STEVE JONES – Mercy / Fire and Gasoline (Re-Releases)

Band: Steve Jones
Album: Mercy / Fire and Gasoline (Re-Releases)
Spielzeit: 46:44 min / 49:37 min
Stilrichtung: Hard Rock
Plattenfirma: Rock Candy Records
Veröffentlichung: /
Homepage: www.rockcandyrecords.com

Als die Sex Pistols im Jahr 1978 das Handtuch warfen und sich nach nur einem regulären Album („Never mind the Bollocks“, 1977) wieder von der musikalischen Bildfläche verabschiedeten, hatte die Band nachhaltig dafür gesorgt, dass ein Umbruch in Rollen kam. Die Punkbewegung in England fegte (nicht nur) über die Insel hinweg und brachte frischen Wind in die sich selbst viel zu ernst nehmende, verknöchErte Musiklandschaft. Einen nicht unerheblichen (musikalischen) Anteil am Erfolg der Sex Pistols hatte dabei Gitarrist STEVE JONES, der immerhin als relativ (im Vergleich zu seinen Bandkollegen) versiert an seinem Instrument galt und einige unvergessliche Riffs den Annalen des Rock beigesteuert hat. Nach dem Ende der Sex Pistols zog es JONES nach Amerika, wo er erst mal einige Jahre seiner Drogensucht frönte bevor er sich eines Besseren besann und sein musikalisches (und berufliches) Glück in einer Solo-Karriere suchte. Herausgekommen sind damals, Ende der 80er Jahre, 2 Alben, die nun über das englische Rock Candy Records Label, wie immer neu gemastert und mit informativen Linernotes versehen, neu aufgelegt werden.

Mercy (1987)

JONES‘ Debüt Album unter eigenem Namen wurde von Bob Rose produziert, der sich zuvor Meriten als Produzent des Miami Vice Soundtracks verdient hatte und auch prompt einen Track des Albums in einer Folge der Serie sowie auf dem Miami Vice II Soundtrack unterbrachte. Indes, diese Schützenhilfe änderte auch nichts daran, dass der erste Gehversuch des Riff-Rockers eher unbeachtet blieb. Für viele Interesseirte dürfte die stilistische Ausrichtung der Scheibe einem kleinen Kulturschock gleichgekommen sein, insgesondere wenn man die Veregangheit von JONES‘ im Hinterkopf hatte. Gleich der Opener und Titeltrack schlurft derart lässig und pop-affin durch die Lautsprecher, dass man sich schwer tut dahinter den langhaarigen Punk aus UK vorzustellen. Auch im weiteren Verlauf klingt das Material oft nach einer Mischung aus Billy Idol und The Cult, allerdings ohne die zwingenden Hooks oder wirklich packende Arrangements. Hier und da wird auch mal etwas kerniger gerockt („Give it up“, „That’s enough“), aber unterm Strich krankt „Mercy“ aber daran, dass JONES keine Hits im Köcher hat sowie weder ein guter Sänger, noch ein wirklich starker Gitarrist ist. Daher wirkt das Ganze dann musikalisch schon recht fade und stellt heute wie damals eine okaye Platte dar, aber kein Must-Have.

Fire and Gasoline (1989)

Für Anlauf Nummero Zwo wurde dann geklotzt und nicht gekleckert. Auf dem Produzentenstuhl nahm diesmal Mark Dearnley Platz, der sich diesen Job mit dem The Cult Sänger Ian Astbury teilte. Vor allem Letzterem ist der nicht zu überhörende Einfluss der britischen Goth Rocker auf „Fire and Gasoline“ zu verdanken, denn Tracks wie der Opener „Freedom Fighter“ hätten auch gut zu Astbury’s Stammband gepasst. Weitere prominente Unterstützung gab es im Studio von Guns N‘ Roses Kreischhals Axl Rose (im Sex Pistols Cover „I did you no wrong“), der dann nochmals eindringlich aufzeigt, wo die stimmlichen Defizite von JONES liegen. Insgesamt ist „Fire and Gasoline“ aber um einiges effektiver geraten als der Vorgänger, was vor allem an der energischen Produktion und der Tatsache liegt, dass hier keine Experimente gemacht, sondern sehr gradelinig die Biker-Rocker Klientel bedient wurde. JONES war in den 2 Jahren seit der ersten Platte immer noch kein besserer Sänger geworden, lies sich aber stimmlich mehr gehen und konnte mangelnde gesangliche Fertigkeiten durch erhöhten Einsatz wett machen. Mit (u.a.) „We’re Not Saints“, dem von einem Billy Duffy (The Cult) angereicherten „Get ready“ oder dem starken „“God in Louisiana“ hat „Fire and Gasoline“ genügend gute Argumente um als starkes (Biker) Rock Album zu bestehen.

Während es bei „Mercy“ nicht wirklich zur uneingeschränkten Kaufempfehlung reicht, sei Freunden von dreckigem Hardrock der Marke The Cult oder Little Caesar der zweite Streich „Fire and Gasoline“ wärmstens ans Herz gelegt. Die vorliegenden Neuauflagen sind wie immer beim Rock Candy Label, mit viel Liebe zum Detail aufbereitet worden – Fans des genres sollten daher zumindest bei der 1989er Scheibe zugreifen.

WERTUNG:

Mercy (1987)

 

 

Fire and Gasoline (1989)

 

 

Trackliste:

Mercy (1987)

01. Mercy
02. Give it up
03. That’s enough
04. Raining in my Heart
05. With you or without you
06. Pleasure and Pain
07. Pretty Baby
08. Drugs suck
09. Through the Night
10. Love Letters

Fire and Gasoline (1989)

01. Freedom Fighter
02. We’re not Saints
03. God in Louisiana
04. Fire and Gasoline
05. Trouble Maker
06. I did you no wrong
07. Get ready
08. Gimme Love
09. Wild Wheels
10. Hold on
11. Leave your shoes on
12. Suffragette City (Bonus Track)

Mario

Tagged . Bookmark the permalink.

Kommentar verfassen

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.