker mit einer solchen Backstory kann eigentlich nur gelingen. Tut sie auch und sei somit all denen ans Herz gelegt, die besagten Musikstil mögen. Sichere Bank.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. II – Intro
02. Blackout The Sun
03. Landslide
04. Gods And Tyrants
05. Year Of The Gun
06. Give Up The Ghost
07. The Unknown
08. Sword From The Stone
09. Electrified
10. Love And War
11. False Flag
12. The Light

Jannis