SUBSIGNAL – Paraiso

Band: Subsignal
Album: Paraíso
Spielzeit: 53:00 min
Stilrichtung: Progressive Rock
Plattenfirma: Goldencore Records (ZYX)
Veröffentlichung: 27.09.2013
Homepage: www.subsignalband.com

Und der bärenstarke Prog-Herbst 2013 geht weiter. Diesmal schicken die Deutschen Szeneveteranen um die ehemaligen SIEGES EVEN Mitglieder Markus Steffen (Gitarre) und Arno Menses (Gesang) Ihr mittlerweile 3tes Werk unter dem SUBSIGNAL Banner ins Rennen. Nach dem überschwänglichen Echo auf die beiden Vorgänger („Beautiful & Monstrous“, 2009 und „Touchstones“, 2011) dürfte die Erwartungshaltung bei Fans und Medien sowie der damit verbundene Druck auf die Band nicht gering gewesen sein. In solchen Situationen macht sich dann naürlich die Jahrelange Erfahrung bezahlt – die Band bleibt Ihrer Linie treu und serviert ein gelungenes Album irgendwo zwischen gediegenem AOR, leichtem Prog und kurzen Metaleinschüben. Mit typischem Progmetal haben SUBSIGNAL so gut wie nichts zu tun, denn der Großteil der Songs schippert doch arg laid-back durch die knappe Stunde Musik. Lediglich in dem fetten „The Colossus That Bestrode The World“ gibt es (unter anderem) Metal-Riffs und eine etwas düstere Stimmung zu geniessen. Der Rest der 10 Tracks bewegt sich in deutlich entspanneteren Gefilden, wodurch sich SUBSIGNAL aber auch erfrischend vom Gros der Konkurrenz abheben und sich dem üblichen höher-schneller-weiter Prinzip verweigern. Die Produktion hat diesmal Gitarrist Markus Steffen übernommen, der „Paraiso“ ein weites, transparentes und perfekt zum Material passendes Soundgewand geschneidert hat.

Als Highlights, bzw. Anspieltipps seien der grandiose Titeltrack (der „leider“ schon recht frühzeitig  in die Waagschale geworfen wird), das stark an Saga angelehnte „A New Reliance“, der bereits angesprochene Stampfer „The Colossus That Bestrode The World“ oder das fragile, spannend angelegte „The Stillness Beneath The World“ genannt. Das mit Gastsängerin Marcela Bovio (Stream Of Passion) im Duett vorgetragene, die Grenze zum Kitsch überschreitende “ The Blueprint of a Winter“ kann man dagegen getrost als verunglückt ansehen. Dies bleibt aber der einzige Fehltritt auf einer ansonsten makellosen Prog-Rock Platte, die zwar trotz dem ein oder anderen heftigen Riff zu keinem Moment als Metal durchgeht, dem Hörer jedoch eine gelungene Gratwanderung aus kommerziellem AOR und fordernden Arrangements bietet.

Wer sich für den kalten Herbst mit geschmack- bzw. gehaltvollem Prog eindecken will, hat zur Zeit die freie Auswahl. Quer durch den weiten Gemüsegarten gibt es diverse Glanztaten zu bestaunen und zu entdecken. Eine willkommene Abwechslung bieten SUBSIGNAL auf Ihrem dritten Streich, der die Stärken der bisherigen beiden Veröffentlichungen vereint und der Konkurrenz gelassen die Stirn bieten kann. Das Material ist über Strecken vielleicht einen Ticken zu flockig geraten. Ob dies ins Gewicht fällt, sollte aber jeder für sich selbst herausfinden. Zum persönlichen Anchecken empfohlen.

WERTUNG: 

Trackliste:

01. Time And Again
02. Paraíso
03. A New Reliance
04. A Heartbeat Away
05. A Long Way Since The Earth Crashed
06. A Giant Leap of Faith
07. The Stillness Beneath The Snow
08. The Blueprint of a Winter (feat. Marcela Bovio)
09. The Colossus That Bestrode The World
10. Swimming Home

Mario

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